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Pit-2001

unregistriert

21

Dienstag, 27. März 2007, 00:00

RE: Kleine Maus und pppi

o.k. jetzt fällt mir zum "Gefängnis-Test" was ein.

1.) Das, was ich dort nicht schaffe an Risiken auszuschalten, würde ich mir wohl aufschreiben, für die Zeit danach.

Gleichzeitig würde man gezwungen, das Wichtigste herauszufiltern und sich nicht mit den sich aufdrängenden Möglichkeiten abzugeben. Vielleicht brächte das ja was, weil es ja nicht durch böse Menschen passiert, sondern durch unabänderliche Umstände (sag es jetzt mal rein systematisch).

Vielleicht wäre meine Angst aber dort nicht so schwer zu tragen, weil das Gefängnis ja für mich zuständig ist. Das hieße, mein Vertrauen, würde größer als draußen, so komisch das klingt. Die müssen sich kümmern und wenn ich was falsch verstanden habe, falsch mache usw. würden die, die haben ja nichts anderes zu tun, als sich um jeden zu kümmern, schon Bescheid bekommen. Verstehst du was ich meine?

Also wäre das kein Realitätstest. Aber ich erlaube dir, daraus Schlüsse zu ziehen.

Und außerdem wird dort drin von mir nichts erwartet, die Angst kann sich damit nicht ins Unendliche steigern, weil ich das Gefühl habe, ich muss nun irgendwo meinen Mann stehen und etwas wäre veilleicht mit mir nicht in Ordnung. Das ist ein untragbarer Zustand. Wenn aber nichts besonderes erwaretet wird, na ja, ist ja etwas egaler, ob alles in Ordnung ist. Wird schon in Ordnung sein . . .

Hab gerade zu viel Alllohol getrunken, finde jetzt keine Antwort drauf, aber die Gefühle könnten ja trotzdem wieder andere zum Nachdenken bringen.

Tschüs

Pit

Waschbärin

unregistriert

22

Dienstag, 27. März 2007, 00:06

... und umso schwieriger wäre es doch, hinterher wieder die Verantwortung zu übernehmen, wieder entscheiden zu müssen,.. Gefängnis könnte ein kleiner Urlaub von den Zwängen sein, mehr nicht. Waschbärin
PS: Bin weg, mach jetzt nen Banküberfall

Pit-2001

unregistriert

23

Dienstag, 27. März 2007, 00:08

RE: Kleine Maus und pppi

Jetzt hab ichs, das hat mir mal ein lieber aus dem Forum geschrieben:

Ich weiß alles, kann alles, ich muss mir nur zutrauen, es auch anzuwenden. Das ist der Schaden aus der Kindheit.

Um so weniger Schuld da ist, um so weniger Skrupel, sich zu trauen wäre da, also Gefängnis wär' vielleicht ganz gut :-)))

Leider ist das ja alles rein systematisch gedacht.

Das wichtigste ist es, weiterhin zu lernen, seinen Mangel zu sehen und daran zu arbeiten.

Grüße Pit

Kleine Maus

unregistriert

24

Dienstag, 27. März 2007, 09:19

Liebe pppi,

es sollte kein Angriff auf dich sein, sorry, das wäre nie meine Ansicht, aber entschuldige vielmals, das Bootcamp, oder eben solche Massnahmen wie in diesem, sind brutal und gewalttätig, sonst nichts....
Hast du schonmal Berichte darüber im Fernsehen gesehen??
Hast du sowas schon mal am eigenem Leib erlebt??
Entschuldige meine standhafte Meinung dazu, aber ich sehe es immernoch so das keine "Bootcamp"-Massnahme der Welt einen Zwängler, oder sonst wen, heilt. X(
Nur Liebe - Verständnis für das "erlebte Drauma von früher" - und viel Geduld anderer Menschen und Therapeuten kann heilen.
"Bootcamp"-Massnahmen von den - wie es Pit so schön ausdrückte und mir aus der Seele sprach - Verbrechern wären nur noch mehr Draumas im (Zwangs-)Leben. :rolleyes:
Das ist meine Erfahrung und Meinung. (Ich hoffe ich muss mich dafür nicht auch noch entschuldigen... ?( )
Ich habe solche "Bootcamp"-Massnahmen mehrfach hinter mir und kann deshalb zumindest in dem Punkt mitreden!
Und da du das Wort "Bootcamp" in den Raum geworfen hast, war ich so frei dann auch darauf einzugehen.
Deshalb nehme es mir, und allen anderen hier bitte nicht all zu übel wenn wir darauf (mit Recht) dementsprechend reagieren. :ditsch:

Im "Gefängnis" ist man nicht alleine für seine - ich nenne es jetzt mal "Wohnumgebung" - verantwortlich, weil da auch andere sind die die Verantwortung haben. Wenn man nicht alleine die Verantwortung hat, entsteht vielleicht nicht so extrem ein Zwang. So ist es bei mir zumindest. Wenn ich alleine die Verantwortung habe, zwängle ich viel mehr (vor Angst). Wenn ich weis da ist noch jemand anders verantwortlich, denke ich, ich muss ja nicht alleine nach allem "schauen", und dann geht die Angst etwas weg.
Im Heim habe ich auch nicht sooo stark gezwängelt wie jetzt in meiner Wohnung, weil da waren ja auch noch die Erzieher, und auch die anderen "Mitbewohner", die nach dem Herd ect. schauen konnten. 8)

