Sie sind nicht angemeldet.

41

Sonntag, 11. März 2007, 13:42

Hm ich geh mal wieder zum Anfang und sag euch was für mich meine Zwänge bedeuten oder anfühlen:

Also kurzum sie sind absolut SINNLOS genauso fühlt es sich zur Zeit an, bzw. ich erkenne dass sie Sinnlos sind und trotzdem komme ich selten davon los, das ist dann noch quälender. Überhaupt ist es sehr anstrengend zu wissen dass du gerade etwas tust das eigentlich (wenn du richtig darüber nachdenkst) keinen Zweck erfüllt und du musst es trotzdem machen, das ist ja die Problematik. Naja ich bin ja noch nicht in Therapie, vllt. kann ich dann besser mir umgehen, hoffen wir es mal, hoffen wir mal dass meine Zwänge dann besser werden und ich sie im Griff habe :))

So zum Thema Partner sag ich besser nicht viel, weil ich genau zu denen gehöre, deren Ehe gerade scheitert, weil mein Mann nichts damit anfangen kann sich nicht informiert hat und es auch nicht verstehen will. Ich mach im keine Vorwürfe er kann eben nicht aus seiner Haut raus, aber meine Gefühle sind dahin und er muss mich dann auch nicht mehr länger quälen PUNKT

Anna ich bewundere dich dafür, du bist sehr stark HUT AB und auch einen ganz lieben Gruss an Biene, deine Beiträge helfen mir immer ein bischen....

Einen ganz lieben Gruss an alle und schönen Sonntag

42

Sonntag, 11. März 2007, 15:42

Danke, liebe Bina, für die netten Worte.

Leider fühle ich mich nicht so stark, wie ich bei Euch ankomme oder wirke.

Dass Dein Mann so gar nichts verstehen will, das tut mir leid.
Hätte er Verständnis gehabt, wenn Du eine Therapie gemacht hättest?

Wir hatten hier schon einmal das Thema, dass sich Zwängler vom Partner angegriffen fühlen, weil der sie "absichtlich" quält. Meinst Du das?

Wünsche Dir einen schönen Sonntag!
Anna.

Biene Maya

unregistriert

43

Montag, 12. März 2007, 09:55

Hallo BIX!
Ich habe schon woanders einen ähnlichen Beitag geschrieben:
Es ist natürlich echt schwierig, wie weit ein Entgegenkommen dem Zwängler wirklich noch hilft und wann es den Angehörigen selber womöglich kaputt macht.Das ist eine ganz schwierige Gratwanderung für die Angehörigen. Es ist wirklich super, was Du für ein Verständnis und Entgegenkommen für Deinen Mann hast. Da kann ich Deine Geduld wirklich nur bewundern. Aber vergiß nicht, bei alledem auch noch Du selber zu bleiben. Denn letztendlich ist ja das Ziel, dass Ihr beide wieder ein normales Leben führt,und nicht, dass Du auch noch zwangskrank wirst. Verstehe das bitte auf gar keinen Fall falsch. Wie gesagt, ich finde es prima, dass Du Dich so sehr in Deinen Mann ´reinfühlst und -denkst. Diese Hilfe und Geduld ist echt das Wichtigste für uns Zwangskranke. Aber unser Ziel ist nicht, Euch so zu "manipulieren", dass Ihr genauso denkt, da würden wir Euch in eine Rolle zwingen, was wir selber nicht wollen. Schließlich brauchen wir auch jemanden, er uns von Zeit zu Zeit den Kopf wieder etwas klarräumt ;). Wie gesagt,ich brauche von meinem Mann auch immer ein entsprechenes Entgegenkommen, ich versuche, es aber nur dann zu fordern,wenn es mich anders extrem belasten würde. Bleibe also weiter so sensibel,aber verliere das Ziel, dass Dein Mann wieder gesund wird,nicht aus den Augen. Und das hast Du ja. Schön, dass es solche Leute wie Dich git,die sich so mit dieser Krankheit befassen, sich damit auseinandersetzen und abwägen und uns helfen. Danke.
Weiterhin alles Gute.Liebe Grüße.

