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silbermond37

unregistriert

1

Freitag, 28. November 2008, 15:49

Sind das auch Zwangsgedanken???

Hallo ihr Lieben...

ich bin grad durch Zufall auf dieses Forum gestoßen und möchte gleich mal etwas schreiben.

Ich führte bisher ein ziemlich schönes Leben. Sorgenfrei. Glücklich.
Irgendwann scheiterte meine Ehe. Ich lebte mit meinen beiden Kids allein. Aber nicht lange. Recht schnell war ich in einer neuen Beziehung drin. Es begann alles sehr schön. Er erzählte mir dauernd, wie toll es mit mir ist. So hätte er nie empfunden. Sex war früher ein Graus für ihn usw. Es stellte sich im Nachhinein heraus, dass er wohl ein Borderliner ist. Am Anfang hörte ich mir das Erzählte einfach nur an. Dann begann es zu rattern. Beispiel: Ich wollte mit meinen Exen nur kuscheln. Sex eher nicht. Ja, ich hatte sie und sie waren hübsch. Aber Sex, der wurde möglichst umgangen. Ich war völlig überfordert. Dachte, spinnt er? Dann begann das Nachfragen meinerseits. Teilweise wurde ich richtig wütend, weil ich immer dachte, er erzählt es schlimmer als ich dachte. Natürlich ging ich auch sehr liebevoll mit ihm um. Das was er mir so erzählte, tat mir ja auch Leid. Manchmal war ich auch stolz, DIE FRAU für ihn zu sein.
Immer öfter grübelte ich aber. Konnte das nicht nachvollziehen. Mein Kopf wurde immer konfuser. Ich bekam das aber alles noch in den Griff. Letztendlich wurde die Beziehung, speziell aufgrund seiner angeschlagenen Psyche, ein Graus. Ich wurde Co-abhängig. Ließ Kleinholz aus mir machen. Hab lange gebraucht, um von ihm loszukommen. Aber ich hab es geschafft. Zum Ende der Beziehung stellten sich ganz viele Dinge heraus, die mich bestätigten, mit einigen meiner damaligen Zweifel, recht gehabt zu haben.
Es reichten zum Teil schon kleine Dinge aus, die mich innerlich umwarfen. Z.B. fragte ich ihn mal, ob er mit seiner Ex auch die ganzen WE´s verbracht hatte. Ich fragte das nur, weil er von ihr erzählte, wie unangenehm ihm die war. Er sagte, nein, Freitagnachmittag fuhr er hin und Sonntagmittag wieder heim.Später fand ich heraus, dass er genau wie mit mir, die ganzen WE´s bis Montagfrüh verbracht hat. Das reichte aus, um an allen Dingen zu zweifeln. Ich war nur am Grübeln. Aber wie gesagt, am Ende stellten sich unzählige Dinge heraus, die von A bis Z nicht stimmten.
Nun hab ich seit 8 Monaten wieder eine Beziehung. Er war gleich sooo begeistert von mir und erzählte mir ständig, wie besonders ich bin. Ich bat ihn, damit aufzuhören. Ich hatte Angst, dass ich innerlich wieder das Gleiche durchmache, wie bei meinem Ex. Denn je mehr mich ein Mann mit bisherigen Frauen vergleicht, desto mehr Fragen tauchen dann für mich auf. Ich fange irgendwann an nachzufragen. Mich jetzt regelrecht "abzusichern", ob ich das jetzt richtig verstanden habe. Ob er das auch wirklich ernst meint, was er da sagt. Frage über 7 Ecken, um ja nichts zu vergessen. Bei meinem Ex konnte ich noch einfach so glauben. Fragte ja eher, weil ich das nicht so nachvollziehen konnte. Aber jetzt frag ich, um sicher zu gehen. Und aus Zweifeln heraus. Nach dem Motto, was bringt mir das Besondere? Was ist es Wert? Davor war ich angeblich auch besonders. Ich fragte mich um Kopf und Kragen. Schlitterte immer tiefer rein. Ein winziger Satz reicht, der in mir einen Verdacht auslöst, ich könnte was falsch verstanden haben, dann kippt ALLES, wirklich alles in mir um. Ich glaube in dem Moment dann an nichts mehr. Mir wird dann schlecht. Ein Orkan tobt in mir los. Ich verlere komplett die Kontrolle. Ich denke dann nur darüber nach. Ich höre nicht auf, zu grübeln. Oder wenn wir über etwas diskutieren, wo ich mit seinem Standpunkt nicht klarkomme, rattert es pausenlos und ich führe innerlich Gespräche. Diese Gedanken sind so schlimm, dass sie mir seit Monaten jegliche Freude nehmen. Meine beziehung steht logischerweise auf der Kippe. Ich fühle mich meinen Gedanken geliefert. Kann mich kaum ablenken. Nur manchmal hilft aufschreiben. Dann muss ich sie nicht mehr im Kopf behalten und ständig durchgehen. Ich weiß, sie liegen dort auf dem Tisch und bei passender Gelegenheit, kann ich mir den Zettel nehmen. Ich bin dann etwas ruhiger. Aber trotzdem ist das kein Zustand. Ablenken klappt wirklich so gut wie nicht. Das Schlimme ist, dass ich es nicht mehr wie früher schaffe, sie mal beiseite zu legen. Zeit mit meinem Partner zu genießen. Bei meinem Ex ging sowas noch. Heute nicht mehr. Es beherrscht mich. Ihr könnt euch vorstellen, dass es mir demzufolge sehr schwerfällt, eine halbwegs normale Beziehung zu führen, weil ich ja ständig irgendwas denke. Und meist nichts Gutes. Ich wünschte, ich könnte sie mal beiseite legen und einfach leben. Meine Beziehung genießen. Es klappt immer weniger.

Ein Arzt diagnostizierte bei mir eine Depression. Hab jetzt das dritte Medikament. Paroxetin in Verbindung mit einem Neuroleptika half ganz schnell super. Aber leider hatte ich zu starke Nebenwirkungen.

Was mich interessiert. Sind das Zwänge???

Danke für´s Lesen

Hope

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Freitag, 28. November 2008, 23:24

RE: Sind das auch Zwangsgedanken???

Hallo Silbermond,

ersteinmal herzlich willkommen in unserer Runde.

Das hört sich nach Grübelzwängen und Gedankenzwängen an, viele Zwangskranke haben Depressionen.

Du kannst es aber auch noch einmal beim Neurologen abklären lasse.

Paroxetin habe ich auch schon genommen aber habe es dann auch wegen der Nebenwirkungen abgesetzt.

Gruß

Hope
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Frei nach Dieter Nuhr: „Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten.“
http://www.youtube.com/watch?v=j8uefBUOfgA

silbermond37

unregistriert

3

Samstag, 29. November 2008, 11:33

Hallo Hope...

vielen Dank für deine Antwort.

Ich kenne mich noch nicht so gut aus. Wieso ein Neurologe? Was macht der genau mit mir? Bzw. was kann er besser beurteilen als ein Psychiater?

Liebe Grüße
silbermond

Hope

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4

Samstag, 29. November 2008, 13:48

Hallo Silbermond,

ja ein Neurologe kennt sich auch damit aus und darf Medikamente verschreiben, ich gehe liebe zu ihm als zum Psychiater.

Ein Psychiater ist natürlich auf dem Gebiet spezieller aber der Neurologe kennt sich auch gut damit aus.


Gruß

Hope
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