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1

Montag, 27. Dezember 2010, 14:11

Angehöriger sucht Austausch

Hi,

ich bin Momo, Angehöriger eines Menschen mit Waschzwang. Angefangen hat es aus meiner Sicht schleichend. Meine Frau versucht ihre vermeintliche "Schuld" von sich zu waschen. Der Berg an Handtüchern und Waschlappen wurde immer größer, der Wasserverbrauch stieg um ein vielfaches. Sie fasst keinen Lichtschalter an und nimmt keine Türklinke in die Hand. Ich habe keine Ahnung, wie ich damit umgehen soll. Ich hab es mit guten zureden versucht, ihr diktiert wieviel Seife sie nehmen darf. Heute weiß ich, dass das alles nichts bringt. Nun zu meinem Problem. Meine Frau arbeitet noch, ich bin Frührentner. Ich bin für das einkaufen und wWäsche waschen zuständig. Wie, wenn nicht mit Zwnag, kann ich erreichen, dass sie ihre Seife selbst kauft und ihre Handtücher selbst wäscht. Ich habe schon Probleme damit, wenn sie mir vorschreiben will, wie oft ich mir die Hände wachen soll, damit sie ihr eigenes Chaos nicht ansehen muss. Müll runter bringen und gleichzeitig den Briefkasten leeren, das artet schon in aggressiven Streit aus. Hatte mich im Herbst sogar auf einen Töpferkurs angemeldet, nur um meine Hände ohne Streit dreckig machen zu können. Sie versucht ständig, mich dazu zu bringen, für sie das Licht an- oder auszuschalten. Am liebsten würde ich sie im dunkeln sitzen lassen, baaaah *wut*. Meine Frau verweigert jede Therapie und das macht mich noch viel wütender.

liebe Grüße
Momo

Pit-2001

unregistriert

2

Montag, 27. Dezember 2010, 20:01

Hi, Ärmster,

tja, mit uns hat mans schon schwer . . .


Ich würde ihr sagen, dass du dich damit trägst, überhaupt nicht mehr mitzumachen mit ihren Ritualen.

Sag ihr, da du sie schätzt und nicht velieren willst, willst du das aber nicht abprupt machen, sonder ihr die Gelegenheit geben, damit fertig zu werden und sich auszudenken, was für Miniprogramm sie dir aufhalsen könnte, wenn es ein Miniprogramm ist, würdest du es ihr zu liebe einhalten, darauf könnte sie sich felsenfest, ohne Zweifel verlassen, wenn dafür der Rest deines Lebens von dir nach deinem Maßsstäben gestaltet weden kann.

Dann halt dich auch dran und red ihr gut zu, dass sie es schaffen wird, und in Ausnahmefällen denke mit und sei auchmal langmütig, aber dann zieh das ausgemachte wieder an, mach ihr klar, dass die Zwänge immer mehr nehmen,
dass sie in Therapie muss, dass du aber kompromissbereit bist, bis zu den ausgemachten Grenzen.

Sei ihr Partner, der sie liebt und der ihr hilft, aber zeige auch, dass auch du Grenzen brauchst, um zu überleben und zeichne ihr immer wieder auf, warum du auch gar nicht glaubst, das mehr nötig ist, beruhige sie, bleib aber bei der Ausmahung.

Na ja, das würde mir so einfallen, ist schwer, ist so als würde der Strom ausfallen und ich dir Rat gegen ins nächste E-Haus zu gehen,und da paar Schaltungen zu ändern, ja, so gefährlich ist es wohl, weil wenn du was falsch machst, kriegst du auf die Finger, wenn du aber nichts tust, auch.....

