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träumerin4

unregistriert

1

Montag, 8. März 2010, 20:55

suche betroffene/menschen, die mir einige fragen beantworten können...

Hallo...

ich habe mich gerade in diesem forum angemeldet, in der Hoffnung, dass ich auf Menschen treffe, die mir mit meinem Problem helfen können/ähnliches erlebt haben und/oder Antworten und Denkanstöße auf einge Fragen geben können.

Ich selbst bin von keinem Zwang betroffen.
Es geht um meinen Freund.
Es ist mir verständlicherweise unheimlich wichtig ihm zu helfen..

Wo ich seine Zwänge genau einordnen soll, weiß ich nicht, aber ich denke es handelt sich aus eine Mischung aus Zähl- und Wiederholgungszwängen.
Eigentlich wollte er mir gar nicht davon erzählen. Er hütet sein Problem wie seinen Augapfel, achtet peinlichst genau darauf, dass es keiner mitbekommt. Lediglich seinem besten Freund hat er nach Jahren davon erzählt und seiner Familie musste er es irgendwann sagen, weil er bestimmtes (was er aber vor mir nicht genauer definiert hat), auch wenn es beleidigend oder einfach "böse" war, immer wieder wiederholen muste... und durch die Erklärung konnte er Stress vermeiden.
Umso schlimmer war es für ihn, dass ich es schon nach recht kurzer Zeit selbst herausgefunden habe, da er Jahre damit lebte, ohne das irgendwer Wind davon bekommen hat.

Dazu muss man wissen, dass er bestimmte Dinge immer 2x tun muss... und wenn nicht zweimal, so muss er am ende immer auf eine gerade Zahl kommen.
Ich merkte es beim Küssen. Er muss mich immer mindestens zweimal küssen. In manchen Situation ist mir das aufgefallen und so habe ich ihn darauf angesprochen, doch er sagte immer wieder, dass er mir das später einmal erklären würde.

Ich wollte aber unbedingt wissen, was los ist und habe mir gedanken gemacht und im Internet rechachiert... und bin auf die Zwangsstörungen gestoßen. damit habe ich ihn konfrontiert.
Erst war er total abweisend zu dem Thema, aber ein paar Wochen später begann er mir dann doch näheres darüber zu erzählen- ohne dass ich weiter gebohrt habe.
die sache mit dem küssen wäre ja nicht weiter schlimm, wenn es das einzige wäre.
aber es gibt eben auch zwänge, die ihn und sein leben beieinträchtigen. dazu hat er mir beispiele genannt, die mich sehr schokiert haben.
ein bsp ist, dass er immer zweimal schlucken muss. dabei ist wichtig, dass sich das schlucken für ihn genau gelich anfühlt und es wirklich genauso wiederholt wird, nicht nur das schlucken an sich...
so kommt es manchmal dazu, dass er nächte durchwacht, weil er es mal nicht so hinbekommt und es immer wieder von neuen machen muss. das führt irgendwann natürlich auch dazu, dass er starke magenschmerzen bekommt und ihm schlecht wird, da er damit ja seinem körper vorgaukelt, ihm ständig nahrung zuzuführen. In besonders schlimmen Momenten müssen auch bestimmte Bewegungen genauso wiederholt werden, die er zu dem zeitpunkt ausgeführt hat.

wie gesagt, das war nur ein bsp zur verdeutlichung.

als er mir davon erzählt hat, wurde er von minte zu minute nervöser und ich sah, dass plötzlich alle zwänge sehr stark zu tage traten und er das kaum ausgehalten hat.
er sagte mir, dass ihm das so noch nie passiert sei, als er mit den anderen personen drüber geredet hatte, konnte er es ganz normal und seine zwänge hatten sich nicht verstärkt.
wir hatten zweimal richtig darüber gesprochen, beide male ist es so ausgeartet, sodass wir beide irgendwann das gespräch einfach abbrechen mussten und er eine zeit für sich alleine sein musste.