Ansonsten gebe ich Pit total recht:


Zitat

Bei Deinem zweiten Beitrag, über das Gefängnis, muss ich sagen, dass ich nun Deinen Gedanken, zwar etwas besser nachvollziehen kann, aber, verstehen tue ich Deine Vergleiche, mit dem Thema Zwänge nicht. Die Zwangserkrankung, macht doch schon Druck genug und nun, soll man sich noch mehr den Kopf darüber zerbrechen, was ist wenn man nicht mehr länger als 10 min, Händewaschen darf und es aber, weil der Zwang es so will, totzdem machen muss, es einem aber, laut der Gefängnisregeln nicht erlaubt ist.
Sorry, aber dazu fällt mir nur ein, dass es das beste ist, nicht kriminell zu werden, damit einem auch sowas nicht passieren kann.
Das Gleiche, gillt fürs "Bootcamp".
Nochmals sorry, aber das ist meine Meinung dazu!!!


Ich hoffe das hat dir ein wenig weitergeholfen.

Liebe Grüße...


@ Pit:
Schade das wir voneinander so weit weg wohnen, wir würden uns tatsächlich sehr gut verstehen. :))
Bussi zurück.

Zitat

Waschbärin schrieb:
Bin weg, mach jetzt nen Banküberfall.


:lachen:

Pit-2001

unregistriert

25

Dienstag, 27. März 2007, 11:56

Waschbärin

interessant "gebrummt" Waschbärin!

Guß
Pit

Pit-2001

unregistriert

26

Dienstag, 27. März 2007, 12:03

Verstehen

Hallo "Maus", verstehen tun sich immer die, die Gleiches erlebt haben. Warum bin ich denn schon so lange hier im Forum, weil viele zumindest gleichartiges erlebt haben, und wenn man Leute trifft, die fast gleiches erlebt haben, dann freut man sich halt und möchte sie nicht mehr loslassen,
weil endlich die Emphatie rüber kommt, die man in der sonstigen Welt vergebens sucht.

Die heutige Jugend hat den Diktatorenwahn der europäischen Länder in den 40iger Jahren auch n icht miterlebt und ist dagegen. Warum?
Weil man denen das in der Schule ausgiebig lehrt.

Warum wird das bei Zwangskranken nicht ausgiebig gelehrt. Warum müssen wir uns so wehren gegen "Bootscamp"-Gedanken, die wir von allen, die uns beobachten und einen zuviel bekommen, hören müssen
(ich meine jetzt nat. nicht ppi, denn diskutieren darüber ist was ganz anderes als da reingeworfen zu werden)?

Wer hat hier versagt, die Ärzteschaft oder wir,die Opfer?

Liebe Grüße

Pit

Kleine Maus

unregistriert

27

Dienstag, 27. März 2007, 17:15

RE: Verstehen

Hallo lieber Pit,

Zitat

....und wenn man Leute trifft, die fast gleiches erlebt haben, dann freut man sich halt und möchte sie nicht mehr loslassen, weil endlich die Emphatie rüber kommt, die man in der sonstigen Welt vergebens sucht.


jep, genau das ist es. :] Genauso fühle ich mich auch.
Ich sehne mich (genauso wie du) nach Menschen die verstehen...einfach nur verstehen, und einen nicht "dafür" was man ist, noch bestrafen.
Viele machen es unbewusst, und viele, wie eben solche Leute mit ihren "Bootcamp"-Massnahmen, machen es bewusst. Mich hat man auch oft bewusst und unbewusst bestraft für das was ich bin und an mir habe. Das zerstört mich. Ich kann so nicht zur Heilung gelangen. Sondern nur zu weiteren Resignationen.

Zitat

Warum wird das bei Zwangskranken nicht ausgiebig gelehrt. Warum müssen wir uns so wehren gegen "Bootscamp"-Gedanken, die wir von allen, die uns beobachten und einen zuviel bekommen, hören müssen


Das frage ich mich auch oftmals. Ein sehr guter Anstoß zum überlegen. Vor allem für die, die uns schief von der Seite anschauen und anmachen.

Zitat

Wer hat hier versagt, die Ärzteschaft oder wir,die Opfer?


Auch eine sehr gute Frage :)) und bestimmt überlegenswert für unsere "Behandler" in diesem und jenem, was sie falsch machen. Denn nicht nur Opfer (Patienten) machen Fehler. ;)

In allem: Du stellst sehr gute Fragen über die es sich manche Leute zu bequem sind darüber nachzudenken. Lieber "falsch" behandeln, so ist es ja bepuemer für die meisten. So erlebe ich es zumindest in meinem Alltag.

Sei ganz lieb gegrüßt von mir.
Solche Menschen wie du sind für mich ein wahres Geschenk Gottes!

