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Zwangsgedanken: Neu hier.

zwangler34

Schüler

  • »zwangler34« ist männlich

Beiträge: 90

Zwangssymptome: Zwangsgedanken, Zwangsimpulse, Grübelzwang

Medikament / Dosis: Parotexin 10 mg

Aktueller Therapie-Status: war schon mal in Therapie

Status: Betroffene/r

Wohnort: Karlsruhe

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Hobbys: Fotografieren, Sport

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21

Mittwoch, 2. Februar 2011, 20:33

hi renesme,

endlich mal jemand, der ein ähnliches Symptom hat wie ich, ich mach mir durchgehend den Streß darüber nachzudenken, warum ich manche Sachen nicht schlimm finde bzw. mich manches nicht so berührt. Bei mir liegt es daran, dass sich meine Angst verlagert hat, ich hatte auch keine Angst mehr vor den Gedanken und empfand das als unangenehm, weil ich dachte, wenn du keine Angst mehr hast, dann machst du das ja ....
Bis mir jemand sagte, dass es eigentlich ein Fortschritt ist, wenn man keine Angst mehr hat, solange man dien Gedanken nicht schön findet. So, dann ging natürlich die Spirale von vorne los, wenn ich die Gedanken mal schön finde, hat sich aber sofort entkräftigt, weil mir die besagte Person gleich gesagt hat, dass ich diese Gedanken bekommen werde.
Und falls du auf Gefühle wartest, wie in deinem Fall, kommen sie nie. Und der Zwang sucht sich immer das heraus, was du am abstoßenden findest.

Das schlimme ist die Unsicherheit, die muß von dir selbst kommen.

Du schaffst das !!!!!!!!!!!!!

renesme

unregistriert

22

Mittwoch, 2. Februar 2011, 20:58

Hallo Zwängler,
ich bin wirklich so erleichtert zu hören dass ich nicht alleine bin..der gedanke macht einen nämlich wirklich fertig!DANKE das tut so gut. ich hätte viel früher mal hier schreiben sollen. Ich fühl mich so viel besser und erleichtert durch eure Beiträge!
Genauso wie dir gehts mir auch..passend zu den Zwangsgedanken. Ich hatte auch schon Phasen ohne Angst und ich hab genauso wie du dann Angst gehabt, wenn ich keine Angst mehr hab mach ich bestimmt was schlimmes..eine ewige spirale! Wie kann man nur los lassen?
machst du eine Therapie? hast du denk-tipps für mich?wie kann ich mir selbst wieder vertrauen??

Ich wünsch dir auch alles gute!!
Liebe Grüße

23

Mittwoch, 2. Februar 2011, 22:40

Hallo!

Du meinst das du denkst, du müsstest das viel schlimmer finde, wenn du von sowas schlimmen hörst und das so richtig spüren, wie schrecklich du das findest?
Und dann, wenn du das nicht tust, sondern es zwar schlimm findest und denkst "Oh wie schrecklich" aber da dann kein weiteres bestürtztes Gefühl mit dabei ist, dann fragst du dich, ob du irgendwie gefühlskalt bist und warum du da nichts spürst wie so ne ganz heftige Traurigkeit, dass sowas passiert und so nen ganz krassen Hass gegen die Menschen, die sowas tun?
Und weil du das nicht direkt spürst fragst du dich, ob du vllt. auch sowas machen könntest?

Das kenn ich und das ist ne sehr typische Gedankenschleife bei diesen ZG denke ich.

Natürlich findet jeder sowas schlimm. Man ist erschrocken über sowas. Die Kindern tun einem total Leid und die Angehörigen auch.
Aber du kannst nicht bei jedem Fall emotional total involviert sein und das kannst du von dir auch gar nicht verlangen. Das geht gar nicht.

Das was du fühlst ist normale... du findest es schrecklich, aber dich übermannt da nicht ein Gefühl des totalen überdimensional großen Schreckens und Wut und Trauer.
Und das kann es auch nicht, denn du kannst nich in allem, was irgendwo passiert emotional involviert sein und das ist auch kein anderer.

