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Zwangsgedanken: Angst Homosexuell zu sein

Michael

unregistriert

1

Dienstag, 26. April 2011, 20:54

Angst Homosexuell zu sein

Hallo zusammen,

ich bin neu hier im Forum und wollte mich mal genauer vorstellen und vielleicht auch was von der Seele schreiben. Bevor ich anfange zu schreiben möchte ich euch versichern, dass ich nichts gegen Homosexuelle Menschen habe, es geht nur um mich selbst und meine Angst.

Ich werde bald 33 Jahre u. bin nicht seit gestern Zwangskrank. Bei meinen ersten Zwängen an die ich mich erinnern kann war ich ca. 6 Jahre. Ich musste immer meine Schulkollegen / Kolleginnen anstarren. Ein anderer Zwang an dem ich mich in diesem Alter erinnere handelt von dem Schlafzimmerschrank meiner Eltern. Rechts in der Ecke war der Schrank zu Ende, dort war eine Lücke neben dem Raumende wo ich immer grundlos meinen Kopf reinstecken musste. Mit heute verglichen war das eher harmlos.

Als ich zwischen 8 u. 10 Jahre alt war sah ich mir eine Volksmusikantensendung im Fernsehen an und plötzlich kam mir ein absurder Gedanke. Er sangen ein Mann und eine Frau, ich guckte mir die Frau an und dachte komisch, alle Männer bzw. Jungs mögen doch Frauen / Mädchen, ab ich selbst kann nichts damit anfangen, aber mit dem Mann der dort sang konnte ich mich irgendwie identifizieren. Ich dachte da stimmt doch was nicht und setzte mich gedanklich unter Druck. Wie gesagt, ich war zwischen 8 u. 10 Jahre und in diesem Alter ist man doch noch eher asexuell.

Als ich 9 Jahre alt war ging ich mit meiner Klasse auf Klassenfahrt. Mein damaliger bester Freund und ich wollten Autoquartett spielen und setzten uns auf sein Hochbett. Ich erinnere mich noch wie unangenehm das war. Ich dachte so Sachen wie zwei Jungs in einem Bett, dass ich doch Unnormal. Dann mit ca. 11 / 12 Jahren, fast die gleiche Situation mit einem anderen Mitschüler. Wir waren mit mehreren Leuten auf dem Zimmer kurz vor dem Schlafen gehen im Schlafanzug. Ich saß bei dem Schulkollegen am Bettrand und wir unterhielten uns, der Kollege war kurz vor Klassenfahrtbeginn auf meine Schule / Klasse gewechselt und wir kannten uns kaum. Diesmal passierte mehr in mir, es war nicht nur ein Gedanke. Ich fühlte schrecklich, als ob ich eine verbotene ganz schlimme Tat begangen hätte. Es kam für mich noch schlimmer auf derselben 3 Wöchigen Klassen fahrt, weil ich mit einem anderen Klassenkollegen Blödsinn gemacht hatte (Lehrer geärgert oder so) musste ich als erzieherische Maßnahme ohne Decke und Kissen im Unterrichtsraum mit ausgestopften Tieren auf dem Fußboden schlafen. Ich hatte große Angst und mir war kalt. Auf einmal kam der andere Kollege der im Speisezimmer schlafen musste zu mir mit Decke und Kissen (warum er die mitnehmen durfte weiss ich bis heute nicht). Wir teilten uns Decke und Kissen und hatten trotzdem noch Angst vor Dunkelheit und wovor Kinder so Angst haben. Der Lehrer weckte uns morgens, ich weiss noch wie ich gedacht habe, was denkt der Lehrer jetzt? Zwei Jungs unter einer Decke, usw..

Es kam immer wieder zu irgendwelchen Situationen wo ich innerlich eingegangen bin, wenn ich zum Beispiel einen anderen Jungen im Schwimmbad beim umziehen nackt gesehen oder ich im Fernsehen schwule gesehen habe, ich konnte es mir nicht erklären. Irgendwann kam ich dann auf die Idee dass ich wohl schwul bin. Es war ja eindeutig, wenn andere mit 16 oder 17 Jahren schon 10 Freundinnen hatten und ich hatte immer noch keine. Dann musste ich wohl schwul sein. Nur was ich nicht verstand, ich hatte kein Bedürfnis mir Männerbilder anzuschauen und Mädchen / Frauen fand ich äußerlich und vom Wesen her anziehend. Ich war bis ich 22 Jahre zu schüchtern eine Frau anzusprechen. Es ergab einfach keinen Sinn, ich verliebte mich auch in Mädchen in meinem Umfeld, auch wenn kein Mädchen mich kennen lernen wollte. Ich war ja der super Looser den alle gemobbt haben. Welche Mädchen wollten schon mit so einem Typen zusammen sein. Daran merkt ihr auch dass es mit dem Selbstwertgefühl nicht weit her war.