Pit

dreckspatz

unregistriert

3

Dienstag, 28. Dezember 2010, 00:21

Hi,

deine Situation kenne ich nur allzu gut, bin auch Partner einer Zwangskranken. Einiges hast du ja schon ganz richtig gemacht zB. reden gegen den Zwang hilft nichts im Gegenteil es gibt noch mehr Konflikte als ohnehin schon. Wichtig ist jedenfalls dass du dich nicht allzu sehr einschränkst und ihren Zwängen unterordnest, sonst kannst du selber krank werden. Was pit schreibt ist auch meiner Meinnug nach, im grossen und ganzen sicher ne gute Strategie, nur treffen nunmal gegensätzliche interessen aufeinander und da sind konflikte unausweichlich. Natürlich wäre es schön wenn du es schaffst ruhig deinen Standpunkt zu vertreten und deiner Frau zu erklären, dass es schlecht für den Verlauf ihrer Krankheit ist und für dich auch,wenn du ihr das jetzt abnimmst. Es wird dann wahrscheinlich längere Diskussionen geben und es ist auch menschlich wenn du es nicht schaffst ruhig zu bleiben und deinen Emotionen freien lauf lässt. Hat deine Frau schon latexhandschuhe für sich entdeckt? Falls nicht könnte dass passieren, wenn du die Betätigung des lichtschalters verweigerst. Zwangskranke können auch solche probleme wie Lichtschalter selber lösen nur oft anders als man es als Angehöriger erwarten würde.

Mit dem Müll und dem Briefkasten -> ich habe mich geweigert da mitzumachen, da ohnehin ich den Briefkasten leeren muss. Konsequenz -> sie interessiert sich nicht für post. es ist selbstverständlich dass ich mich darum kümmern muss. Letztedlich sind konflikte kaum zu vermeiden.

Viel glück!

4

Dienstag, 28. Dezember 2010, 08:50

Hi pit, Hi dreckspatz

Grenzen zu setzen find ich schon wichtig, aber die Grenze muss der Zwangshandlung gelten und nicht meiner Frau. Ist eine schöne Theorie, das aber in die Praxis umzusetzen find ich gar nicht so leicht. Am Wochenende, wenn meine Frau von der Arbeit da ist, wäscht sie wenigstens einmal ihre Handtücher selbst. Ich hab es mir abgewöhnt, sie dabei zu kontrollieren, hab ich am Anfang gemacht z.B. Handtücher gezählt und ihr Vorhaltungen gemacht. Oder ich hab mich darüber amüsiert, wie sie mit zwei spitzen Fingern, voll Ekel die Handtücher angefasst hat. Das hat dann aber mir selbst Probleme bereitet, weil mich das nur noch wütender gemacht hat. Wenn sie am Wochenende dran ist, Wäsche zu waschen, kümmere ich mich nicht mehr drum, das hat schon was entspannendes.

Das mit den Latexhandschuhen kenne ich. Meine Frau muss mit dem Zug zur Arbeit. Ich hole sie am Abend mit dem Auto ab. Ich weiß, dass sie sich im Zug nur mit Latexhandschuhen festhält. Sie hat am Anfang versucht, es vor mir zu verbergen, weil sie Angst vor weiteren Vorwürfen meinerseits hatte. Hm, sie macht es halt anders... Das ist eine schöne Vorstellung mit der ich leben könnte. Ich meine zurzeit aber noch, so was wie: was sollen denn die Leute denken...., weil es mir irgendwie peinlich ist. Am liebsten würde ich dann sagen: meine Frau hat eine Zwangserkrankung. Aber das ist ja nicht meine Aufgabe. Sie muss das selbst erkennen.

Ich bin froh, dass ich meinen eigenen Kontrollzwang gut im Griff habe.

liebe Grüße
Momo

5

Dienstag, 28. Dezember 2010, 18:09

Hi Ihr,

erstmal: dass deine Frau trotz Zwangskrankheit noch arbeiten geht, bedeutet für sie vermutlich einen ungeheuren Kraftaufwand, alleine eine tägliche Zugfahrt ist für Zwangskranke mit Waschzwang/Ekel Problematik eine zermürbende Konfrontation. Natürlich weiß ich nicht, weshalb du Frührenter bist, trotzdem möchte ich an dieser Stelle anmerken, dass ich es beachtlich von deiner Frau finde, dass sie sich dem Arbeitsstress trotz ihrer Erkrankung noch aussetzt.

Nicht-Zwängler haben gerne die Ansicht, dass man den Zwang einfach nur abstellen müßte oder minimieren ... was jedoch nicht geht und eher das Gegenteil auslöst. Als Angehöriger muss man an den Stellen die Grenzen setzen, wo man selbst zu sehr mithineingezogen wird, also zB sagen: Ich mache es so, wie ich es für richtig halte, mach es selbst, wenn es dir so nicht paßt oder Kompromisse schließen, den Briefkasten kann man zB auch separat leeren, sie leert die Post, du bringst den Müll runter ....