Pit-2001

unregistriert

28

Dienstag, 27. März 2007, 23:23

RE: Verstehen

Hi "Maus" ich wollte gar nicht mal so aufs falsch behandeln raus, sondern auf die Propaganda, die so gemacht wird. Zwängler sollte man.... usw.

Hab da früher in Kommentaren schon so viel geschrieben, dass ich das jetzt nciht wiederholen möchte.

Wir dürfen eines nicht vergessen, dass wir tatsächlich auch ein Drittel (sag ich mal so) Angwohnheit an uns tragen, die niemals durch Liebe weggeht, da muss man schon auch kämpfen.

Aber es gibt eben auch noch andere Drittel, in die keiner eindringt oder die oft übersehen werden.

Würde mir gern mal deine Geschichte anhören, aber wir sind hier halt leider nicht in einem Raum, und so was aufzuschreiben ist erstens ja immer auch persönlich und sehr anstrengend.

Aber wir werden ja hier drin im Forum immer mal was loslassen und so lernt man sich auch kennen ;-)

Alles Gute.

Pit

Kleine Maus

unregistriert

29

Mittwoch, 28. März 2007, 07:42

RE: Verstehen

Zitat

Hi "Maus" ich wollte gar nicht mal so aufs falsch behandeln raus, sondern auf die Propaganda, die so gemacht wird. Zwängler sollte man.... usw.


ja das weis ich, aber ist diese Propaganda nicht eine falsche Behandlung eines Zwangserkrankten? Das meinte ich ja auch.

Zitat

Wir dürfen eines nicht vergessen, dass wir tatsächlich auch ein Drittel (sag ich mal so) Angwohnheit an uns tragen, die niemals durch Liebe weggeht, da muss man schon auch kämpfen.


Da bin ich nicht deiner Meinung. Liebe ist eines der wichtigsten Dinge die den Zwang, - bzw. die Angst durch die der Zwang ja erst entsteht -, deutlich vermindern kann... ja sogar die Angst im Leben so sehr verschwinden kann durch liebevolle Menschen im Leben, das man fast keine Angst (mehr) hat, und dadurch der Zwang auch gehen "muss".

Das größte Defizit das ich zumindest habe ist hauptsächlich Liebe!!!
Darum weil ich niemanden habe der mich wirklich liebt, der wirklich voll und ganz zu mir steht, der mir ein wahrer Freund ist bei dem ich auch zu jeder Zeit anrufen kann, habe ich erst die Zwänge entwickelt.
Ich muss um alles alleine ohne Liebe, Verständnis und Hilfe kämpfen, und das ist das allerschlimmste!
Hätte ich liebende Menschen an meiner Seite, wäre vieles ganz anders!
So ist es zumindest bei mir.

Zitat

Würde mir gern mal deine Geschichte anhören, aber wir sind hier halt leider nicht in einem Raum, und so was aufzuschreiben ist erstens ja immer auch persönlich und sehr anstrengend.


Hmm, darüber mache ich mir mal Gedanken ob ich diese Anstrengung auf mich nehme, per PN versteht sich ;) Da sind wir unter uns.
Im Moment bin ich aber noch sehr mit meiner Arbeitssuche und der Therapeutensuche beschäftigt, aber wenn ich mal bessere Tage habe...warum nicht :)

Liebe Grüße :)

Pit-2001

unregistriert

30

Mittwoch, 28. März 2007, 18:24

RE: Verstehen

Hallo "kleine Maus", zum ersten Punkt:

dann meinten wir also das gleiche :-)

zum zweiten Punkt: ich stimme dir ganz zu. Ich meinte nur, dass durch die Situation, in der wir sind, sich ja die Zwänge entwickelten, bis dahin haben wir uns ja verstanden.
Nun haben sich die Zwänge aber so ineinander verfloochten, dass sie auch anfangen ein Eigenleben zu führen. Also etwas verhaltenstherapeutische Arbeit ist schon richtig, so dachte ich.
Andererseits kann es in Fällen, wo die Liebe fehlt, auch so sein, dass unter besseren Bedingungen, der ganze Quatsch abfallen würde, wie ein Grind von einer geheilten Wunde.

Und wenn du mal Lust hast, darüber zu schreiben, wie bei dir alles kam, ich freu mich drauf. Genauso gut, weiß ich, dass das oft nervig ist. Wenn du mich jetzt fragen würdest, würde ich genauso antworten wie du und sagen, ja ich schreibe es, wenn ich mal Lust und Nerven und Laune habe. Geh also ganz beruhigt deinen Aufgaben nach, das ist vorrangig. Und vielleicht mal bis irgendwann.

Machs gut.

Pit

Kleine Maus

unregistriert

31

Donnerstag, 29. März 2007, 10:16

RE: Verstehen

Hallo lieber Pit,

ja, nun haben wir uns glaube ich richtig verstanden.
Ein Zusammenspiel von Liebe und Therapie, also die Zwänge durchbrechen weil sie ihr Eigenleben gegen unseren Willen führen wollen, ist das richtige.

Das ist es was ich auch dachte.

Danke das du mir Zeit gibst dir mal zu schreiben wenn es etwas ruhiger bei mir geworden ist.
Das möchte ich tun.

Liebe Grüße bis dahin von mir :)