Es gab Phasen so mit 18/19 da stand ich kurz vor dem Zusammenbruch, dieser Gedanke schwul zu sein kam immer und immer wieder, kaum auszuhalten. Niemand wusste von meinem Problem ich hatte es niemanden erzählt, ich hatte Angst mich jemanden anzuvertrauen. Dann kam endlich der Durchbruch, mit ca. 23 Jahren lass ich bei einer Zivieldienstschulung einen Auszug zu Thema Zwangserkrankung. An dem Tag ging es mir spitze, endlich wusste ich was mit mir los war. Alles was dort stand passte zu mir. Wenige Monate später lernte ich meine Freundin kennen, mit der ich heute immer noch zusammen bin. Jetzt könnte man denken, Happyend?

Leider nicht, es kommen immer wieder Phasen wo die Angst schwul zu sein wieder los geht und die jetzige dauert mit kleiner Unterbrechung schon 2 Jahre an. Ich halte es nicht mehr aus, 24 Std. derselbe Gedanke, Bilder von Männern nackt oder wie ich Sex mit Männern habe in meinem Kopf und in meinen Träumen und immer wieder der gleiche Gedanke, wenn ich mir das mit den Frauen nur eingebildet habe! Wenn ich mit der SBahn fahre und es setzt ich ein gutaussehender Mann gegenüber von mir hin, gehe ich innerlich zugrunde.

Die Frage ist wie lange ich noch arbeiten kann, meinen Job möchte ich nur als aller letzte Notlösung opfern. Ich werde mir jetzt einen Therapieplatz suchen und hoffen dass meine Gedanken durch die Medikamente zwischenzeitlich besser werden. Als Abschluss: Objektiv betrachtet, bin ich nicht schwul, maximal bisexuell, aber selbst das ist erher unwahrscheinlich. Nur wenn meine Zwangsgedanken mal wieder besonders schlimm sind, dann glaube ich schwul zu sein und das ist schrecklich für mich!!!!!!!!!!!!! Viele werden jetzt denken was daran so schlimm wäre für mich schwul zu sein, ich kann diese Frage für mich selbst nicht beantworten. Zusätzlich leide ich noch an leichten Kontrollzwängen, diverse andere Zwangsgedanken und habe ständig imaginäre Lieder im Kopf, was in den letzten Tagen besonders schlimm ist, aber die Sache mit der Angst schwul zu sein ist mein Haupzwang.

Danke für’s lesen (waren hoffentlich nicht zu viele Info’s). Würde mich über ein paar Meinungen von euch sehr freuen!

Zwangst21

unregistriert

2

Samstag, 30. April 2011, 14:53

Hallo,

also ich hatte die Angst davor "Schwul" zu sein ebenfalls schon gehabt.
Hat sich bei mir im Nachhinein wieder als Zwangsgedanke entpuppt.

Du beschreibst ja das du seit deiner Kindheit schon mit dem Gedanken in Berührung
kamst, aber trotzdem immer diese Abneigung dagegen hattest.
Im weiteren Text schreibst du ja das du jetzt eine Freundin hast und erwähnst auch
sonst keine Dinge die auf eine Homosexualität schließen lassen.

Es handelt sich bei deiner Angst davor Schwul zu sein jedoch um einen hartnäckigen
Zwangsgedanken, den du schon lange hast.
Je mehr du dich anscheinend mit diesem Gedanken beschäftigst, umso mehr scheint
sich die Angst in deinem Leben breit zu machen.

Erstmals würde ich raten, dir diese Gedanken nicht übel zu nehmen, denn du kannst
überhaupt nichts dafür, das sowas gerade dich betrifft.
Dann hat es mir damals geholfen, zu versuchen mich damit nicht mehr zu beschäftigen.
Das heißt keine Grübeln und Überlegen mehr.
Zudem habe ich mir eine Pause in der Sexualität genommen, sodass ich mich für einige
Zeit gar nicht mehr so präsent war und somit auch nicht die bohrenden Fragen im Kopf
nach meiner sex. Ausrichtung.
Sicher kam es zu Situationen, wo ich im Fernsehen, draußen usw. Männer sah,
aber ich habe damals versucht mich so weit wie möglich davon zu enferenen.
D.h. "einfach" mal umgeschaltet oder weggeschaut.
Das hört sich selbst für mich jetzt alles so einfach an, aber es war eine harte Zeit damals, aber irgendwann bin ich es losgeworden, auf kosten eines neuen Zwangsgedankens.