Nun zu meinen Fragen: Was kann ich konkret als seine Freundin tun? Ich habe mir bereits einen Ratgeber für betroffene zur selbsttherapie besorgt. Darin stehen viele recht gute vorschläge, die ich ihm gerne unterbreiten würde. Ich traue mich aber nicht ihn wieder darauf anzusprechen, da ich Angst habe, dass er wieder zu sehr in eine Zwänge verfällt und sich quält.
Er meinte auch mal, er merke, dass ich ihn dabei beobachte, wenn er manches ausführt. klar, das habe ich manchmal getan und das muss auch echt schlimm für ihn sein, aber ich wollte das was ich rechachiert hatte konkret auf ihn projezieren, um ihn vllt helfen zu können...

Außerdem: kann mir jmd erklären, warum er gerade bei mir es überhaupt nicht aushält darüber zu reden und bei seinem besten Freund und seiner Familie ruhig bleiben konnte?
und er meinte auch, dass seit der zeit, die wir zusammen sind, die zwänge mehr sein leben bestimmen... kann es da einen zuammenhang geben oder ist das zufall, da er ja öfter längere perioden hat, wo es schlimmer, und dann wieder welche, wo es weniger schlimm ist.

Wie kann ich ihm helfen an eine/n geeignete/n Psychologen/in zu kommen? Sich selbst danach umzuschauen, würde er wahrscheinlich aus berufsgründen nicht schaffen und er würde es von alleine wahrscheinlich auch nicht machen, weil er denkt, dass seine zwänge nicht "schlimm genug" sind und das übertrieben wäre.
Ich sehe aber wie er leidet und ich denke er will es einfach nur als etwas benales abtun, um sich zu beruhigen.
kann ich einfach selbst mal einen psychologen aufsuchen, ihm das problem schlidern und einen termin für meinen freund ausmachen?
Haben zu dem thema alle psychologen genug kenntnisse und kann ich zu jedem gehen? Mir ist nämlich aufgefallen dass man gerade über den wiederhlungs- und zählzwang nur sehr wenig zu finden scheint und so habe ich angst, dass man noch nicht genug darüber weiß...
wäre es richtig auf eigene faust jmd aufzusuchen?
Ich habe auch schon überlegt durch mein selbststudium über die zwänge etwas an ihn zu schreiben, mit lösungsmöglichkeiten/ansätzen es zu verbessern. das könnte er dann alleine lesen und nicht vor mir. da könnte ihn vllt nicht so schwer fallen. Oder ist das keine gute idee?!

ich bin wirklich ratlos, dabei möchte ich nichts mehr als ihm helfen und ihm unterstützen seine zwänge loszuwerden. alle anderen haben einfach gesagt, dass sie es einfach akzeptieren und ihn so nehmen wie er ist. ich möchte aber nichts an ihm akzeptieren, was ihn auf dauer sehr schadet. das bringt ihn wahrscheinlich sehr aus der bredulie...

was sagt ihr dazu? Ich wäre euch sehr dankar, wenn mir jmd antworten würde!

Mit nettem Gruß
träumerin4

2

Dienstag, 9. März 2010, 01:39

Hallo Träumerin,

es ist schön, dass dein Freund eine Freundin hat, die sich um ihn bemüht und versuchen will, ihm zu helfen.

Zur Frage, ob du für ihn einen Psychologen (aus)suchen kannst, würde ich sagen: nein. Nicht nur, weil er ein erwachsener Mensch ist, der für sich selbst verantwortlich ist, sondern auch, weil der/die Betroffene selbst auch bereit sein muss, sich auf eine Therapie einzulassen. Eine Therapie ist nichts, was man 'nebenher' machen kann. Oft wühlt eine Therapie so viel auf, dass es einem erst mal noch schlechter geht, als ohnehin schon; solange dein Freund also an sich noch in der Lage ist, seinen Alltag zu bewältigen, seinen Beruf, wie du sagst, könnte es für ihn fatal sein, eine Therapie zu beginnen, wenn sich dadurch zB die Zwänge derartig verschlimmern, dass er auch nicht mehr zur Arbeit gehen kann. Ein anderer Aspekt ist, dass man selbst auch den Willen haben muss, etwas an sich zu ändern, an sich zu arbeiten und sich mit den Dingen zu konfrontieren, die Teil und Auslöser der Zwangssymptome sind. Die Entscheidung hierfür muss jeder für sich selbst treffen und mit sich selbst klären.

