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Montag, 15. Oktober 2007, 15:36

Starker Kontrollzwang, die eigene Person betreffend

Hallo zusammen,

ich bin in einer sowohl autoritären als auch kränklichen Familie groß geworden.
Einerseits starker Zwang zum Perfektionismus und andererseits ein ständig vorgelebtes Kranksein und damit zusammenhängende Dramatisierung.
Bei mir hat sich nun im Laufe der Zeit ein ausgeprägter Kontrollmechanismus ergeben, der mich vor Fehlern und vor Krankheit und letztlich auch vor dem Tod schützen soll.
Meine Aufmerksamkeit ist deshalb sehr stark auf mich selbst gerichtet. Bei allem, was ich tue, bin ich viel mehr bei mir selbst, als bei der Sache, dadurch bin ich eigentlich nie richtig da, sondern permanent dabei, mich selbst zu bewahren oder schützen...

Dies ist mir alles seit Jahren bewusst, aber der Zwang läuft quasi automatisch ab und mein Focus ist leider immer auf mich selbst gerichtet, was die Qualität des Tuns und meines Lebens ganz allgemein stark beeinträchtigt.
Ich würde so gerne mehr von mir selbst los kommen!!

Wie kann ich nun lernen, mich wieder mehr auf eine Sache zu konzentrieren und wie verlerne ich z.B. den irrsinnigen Zwang, mich durch Selbst- Kontrolle vor dem Sterben bewahren zu wollen?
Auch wenn ich meine Depressionen bekomme, meine ich, durch Konzentration auf die Depression mir helfen zu können. Das Gegenteil ist der Fall!! Ich verstärke diese schlimmen Gefühle nur noch...
Ich wünsche mir, dass ich spontaner werde und ein neues Verhaltensmuster
(Denkmuster) einüben kann, das mich mehr das praktische Leben erfahren lässt und mich nicht durch den Selbstkontrollzwang daran hindert.
Ich erlebe mich, ständig "aufpassen zu müssen, dass nichts passiert", wie mir früher auch eingeimpft wurde.
Man sagt ja, dass es sogrnannte überkontrollierte und unterkontrollierte Menschen gibt. Wir Zwanserkrankte sind wohl eher überkontrolliert!
Ich spüre, dass mich dies allerdings sehr in meiner Lebensqualität einengt.
Könnt ihr das verstehen?
Gerne würde ich mich darüber mit euch austauschen...

Danke für eure Unterstützung

Grüße
Ich

lämmli

unregistriert

2

Dienstag, 16. Oktober 2007, 20:06

Hallo Ich,

ja, ich verstehe, dass es Dich sehr in Deiner Lebensqualität einengt. Mir ist allerdings nicht klar wie Selbstkontrollen bei Dir aussehen? Heißt das, dass Du Dich selber kontrollierst in dem was Du tust, willst Du Dich selber damit schützen oder Deine Familie oder beides?

Von mir selber kenne ich beides und ich kenne auch das Gefühl nicht bei der Sache zu sein. Irgendwie ist man immer mit dem dämlichen Zwang beschäftigt und trifft irgendwelche Vorsorgen indem man ständig kontrolliert. Was ich hilfreich fand ist das Buch von Iver Hand und Susanne Fricke eine Hilfe zur Selbsthilfe... Zwänge verstehen und bewältigen oder so ähnlich... Da wird darauf auch näher eingegangen und man lernt seinen Zwang kennen...

Ich habe für mich inzwischen schon einiges aus dem Buch herausgezogen.

Mehr fällt mir leider auch nicht ein... :(

Gruß
lämmli

sunflower

unregistriert

3

Dienstag, 16. Oktober 2007, 21:23

Hallo lämmli,

jetzt ich nochmal an dieser Stelle:

Ist das von Dir empfohlene Buch auch für Zwangshandlungen oder ist das "nur" für Zwangsgedanken.

Ich hatte mal 2 Bücher, die waren auch sehr gut, hab sie dann aber später verkauft; da waren wir therapeutisch wohl n bißchen auf´m Holzweg, dass ich keine Zwänge hätte, bin ja auch n Grenzfall, deshalb dachte ich, brauchste die nicht mehr.

Einmal "Wenn Zwänge das Leben einengen" und noch eins, das hier auch immer bei Amazon angeboten wird, ist aber gerade nicht unten im Bild und mir fällt der Titel nicht ein; war so n dickeres.

