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1

Samstag, 13. Februar 2010, 16:43

Panikattake bekommen...!

hallo leute,

ich leide schon sehr lange, um genau zu sein 10 jahre an zwangsgedanken, zwangshandlungen. nun, ich wollte mir mein leiden nie eingestehen...

"du bist nicht verrückt" "wann hörst du endlich mit diesen kindlichen einbildungen auf?" "es stirbt niemand!!!" "reiss dich endich zusammen" das waren bis vor kurzem immer meine gedankengänge. das hat auch in gesellschaft oder auf der arbeit immer sehr gut, wenn auch unter extremen stress funktioniert.

Nun habe ich vor 2 tagen dieses forum gefunden, nach dem ich nach 10 jahren das erste mal auf spurensuche gegangen bin, was mir denn fehlen könnte. ich war heilfroh das ich nicht allein auf der welt bin! ein zwängler bin ich also!

Natürlich fand ich schnell beiträge von leidensgenossen, da wurde mir dann klar das mein denken wirklich total daneben ist. ich dachte vorher ich wäre der einzige auf der welt mit solchen gedanken... ich wollte schon fast dran glauben das es ja wirklich alles wahr sein könnte, das jemand stirbt wenn ich dies und das nicht mache...

ich bin dann halt vor 2 tagen auf den gedanken gekommen "jetzt wo de die bestätigung hast das deine gedanken blödsinn sind, bekommst de das schon in den griff" ich habs wirklich geschafft 2 tage lang fast alles zu unterdrücken, ich war schon fast euphorisch, wegen dem guten gelingen.

heute morgen passierte es dann, ich bekam urplötzlich panik. das war ein gefühl als ob ich in nem flugzeug sitzen würde, das gerade abstürzt und der boden kommt immer näher. meine atmung die herzfrequenz schossen nach oben und ich dachte ich verliere den verstand! wie gehe ich jetzt am besten vor? panik oder zwängeln? das war echt unangenehm und ich muss das echt net wieder haben...

gruß xerwas

2

Sonntag, 14. Februar 2010, 00:47

Hi Xerwas,

meist ist es so, dass die Zwänge und die Ängste sich abwechseln, wenn man den Zwang unterdrückt, hat man stattdessen die Angst und umgekehrt ... besser als unterdrücken ist es, wenn es einem gelingt, dass man die Zwangshandlung 'vergißt' oder sie von alleine etwas weniger zeitaufwendig wird/ist. Bei mir hängt das auch immer mit der aktuellen emotionalen Verfassung zusammen. Ich denke es geht auch um Selbstvertrauen und Selbstsicherheit bei den Zwängen/Ängsten, wenn man das wiedererlangt dann nehmen auch die Zwänge/Ängste ab, nur schafft man das nicht unbedingt alleine, ohne Therapie.

Viele Grüße, Hermit.

PS Deine Signatur gefällt mir.
Das Leben als solches ist absolut lebensgefährlich und führt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit zum physischen Tod.

Lesen -> Denken -> Schreiben

~T~R~ O - o - O ~ L

3

Sonntag, 14. Februar 2010, 18:24

hallo Hermit,

estmal danke für die antwort :) habe mich die letzten tage echt intensiv mit dem thema psychische störungen befasst. ich bin auch zu dem schluß gekommen das es unter anleitung eines psychologen, wesentlich sinnvoller ist sich die zwänge zu entwöhnen, als auf eigene faust. was mir dabei bauchschmerzen bereitet ist meinem umfeld zu erklären was los ist. psychische krankheiten sind in deutschland ja nicht gerade salonfähig.

gruß xerwas

4

Sonntag, 14. Februar 2010, 20:19

Hi Xerwas,

ja, leider ist es gesellschaftlich nicht anerkannt und man läuft Gefahr entweder nur als 'faul und bequem', als Hypochonder oder als 'verrückt' eingeordnet zu werden...

Ich weiß nicht, wie deine Lebensumstände sind, aber man muß ja nicht immer gleich so viel von sich Preis geben. Solange du im Alltag noch halbwegs klar kommst, musst du es anderen nicht erzählen, wenn du dir einen Therapeuten suchst und befürchtest, sie könnten seltsam reagieren, wenn sie es erfahren.

Viele Grüße, Hermit.
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Endurist

unregistriert

5

Sonntag, 14. Februar 2010, 20:30

Zitat

was mir dabei bauchschmerzen bereitet ist meinem umfeld zu erklären was los ist. psychische krankheiten sind in deutschland ja nicht gerade salonfähig.


So viele Menschen lassen sich therapieren und kaum jemand steht dazu.
Du kannst dich auch mal umhören ob es bei dir Selbsthilfegruppen für Zwangserkrankte gibt.
Ich besuche eine und es hilft mir sehr. Man wird wirklich verstanden und kann sich wertvolle Tipps geben.

Wünsche dir alles Gute!
derEndurist

6

Sonntag, 14. Februar 2010, 21:34

gute idee! ich versuchs vielleicht erst mal mit ner selbsthilfegruppe. danach kann man immer noch sehen welches theraphieangebot das richtige ist.

irgend wie hast sich mein zustand auch schon enorm verbessert, seit ich weiss was los ist, und ich hier im forum drüber reden bzw schreiben kann. war das am anfang bei euch auch so?

danke für die tipps ihr beiden! :prost:

gruß xerwas

7

Dienstag, 16. Februar 2010, 21:24

Es tut immer gut, wenn man sich mit anderen austauschen kann, denen es ähnlich geht, schon alleine das Gefühl, dass man nicht der einzige ist, der so etwas hat, erleichtert ungemein und man kann offener Dinge ansprechen, wo man sonst gehemmt ist, weil es einem peinlich ist.

Selbsthifegruppen können gut sein, sofern man in der Lage ist, sich abzugrenzen, wenn man damit Schwierigkeiten hat, können Selbsthifegruppen eher einen Negativ-Effekt haben. Außerdem finde ich reine Selbsthifegruppen ohne professionellen Leitung nicht so gut, außer es geht einem einzig darum, Leute zu treffen die ähnliche Symptome haben.

Viele Grüße, Hermit.
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8

Mittwoch, 17. Februar 2010, 13:40

hi,

hab schon was gefunden mit professioneller leitung. ich informiere mich mal und berichte dann wieder.

es ist übrigens ne besserung eingetreten. ich bin im moment in der lage die zwangshandlungen zu unterlassen, es entsteht nur noch eine geringe angst und die horrorbilder sind weg. was allerdings immer noch vorhanden ist sind die gedanken die den impuls für die handlungen geben würden. das is wie son kurzes hängenbleiben, wo normal das ritual vollzogen werden müsste.

gruß xerwas

9

Donnerstag, 18. Februar 2010, 23:55

erzähl dann mal, wie es dir da gefällt, bin gespannt :)

Grüße, Hermit.
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