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Entchen

unregistriert

1

Sonntag, 21. September 2008, 11:29

" Lob oder Tadel "

Hallo---

Als ich eben im Forum für Betroffene schrieb kam mir die Frage ob ich bzw. wir nicht genügend die Erfolge bei unseren Betroffenen sehen mal loben bzw. anerkennen.
Zum Beispiel seh ich meißt wenn meine Tochter wieder mal die Türklinke nicht anfassen kann,denn Hund nicht streichelt und und....
Aber wenn sie ihre Schuhe anfaßt oder was von der Erde aufhebt- was für uns ja so "selbstverständlich" ist das erkenne ich nicht so an und lobe sie mal.
Denn Lob hilft auch zu" Leben" bzw. sich besser zu fühlen bei allen .....
Wie ist es bei Euch ?
lg Entchen

Pit-2001

unregistriert

2

Sonntag, 21. September 2008, 12:06

RE: " Lob oder Tadel "

In der Kindererziehung ist Lob eines der Hauptbestandteile der Erziehung, wenns sie Erfolg haben soll.

Ist man als Zwangskranker nicht auch auf Stufen, die nicht erwachsen sind? Folglich ist Lob wichtiger als alle glauben. Natürlich ist Salz zum Würzen wichtig, aber man muss wissen, wo, wie und wieviel.

Danke für den Beitrag.

Pit

Kind_der_Unschuld

unregistriert

3

Donnerstag, 9. Oktober 2008, 11:04

Mh Lob oder Tadel? Mein Partner sagt zu mir, ich würde zuviel Annerkennung wünschen, für Dinge, die eigentlich selbstverständlich sind. Ja, ich wünschte mir mal mehr Anerkennung und Lob für mein Tun, was für ihn (und andere) selbstverständlich ist, da es für mich halt nicht selbstverständlich ist. Ich selbst bin zwangskrank und habe echt sehr viel Kraft aufzubringen ja alltägliche Dinge zu tun. Mich ärgert es sehr (im Moment zu sehr), daß mein Freund wieder mal nur den Zwang sieht. Immer nur das Negative. Das bringt mich doch auf meinem Weg der Besserung nicht weiter, sondern zieht mich eher wieder nur nach unten in meine eigene Zwangswelt. ich habe ihm das auch schon gesagt, da sagt er doch sogar noch, daß er das versteht, daß mich das fertig macht. Aber trotzdem macht er immer so weiter. ich weiß nicht, wie lange ich das noch aushalte. Ich habe auch zu ihm gesagt, daß er ja aus meinem Leben verschwinden kann, wenn ich nur noch (in seinen Augen, weil er es sagte) Psycho bin, er mir eh nur misstraut und nicht glaubt, ich ne bekloppte Frau bin, schon fast tod.... Da hat er drauf gesagt :"gerne." Ich meine, was soll das für ein Partner sein, der dann zu mir :gerne sagt? Also, daß er gerne geht??? :prust: Warum ist er denn dann noch an meiner Seite? Wegen unserem Sohn? Weil er bloß Angst hat, daß er dann drunter leiden muß? Ich weiß nix mehr....... bin so hilflos, fühle mich nicht gebraucht.

Ich muß dir sagen, ich finde es super, daß du doch die Dinge, die deine Tochter tut, auch siehst. Sag es ihr mal, es würde ihr helfen.
Bei uns Zwangskranken gibt es immer Situationen, die wir konnten und plötzlich mal nicht mehr können, oder auch nur teilweise. Andere Dinge oder auch woanders (so gehts mir) können wir diese Dinge. Es hilft uns, wenn die Mitmenschen, speziell Eltern, Partner das auch mal sehen, besser noch, es einem mal sagen (loben).

Sorry, wenn ich gleich mal mein Problem mit losgeworden bin. Danke fürs lesen.