PS: Finde es wirklich schlimm, wie grausam sich Lehrer verhalten und Kindern mit so bescheuerten Strafen einen Schrecken fürs Leben mitgeben.
Sowas sollte man sofort rausschmeißen !

Grüße

Michael

unregistriert

3

Sonntag, 1. Mai 2011, 11:26

Hallo Zwangst 21,

ich gebe dir recht, da ich mich mit meiner Angst immer wieder beschäftigt habe ist der Zwang allgegenwertig, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt. Dass nichts darauf hinweist bei mir schwul zu sein würde ich am liebsten auch so sehen, leider kriege ich es wegen dem Zwang nicht hin. Dann kommen so Gedanken wie z. B. als ich 13 Jahre alt war hatten Kollegen schon ihre erste Freundin, ich dagegen interessierte mich noch nicht für Mädchen. Auch nicht für Jungs, nicht falsch verstehen. Ich will damit sagen, wenn ich selbst irgendwo in meiner Vergangenheit oder auch Gegenwart einen Moment oder Situation suche wo ich vielleicht einen schwulen Gedanken gehabt habe und es mir nur lange genug einrede, dann finde ich was. Aber genau das ist das Problem. Diese Angst steckt so tief in mir, die werde ich ohne Verhaltenstherapie nicht mehr los und werde mir Hilfe suchen müssen wenn ich ein normales Leben ohne oder so wenig Zwänge wie möglich führen möchte.

Wie schlimm es wirklich ist zeige ich an ein Beispiel an. Seit meiner aktuellen Zwangsphase träume ich auch öfters davon. Die Träume die sind beängstigend. In einem meiner Träume hatte ich Sex mit einer Frau, auf einmal ist die Frau ausgetauscht zu einem Mann. Ich wachte sofort auf und hatte einen riesen Schreck, ich hatte auch eine Erektion. Ich war total verwirrt, meine Zwänge sind so weit fortgeschritten, es ich nicht zu aushalten und genau deswegen werde ich mir Hilfe suche müssen.

P. S: Ja dieser Lehrer, da waren noch andere Situationen. Regelmäßig stand er im Klassenraum unerwartet hinter einem Mitschüler und presste einen Finger in seinen Rücken oder Nacken bis er vor Schmerzen schrie und sagte dann so Sachen wie "Es ist schön wenn der Schmerz nachlässt".

4

Sonntag, 1. Mai 2011, 13:08

Hallo Michael,
schreibe dir jetzt noch mal in verkürzter Form. Bin nämlich gerade dummerweise auf den zurücksetzen-button gekommen ;)
Also, mir geht es wie dir, soll heißen ich habe den selben Zwangsgedanken. Hatte eine Phase mit vierzehn, da hat es angefangen. Hing mit Mobbing und Lästereien zusammen. Naja, danach ging es mir lange gut. Bezogen auf den Gedanken. Hatte auch mal eine Phase mit anderen Gedanken und Essstörungen/Depressionen zu kämpfen. Jetzt vor ein paar Monaten kam der Gedanke plötzlich wieder, so ziemlich aus dem Nichts. Also die Angst war bis dahin ziemlich weg und wurde plötzlich reaktiviert.
Aber was ich eigentlich sagen wollte. Den Traum, den du da beschreibst kenne ich fast genau so. In dem Traum schlafe ich mit einem Mann (nicht meinem Freund, was im Nachhinein auch Schuldgefühle bei mir verursacht hat), bin erregt, es gefällt mir. Dann, danach, ist der Mann plötzlich weg und eine Frau ist da. Sie ist nicht nackt und ich bin auch nicht mehr erregt, aber es hat mir doch Angst gemacht. Warum wurde der Mann durch die Frau ausgetauscht. Hab aber auch noch andere Träume die sich um das Thema drehen. Zum Beispiel habe ich neulich geträumt, dass eine Frau versucht mich zu küssen, ich will das nicht und schreie sie an. Oder ich habe auch schon mal geträumt, dass mich eine dicke Frau vergewaltigt. Das war am schlimmsten.
Ich weiß nicht, ob dir das was hilft, aber mir hilft es schon oft, wenn ich weiß, dass es anderen auch so geht wie mir.
Ganz liebe Grüße