Es kommt natürlich immer auch auf die Schwere der Erkrankung, die Dauer und den Zeitpunkt, an dem man krank wird, an, trotzdem, zielen die Therapien meist darauf ab, wieder normal, sprich, so wie die anderen zu werden und sich zu verhalten. Was dabei oft übersehen wird, ist, dass es mitunter gar nicht mehr möglich ist, aufgrund der Umstände und Ereignisse, die dazu geführt haben, dass man diese Krankheit entwickelt. Anstatt sich darauf zu konzentrieren, wie man trotz Handicap noch Lebensqualität behalten und wiederherstellen kann, fokussieren sich die Therapien lieber darauf, einen den anderen anpassen zu wollen, was nicht unbedingt funktioniert, weil es der falsche Ansatz ist. Von einem querschnittsgelähmten würde auch keiner erwarten, dass er aufsteht und an einem Marathon teilnimmt, genau das wird jedoch von den psych Kranken erwartet, dass sie ihre Schwierigkeiten einfach ablegen und wieder *normal* sind. Ein Gelähmter bekommt Unterstützung, sein Umfeld, die Wohnung, wird den Bedürfnissen der körperlich sichtbaren Einschränkung angepasst, einem psych Kranken wird das verweigert, nicht zugestanden, dabei wäre grade das so wichtig.

Solange deine Frau damit klarkommt, Zug zu fahren, indem sie Handschuhe trägt, solltest du auch für dich damit klarkommen. Ein Zwang, der auf Ekel beruht, läßt sich manchmal nicht verbergen, trotzdem ist diese Lösung von ihr für sich selbst immer noch besser, als zB gar nicht mehr rauszugehen, nicht mehr Zug zu fahren etc. Jemand mit einer Gehbehinderung benötigt auch einen Stock oder Krücken .... jemand mit einer extremen Sehstörung/Blindheit bekommt einen Blindenhund/Stock ... es ist an der Zeit, dass die Gesellschaft ihre Sichtweise, die sie gegenüber psych Kranken hat ändert, das würde auch den psych Kranken das Leben in dieser Gesellschaft erleichtern.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch mal das Beispiel mit einem körperlich behinderten Menschen bringen, ein Rollstuhlfahrer bekommt einen Fahrdienst zur Verfügung gestellt, ist teilweise nie wirklich alleine, jemand, der unter schwersten Panikattacken oder Ekel/Zwängen leidet, bekommt in der Regel keinerlei Unterstützung, der soll sich mal nicht so anstellen etc. der kann ja rausgehen, Bus fahren etc. ... nur weil körperlich nichts zu sehen ist, wird oft so getan, als existiere die Krankheit nicht und wäre nur eine Marotte, eine Charakterschwäche oder Faulheit, die es auszumerzen gilt. Jemand, der körperliche Leiden hat und infolge dessen zB auch vieles nicht selbst machen kann, bekommt natürlich Hilfe, Mitgefühl oder wird zumindest akzeptiert, dass er es eben nicht machen kann, dieses Verständnis wird den psychisch Kranken leider verwehrt.

Viele Grüße, Hermit.
Das Leben als solches ist absolut lebensgefährlich und führt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit zum physischen Tod.

Lesen -> Denken -> Schreiben

~T~R~ O - o - O ~ L

Pit-2001

unregistriert

6

Dienstag, 28. Dezember 2010, 21:14

Wie wahr Hermit!

Pit

7

Mittwoch, 29. Dezember 2010, 01:42

ich kann dem nur zustimmen. ich glaube das problem ist, dass einfach viele psychisch kranke aber auch hilfe verweigern oder ihre krankheit verschweigen, was wiederum damit zu tun hat, das psychische erkrankungen in der gesellschaft nicht so "anerkannt" sind wie andere. die menschen sind einfach viel zu wenig aufgeklärt.

8

Mittwoch, 29. Dezember 2010, 07:55

Hi Hermit,

ich selbst bin Frührentner durch eine rheumatische Erkrankung und durch die psychischen Folgeerkrankungen von emotionalem Missbrauch. Hab dabei eine Zeit lang Probleme mit Kontrollzwang gehabt, so bis zu 5 Mal kontrollieren, ob das Licht aus ist oder die Wohnung abgeschlossen ist. Zum Glück hab ich das so gut hin bekommen, dass ich jetzt einmal kontrolliere und das wars.