Gruß
Sunflower

PS, Nachtrag:
Ich glaube das andere Buch hieß "Alles unter KOntrolle"

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »sunflower« (17. Oktober 2007, 15:45)


lämmli

unregistriert

4

Dienstag, 16. Oktober 2007, 21:25

für alle Zwänge sunflower

beatus-neu

unregistriert

5

Dienstag, 16. Oktober 2007, 21:55

das ist zwar leider net das thema zu dem ich einiges sagen könnte aber vllt hilft dir folgender tipp, der mir bei meinem problem sehr hilft:

versuche vllt einfach mal, deine zwänge und kontrollen am tag einzuteilen. einzuteilen insofern, dass du bestimmte zeiten dir vorschreibst am tag, an denen du sie bewusstzulässt und dann auch zeiten, an denen du sie bewusst umgehst. das ist vllt bei dir etwas schwierig, da du sicherlich situationsabhängig handels in bezug auf das thema schutz und sicherheit. trotzdem könntest du es ja mal ausprobieren. das trainiert mit seinen gedanken besser umgehen zu lernen und auch sorgenfreie zeiten erleben kann. man kann seien zwänge dadurch sehr stark eingrenzen. hoffe es klappt. probier es einfach mal aus . lg

sunflower

unregistriert

6

Mittwoch, 17. Oktober 2007, 13:54

Buch gekauft

Hallo lämmli,

habe mir das Buch eben gekauft, ca. 14 EUR kann man für die Gesundheit und um Herrn Zwang klein zu kriegen ja mal opfern.
Habe da in dem Laden schonmal durchgeblättert, dass scheint ziemlich einfach geschrieben zu sein, oder? Nicht so fachmännisch, sondern wirklich mehr für den Laien bzw. Betroffenen. Oder täuscht mein Eindruck? Wie gesagt, ich hab´s bisher nur durchgeblättert.

Liebe Grüße
sunflower

7

Mittwoch, 17. Oktober 2007, 15:38

Hi liebes Lämmli *kiss* :lieb: Und Hi, an alle anderen

Das Buch " Zwangsstörung verstehen und bewältigen ", habe ich auch und es hat mich zum damaligen Zeitpunkt, als ich dieses Buch erwarb und auch diese Therapieform, die in dem Buch beschrieben wird machte, sehr viel über meine Erkrankung erfahren lassen. Da Susanne Fricke, auch meine damalige Therapeutin war, emfpahl sie mir natürlich auch das Therapie begleitene Buch.

Herr Prof.Dr. Iver Hand ist übrigens auch der Leiter, der Verhaltenstherapeutischen Station in der Uni Klinik Hamburg. Er soll ein wirklich gutes Wissen haben, sagte man mir damals auf Station, was den Zwang betrifft.

Für mich war diese Therapieform nur nicht das Richtige, weil ich dadurch nur noch mehr in Angst und Schrecken versetzt wurde.

Aber da wir ja Gott sei Dank verschieden sind, hilft es ja doch vielleicht dem ein oder anderen.

Kann aber auch noch das Buch "Zwänge überwinden" von W.P.Hornung .u. U.Terbrack empfehlen, da es wirklich sehr umfangreich, über fast alle typischen Merkmale einer Zwangserkrankung erklärt.


Ansonsten, lieben Gruß Mogry

lämmli

unregistriert

8

Mittwoch, 17. Oktober 2007, 18:19

Hallo sunflower,

dann viel Erfolg damit :lieb:

Hallo mogry,

Prof. Hand war ja auch auf der DGZ Tagung, ich fand sein Vortrag war mit einer der Besten, weil er so unkompliziert war. Außerdem hat er mir und den anderen Vorträgerinnen nach unseren Erfahrungsberichten die Hand gereicht und sich für mein Gesülze auch noch bedankt, was mich irgendwie bewegt hatte...

*kiss*

9

Mittwoch, 17. Oktober 2007, 19:39

Hallo Beatus,

vielen Dank für deinen Tipp. Er betrifft mich zwar nicht direkt, aber im Prinzip
ist es ein guter Gedanke. Den Zwang ein-teilen!! Ich werde es probieren..

Vielen Dank
Ich

10

Mittwoch, 17. Oktober 2007, 19:50

RE: Buch gekauft

Hallo lämmli,

es ist im Grunde einfach gesagt, ich muss mich kontrollieren, dass ich nichts falsch mache (Perfektionismus)
und ich muss mich kontrollieren, dass mir nichts passiert , Unsicherheit, Krankheit, eingebildete Krankheiten usw.
und ich muss mich kontrollieren, damit ich nicht sterbe *lach*.
Viel Unsicherheit steckt da dahinter und der Wunsch nach absoluter Sicherheit, das kennst du ja wohl auch...

Alle die absoluten Zwangsansprüche kann man "den Hasen geben". Wenn sie nur so leicht zu verfüttern wären!?!

Danke für deine Hilfestellung!

Grüße
Ich

User gelöscht

unregistriert

11

Donnerstag, 18. Oktober 2007, 18:26

ich kenne das auch zu gut mit den selbstkontrollen. kann das so sehr nachvollziehen. bilde mir auch ständig die schlimmsten krankheiten ein wenn nur mal irgendwo am körper etwas zwickt, oder nicht so ist wie es gerade einfach funktionieren sollte. liebe grüsse 8)