LG sendet Katrin

Entchen

unregistriert

4

Donnerstag, 9. Oktober 2008, 12:10

Liebe Katrin---
Dank Dir das Du mir auch geantwortet hast ,ich dacht schon Pit bleibt der einzige der meine Frage gelesen bzw. beanwortet .
Ja ich red viel mit meiner Tochter über alles und sie will es auch irgendwie alles loswerden und da hat ihr Freund manchmal keine Geduld und Nerven mehr für Sie.
Ich weiß nicht was hier viele für Mütter haben ....ich hatte schon ein gute Kindheit und meine Kinder auch ( hoff ich doch ...ja alles gut) . Meine zwei Söhne sind öfters etwas genervt weil ich zu mütterlich bin ,aber der eine wohnt schon weit weg und der kleine war jetzt drei Jahre in der Lehre weg von zu Haus und da kann ich ihn doch jetzt mal betutteln oder...
Nun bin ich auch vom Thema abgekommen.....
Ja für uns Angehörige ist es oft schwer alles zu verstehn und zu begreifen --- aber mann muß es versuchen .....denn jeder hat so seine Fehler und Macken und die müßt ihr als Betroffene ja auch akzeptieren und mit Leben.
Oft verzweifele ich auch wenn ich seh wie der Zwang meine Tochter wieder im "Griff" hat - aber da hilf reden -reden - mal ne liebe SMS ,ein Lob und viel Verständnis.
Ja wegen den Kindern zusammen bleiben ob das immer so gut ist weiß ich nicht ich hab es gemacht zuletzt ging es nur noch ums finanzielle und Haus.( er war immer auf Montage).Nun bin ich nach 27 jahren geschieden hab "mein Leben "und die Kinder sind ja jetzt groß.
Nun erst mal genug kannst mir gern weiter Deine Sorgen schreiben vieleicht kann ich auch mal weiterhelfen.
Alles liebe das Entchen

Hope

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5

Donnerstag, 9. Oktober 2008, 12:34

RE: " Lob oder Tadel "

Hallo Entchen,

ja Lob ist etwas ganz wichtiges, ich denke wichtiger als Tadel, ich tu mich schwer mit Lob also ich meine wenn ich gelobt werde aber trotzdem ist es ein schönes Gefühl, ich meine auch unabhängig vom Zwang.

Gruß

Hope
Gruß

Hope


Frei nach Dieter Nuhr: „Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten.“
http://www.youtube.com/watch?v=j8uefBUOfgA

Entchen

unregistriert

6

Donnerstag, 9. Oktober 2008, 12:43

RE: " Lob oder Tadel "

Hallo Hope ---
Ja in meinem Beruf als Krankenschwester wurde ich auch oft gelobt und wurd dann immer etwas verlegen und überspielte das dann irgendwie. Aber dann im nachhinein etwas später war es ein sehr gutes Gefühl und gut fürs Selbstbewußtsein .
glg Entchen

Pit-2001

unregistriert

7

Donnerstag, 9. Oktober 2008, 12:54

Hi Kind der Unschuld,

ich habe zwar im Moment nichts mehr beizutragen, aber ich will dir rüberbringen, dass ich deinen Beitrag gelesen habe und voll verstehe, was du meinst.

Du bist eine von uns und wir welche, die deiner Situation oft ähneln.

:lieb:

Pit

willibilli50

unregistriert

8

Samstag, 22. November 2008, 19:57

Hallo ihr lieben alle zusammen !! Hatte heute viel zu tun Friedhof und so, Ja viele von Euch haben die selben Probleme und viel lese ich raus was bei mir selber ist/ war, Endchen deine schönen Beiträge lese ich immer sie sind gut und mit liebe geschrieben. Auch alle anderen lese ich aber es gibt besondere die einen richtig zu Herzen gehen, wie der von Katrin und ihrer Fam. Ja ich weiß wie das wirkt wenn man als blöd o.Psycho.-Krank hingestellt wird,Ja gerade wenn man wie wir oder andere die krank sind brauchte man sehr viel zuneigung liebe ein gutes Wort ein lob eine umarmung usw., das ist für uns eigendlich sehr wichtig und würde uns helfen, aber oft bekommt man das gegenteil. Jetzt ein ganz dickes Lob fürs Endchen, es wäre schön wenn man so einen Menschen in der Fam. hätte. Ja schade mit deiner Ehe, wir sind auch 35 Jahre verheiratet meine Krankheit hab ich etwar 10 J. aber mir fehlt auch das was ich alles aufgeführt habe. Vieleicht muß es so sein das der eine für den anderen immer da ist der andere ??? Bei uns ist auch das Haus na ja. Ja ihr lieben man kann es sich nicht vorstellen aber wenn ich Katze Paula das Pummelchen nicht hätte wäre es noch schlimmer bei mir .Einen schönen Abend wünscht euch Wilfried Keiner sollte jemals über etwas lachen, das einem anderen am Herzen liegt *kiss*