Daß Zwänge sich verstärken, wenn es um Beziehungen geht, kennen auch andere, dazu gibt es auch einen Thread hier:

http://www.zwangserkrankungen.de/thread.…&sid=#post32131

Ein Problem bei Zwängen ist, dass sich die Symptome oftmals verstärken, wenn man zu viel über den Zwang redet, deshalb wundert es mich nicht, wenn er durch die Konfrontation dann auf einmal so viele Symptome hatte, zumal eben weil du seine Freundin bist und nicht ein Verwandter. Es ist wesentlich stressfreier, mit einem Menschen über so etwas zu reden, der einem zwar nahe steht, mit dem man aber keine Partnerschaft hat, als mit dem/der eigenen Partnerin, auf Grund der Distanz, oftmals auch der räumlichen; mit seinen Freunden lebt man nicht zusammen, genauso wenig wie zB mit seinen Eltern, wenn man erwachsen ist, andererseits sind die Eltern/Geschwister auch die Menschen, die einem am nächsten stehen, zumindest räumlich betrachtet, während man heranwächst; es kommt darauf an, ab wann man krank wird, wenn man schon als Kind oder Jugendlicher erkrankt, ist es fast unmöglich, dass die Angehörigen nicht merken, was mit einem los ist (kommt auch noch aufs Symptom an, manches fällt mehr auf als anderes und solange man noch seine 'Aufgaben' erfüllt, wird viel 'übersehen und weg gesehen').

"ich bin wirklich ratlos, dabei möchte ich nichts mehr als ihm helfen und ihm unterstützen seine zwänge loszuwerden."

Ab einem gewissen Schweregrad der Zwangssymptome ist es sehr schwer, sie wieder 'loszuwerden', wenn nicht sogar unmöglich, sie können weniger werden, man kann lernen, mit ihnen und trotz ihnen zu leben, aber dass sie wirklich 'weg' sind, ist nicht sehr wahrscheinlich, es mag sein, dass ein Zwangssymptom verschwindet und stattdessen hat man dann ein neues/anderes Symptom, aber 'weg' ist es dann trotzdem nicht, nur verschoben.

Grüße, Hermit.
Das Leben als solches ist absolut lebensgefährlich und führt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit zum physischen Tod.

Lesen -> Denken -> Schreiben

~T~R~ O - o - O ~ L

the_saint

unregistriert

3

Dienstag, 9. März 2010, 03:28

Zitat

Original von träumerin4
... kann ich einfach selbst mal einen psychologen aufsuchen, ihm das problem schlidern und einen termin für meinen freund ausmachen?
Haben zu dem thema alle psychologen genug kenntnisse und kann ich zu jedem gehen? Mir ist nämlich aufgefallen dass man gerade über den wiederhlungs- und zählzwang nur sehr wenig zu finden scheint und so habe ich angst, dass man noch nicht genug darüber weiß...
wäre es richtig auf eigene faust jmd aufzusuchen? ...

"Halb zog Sie Ihn - halb sank er hin" - Bitte Deinen Freund um Einverständnis für Terminbesorgung, wenn er gutgelaunt ist ( beispielsweise nach einem schönen "Kuschelerlebnis" ). Am besten ist ein gemeinsamer Termin beim Psychiater ( kann Anti-Zwang-Tabletten verschreiben ) oder bei der Berliner Spezialambulanz für Zwangskrankheiten ( 12489 Berlin-Adlershof, Rudower Chaussee 18 ). Die Berliner Zwang-Ambulanz bietet spezielle Zwang-Psycho-Therapie an, auch Zählzwang ist dort bekannt, die Telefonnr. hab ich evtl. noch.