Michael

unregistriert

5

Sonntag, 1. Mai 2011, 20:13

Hallo Hannah,

was ich bei meinen Träumen nicht so ganz verstehe, ich habe diesen Zwang seit vielen Jahren. Ich habe in jüngeren Jahren niemals von einem sexuellen Akt mit einem Mann geträumt, das habe ich erst seit dieser Phase die ca. 2 Jahre andauert. Ich frage mich warum hatte ich nicht schon viel früher solche Träume. Vielleicht liegt es daran das ich jetzt bereit bin was dagegen zu unternehmen, früher hatte ich noch nicht den Mut mir Hilfe zu holen. Ich wäre auch nie auf den Gedanken gekommen meine Ängste mit andren zu teilen wie ich es in diesem Forum tue oder in der Selbsthilfegruppe für Zwangskranke in der ich mich seit ca. 4 Wochen befinde. Es tut wirklich gut zu erfahren das es noch andere Menschen gibt den es genau so geht und die fast die gleichen Erfahrungen gemacht haben.

Meinen schlimmsten Traum den ich zu diesem Thema hatte, war vor ungefähr einem Jahr. Ich mache mir bis heute Gedanken deswegen, ob der Inhalt des Traumes nicht eindeutig beweist dass ich schwul bin. Der Traum spielt bei Aldi in der Gemüseabteilung (klingt irgendwie merkwürdig), wie ich einen Mann von hinten nehme. Ich kann mich leider nicht mehr erinnern ob es die ganze Zeit ein Mann war oder ob es auch wie in dem anderen Traum zwischen Frau und Mann gewechselt hat. Besonders schlimm fand ich es als ich das Gesicht gehen habe, es war so ein ekliger Typ der mich früher gemobbt hatte. Nach dem ich das Gesicht gesehen habe bin ich sofort aufgewacht und leider hatte ich eine Erektion. Ich fühlte mich sehr schlimm nach dem aufwachen und die Erektion ging sofort zurück.

Ich habe meiner damaligen Psychologin davon erzählt, sie meinte dass eine Erektion nicht gleichzeitig bedeutet daran Gefallen gefunden zu haben. Wie gesagt ich bin mir nicht sicher ob es nicht vorher eine Frau war. Ich glaube es war so wenn ich jetzt darüber nachdenke. Es war nicht zu erkennen ob es ein Mann oder eine Frau war, ich bin im Traum davon ausgegangen das es eine Frau ist, was sich aber als falsch heraus gestellt hat bis ich das Gesicht gesehen habe. Du merkst schon in was für einer verzwickten Lage ich mich befinde.

Ich kann nur jedem Zwangskranken raten die Zwänge nicht Jahrzehnte mit sich rum zu tragen, sondern sich frühzeitig professionelle Hilfe zu suchen, sonst besteht das Leben nur noch aus Zwang.

Liebe Grüße

mrs.münster

unregistriert

6

Montag, 2. Mai 2011, 15:39

Hey michael auch Ich kenne diese Angst seit vielen Jahren obwohl ich erst 21 bin..
Ich kann dir nur an sHerz legen, dass Träume nicht wiederspiegeln was du willst oder nicht willst sondern was dich beschäftigt bitte glaube mir!Leider habe ich auch schon zwei mal geträumt eine Frau zu küssen und ich war im Traum auch erregt aber dann habe ich so ein bisschen rumgesucht und gesehen, dass auch heterosexuelle homosexueööe Träume haben, die sie sogar genießen nur eben nicht in die Realitt umsetzten weil sie nciht homosexuell sind :)
Von deinen Träumen auf die Realität zu schließen wäre fatal also versuch an etwas anderes zu denken !Auch ich konnte mir vor einem halben Jah nicht erträumen über meine Ängste zu sprechen nun habe ich mich aber für eine Therapie entschieden und bin endlos glücklich darüber, dass dieser Druck weg ist
Kennst du auch andere Ängste,, die vielleich nicht so stark ausgebprägt aber irreal sind?