Das mit den Therapien sehe ich gespalten, deshalb bin ich für deine Worte empfänglich. Ich bin an einem Punkt, an dem ich schwanke zwischen: sie muss doch Therapie machen damit sie wieder "normal" funktioniert und doch merke ich gleichzeitig, dass das nicht funktioniert. Der Vergleich ein Sehbehinderter bekommt einen Blindenhund und ein Zwangskranker seine Schutzhandschuhe oder der Vergleich wie ein Querschnittsgelähmter an einem Maraton teilnehmen soll, hilft mir, die Situation realistischer einzuschätzen.

Ich bin jetzt erst 2 Tage hier im Forum und habe schon ausprobiert, keinen Druck mehr auf meine Frau wegen des Waschzwangs auszuüben. Plötzlich experimentiert sie, wie es ist einen Tropfen weniger Flüssigseife zu nehmen oder mit einer Uhr zu prüfen wie lange sie zum Händewaschen braucht. Noch vor wenigen Tagen hätte ich das nicht für möglich gehalten.

Trotzdem muss ich damit rechnen, dass ich mit dieser Zwangserkrankung meiner Frau leben muss, nein, leben will, weil ich sie liebe.

Nochmal danke für deine klaren Worte.

liebe Grüße
Momo

Pit-2001

unregistriert

9

Mittwoch, 29. Dezember 2010, 15:38

Tja, und dann spielt auch eine Angst der Menschen mit, die da lautet, wenn man DIE lässt, dann dehnt sich das immer mehr aus.

Es ist wie bei den Hexen früher, da blickte man genauso nicht durch, wie man heute nicht in die Seelen solcher Menschen blicken kann. Also was tun:

Mit Gewalt aufhalten, dieses undurchblickbare Tun!!! ?

Na ja, da steckt ja auch eine Menge Richtigkeit dahinter. Es soll Leute geben, die sich in ihren Zwängen suhlen, die sie zu leicht nehmen, meinen, es sei alles ganz normal und sie könnten darauf beharren,

und selbst die, die sich Tag für den A.... aufreißen, um etwas gegen dieses Leiden zu tun, leben bei Akzeptanz in der Gefahr, dass sich der Krake ausdehnt.

All das sollte man berücksichtigen!

Und vernünftige Erkrankte tun dies ja auch, doch es darf nichts an dem ändern, was Hermit geschrieben hat, das muss trotzdem mal in die Köpfe der Leute.

Habe dazu ein Buch geschrieben, in dem das an die Öffentlichkeit kommen könnte, aber nicht mit Zeigefinger, sondern anhand von vielen Beispielen . . .

Aber auch das kommt nicht an die Öffentlichkeit, weil ich kanns ja nicht jedem auf die Nase binden, und hier drin ist es ja auch schwer für mich, sich öffentlich zu outen, und außerdem ist es kein Sachbuch, sondern ein wahnsinnig spannender Roman. Das tat ich extra, damit auch Leute, die damit nichts am Hut zu haben scheinen, gern weiterlesen, weils ja spannend ist.

:-)

Pit

Wer es sich beschaffen will, vielleicht per PN anfragen, wir finden dann einen Weg. Mir ist unwohl, mich hier namentlich zu outen, andererseits, ermuntert mich gerade dieser Thread wieder, da das Buch genau das vertritt, was auch Hermit hier geschrieben hat, nur auf subtile Weise, nicht so, dass man gleich gegendonnert, wenn man anderer Meinung ist und das sind ja wohl noch viele.

10

Mittwoch, 29. Dezember 2010, 22:29

Hi Momo,

es freut mich, dass ich dir in gewisser Weise weiterhelfen konnte.

Zitat

Ich bin jetzt erst 2 Tage hier im Forum und habe schon ausprobiert, keinen Druck mehr auf meine Frau wegen des Waschzwangs auszuüben. Plötzlich experimentiert sie, wie es ist einen Tropfen weniger Flüssigseife zu nehmen oder mit einer Uhr zu prüfen wie lange sie zum Händewaschen braucht. Noch vor wenigen Tagen hätte ich das nicht für möglich gehalten.