Vermutlich hilft schon geringdosierte Tabletten-Therapie, empfehle 0,5 bis 1mg Risperidon täglich.

4

Samstag, 13. März 2010, 22:48

RE: suche betroffene/menschen, die mir einige fragen beantworten können...

ich glaube das ist normal und legt sich wieder,
man darf sich nicht unterkriegen lassen und die zwänge nicht persönlich nehmen

Pit-2001

unregistriert

5

Sonntag, 14. März 2010, 00:38

RE: suche betroffene/menschen, die mir einige fragen beantworten können...

Ein paar Worte an dich, wenn du willst, . . .

sorry an die anderen wenn ich mich wiederhole. Aber wenn was zweimal vorkommt, mag es gerade für sie interessant sein, von daher . . .

Also dass er bei dir nervös wird ist doch (für mich) klar. Er ist der Mann du die Frau, du bist seine Freundinn und jetzt wird er bis aufs Fleisch blamiert und kann nicht aus, weil die Zwänge stärker sind. Um so mehr er die Fassung verliert, um so mehr braucht der den gewohnten Halt.

Wegen Ratschläge unterbreiten, da sei vorsichtig. Natürlich kann man sich unterhalten, was helfen kann usw., Tipps geben usw. ,also z. b. ich kenne das und das Buch, falls es dich interessiert usw.

Aber das Vorträge halten in der Hoffnung der übernimmt das, genauso wie ein Drittklassler eine Predigt über das Einmaleins, das geht gern schief. Wer nicht selbst drauf kommt, wird nichts von außen annehmen können, weil seine Muster immer tiefer liegen, als Ratschläge von außen. Was gut ist, wenn er erzählen will, wenn du eine fragende Haltung einnimmst, immer wieder Fragen stellst, und ihm auch Zeit lässt, nachzudenken, wenns sein muss auch Stunden. Das regt an, da kommt er selbst auf was und kann es dir auch stolz erzählen, usw. so pflügt er seinen Acker.

Wenn mir jemand Therapeuten raussuchen würde, begründen würde, warum er glaubt, dass der gut ist, usw. fände ich das schon als guten Dienst, auch wenn du selbst den vorher abchecken würdest (aber nur nach Einverständnis). Oft fehlt die Kraft dafür, darum sag ich das. Aber all das hat nur Sinn, wenn er den Wunsch hat, dahinzugehen.

Wenn er merkt, dass er sich vor dir nicht zu schämen braucht, dass du ihn nicht zuredest usw. werdet ihr auch ruhiger miteinander sprechen können, schätze ich mal. Viele Erfolg und Ausdauer wünsch dir.

Pit

Zitat

Original von träumerin4
Hallo...

ich habe mich gerade in diesem forum angemeldet, in der Hoffnung, dass ich auf Menschen treffe, die mir mit meinem Problem helfen können/ähnliches erlebt haben und/oder Antworten und Denkanstöße auf einge Fragen geben können.

Ich selbst bin von keinem Zwang betroffen.
Es geht um meinen Freund.
Es ist mir verständlicherweise unheimlich wichtig ihm zu helfen..

Wo ich seine Zwänge genau einordnen soll, weiß ich nicht, aber ich denke es handelt sich aus eine Mischung aus Zähl- und Wiederholgungszwängen.
Eigentlich wollte er mir gar nicht davon erzählen. Er hütet sein Problem wie seinen Augapfel, achtet peinlichst genau darauf, dass es keiner mitbekommt. Lediglich seinem besten Freund hat er nach Jahren davon erzählt und seiner Familie musste er es irgendwann sagen, weil er bestimmtes (was er aber vor mir nicht genauer definiert hat), auch wenn es beleidigend oder einfach "böse" war, immer wieder wiederholen muste... und durch die Erklärung konnte er Stress vermeiden.
Umso schlimmer war es für ihn, dass ich es schon nach recht kurzer Zeit selbst herausgefunden habe, da er Jahre damit lebte, ohne das irgendwer Wind davon bekommen hat.