Das soll jetzt nicht heißen, dass man nicht mitfühlt und es nicht total schrecklich findet. Das geht uns allen denke ich so.
Aber du kannst als "Außenstehende" die das in den Medien mitverfolgt nicht so "nah dran" sein emotional und deswegen hast du da auch so ne gewisse Schutzmauer gegen solche schrecklichen Dinge. Die hat jeder, und die braucht man auch...denn sonst würde man ja bei allem was irgendwo geschieht emotional total mitinvolviert sein... und das wäre sehr ungesund denke ich.

Wie lange hast du denn noch Wartezeit auf den Therapieplatz und was wäre das für eine Therapie?

Liebe Grüße!

Jake_Sully

Fortgeschrittener

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24

Donnerstag, 3. Februar 2011, 03:35

Zitat

Original von renesme
... hatte mal ein kind im kindergarten ...
wir haben sie immer davon abgehalten und mir war das auch immer sehr sehr unangenehm wenn sie das gemacht hat. ...


Vor ein paar Jahren war ich Umschüler und noch nicht zwangskrank. Im Fach Psychologie erzählte die Lehrerin, dass Sie manchmal nicht aus dem Glas trinken kann - wenn andere zuschauen. Das fand ich lustig und dachte, dass die Psychologen selbst ihre besten Patienten sind.

Zwei Tage später, bestellte ich in meiner Stamm-Diskothek wieder mein Lieblingsgetränk, Bacardi-Cola. Plötzlich zitterte ich und konnte das Glas nicht zum Mund führen. Ist kein Quatsch, ich musste die zweite Hand dazu-nehmen. Hat mehrere Monate gedauert bis ich dort wieder richtig-normal trinken konnte.

Ähnlich könnte Dich das nervende Kindergarten-Kind beeinflusst haben, als Auslöser für Deine Zwangsgedanken.

zwangler34

Schüler

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25

Donnerstag, 3. Februar 2011, 08:29

Hi renesme !

Also, ich hab ne Therapie hinter mir (ambulant, Kurzzeit), der Thera hat aber gegen Schluß nur sich selbst therapiert, er kannte sich nicht mit Zwängen aus.

Ich habe alles versucht, ich habe gedacht, baue ich Selbstbewußtsein auf, ergibt sich alles und ich bin geheilt :] Aber das es so einfach nicht ist, habe ich dann schnell gemerkt.

Denkanstöße ...... Weißt du, wie es bei dir angefangen hat, das Ganze ? Ich hatte immer tierisch Angst vor körperlichen Krankheiten und dem Tod. Dann gab es einen Auslöser, und die Angst hat sich verlagert. War bei dir vor deinen Gedanken etwas wie z.B. Angst, Panik ? Ich versuche mich gerade mit meinen Ängsten, die hinter den Zwängen stehen auseinanderzusetzen, ich glaube, das ist der richtige Weg für mich.

Nimmst du AD?

Das mit der inneren Unsicherheit ist halt ein großes Problem, wie kannst du die erlangen ?
Hast du jemanden, ein stabiles soziales Umfeld ? Hast du ein Ziel in deinem Leben ? Hast du Perspektive ? Ich denke wikrlich wichtig sind Menschen, die dich verstehen und das du noch Träume hast, die du verwirklichen willst.

Denk mal drüber nach, wie es dir ohne die Gedanken ginge, was wäre besser ?

Ich könnte ein Buch schreiben, wenn du gezielte Fragen hast, schick ne Nachricht oder eben hier !!!

Ach ja, viele glauben nicht dran, aber die Zeit kann dir auch helfen, im Laufe der JAhre bin ich schon teilweise ruhiger geworden mit den Ängsten :-)

Viel Glück und du wirst sehen, irgendwann gehts besser, ich kenne ein paar Leute, die zwar noch Gedanken haben, sie aber sofort richtig einschätzen, das gelingt dir auch , GLAUBE daran !!!!