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Edelstein

unregistriert

1

Samstag, 3. November 2012, 03:25

Zwangserkrankung vollständig verschwunden

HALLO AN ALLE!!

Da ich noch wach bin und quer durch das Internet surfe, habe ich diese Seite aufgerufen, um euch Mut zu machen.

Ich habe zwischen meinem 16. und 17. Lebensjahr eine Zwangserkrankung entwickelt.
Zunächst einmal fing es mit einem Waschzwang an. Ich habe mehrmals am Tag geduscht und gebadet. Anschliessend steigerte sich das Ganze. Nicht nur ICH musste sauber sein, sondern am Besten jeder Gegenstand, mit dem ich in Kontakt kam.
Also reichte es irgendwann nicht mehr, mich mit extrem heissem Wasser, Seife, literweise Duschgel und Badeschaum etc. zu waschen ........
....... sondern auch das Handtuch, die Kleidung, die Bettwäsche usw., die ich danach benutzt habe, mussten frisch gewaschen sein.
Einmal habe ich den gesamten Inhalt meines Kleiderschranks gewaschen, obwohl da ganz normal gewaschene Sachen drin lagen. Meine Mutter ist durchgedreht.

Apropos Mutter:
Bis heute weiss meine Familie nichts von meinem jahrelangen Leiden, welches ich jetzt gleich noch näher beschreiben werde.
Es war mir schlichtweg peinlich, mit ihnen oder irgendeiner anderen Person darüber zu sprechen.
Sie wissen nur, dass ich an Depressionen litt und teilweise auch heute noch leide. Diese habe ich auch immer als Hauptgrund vorgeschoben, weshalb ich bestimmte Dinge getan oder nicht getan habe.
Inzwischen weiss auch nur eine entfernte Bekannte von der Zwangserkrankung, die ich hatte.

Nun aber zurück zum Verlauf:
Der Sauberkeitswahn wurde immer schlimmer und lief irgendwann nach bestimmten Ritualen ab.
Zudem musste nun auch mein Zimmer und später meine eigene Wohnung extrem sauber sein.

Die Rituale hatten irgendwann nichts mehr mit der ursprünglich angestrebten Sauberkeit zu tun, sondern wurden immer absurder.
Ich habe Türen mehrmals hintereinander aufgemacht und wieder geschlossen ..... usw.
Stellt euch einfach die gesamte Palette vor, die man sich bei Zwangserkrankungen vorstellen kann!

Das Ganze wurde so schlimm, dass ich ein Studium abbrechen musste.
Viele viele Jahre war ich komplett in Gefangenschaft dieser Krankheit.
Ich habe mich zunehmend isoliert, bis ich zu NIEMANDEM mehr Kontakt hatte. Ich war den ganzen Tag nur mit den Zwängen bschäftigt, zu denen irgendwann auch noch ZWANGSGEDANKEN hinzukamen!!!

Zwischendurch dachte ich immer wieder mal:
"Jetzt hast du es geschafft!"
Doch dann kam der Rückfall.

Nun bin ich 35 Jahre alt und komplett geheilt!
Es ist absolut nichts mehr von der Zwangserkrankung übriggeblieben.
Verschwunden sind sie vor ca. einem Jahr und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie nie wieder kommen werden, denn ich habe nicht den geringsten Drang mehr, absurde Zwangshandlungen oder Zwangsgedanken auszuführen und denke heutzutage auch nach ganz anderen Mustern. Eben wieder normaler. So, wie es vor der Erkrankung der Fall war.

Nun wollt ihr sicherlich wissen, wie es dazu gekommen ist. Es war folgendermassen:
Irgendwann hatte ich ja wirklich alles durch. Also so ziemlich jede Zwangshandlung, an die ich gebunden war oder die neu hinzukam, hatte ich EXZESSIV ausgeführt.
Ich hatte dadurch schlichtweg keine Lust mehr, diese zum 5000. Mal auszuführen und sah auch absolut keinen Sinn mehr darin.
UND PLÖTZLICH HÖRTE DER SPUK AUF!!

Ich denke, dass eine Zwangserkrankung einen Zweck erfüllt.
Ich habe es anfangs erwähnt. Ich habe teilweise immer noch Depressionen. Diese sind erst einmal stärker geworden, als meine Zwangserkrankung komplett verschwunden ist.
Da wurde mir klar, dass die Zwänge mich jahrelang davor bewahrt hatten, in eine richtige Depression abzurutschen. Denn:
Vor lauter Ritualen hatte ich ja keine Zeit dazu!! Nicht einmal Zeit für eine schwere Depression! Nur für eine leichte.