Dazu muss man wissen, dass er bestimmte Dinge immer 2x tun muss... und wenn nicht zweimal, so muss er am ende immer auf eine gerade Zahl kommen.
Ich merkte es beim Küssen. Er muss mich immer mindestens zweimal küssen. In manchen Situation ist mir das aufgefallen und so habe ich ihn darauf angesprochen, doch er sagte immer wieder, dass er mir das später einmal erklären würde.

Ich wollte aber unbedingt wissen, was los ist und habe mir gedanken gemacht und im Internet rechachiert... und bin auf die Zwangsstörungen gestoßen. damit habe ich ihn konfrontiert.
Erst war er total abweisend zu dem Thema, aber ein paar Wochen später begann er mir dann doch näheres darüber zu erzählen- ohne dass ich weiter gebohrt habe.
die sache mit dem küssen wäre ja nicht weiter schlimm, wenn es das einzige wäre.
aber es gibt eben auch zwänge, die ihn und sein leben beieinträchtigen. dazu hat er mir beispiele genannt, die mich sehr schokiert haben.
ein bsp ist, dass er immer zweimal schlucken muss. dabei ist wichtig, dass sich das schlucken für ihn genau gelich anfühlt und es wirklich genauso wiederholt wird, nicht nur das schlucken an sich...
so kommt es manchmal dazu, dass er nächte durchwacht, weil er es mal nicht so hinbekommt und es immer wieder von neuen machen muss. das führt irgendwann natürlich auch dazu, dass er starke magenschmerzen bekommt und ihm schlecht wird, da er damit ja seinem körper vorgaukelt, ihm ständig nahrung zuzuführen. In besonders schlimmen Momenten müssen auch bestimmte Bewegungen genauso wiederholt werden, die er zu dem zeitpunkt ausgeführt hat.

wie gesagt, das war nur ein bsp zur verdeutlichung.

als er mir davon erzählt hat, wurde er von minte zu minute nervöser und ich sah, dass plötzlich alle zwänge sehr stark zu tage traten und er das kaum ausgehalten hat.
er sagte mir, dass ihm das so noch nie passiert sei, als er mit den anderen personen drüber geredet hatte, konnte er es ganz normal und seine zwänge hatten sich nicht verstärkt.
wir hatten zweimal richtig darüber gesprochen, beide male ist es so ausgeartet, sodass wir beide irgendwann das gespräch einfach abbrechen mussten und er eine zeit für sich alleine sein musste.

Nun zu meinen Fragen: Was kann ich konkret als seine Freundin tun? Ich habe mir bereits einen Ratgeber für betroffene zur selbsttherapie besorgt. Darin stehen viele recht gute vorschläge, die ich ihm gerne unterbreiten würde. Ich traue mich aber nicht ihn wieder darauf anzusprechen, da ich Angst habe, dass er wieder zu sehr in eine Zwänge verfällt und sich quält.
Er meinte auch mal, er merke, dass ich ihn dabei beobachte, wenn er manches ausführt. klar, das habe ich manchmal getan und das muss auch echt schlimm für ihn sein, aber ich wollte das was ich rechachiert hatte konkret auf ihn projezieren, um ihn vllt helfen zu können...

Außerdem: kann mir jmd erklären, warum er gerade bei mir es überhaupt nicht aushält darüber zu reden und bei seinem besten Freund und seiner Familie ruhig bleiben konnte?
und er meinte auch, dass seit der zeit, die wir zusammen sind, die zwänge mehr sein leben bestimmen... kann es da einen zuammenhang geben oder ist das zufall, da er ja öfter längere perioden hat, wo es schlimmer, und dann wieder welche, wo es weniger schlimm ist.