Wenn du zeit hast kannst du ja auch unter www.stuckinadoorway.org schauen und dann auf sexual issues leider muss man sich dafür anmelden aber in diesem Forum ist die ngst noch weit verbreiteter als hier ich weiß auch nicht warum
vielleicht hilft es dir ja mir hilft es zumindest wenn es mir ganz schlecht geht in solchen Foren durchzulesen

Einen schönen Tag

Michael

unregistriert

7

Montag, 2. Mai 2011, 21:28

Hallo mrs.münster,

ja ich kenne auch andre Ängste die irreal sind, aber leider auch ziemlich ausgeprägt. Ich habe Angst ich könnte eine schwere Krankheit bekommen, besonders schlimm ist die Angst einen Gehirntumor zu bekommen. Diese Angst habe ich auch schon sehr lange, seit dem im 14 Jahre alt bin ungefähr. Im Jahr 2004 ist meine Tante ganz überraschend an einem Gehirntumor gestorben, das hat natürlich meine Angst erhöht. Am schlimmsten war es 2008, da lag ich mehrere Wochen mit gebrochenen Fuß im Bett, ich hatte viel Zeit über alles zu grübeln. Es gab sogar psychosomatische Anzeichen. Gliedmaßen wie Arme oder Beine zuckten und ich konnte es nicht abstellen. Erst als mein Gehirn geröntgt wurde und nichts zu finden war ging es mir allmählich wieder besser.

Eine andere Angst dich ich habe, die zu meinem Glück nicht so stark ausgeprägt ist, ich könnte einer Person etwas Schlimmes antun. Wie z. B. körperliche Gewalt oder noch was viel schlimmeres wie Vergewaltigung. Es ist nur ein schwacher Zwang, habe aber Angst dass der Zwang irgendwann mal genau so schlimm werden könnte wie die Angst vor dem schwul sein. Ich stecke leider voller Ängste, die ich gerne alle loswerden möchte, weil ich so niemals glücklich werden kann!

Liebe Grüße

8

Dienstag, 3. Mai 2011, 02:06

Hi ihr,

Ängste vor diversen Krankheiten kenne ich auch, ich hatte auch jahrelang Angst, einen Gehirntumor zu haben, bzw ein Blutgerinnsel, vor allem, nachdem ich einen Unfall hatte.

Eine zeitlang waren die Ängste dahingehend dann weniger bzw weg, nun fingen sie aber leider wieder an, auch wenn es nun andere Krankheiten sind. In Phasen, wo es mir nicht gut geht, denke ich dann, besser, man erkennt es nicht und stirbt dann dran, als zig Behandlungen durchstehen zu müssen.

Die Frage ist auch, was der Angst zugrunde liegt, Angst vorm Sterben/Tod, Angst vorm Leiden .... Angst vorm Leben ....

Dumm ist auch, wenn man dann tatsächlich ähnliche Symptome hat oder denkt, man hätte solche Symptome; wobei ich mal gelesen hab, dass jemand wirklich nur durch Einbildung die Krankheitssymptome hatte, von der Krankheit, wo er dachte, dass er sie hätte, obwohl er gesund war.

Man kann sich selbst schon ziemlich zusetzen *wink*

Grüße, Hermit.
Das Leben als solches ist absolut lebensgefährlich und führt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit zum physischen Tod.

Lesen -> Denken -> Schreiben

~T~R~ O - o - O ~ L

mrs.münster

unregistriert

9

Dienstag, 3. Mai 2011, 09:50

Ja die Angst jemanden zu verletzen kenne ich auch mal mehr mal weniger....dann wünsche ich mir imemr die alte Angst zurück
Hauptsache ich schreibe Dir du sollst nicht auf deine Träume achten und ich habe gestern geträumt dass ich mir einen Lesbenporno angeguckt habe(obwohl ich noch nie einen Porno gesehen habe) und erregt war und konnte dann als ich aufgewacht bin vor lauter schreck und Trauer nicht mehr schlafen :( :prust:
das ist alles so bitter

Michael

unregistriert

10

Dienstag, 3. Mai 2011, 21:07

Hallo mrs.münster,

ich fühle mit dir! Heute Nacht hatte ich auch wieder so einen tollen Traum. In meinem Traum habe ich im Fernsehen zwei ältere schwule Männer gesehen, die total happy waren schwul zu sein und meinten es sei doch das Beste was es gibt. Ich wachte dann heute Morgen auf und der Tag war schon kaputt bevor er angefangen hat. Du hast Recht, es ist bitter!