TROTZDEM:
Depressionen empfinde ich nicht als so quälend wie eine Zwangserkrankung.
Denn letztere isoliert einen vom Leben da draussen, während man mit einer Depression jederzeit ins Kino, zum Sport etc. gehen kann, sofern man sich einen Ruck gibt und diese nicht zu sehr fortgeschritten ist.

Ausserdem ist die ganz schlimme Phase meiner Depression, die etwa 10 Monate gedauert hat, vorbei.
Nun ist sie mittelschwer bis leicht. Mit immer mehr Tendenz zu letzterem.
Ich bin mir sicher, dass sie ganz verschwinden wird, wenn bestimmte Umstände in meinem Leben geklärt sind.

So, nun habe ich euch meine Geschichte erzählt.
Vielleicht fragt ihr euch, was euch das bringen soll. Sollt ihr euch jetzt auch noch exzessiver euren Zwängen hingeben, damit sie endlich aufhören?
NEIN! NATÜRLICH NICHT!

ABER:
Meine Geschichte zeigt, dass selbst eine chronisch gewordene Zwangserkrankung vollständig verschwinden kann.
Vielleicht wird sie das bei euch auch irgendwann.
ICH WÜNSCHE ES EUCH ALLEN VON GANZEM HERZEN!!!

GRUSS

polly

Anfänger

Beiträge: 9

Zwangssymptome: Zwangsgedanken, Grübelzwang, Angst

Medikament / Dosis: ehemals Cipralex 20mg

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

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2

Samstag, 3. November 2012, 11:14

Hallo Edelstein,

das ist doch mal was Erfreuliches zu lesen. Ich glaube, viele viele fragen sich ob ihre Zwänge jemals ganz weggehen werden.

Mal von jemandem zu hören, wo sie tatsächlich schon ein ganzes Jahr weg sind, macht doch Mut :-)

Edelstein

unregistriert

3

Samstag, 3. November 2012, 19:38

@polly

Ich hätte auch nie gedacht, dass die Zwänge mal vollständig verschwinden würden.
Sie waren ja richtig chronisch geworden.

Deshalb war es mir wichtig, hier zu schreiben.

4

Samstag, 3. November 2012, 20:20

Danke, das tut wirklich gut einmal etwas Positives zu hören!

5

Samstag, 3. November 2012, 22:50

<°)))o><

Edelstein

unregistriert

6

Sonntag, 4. November 2012, 16:19

Vielleicht noch einen Tipp:

Probiert mal, die Zwänge, die ihr unbedingt ausführen wollt, zu verschieben.
Betrachtet euer jetziges Leben als absoluten Tiefpunkt, in dem es verboten ist, Zwänge auszuführen.
Und nehmt euch vor, in ein paar Wochen mit den Zwängen anzufangen, damit ihr wieder das Gefühl von Erleichterung habt.

Das Verschieben fühlt sich unerträglich an, ergibt aber zusammen mit der Denkweise, dass das nun der ultimative Tiefpunkt im Leben ist, einen Sinn.
Betrachtet euer Leben also wie eine Kurve, die derzeit auf dem tiefsten Punkt ist.
In ein paar Wochen werdet ihr damit anfangen, eure Zwänge nach und nach auszuführen und zu einem Abschluss zu führen. Denn man denkt ja immer, dass man diese irgendwann zu einem Abschluss führen könnte.

Diese Denkweise bewirkt, dass man zuerst fast umkommt aufgrund des Drangs, bestimmte Zwänge auszuführen ....... dann aber eine Erleichterung spürt.
Denn:
Man muss und darf die Zwänge jetzt nicht ausführen, was zu weniger Erschöpfung führt ..........
....... und in ein paar Wochen, wenn es soweit ist, dass man die Zwänge eigentlich wieder ausführen könnte, möchte man sie nicht mehr ausführen.
Die Zeit nimmt den Druck weg!!!

7

Sonntag, 4. November 2012, 18:43

.... oh, scheinbar ein Wunder von Lourdes ! :hm:

Edelstein

unregistriert

8

Sonntag, 4. November 2012, 19:45

.... oh, scheinbar ein Wunder von Lourdes ! :hm:
Nein, das war ganz sicher kein Wunder.
Wenn du es aber für unwahrscheinlich hälst, jemals geheilt zu werden, dann kannst du dir ja gleich die Kugel geben!

Natürlich ist eine Zwangserkrankung heilbar und ich sehe nichts verwerfliches daran, hier Mut zu machen.

