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Freewillie

unregistriert

1

Samstag, 19. November 2011, 12:29

Kann man 17-Jährige zu Medikamenten zwingen?

Hallo,

meine 17-Jährige Tochter ist schwer zwangserkrankt und zudem magersüchtig.
Die Zwänge werden immer mehr und bestimmen mittlerweile ihren kompletten Alltag. Ein Zwang ist extremer rücksichtsloser Sport, z.B. Pilatesübungen hinter verschlossener Tür die letztendlich im August 2011 zu einem Bruch des Oberschenkelknochens geführt haben.

Obwohl in psychologischer Behandlung ist bisher keine Fortschrritt erfolgt. Die Psychologin ist offensichtlich überfordert, und konnte die von ihr unabdingbar empfohlene Medikamentation meiner Tochter nicht näherbringen (wg. der möglichen Gewichtszunahme verweigert sie).

Nach dem Beinbruch ist mir jedoch klar, dass sie ihr Leben gefährdet hat und weiterhin gefährden wird. In meinen Augen, müsste sie gezwungen werden, die Medikamente zu nehmen, um ihr Leben nicht zu gefährden.

Die Psychologin bejaht zwar, unternimmt aber nichts in diese Richtung (Hinhaltetechnik) Was kann ich tun? Liege ich mit meiner Einschätzung richtig?

Gruß
Freewilie

2

Samstag, 19. November 2011, 18:08

RE: Kann man 17-Jährige zu Medikamenten zwingen?

hallo freewili,
wie lange ist deine tochter schon in behandlung?
unabhängig davon würde ich auch zu einer stationären therapie raten; ist aber nicht einfach, eine klinik zu finden, die zeitnah einen behandlungsplatz anbieten kann. in der situation sind wir mit unserer tochter(15) nämlich auch gerade.
habe sehr viel im internet recherchiert und auch einige kliniken gefunden, die solche fälle behandeln, aber ich weiß halt auch nicht, wie gut es dort ist und wie schnell man einen platz bekommt. habe hier im forum auch gepostet, um tipps zu bekommen und werde nächste woche wieder einige kliniken anrufen. wenn du interesse hast, kann ich dir gerne mal die namen der kliniken zukommen lassen, die ich bis jetzt herausgesucht habe.einige behandeln leider nur patienten aus dem regionalen umfeld, zb. die uniklinik köln, die einen sehr guten ruf hat, was zwangsstörungen bei kindern und jugendlichen angeht. kam bei uns also nicht in frage, denn wir leben in hannover.
das medikament zwangsweise einzunehmen, wie soll das gehen? einen fast erwachsenen menschen kann niemand zwingen, etwas einzunehmen, was er nicht einnehmen will, es sei denn mit gewalt. das kann ja nicht in deinem sinne sein. ich verstehe sehr gut, welche sorgen du dir machst; meine tochter nimmt zwar brav ihre medis, aber geholfen hat das bisher auch überhaupt nicht, im gegenteil, die zwänge werden ständig schlimmer.auch für uns bleibt also nur die klinik, aber das ist ein steiniger weg.
liebe grüße und viel kraft, katja

Lenni

Anfänger

  • »Lenni« ist männlich

Beiträge: 35

Zwangssymptome: Zwangsgedanken, Zwangshandlungen, Magisches Denken

Medikament / Dosis: 80mg Fluoxetin, 200mg Quetiapin, 2mg Lorazepam

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

Wohnort: Hamburg

Hobbys: Musik, Sport

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3

Samstag, 19. November 2011, 23:04

Hallo,

Wenn Deine Tochter eine Gefahr für sich selbst ist, und dies scheint ja der Fall zu sein, kannst Du als Erziehungsberechtigte Deine Tochter dazu verpflichten Medikamente zu ihrem Schutz zu nehmen. In Eurem Fall sollte man aber über einen stationären Aufenthalt nachdenken. Notfalls mit einer Zwangseinweisung zur Stabilisierung wo sie dann auch medikamentös eingestellt wird. Bei lebensbedrohlichen Fällen wird jede Psychiatrie Deine Tochter sofort aufnehmen.

Ziemlich schwierige Situation.

Alles Gute

Frank

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Zwangssymptome: Kontrollzwang

Aktueller Therapie-Status: war schon mal in Therapie

Status: Betroffene/r

Beruf: erwerbsunfähig wegen Zwängen

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4

Donnerstag, 24. November 2011, 22:40

welche Medikamente sollte sie denn nehmen? (wie heißen die?)