11

Dienstag, 3. Mai 2011, 22:12

Hallo zusammen,
ich muss es euch ja eigentlich nicht noch mal sagen, da mrs. münster es ja selbst gesagt hat, aber man sollte den Träumen wirklich nicht so viel Bedeutung beimessen. Es gibt eine wissenschaftliche Theorie zum Thema Träumen, die besagt, dass in den Traumphasen im Gehirn zufällige Aktivität herrscht. Das Gehirn ist dann übermäßig aktiv. Der Teil des Gehirns, der interpretiert, versucht aus der Zufallsaktivität einen Sinn zu ziehen. Dabei fließt dann natürlich das ein, womit man sich gerade im wachen Zustand beschäftigt hat. Und da wir uns ja wirklich ausgesprochen viel mit dem Thema Homosexualität beschäftigen, ist es kein Wunder, dass dieses Thema in unseren Träumen vorkommt. Das ist ja bei anderen Themen auch so.
Mir geht es heute aber auch nicht besonders. War fast den ganzen Tag alleine und dann hab ich immer das Gefühl meine Wahrnehmung verändert sich und alles wirkt unwirklich. Hab manchmal das Gefühl, dass ich andere Leute um mich brauche, um nicht verrückt zu werden. Das Schlimme ist nur, dass ich mich durch den ganzen Scheiß total zurück ziehe. Irgendwann hat ja auch keiner mehr Lust auf mich zu zu gehen. Naja, morgen kann ich endlich wieder zu meinem Freund.
Liebe Grüße

Gypsy85

unregistriert

12

Mittwoch, 4. Mai 2011, 09:15

Ich habe letztens geträumt, ich bandele mit jemand anders an..... da war der Tag für mich auch gegessen (ich habe ja Angst, meinen Freund nicht mehr zu lieben). Erst dachte ich auch: JA SIEHSTE!!! Du träumst sogar schon davon!!!! Das ist der Beweis!!!!! Bis mir auffiel, dass es mein absoluter Anti-Typ war und ich mir wohl wieder etwas vormache :( - hoffentlich!

Ja, es ist bitter. Was ich besonders bitter finde, ist, dass man so wenig helfen kann. Man liest Beiträge und als Außenstehender WEIß man sofort, hey, das sind Zwangsgedanken, eindeutig, aber ich weiß ja auch aus Erfahrung, dass einem das notfalls 1000 Profis versichern können, einen Restzweifel findet man und an dem zieht man sich hoch, steigert sich rein, bis man zu 99% sicher ist, dass der Gedanke echt ist... wäre da nicht dieses irgendwas in einem, das sagt: "Hey Moment, da STIMMT was nicht."

Einen Tipp habe ich nicht... vielleicht schaut ihr mal in mein Thema "Tipps gegen ZG", dort versuche ich alles zu sammeln, was ich als Tipps von meinem Thera oder sonstwem bekomme. Schaden kann es nicht, zusammen schaffen wir das :))

13

Mittwoch, 4. Mai 2011, 11:50

Hey Leute,
wir werden also immer mehr. Einerseits freut mich das, andererseits macht mich das traurig, da es bedeutet dass viele Leute leiden :(
Eine Sache, die mich freut ist aber auch, dass sich die ZGs und das Leben mit ihnen bei allen ziemlich stark ähneln. Das deutet auf Symptome einer Krankheit hin.
Wie dem auch sei. Wer meine alten Posts liest (falls sich jemand diese Romane antun will :( ) wird schnell erkennen, dass ich exakt das selbe Problem habe.

Derzeit ist es nicht akut, aber ich merke, dass auch ich mich immer mehr sozial isoliere. Was noch ganz stark in Erscheinung tritt ist die von Hannah angesprochene Derealisierung. Ich traue mir selbst nicht mehr. Seit die Krankheit ausgebrochen ist habe ich Angst, dass in mir noch mehr von solchem Scheiß steckt, der irgendwann zu Tage tritt wie die ZG jetzt. Bevor ich mir der ZGs bewusst wurde, hatte ich sie ja im Prinzip schon - oder zumindest eine Vorstufe. Es fehlte ja nur noch der Ausbruch.
Ich hab mal gelesen, dass Betroffene nach dem Ausbruch das Gefühl haben, dass die Krankheit und der Zeitpunkt wie der Schlüssel ins Schloss passen und in Hinblick auf das bisherige Leben auch Sinn ergeben. Ist das bei euch so? Ich bin mir nicht sicher.