Biene Maya

unregistriert

44

Montag, 12. März 2007, 10:10

Hallo Bina!
Das mit Deinem Mann tut mir leid. Auch mein Mann stößt leider häufig an seine Grenzen. Er kommt mir einerseits entgegen, aber wenn ihm irgendetwas (nicht unbedingt zwangsbedingt) nicht paßt, wir er laut,jähzornig und ungerecht. Er droht mir dann mit den verschiedensten Dingen und natürlich auch damit, extra die für mich schlimmsten Sachen zu berühren und dann alles andere anzufassen. Er macht das dann extra, behauptet aber, "nur" diese Sachen aufräumen zu wollen. Als wenn er nicht sonst irgendwelche Dinge tun könnte,um mir das Leben auch außerhalb meiner Zwänge zu erleichtern, z.B. mal seine Sporttasche auszuräumen oder mal ohne Aufforderung den Müll ´rausbringen, benutzte Taschentücher (seine) vom Nachttisch räumen oder,oder,oder. Das wäre eine Hilfe, die ihm nicht zuviel abverlangen würde, mir aber nicht noch unnötig Zeit rauben würde, um mich lieber um meine Zwangsbewältigung zu kümmern.Aber da würde er ja keine Genugtuung ´draus ziehen, das kann er meist wohl nur, wenn er mich damit "quälen" kann, wie Du so schön treffend es von Deinem Mann beschreibst. Meinst Du auch soch ein Verhalten? Wie gesagt, mein Mann hat auch viel Geduld mit mir. Aber kann ich auf diese Art mal mühselig ein paar Schritte vorwärts gehen, wirft er mich mit solchen Aktionen wieder um ein Vielfaches zurück. Und das müßte er eigentlich auch wissen.Tut er das zum Frustabbau? Aber merkt er nicht, dass er langfristig damit nur viel mehr Frust aubaut? ?(
Liebe Grüße

45

Mittwoch, 14. März 2007, 13:45

Hallo Anna, hallo Biene Maya,

zuerst zu Anna: nein ich glaube das meinte ich nicht direkt, er hat es einfach nicht wirklich ERNST genommen,vllt. konnte er auch nicht keine Ahnung, vorallem nimmt er wohl mich nicht immer besonders ernst, ich denke er ist egoistisch und kümmert sich mehr um seine Belange, so wurde er erzogen, eine Frau hat für die Familie da zu sein und ganz wichtig sie hat zu FUNKTIONIEREN und wenn ich was hätte oder habe das ja nicht in das "Heile-Familie-Bild" passt dann funktioniere ich ja nicht mehr. Also er kann damit schlicht und einfach nix anfangen, er ist auch nicht der Typ der über etwas reden kann und das war unser Problem, das hat mir gefehlt. Ich MUSS reden können, ich bin ein Gefühlsmensch ich brauch jemand der mir auch mal Abends bei einem Gläschen Wein bedingungslos zuhören kann und mir nicht jeden Abend nur von sich erhzählt, wie lange und schwer sein Tag war und dann um 21.00 Uhr mich mit meinen Problemen (heulend!!!) alleine auf dem Sofa sitzen lässt. So ist das eigentlich....

so nun LIEBE BIENE MAJA: ich war gestern so wütend, als ich gelesen habe wie sich dein Mann zeitweise verhält, dass ich erst heute eine Antwort schreiben konnte. Tue mir einen Gefallen, lass dir nicht einreden du wärst an allem schuld, suche die Schuld nicht nur bei dir, weil das ging mir jetzt Monate so und solangsam versuche ich mich davon zu befreien, aus einem einzigen Grund ICH KANN NICHT MEHR. Das Thema Sporttasche und Müll rausbringen kenne ich nur zu gut, mein Mann hat zu meiner Freundin gesagt, wenn er schon den ganzen lieben langen Tag arbeiten muss und ich mir daheim den Hintern breit drücke, kann es nicht sein dass ich dann noch von ihm verlange den Müll rauszubringen, er würde nie auf die Idee kommen, dass es irgendetwas mit meinen Zwängen zu tun haben kann.
Tja ich würde sagen wir haben mittlerweile jeglichen Respekt voreinander verloren!!! Warum das dein Mann tut ist eine gute Frage, war er denn schon mit beim Therapeuten??? Mein Mann tut es denke ich, weil er sich nicht für meine Probleme interessiert, sie nicht sehen will und gut. Es war immer so, ich kenne das genau zwei Schrittchen vor und drei zurück, das tut weh und irgendwann steht die Ehe vor dem scheitern, so wie bei mir, ich kann mich nicht mehr an meine Gefühle erinnern sie sind weg und er macht mir dafür die schlimmsten Vorwürfe, weil es liegt ja alles nur an mir, er liebt mich ja so wie ich bin, hat er gesagt. Aber ich will dir keine Angst machen - wie wäre es bei euch denn mal mit einer Ehe bzw. Familientherapie, bevor es noch schlimmer wird?!