9

Sonntag, 4. November 2012, 20:53

Von ~ 16 bis 35 sinds fast 20 Jahre. Da wäre es sicher für einige interessant zu erfahren, womit du diese 20 Jahre zugebracht hast - außer mit der Ausübung extremer Zwänge und vor allem auch, wie du ~ 20 Jahre extreme Zwänge haben konntest, ohne je irgendeine Therapie in Anspruch genommen zu haben und dann "plötzlich" vollkommen zwangsfrei zu sein und wieder ein normales Leben führen zu können.

Zitat

...und in ein paar Wochen, wenn es soweit ist, dass man die Zwänge
eigentlich wieder ausführen könnte, möchte man sie nicht mehr ausführen.


Wenn das wirklich so einfach wäre, wären die meisten längst geheilt, viele auf Zwänge spezialisierte Therapeuten arbeitslos und die Kliniken nicht mehr überfüllt mit endlos langen Wartezeiten.
Das Leben als solches ist absolut lebensgefährlich und führt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit zum physischen Tod.

Lesen -> Denken -> Schreiben

~T~R~ O - o - O ~ L

Edelstein

unregistriert

10

Montag, 5. November 2012, 18:33

@Hermit

Womit ich die letzten 20 Jahre verbracht habe?
Ich war in der Schule, hatte aufgrund eines Bandscheibenvorfalls erst mit 22 Jahren Abitur gemacht.
Danach habe ich ein Jurastudium aufgrund der Zwänge abgebrochen und anschliessend privaten Sprachunterricht im Ausland gegeben.
Seit ein paar Semestern studiere ich wieder.

Aber eigentlich muss ich mich hier nicht erklären.
Ich habe es gut gemeint.
Glaub' es oder lass' es!

11

Mittwoch, 7. November 2012, 19:27

Hallo Edelstein,

nun nicht gleich maulen. Sicher hast du es gut gemeint, nur wir sind nun einmal so rechte Zweifler vor dem Herrn. *kiss*

Edelstein

unregistriert

12

Montag, 19. November 2012, 20:41

Mir hat eine "Luiese" geschrieben, aber ich habe die Nachricht nur per E-Mail angezeigt bekommen.
Hier finde ich die Person nicht.

Scheint aber männlich zu sein.

Edelstein

unregistriert

13

Montag, 19. November 2012, 20:42

..... männlich, weil unten noch ein anderer Name stand. ;)

14

Sonntag, 9. Dezember 2012, 03:43

hallo euch allen

ich war oder bin seit neunzehn jahren betroffener ,habe viele klinik aufenhalte hinter mir und mache seit mehr als zehn jahren psycho therapie bei einem therapeut (von dem ich zwar nicht glaube der optimalste für mich zu sein ,aber ich hatte einfach irgenwann keine kraft mehr noch weiter zu suchen )obwohl ich das gefühl jeden moment hatte es nicht mehr auszuhalten und zusammen zu brechen(was mir am liebsten gewesen wehre ,denn dann hätte ich endlich diese extrem beängstigenten und belastenden gedanken loslassen können)ist dies nie passiert,auch nicht nach dem ich mich vor lauter stress pädophil zu sein und natürlich alle anzeichen hierfür in mir fand ,auf offener strasse übergeben muste.ich konnte keine filme mehr sehen weil ich jeden üblen charakter in mir entstehen lies ohne mich dagegen wehren zu können .ich konnte nicht mit menschen in einem raum sein ohne das gefühl zu bekommen ich bringe den um oder vergewaltige die person oder sonst was führ ein scheiß ,ich war so verkrammpft das ich wirklich alles hätte tun können nur um frieden zu finden ,und ob ihr es glaubt oder nicht heute geht es mir wieder gut .leider hatte ich nicht das glück informierte ärzte um mich herum zu haben ,viel mehr muste ich mit unverständnis und abwertung von seitens der ärzteschaft lernen umzugehen so das ich mir sehrviel gedanken darum machen muste wie ich es schaffe ,später waren zum glück doch vereinzelt meschen da die mir zwar nicht helfen konnten die mir aber kraft und vertrauen zusprachen.glaubt mir alle diese gedanken die ihr in euch findet die euch abwerten und verunsichern habe ich auch in mir gefunden ,das schlimmst war das ich auch keinen lebenswille verspürte und so auch keine kraft auf zubringen vermarkte ,ich konnte nur aushalten .medikamente lehnte ich immer aus angst ab weil ich die kontrolle über meine gefühle nicht hergeben konnte .mit autogenem training,meditation ,grünen tee, sport und einem neuem weltbild habe ich es geschaft die innere anspannung so weit zu lössen das es mir gelang die gedanken wieder loslassen zu können.natürlich über kommen mich heute noch solche ängste ,gefühle und warnehmungen bei dehnen ich glaube jezt geht es wieder loss aber ich habe einige techniken mit denen ich dies gleich gut abfangen kann so das es nicht mehr so weit kommen kann .ich rede über meine erfahrungen mit menschen den das nimmt mir die angst ein aussäzigger zu sein und viele male lassen mich die menschen wissen das sie ähnliche erfahrungen gemacht haben nur noch nie mit jemandem darüber reden konnten.in der hoffnung euch kraft und zufersicht geben zu können wünsche ich euch alles gute ,last los, konzentriert euch auf eure atmung und verspürt die wärme eurer nächsten.gruss maik ;)