Vielleicht sind die ZGs ja nur ein Teil von einem viel größeren Problem, eine komplexe, fundamentale psychische Störung, die irgendwann gefährlich werden könnte.
Das kann grad natürlich auch Hypochondrie mit Hinsicht auf psychische Krankheiten sein. Ich fühl mich einfach etwas verunsichert, da ich von den ZGs ziemlich überrumpelt wurde keine Lust auf mehr psychische Krankheiten hab.
Ich bin/war immer ein netter Mensch, der versucht hat moralisch gut zu handeln und gerecht zu sein. Das ist nach wie vor so. Es gab auch ne Zeit, da habe ich von einer Familie geträumt. Kinder zeugen, aufwachsen sehen. Ich frag mich manchmal, ob ich mir das nicht alles eingeredet habe und ich wenn ich ehrlich zu mir selbst wäre, doch lieber den ganzen Tag in Schwulenbars abhängen will und eigentlich keine Familie haben will und am liebsten nen Mann heiraten will.
Versteht ihr was ich meine? Ich frage mich, ob ich das, was ich bisher gedacht habe, was meine Meinungen und Ansichten waren, auch wirklich gedacht und gemeint hab, oder ob das nicht alles (bis heute) Selbstbetrug ist und ich wenn ich "laufen lassen" würde, jemand ganz anderes wäre. Nicht nur schwul, sondern wer weiß was noch.
Wenn ich darüber nachdenke, ende ich meist mit der Einsicht, dass ich doch immer normal war und ich mich ziemlich stark in die Sache reinsteigere. Gabs nicht auch die ZGs, dass man noch andere psychische Störungen haben könnte? Oder verwechsel ich da jetzt was?

Könnt ihr mir folgen?
Ich würde mich riesig freuen, wenn ihr was dazu sagen würdet. Ist vllt etwas verwirrend, was ich schreibe. Sorry.

PS: Hannah, sorry dass ich noch nicht geantwortet habe!

14

Mittwoch, 4. Mai 2011, 14:00

Ich denke, das Thema, wovor man Angst hat, ist egal, wenn man sich zB ekelt/Waschzwang hat, dann kann man in Phasen, wos einem schlecht geht, das auch im Traum erleben. Das ist dann auch richtig mies, weil man schon aufwacht und sich verschmutzt fühlt ... obwohl man es an sich ja nicht ist und gar nicht sein kann, weils ja *nur* im Traum war. Ich denke, das Grundschema ist immer gleich.

In dem Moment, wo man sich auch im Wachzustand nicht mehr so intensiv mit einem Thema befasst, lassen meist auch die Träume nach und verschwinden mituntr sogar ganz, dauert nur manchmal einige Zeit...

Grüße, Hermit.
Das Leben als solches ist absolut lebensgefährlich und führt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit zum physischen Tod.

Lesen -> Denken -> Schreiben

~T~R~ O - o - O ~ L

Gypsy85

unregistriert

15

Mittwoch, 4. Mai 2011, 16:22

@Alibi: Ich habe seit 10 Monaten konstant diesen Derealisations- und Depersonasalisationszustand und weiß GENAU, was du meinst. Ich kenne mich selbst nicht mehr und deswegen kommen auch bei mir immer wieder die Fragen hoch, ob ich mir mein ganzes Leben, meine ganzen Ziele nicht nur eingeredet habe bzw. sie eingeredet bekommen habe. Was/wer wäre ich ohne jede Erwartung von außen? Ich weiß es nicht... was sind meine Wünsche, was die der anderen? Will ich das alles so? Wenn nicht, was will ich dann?

Einen Rat habe ich auch nicht wirklich, höchstens, dass sich unsere Symptome viel zu sehr ähneln, von allen meine ich, als dass es wahrscheinlich ist, dass irgendeiner "aus der Reihe tanzt" :))

Ich denke, uns wurde einfach die Grundsicherheit im Leben weggenommen und wir müssen uns irgendwie neu justieren. Jeder für sich ;)

mrs.münster

unregistriert

16

Mittwoch, 4. Mai 2011, 19:28

Es ist immer so befreiend von euch zu hören und schon geht es mir um 3 stufen besser... ic weiß nicht wieso=)