Wie kann ich ihm helfen an eine/n geeignete/n Psychologen/in zu kommen? Sich selbst danach umzuschauen, würde er wahrscheinlich aus berufsgründen nicht schaffen und er würde es von alleine wahrscheinlich auch nicht machen, weil er denkt, dass seine zwänge nicht "schlimm genug" sind und das übertrieben wäre.
Ich sehe aber wie er leidet und ich denke er will es einfach nur als etwas benales abtun, um sich zu beruhigen.
kann ich einfach selbst mal einen psychologen aufsuchen, ihm das problem schlidern und einen termin für meinen freund ausmachen?
Haben zu dem thema alle psychologen genug kenntnisse und kann ich zu jedem gehen? Mir ist nämlich aufgefallen dass man gerade über den wiederhlungs- und zählzwang nur sehr wenig zu finden scheint und so habe ich angst, dass man noch nicht genug darüber weiß...
wäre es richtig auf eigene faust jmd aufzusuchen?
Ich habe auch schon überlegt durch mein selbststudium über die zwänge etwas an ihn zu schreiben, mit lösungsmöglichkeiten/ansätzen es zu verbessern. das könnte er dann alleine lesen und nicht vor mir. da könnte ihn vllt nicht so schwer fallen. Oder ist das keine gute idee?!

ich bin wirklich ratlos, dabei möchte ich nichts mehr als ihm helfen und ihm unterstützen seine zwänge loszuwerden. alle anderen haben einfach gesagt, dass sie es einfach akzeptieren und ihn so nehmen wie er ist. ich möchte aber nichts an ihm akzeptieren, was ihn auf dauer sehr schadet. das bringt ihn wahrscheinlich sehr aus der bredulie...

was sagt ihr dazu? Ich wäre euch sehr dankar, wenn mir jmd antworten würde!

Mit nettem Gruß
träumerin4

träumerin4

unregistriert

6

Montag, 15. März 2010, 01:01

vielen dank erstmal für die antworten!

also, erstmal um eine erklärung an dich zu liefern, pit. was ich auf keinen fall angenommen habe und nicht vorhabe anzunehmen, ist eine belehrende haltung. ich weiß, dass man zwänge nicht logisch erklären kann oder mit allgemeinen weisheiten versuchen kann jemanden lösungen zu unterbreiten.
er weiß, dass er sich vor mir nicht schämen muss und ich habe auch nichts anderes getan als sehr viel nachzufragen.
ich meine, wir können über alles offen reden und schämen uns wegen nichts voreinander. umso weniger hat er es eben verstanden, dass er so nervös wurde und die zwänge zu tage traten...

nun habe ich ihn anhand on fachliteratur ein eigenes kleines buch geschrieben, indem ich die erkenntnisse daraus auf sein problem konkret übertragen und ihm tips und anregungen gegeben habe.
ich weiß nicht allerdings nun nicht, ob es gut ist ihm das zu geben. würde ich dann schon eine zu belehrende haltung einnehmen? wäre das falsch?
ich dachte nur es sei besser, weil er sich dann wann und wie er will damit beschäftigen kann, ohne dass er sich mit anderen, in dem fall mir direkt auseinander setzen müsste.

wäre gut noch deine (oder allgemein eine) reaktion dazu zu hören.
meine quellen, also die fachliteratur, könnte ich ihm dazu auch noch mitgeben, wenn das besser wäre.
parallel bin ich noch immer auf der suche nach einem theapeuten (da ok dafür hat er mir gegeben.. wie gesagt, er würde es nicht schaffen danach zu suchen... im moment hat er sehr viel anderen stress und so war ihm das angebot von mir willkommen..)

und steve, nein, ich glaube nicht, dass das so einfach vorrübergehen wird und normal ist. er hat es schließlich schon, seit er denken kann, wie er es sagt.