Es freut mich auch, das zu lesen, ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass Zwänge unter weniger Druck von außen nachlassen können, gerade weil manche von uns die Zwänge zum Abgrenzen benötigen, gelingt es einem, die Auslöser und Streßfaktoren zu reduzieren, kann man als Zwangskranker auch ein Stück den Zwang loslassen.

Zum Thema Therapie möchte ich noch anmerken, dass es durchaus sein kann, dass eine Therapie sie so sehr mitnimmt, dass sie dann noch mehr Zwangshandlungen und Alltagsprobleme bekommt, da jede Therapie immer auch die Dinge aufwühlt, die mit zur Erkrankung beigetragen haben.

Ich wünsche dir und ihr, dass ihr eine Möglichkeit findet, euer Leben auch weiterhin gemeinsam zu gestalten.

Viele Grüße, Hermit.
Das Leben als solches ist absolut lebensgefährlich und führt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit zum physischen Tod.

Lesen -> Denken -> Schreiben

~T~R~ O - o - O ~ L

11

Mittwoch, 9. Februar 2011, 17:49

erstmal ein WOW an alle Beiträge :)
Es ist schön zu lesen wie Gesellschaftskritisch hier viele sind :)
Ja, in unserer Gesellschaft existieren viele Ansprüche des "Normal" seins und alle, die da nicht ganz rein passen werden verurteilt und ausgesondert, wenn man es so bezeichnen will. Es gibt besondere Institute, Einrichtungen und Therapien, welche zwar wirklich Hilfreich sind, aber von der Gesellschaft immernoch in ihrer Annahme unterstütz werden: "ha, da ist der Beweis, du bist anders, du brauchst hilfe, wir wollen nichts mit dir zutun haben" Mein Gott, wie schräg.

Ich finde es dadurch auch kein Wunder, dass viele Zwangserkrankte, oder psychisch Kranke angst vor genau diesen Therapien haben, weil sie vor der Reaktion der Gesellschaft angst haben. Man möchte doch nichts dringlicheres als NORMAL zu sein. Die Schuld liegt meiner achtens demnach an der Sturköpfigkeit und Ignoranz der Gesellschaft! Sie hat keine Ahnung von nichts, aber darüber macht sie sich ein schönes, abwertendes Urteil...Und ein Umbauprozess dieser Urteile ist ein langwieriger Prozess, leider!

Es ist demnach für mich verständlich, Momo, dass deine Frau die Therapie ablehnt.
Aber ich finde es bewundernswert, dass sie sich dem Alltag stellt, dass sie Arbeiten geht und dass sie lernt sich andere Wege zu suchen um mit ihrer Angst/Ekel umzugehen.

Meines Erachtens nach ist es auch wirklich erfolgsversprechender ihr Anerkennung zu zeigen, sich gemeinsam, bzw. sie für jeden noch so kleinen Erfolg aufrichtig zu Loben und zu Belohnen, bzw. einfach Anerkennung zu zeigen :)
Jeder kleine Fortschritt ist ein wichtiger Schritt zum Vorankommen :)
Und Anerkennung steigert ihr Selbstbewusstsein und auch ihre Motivation sich noch weiter vor zu wagen :)

Wut, Diskussionen, Streit...All das würde nur den Druck erhöhen, wie ihr schon gesagt habt. Und es vermindert das Selbstbewusstsein.

Zwar helfen auch klare Grenzen, dass du den Zwang nach und nach nicht Unterstützt. Aber gleichzeitig Anerkennung, Mut machen und Zuversicht, anstatt Vorhaltungen, sind ebenfalls wichtig :)

Wie schon erwähnt, du sollst ihr ja klar machen, dass du sie zwar unterstütz und liebst, aber den Zwang selber die Unterstützung entziehen willst. Es ist schwer, bringt auf dauer aber viel :)

Ich wünsche euch viel Erfolg, Momo

Ps. Pit? Ich würde das Buch wirklich gerne lesen :)))))

12

Donnerstag, 10. Februar 2011, 11:10

Hi

Danke für eure Beiträge und dass ihr mir Mut gemacht habt. Jetzt arbeiten wir erst mal daran. Melde mich später wieder.

liebe Grüße
Momo