girasol1991

unregistriert

15

Sonntag, 9. Dezember 2012, 13:03





Zitat von »Angsthase«



.... oh, scheinbar ein Wunder von Lourdes ! :hm:
Nein, das war ganz sicher kein Wunder.
Wenn du es aber für unwahrscheinlich hälst, jemals geheilt zu werden, dann kannst du dir ja gleich die Kugel geben!

Natürlich ist eine Zwangserkrankung heilbar und ich sehe nichts verwerfliches daran, hier Mut zu machen.

Ich glaube wirklich ganz frei von den Zwängen zu werden, ist sehr schwer. Vor allem nicht, so wie du es beschrieben hast - tut mir Leid.
Ich halte es für unwahrscheinlich jemals ganz frei von den Symptomen zu sein, aber um ehrlich zu sein beruhigt mich das eher und macht mir Mut. Ich erwarte eben kein Wunder (!) mehr und habe es akzeptiert, denn wie du vorher in deinem ersten Beitrag (?) richtig erwähnt hast, Zwänge haben eine Funktion. Ich weiß, warum ich krank bin, warum ich Zwänge habe und dafür bin ich dankbar, denn seit ich das weiß, lebe ich und das trotz der Zwänge!

Es ist nichts verwerfliches daran, Mut zu machen. Aber realistisch betrachtet sind Zwänge nur in Idealfällen und mit therapeutischer Unterstützung zu heilen! Ich finde es ist viel wichtiger Erkrankten den MUT zu machen zum Therapeuten zu gehen!

Hope

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  • »Hope« ist weiblich

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Aktueller Therapie-Status: War erfolgreich in Therapie

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16

Samstag, 15. Dezember 2012, 13:33

Hallo,

den Zwang zu besiegen ist kein Wunder es ist schwer aber möglich, ob man ihn komplett besiegen kann liegt wieder an einem selber.

Bei mir ist ein Rest gebliebn, keine Ahnung ob ich den Rest noch weg bekommen kann aber den Hauptzwang weg zu bekommen ist möglich auch nach über 30 Jahren.

Ein Versuch ist es allemal wert.
Gruß

Hope


Frei nach Dieter Nuhr: „Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten.“
http://www.youtube.com/watch?v=j8uefBUOfgA

tina2671

Anfänger

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Beiträge: 1

Zwangssymptome: Gedankenzwänge (immer wieder denke ich, ich hab was nicht richtig gemacht, z. B. Hände gewaschen.), Waschzwang, Kontrollzwang

Medikament / Dosis: zur Zeit keine (hab bis vor 2 Jahren aber 60 mg Paroxetin tgl. genommen)

Aktueller Therapie-Status: war schon mal in Therapie

Status: Betroffene/r

Wohnort: Sulzfeld

Beruf: Zahnmed. Fachangestelllte

Hobbys: zur Zeit nur das.......zwängeln.........seufz

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17

Sonntag, 16. Dezember 2012, 19:25

Hallo,

auch ich hatte bis vor 2 Jahren heftige Zwänge: Waschen, putzen, Zwangsgedanken.......... dann ging mein Mann in die Kur und kam mit nem Schatten wieder. Und das nach 17 Jahren Ehe. Meine Tochter, damals 14, wollte bei ihm bleiben, Damit kam ich nicht klar. Die Trennung war sicher richtig, aber dass mein Kind mich nicht wollte........Ich ging in die Apotheke holte mir Schlaftabletten, futterte sie alle, kam auf die Intensivstation, da mein bester Freund mich fand und am nächsten Tag dachte ich: Um Gottes Willen, was hast Du getan? Sie hat sich entschieden, bei ihrem Vater zu bleiben, darum geht die Welt nicht unter!!!! ich zog zu Freunden, suchte mir ne Wohnung und mein Leben war nach vielen Jahren endlich wieder lebenswert. Meine Zwänge waren alle weg. Auch die Tabletten setzte ich ab (60mg Paroxetin tgl.)Komplett. Kurz darauf lernte ich meinen Lebensgefährten kennen. Er ist wunderbar! Vor 1,5 Jahren zog ich von NRW nach Baden Württeberg zu ihm. Alles schien super, aber seit etwa 10 Monaten merke ich, dass meine Zwänge schleichend wiederkehren......und heute geht es mir sehr schlecht. Ich will aber nicht mehr in eine Klinik, Tabletten nehmen etc. ich will, dass es aufhört!!!!!