the-saint: vielen dank für deinen tip mit berlin. leider ist das nun nicht gerade in unserer umgebung. aber ich bin guter hoffnung auch hier etwas zu finden...


und hermit auch danke, dass du dir gedanken gemacht hast.
du meinst also, es wäre besser keine therapie nazufangen, solange er seiner arbeit noch ordnungsgemäß nachgehen kann? was hälst du dann von dem vorschlag der fachliteratur, den ich schon angeführt habe? würde das auch schon zu viel aufwühlen? sollte man es also deiner meinung nach einfach auf sich beruhen lassen?

ich weiß nicht, ob ich das so richtig finden soll, da ich ja schon sehe, dass es an ihm nagt, obwohl er dem alltag noch ganz normal gerecht werden kann.
dass es seine familie über die jahre (wie gesagt, er hat es schon seit er denken kann) nicht gemerkt hat, liegt wohl an dem umstand, dass es eben dinge sind, die nicht soo sehr auffallen, von außen. eben wie das mit dem schlucken oder in einer bestimmten weise atmen oder wie er an seiner zigarette zu ziehen hat... in einer bestimmten reihenfolge... oder wie er bestimmte gegenstände und wie oft er sie anfassen muss... wie er manche schritte zu gehen hat.
ich denke dass sind alles sachen, die lange zeit nicht auffallen müssen, auch wenn er sehr an konzentration verliert, weil er ja alles zählen und nachprüfen muss.
das mit der räumlichen distanz mag sicher ein mögliche begründung sein, die aber in unserem falle nicht zutrifft, da wir noch nicht zusammen wohnen.
wenn ich so darüber nachdenke, kann es doch vielleicht sein, dass es ihm so schwer fiel/fällt mit mir darüber zu reden, weil wir noch nicht sooo lange zusammen sind. noch nicht mal ein jahr.
wir können uns zwar wie gesagt alles erzählen, können wunderbar miteinder reden, aber kann es vllt sein, dass da einfach die grenze erreicht war, dass ihm trotz des schon großen vertrauens einfach noch zu weit ging darüber zu reden, da es schließlich sein bestgehütetstes geheimnis ist bzw es ihm sicher auch etwas peinlich ist.

als er mal zu mir sagte, er kommt sich vor, als wäre er total durchgedreht, könnte ja gleich "in die geschlossene" gehen und ihm die vorstellung angst macht, dass ich nun "komisch" über ihn denken könnte, kam ich auf diese theorie mit der scham...
er möchte vllt noch nicht, dass ich zu sehr seine stärksten schwächen kennenlerne, mich das noch abschrecken könnte und die angst davor könnte die zwänge verstärkt haben.
könnte das sein?

obwohl es quatsch wäre, wenn er so denken würde. mich schreckt das auf keinen fall ab. ich möchte ihn nur untertützen!

nun ja... bin gespannt auf mögliche anworten.

Mit nettem Gruß

7

Montag, 15. März 2010, 04:02

Zitat

Original von träumerin4
und hermit auch danke, dass du dir gedanken gemacht hast.
du meinst also, es wäre besser keine therapie nazufangen, solange er seiner arbeit noch ordnungsgemäß nachgehen kann? was hälst du dann von dem vorschlag der fachliteratur, den ich schon angeführt habe? würde das auch schon zu viel aufwühlen? sollte man es also deiner meinung nach einfach auf sich beruhen lassen?