Pit-2001

unregistriert

9

Sonntag, 23. November 2008, 00:58

:lieb:

An Willibilli 50

Liebe Grüße von Pit. Du bist nicht allein.

Entchen

unregistriert

10

Sonntag, 23. November 2008, 17:40

Guten Abend ---
Ja mit * Lob und Tadel * das ist gar nicht so einfach ,
aber ich versuch mein bestes bei meiner Tochter...
Dank für Eure Erklärungen und Euren Rat .

@ Wilfried - Dank Dir für Dein Lob --- da werd ich ja gleich :verlegen: ,
aber ich freu mich das Dir meine Texte gefallen :lieb:

Wünsch ALLEN eine gute Woche :)) ;) :))
das Entchen

11

Donnerstag, 27. November 2008, 21:22

Lob vs. Tadel

@Entchen: Lob! Lob! Lob!

Die Begründung ist einfach: Du möchtest eine Verhaltensänderung erreichen. Das geht am besten über positive Bilder, das Unterbewusstsein kann eh keine Negationen verarbeiten. Und Lob ist nun mal ein positives Bild. Die Frage nach dem zuviel ist obsolet: Es können nie genug positive Bilder da oben drin sein. Gerade wenn es darum geht, dass die positiven Bilder ein negatives Bild irgendwann mal überdecken sollen.

Monty
„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Antoine de Saint-Exupery

lämmli

unregistriert

12

Freitag, 28. November 2008, 11:52

Hallo Zusammen,

ich gebe auch mal meinen Senf ab zum Thema.

Ich glaube, dass Lob bei Zwänglern sehr wichtig ist. Ich habe mich lange Zeit selber für meine Zwänge verurteilt und wenn es Rückschläge gab war ich oft so sauer auf mich, dass ich mir selber eine 'runterbatscht habe. Auch wurde ich in meiner Kindheit oft 'runter gemacht und selten gelobt (nicht wegen Zwänge, sondern allgemein).

Wenn ich jedoch mal gelobt wurde bin ich zu Höchstleistungen fähig gewesen und konnte sogar Dinge, die niemand von mir erwartet hätte.
Auch als Erwachsene kenne ich das gut von mir so nach dem Motto "Lob mich und ich zeig Euch was in mir steckt".

Während meiner Zwangszeit hat mein Therapeut das Loben übernommen und mir vor allem sehr dabei geholfen mein Denken hier umzuprägen, Lob anzunehmen und mich auch dahin zu begleiten, dass ich mich selber loben kann. Es hieß immer bei ihm, dass jeder kleine Schritt schon ein Lob wert sei, da es gerade bei Zwängen eine besondere Anstrengung ist, gegen die Zwänge zu handeln.

Wenn ich mal niedergeschlagen war, weil ich nicht viel weitergekommen bin, war es auch mein Therapeut der mich getröstet hat und mir Mut gemacht hat, auch indem er mir das was ich alles schon geschafft habe immer wieder vor Augen gestellt hat. Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, vor allem auch bei Kindern, Lob auszusprechen und sie zu ermutigen, damit sie ein gesundes Selbstvertrauen entwickeln können.

Das ist bei mir auf der Strecke geblieben, jedoch nach 10 Jahre langer Therapie (mit Unterbrechungen) und 20 Jahre langer positiver Glaubenserfahrungen bin ich mittlerweile fast gesund geworden und auch mein Selbstbewußtsein ist enorm gestärkt.