Liebe Grüsse

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Bina« (14. März 2007, 13:53)


46

Mittwoch, 14. März 2007, 14:50

Biene Maja,

es gab Situationen, da habe ich meinen kontroll-zwangskranken Mann auch gebeten, die Zimmertür, die er nicht zukriegte, einfach mal zuzuschmeißen.

Da dachte er natürlich, ich will ihn absichtlich quälen.

Mein Hintergedanke war aber: Bitte, bitte, lieber Gott, lass ihn die Tür zukriegen, dann weiß ich, er ist gesund und wird wieder normal.

Das tat ich also, damit es MIR gut geht. Immer zuschauen zu müssen, wie sich der Ehepartner mit dem Zwang rumquält, zermürbt mich auch ganz schön.

Hat Dein Mann vielleicht auch solche Gedanken, wenn er sich weigert, den Müll rauszuschaffen? Dass er sich sagt: Wenn sie es kann, dann ist sie endlich wieder normal und ich habe meine alte Biene Maja wieder...?

Oder aber diese Gedanken überlappen sich mit einer gesunden Faulheit, kann natürlich auch sein.

Viele Grüße!
Anna.

Biene Maya

unregistriert

47

Mittwoch, 14. März 2007, 19:23

Hallo Bina!

Danke für Deine lieben Worte.
Er war einmal beim Therapeuten mit. Da hat er sich relativ verständnisvoll gegeben und betont, dass er mich ja unterstützen möchte. Er hat aber immerhin auch zugegeben, dass er manchmal etwas ungehalten ist. Immerhin. Eigentlich hatte ich schon Angst, dass er diesen Termin nur zur Mitteilung, wie sehr er leiden müsse und zum Anprangern nutzen würde,wie schlimm er es mit mir hat. Er hat das zwar angesprochen, aber nicht nur, sondern eben auch eine kleine Schwäche seinerseits eingeräumt. Trotzdem war der Termin nicht so sehr hilfreich. Im Nachhinein hat er eigentlich die gesamte Therapie schlecht gemacht. Die Therapeuten seien nur auf´s Geld aus, so in diesem Tenor. Das war meine teilstationäre Therapie. Natürlich war ich danach nicht geheilt, aber mir ging es etwas besser mit meiner Situation, ich fühle mich seitdem etwas stärker. Was ihm auch nicht paßt, da ich nun auch mal versuche, "nein" zu sagen, wenn er mal wieder alles, speziell für ihn unangenehme Dinge, auf mich abwälzen will. Da macht er die Therpie und mich gleich wieder schlecht und rastet dann schon gerne mal wieder aus.
Jetzt mache ich ambulante Therapie, da war er noch nicht mit bei.
Vielleicht ganz gut so, denn er gibt sich meistens nach außen völlig verständnissvoll, ruhig, ausgeglichen, geduldig,....Zu Haus sieht es schon etwas anders aus. Aber wie gesagt, dass ist nur eine Seite an ihm. Und dass er Stress mit meiner Krankheit hat, kann ich ja auch verstehen.
Ich weiß nicht, was ich dazu so weiter schreiben soll, bin selber ziemlich ratlos im Moment.

Biene Maya

unregistriert

48

Mittwoch, 14. März 2007, 19:33

Hallo Anna!