Ich bin mir bei euch allen sicher, dass es sich um ZG handelt bei keinem würde ich es anders denken
auße bei mir selbst da bin ich mir stark unsicher... es fühlt sich alles so echt anund so schrecklich ich gehe daran zugrunde
das mit dem zurückziehen kenne ich wirklich gut
Also ich muss zwar jeden tag zu runi aber igendwie wenn mich jemand fragt ob wir dies oder das unternehmen wollen will ich einerseits
aber andererseits denke ich esmacht doch alels keinen sinn wenn du wirklich " so " bist
das macht mich total fertig
und das mit der Derealisation kenne ich auch ich frage mich wer bin ich wikrlich? was werde ich machen und was nich ? welche Gedanken gehören zu mir und welche entsprechen der Krankheit
Ist alles ziemlich bitter
Habt ihr eigenlich einen Freund? Habt ihr ihm gegenüber auch so strake schuldgefühle wegen dieserGedanken?
ich weiß echt nich mehr ..
die angst vor psychischen Krankheiten haeb ich auch
vor allem habe ich angst irgendwann stimmen zu hören oder dinge zu sehen die es nicht gibt komplett verrückz u werden un zum mörder zu mutieren...manchmal liege ich abends wach und warte quasi auf die kleinen bunten hässchen die gleich im zimmer urumsprungen dann habe ich so viela nsgt dass ich erstmal ins bett meines bruders oder meiner eltern für ne halbe stunde mitliege weil ich nciht mehr kann... ich habe auch angst einen zählzwang zu kriegen dann fängt mein Kopf an zu zählen
aber ich weiß dass dieser Zwang nicht zu mir gehört
bin ja genug beschäftigt.....

@alibi ich kann dich ganzg ut verstehen
ich frage mich auch ob mein leben ein kompletter Betrug ist und ich mich selbst betrüge

freue mich dass der Thread hier anschub kriegt...
Liebe grüße

Gypsy85

unregistriert

17

Mittwoch, 4. Mai 2011, 20:35

Ja, ich habe ein SAU schlechtes Gewissen meinem Freund gegenüber. Zum Glück aber nur, wenn er nicht da ist. Wenn er da ist, ist sowieso alles anders... dann sind die Gedanken nur halb so schlimm und mein schlechtes Gewissen ist fast komplett weg. Weil ich ihn eben DOCH liebe und das weiß??? Ich hoffe es....

Ist es bei dir auch so, dass durch die Derealisation Vergangenheit und Zukunft wie WEG sind? Beides ist wie ein dunkles Nirvana aus nichts...

An die Angst, verrückt zu werden, erinnere ich mich noch seeeehr gut. Ich habe auch förmlich drauf GEWARTET, irgendetwas zu hören oder zu sehen, was gar nicht da ist :tocktock: Ich war damals auf ner Grillparty und hörte plötzlich leise eine Melodie. Ich zu meinem Freund (leicht panisch): "Hörst du das auch?????" "Nee, wasn??" *PANIKPUR* Es stellte sich heraus, dass jemand in meiner Nähe SuperMario gespielt hat und ich so dermaßen sensibel eingestellt war, dass ich das gehört habe und die anderen nicht. Man kann sich schon echt selbst bekloppt machen.

Japps, so ist es. Bei allen Beiträgen, die ich lese, denke ich: Ach Mensch, der/die Arme... du selbst liest sofort raus, dass es ZG sind, aber du kannst schreiben, was du willst, es wird nur kurz helfen. Bei mir selbst denken sicher auch viele: "Was macht die son Krawall, das ist doch klar, dass es ZG sind", aber bei mir selbst bin ich mir eben so ÜBERHAUPT nicht sicher.

Doch, gerade im Moment und es ist soooo schön :]

mrs.münster

unregistriert

18

Mittwoch, 4. Mai 2011, 21:25

das was du hast gypsy nennt man doch ROCD -relationship obsessive sompulsion disorder
auf englisch gib tes echt viele beiträge :)
hast du auch so tage wo du denkst du seist in jemanden andenr verliebt obwodl du sicher bist dass es nicht so ist? bei mir ist es leider nur das gleich egeschlecht...noch schlimmer

Gypsy85

unregistriert

19

Donnerstag, 5. Mai 2011, 07:51

Nein, nicht, dass es schon so ist, sondern dass es passieren könnte....Mein Thera hat mich gefragt, ob ich mich denn nach anderen Männern umsehen würde, es wäre wahrscheinlich, dass das passieren würde, sollte ich meinen Freund wirklich nicht mehr lieben. Ich habe sofort VEHEMENT verneint (und es auch so gemeint), denn ich hatte mich vorher schon "getestet" ob ich einen anderen Mann an meiner Seite gut finden würde und habe sie alle gedanklich weggeschupst.

Na ja, jetzt krieg ich jedes Mal Herzrasen (im negativen Sinne), wenn ich einen anderen länger als nur nen Augenblick ansehe. Ich WILL mich nicht in einen anderen verlieben, weil ich weiß, dass ich das Beste, was mir passieren konnte, schon habe. Ich habe einfach ANGST, dass es passieren könnte.

Wow, was ein Begriff lach. Weißt du, wieso man so etwas bekommt?