Ich glaube, wenn man so etwas früh prägt, dann sind alle Türen für eine gute Entwicklung offen und ich glaube, dass Entchen das sehr prägt für Ihre Tochter, daher auch von mir ein Lob und ein Dankeschön. Ich liebe Kinder einfach so sehr und freue mich immer, wenn Eltern sich so viele Gedanken machen, gerade dann wenn ein Kind psychisch erkrankt ist. Denn gerade hier erfahren ja auch viele Kids von ihren Schulkameraden auch viel Ablehnung und haben es oft schwer...

Also alles Gute und liebe Grüße an Deine Tochter :-))

Lämmli

Entchen

unregistriert

13

Freitag, 28. November 2008, 16:00

:lieb: Ein liebes HALLO an ALLE --- :lieb:

Mit diesem Thread wollte ich Antworten + Hilfe und ja Lob+Tadel
erhalten...

@ Hallo Monty ---
ich weiß das* Lob* gut ist für Zwangskranke , alle Kranke und alle Menschen...
...aber man weiß auch das man besonders bei dieser Krankheit auch an seine eigenen Grenzen kommt als Angehöriger
und nach guten Möglichkeiten und Lösungen sucht ...meißt total verzweifelt ist und so nach jedem Strohhalm greift .
So versuch ich hier Forum mich auszutauschen um besser mit allem klar zu kommen
und zu reden bzw. zu schreiben und zu v e r s t e h e n...
( Hab von Dir und Deiner Tochter gelesen - Wie geht es Ihr zur Zeit ?)

@ Hallo liebes Lämmli ---
Dank Dir für Deinen Senf dazugeben * lach+freu*und für die lieben Grüße.
Ja weißt Du ich mach mir viele Sorgen um meine Kinder, wie das so ist bzw. sein sollte bei einer Mami -
aber bei meiner Tochter ja ... da bin ich oft traurig und verzweifelt weil ich ja doch irgendwie nicht helfen kann ...
trotz vielem verstehn und und ...
Als sie am letztn Wochenende kurz bei mir war sagte sie mir .
Mami es ist alles so schwer - ich hab zwei Leben ,
eins beim Studium da wo ich versuch das keiner merkt was los ist mit mir und kämpfe.
Dann danach wo ich mit meinem Zwang leb an jeder Batterie+Reinigern vorbei nochmal zurück zu schaun
und so weiter immer hin und her ....und trotz vielem waschen noch dieses "ungute Gefühl" zu haben...

Ja aber was erzähl oder schreib ich das ...Ihr kennt es ja jeder auf seine Art .......

Alles Liebe + Gute für Euch vom Entchen :lieb:

Pit-2001

unregistriert

14

Freitag, 28. November 2008, 18:44

Ja, Entchen, wir kennen das und ich erinnere mich gut an meine Ausbildungszeiten, den gute Notenschreiben rechts und links den ständig Sachen Überprüfer und das in einer Person.

Schöne Grüße aus dem Forum und alles Gute für deine Tochter.

Pit

15

Sonntag, 30. November 2008, 21:03

Zitat

Original von Entchen
( Hab von Dir und Deiner Tochter gelesen - Wie geht es Ihr zur Zeit ?)


@Entchen: Es geht ihr (und auch uns gut). Die Zwänge sind ausgeblieben und sie nimmt auch keine Medikamente mehr für das ADS. Das System ist natürlich immer noch kippelig und deshalb muss man auch als Eltern sich immer wieder vor Augen führen was der Auslöser war. Da man es ja weiß, weiß man auch wie man dagegen wirken kann. Und Lob für kleine Schritte ist natürlich die perfekte Maßnahme für die ganz großen Schritte. Ich denke, irgendwann werden wir erst auf die kleinen Schritte schauen und feststellen, dass die Summe ein großer Schritt war.

Dir und Deiner Tochter wünsche ich alles Gute.

Monty
„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Antoine de Saint-Exupery

Entchen

unregistriert

16

Sonntag, 30. November 2008, 21:36

Dank Dir Monty für die Antwort und Wünsche ---

Freu mich das es Eurer Familie
und besonders Deiner Tochter gut geht .

Euch weiterhin alles gute und eine schöne Adventszeit...

glg das Entchen