Der Müll ist eigentlich nicht so zwangsrelevant bei mir. Schlimmer ist, dass ich es kaum schaffe, die Mülltonne aus der Box zu hiefen, geschweige, dann wieder hoch in die Box zu heben. Das schaffe ich kräftemäßig kaum und darf ich auch körperlich nicht. Das Problem wäre zu beheben, würde er das mal irgendwie reparieren. Dann könnte auch ich wieder die Tonne normal nutzen. Aber wie es so ist, ich mühe mich trotzdem damit ab, er hat keinen Stress damit und dann bleib die Tonne eben so.
Also ich meinte mit Aufgaben abnehmen, wirklich die ihm zumutbaren Sachen, die mir nicht noch unnötig Kraft und Zeit rauben müssten. Denn beides brauche ich eben zur Arbeit mit meinen Zwängen genug. Er soll nicht den Haushalt machen, nur eben mal selber seine Taschentücher wegwerfen oder ähnliches. Damit meine ich eben extra keine Zwangssachen. Wenn es um die geht, sage ich ihm das auch gezielt. Auch, wenn ich für mich fast unmögliche Sachen gemacht habe. Natürlich würde ich da gerne mal ein wenig Anerkennung hören. Aber es schimpft sich wohl eben leichter. Wenn er meine Fehler alle betont, warum auch nicht mal meine Leistungen. Aber er sieht diese wohl eben nicht.Sind ihm zu gering.;(

49

Mittwoch, 14. März 2007, 21:00

RE: Hallo Bina!

Also Therapie schlecht machen ist in meinen Augen das Allerletzte.

Ich wiederum wäre heilfroh, wenn mein Mann sich mal wieder hinbegeben würde...

Aber egal: Offensichtlich hat Dein Mann mit Deinem Zwang auch einige Vorteile - Du bist da die Hilfesuchende, Schwache.
Er der große Retter.
Wenn er jetzt merkt, dass Dich die Therapie stark macht ( und das macht sie ja offensichtlich), dann kann er nicht mehr so glänzen.

Kommt mir so vor, als ob ihm so ist, als würde ihm mit Deiner Therapie ein großer kandierter Apfel aus der Hand genommen und dafür ein Kaktus in die Hand gedrückt???

Weil er nicht weiß, wie er mit Dir umgehen soll?

Kennst er Dich nur mit Zwang oder hattet Ihr auch zwangsfreie Jahre?

Und mit dem Müll - ähm, wenn mein Mann ganz bestimmte Arbeiten immer vor sich herschiebt (Lichtschalter kaputt, Fahrrad vom Sohn kaputt u.s.w.) , dann sage ich so nebenbei, dass ich da mal meinen Vater frage, ob er das machen könnte. Dann macht mein Mann diese Sachen immer noch am kommenden Wochenende. Weil ihm die Schmach zu groß ist, zumal mein Vater aus 100 km Entfernung anreist. Hast Du das schon mal probiert?

Einen schönen Abend für Dich,
Anna.

Biene Maya

unregistriert

50

Mittwoch, 14. März 2007, 21:13

Hallo Anna

Hallo Anna!
Auch wenn ich etwas schmunzeln mußte, bei Deiner Formulierung mit Apfel und Kaktus, denke ich schon, dass Du da Recht hast. Ich habe es bisher so noch gar nicht gesehen. Aber er macht schon deutlich, dass ihm jetzt einiges (neues) unbequem ist. Er sagte auch, dass mein neues Selbstbewußtsein "ja wohl unangebracht ihm gegenüber ist".
Er kennt mich von Anfang an mit den Zwängen, bzw. das Wissen darum. Er wußte also deutlich, was das bedeutet. Das war mir schon wichtig.
Den Trick mit den Reparaturen habe ich noch nicht probiert. Ich habe mich mit solchen Sachen bisher aber auch nicht getraut, woanders zu fragen, aber das liegt daran, dass ich irgendwie meist dabei bin, ihn in Schutz zu nehmen. Schließlich sitzt bei mir tief verankert, dass, wenn was irgendwie schief läuft oder nicht ok ist, es meine Schuld ist.