Hallo Träumerin,

es ist eine Gratwanderung. Man weiß vorher nicht, ab wann die Zwänge möglicherweise so stark werden, dass man auch den Alltag nicht mehr bewältigen kann, man kann aber ebenfalls nicht wissen, ob eine Therapie nicht eine Verschlimmerung hervorruft, bevor eine Besserung eintritt und was in der Zeit bis zur Besserung alles passiert, zB eben auch die Möglichkeit, den Alltag schlechter zu bewältigen als vorher. Sicher leidet dein Freund sehr, schafft es wohl bisher jedoch, noch zu 'leben', am Leben teilzunehmen, trotz den Zwängen. Die Entscheidung, ob er eine Therapie versuchen möchte, liegt bei ihm, nur sollte er vorher eben auch einkalkulieren, daß es unerwartete Folgen haben kann, im Bewältigen des Alltags. Fachliteratur kann hilfreich sein, wenn man sich selbst mit einem Thema auseinandersetzt, kann man durchs Lesen den einen oder anderen Hinweis finden, der einem weiterhilft. Bücher haben den Vorteil, dass man sie weglegen kann, wenn es einem zu viel wird.

Zitat

da es schließlich sein bestgehütetstes geheimnis ist bzw es ihm sicher auch etwas peinlich ist.

als er mal zu mir sagte, er kommt sich vor, als wäre er total durchgedreht, könnte ja gleich "in die geschlossene" gehen und ihm die vorstellung angst macht, dass ich nun "komisch" über ihn denken könnte, kam ich auf diese theorie mit der scham...
er möchte vllt noch nicht, dass ich zu sehr seine stärksten schwächen kennenlerne, mich das noch abschrecken könnte und die angst davor könnte die zwänge verstärkt haben.
könnte das sein?


Ich denke mit Zwang hat man noch mehr Angst, verlassen zu werden als ohne, eben auch, weil eine Zwangserkrankung für einen nicht Zwangskranken nur sehr schwer nachzuvollziehen ist, ebenso wie zB Panikattacken.

Wenn man als psychisch Kranker mit Zwang/Angst jemand von so etwas erzählt, kann es leicht sein, dass man auf Unverständnis trifft oder dass die Menschen sich nach einer Weile abwenden, weil es zu anders von ihrer eigenen Lebensweise und Erfahrungswelt ist und die nicht Zwangskranken oftmals auch denken, es müßte oder könnte 'einfach wieder nach einer Zeit weggehen' oder man hätte den freien Willen, einfach aufzuhören, weil und wenn man sich dessen ja bewusst ist und es keinen rationalen Grund dafür gibt, dass man sich so verhält, wie man es tut. Was einem jedoch nichts nutzt, weil man nicht einfach aufhören kann ...

Grüße, Hermit.
Das Leben als solches ist absolut lebensgefährlich und führt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit zum physischen Tod.

Lesen -> Denken -> Schreiben

~T~R~ O - o - O ~ L

Pit-2001

unregistriert

8

Montag, 15. März 2010, 13:11

Hi, du machst das schon richtig, nur bedenke, du bist nicht unbedingt schuld daran, dass er womgölich auch unter Scham dir gegenüber leidet. Wie du schon richtig erkennst, ist das eine logische Folge, wenn du seine Schwächen erkennst oder gar mit ihm analysieren willst.

Das mit dem Büchlein ist doch o.k. vielleicht ist es auch Grundlage, dass ihr danach reden könnt.

Reden, helfen ist gut.

Aber es kann auch auf längere Zeit tragische Züge in einer Beziehung annehmen, dann, wenn er keine Fortschritte macht und er letztlich nur noch der "kleine Arsch" vor dir ist. Nein, du verstehst und willst helfen, aber er könnte sich mit der Zeit so sehen, nciht nur er, sondern jeder, der massive andauernde Zwänge vor einem Partner hat, der helfen will und doch keinen Erfolg zusammenbringt.

Also da würde ich jedem den Rat geben, aufzupassen. Das kann auf lange Sicht eine Beziehung zerstören. Andererseits, was ist die Alternative?

Es ist sicher gut, wenn ihr euch erstmal intensiv damit auseinandersetzt und du ihm hilfst. Wie das auf lange Sicht gehandhabt wird, ist nochmal anderweitig zu überlegen, also so ticke ich heute unterdessen.

Schönen Gruß

Pit