Ich glaube, es liegt an den Umständen: der Sohn meines Freundes kommt regelmäßig zu uns, er ist 12 Jahre alt. Eigentlich ist er ein ganz lieber, aber z.B. das Händewaschen nach der Toilette ist echt ein Problem. Außerdem ißt er sehr schnell und viel. Er kann nicht 10 Minuten ruhig sitzen, es macht mich wahnsinnig..........Viele andere Kleinigkeiten stören mich!!!! Mein Freund, er ist ein Schatz, aber: er redet und redet auf ihn ein, wie auf einen kranken Esel..............aber es fruchtet nix. Sein Sohn schafft es nicht, eine Kleinigkeit umzusetzen. Es ekelte mich, wenn ich wusste, er war groß!!! auf der Toilette machen und hat sich nicht die Hände gewaschen. Und eigentlich finde ich es auch normal, das eklig zu finden, aber jetzt merke ich, dass ich wieder häufiger als nötig Hände wasche, intensiver dusche, kontrolliere, ob die beiden Männer im Haus auch alles richtig machen........... es kotzt mich an, ich will es nicht mehr.

Nun las ich das hier. Es gibt mir Hoffnung, denn die Zwänge machen mir Angst, sie hemmen mich in meinem Leben völlig. Aber ich versuche, die Zwänge zu bekämpfen, vielleicht klappt es ja mit euren Tipps.

Martina

18

Sonntag, 24. März 2013, 12:48

Hallo Edelstein,

habe auch einen Waschzwang und würde mich gerne mal persönlich mit dir austauschen....habe dir in deinen privaten Nachrichten hier mal geschrieben....bin übrigens weiblich....schau doch bitte mal in deinemPosteingang nach....danke

Liebe Grüße

Yezrel

Fortgeschrittener

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Zwangssymptome: Zwangh. Persönlichkeit, Zwangh. Langsamkeit, Kontroll-/Zählzwang

Medikament / Dosis: keine

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

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19

Montag, 18. November 2013, 11:08

Vielleicht noch einen Tipp:

Probiert mal, die Zwänge, die ihr unbedingt ausführen wollt, zu verschieben.
Betrachtet euer jetziges Leben als absoluten Tiefpunkt, in dem es verboten ist, Zwänge auszuführen.
Und nehmt euch vor, in ein paar Wochen mit den Zwängen anzufangen, damit ihr wieder das Gefühl von Erleichterung habt.

Das Verschieben fühlt sich unerträglich an, ergibt aber zusammen mit der Denkweise, dass das nun der ultimative Tiefpunkt im Leben ist, einen Sinn.
Betrachtet euer Leben also wie eine Kurve, die derzeit auf dem tiefsten Punkt ist.
In ein paar Wochen werdet ihr damit anfangen, eure Zwänge nach und nach auszuführen und zu einem Abschluss zu führen. Denn man denkt ja immer, dass man diese irgendwann zu einem Abschluss führen könnte.

Diese Denkweise bewirkt, dass man zuerst fast umkommt aufgrund des Drangs, bestimmte Zwänge auszuführen ....... dann aber eine Erleichterung spürt.
Denn:
Man muss und darf die Zwänge jetzt nicht ausführen, was zu weniger Erschöpfung führt ..........
....... und in ein paar Wochen, wenn es soweit ist, dass man die Zwänge eigentlich wieder ausführen könnte, möchte man sie nicht mehr ausführen.
Die Zeit nimmt den Druck weg!!!



Ich versuche auch, meine Kontroll-Zwänge durch Verschieben auszutricksen, d. h. ich schreibe mir die Kontrolle als Pflicht auf und bis dahin geht´s ohne Sicherheitsnetz. Später mach ich die Kontrolle meistens nicht mehr so arg zeitraubend wie eigentlich geplant, weil sich die Perspektive etwas geändert hat und gewisse Dinge nicht mehr so wichtig sind wie davor. Wär also schon eine Möglichkeit, besonders bei Kontroll-Zwang und Zähl-Zwang, wo sich die Zwischenkontrollen umgehen lassen. Man fasst sozusagen die Kontrollgänge zusammen und segmentiert nicht mehr so stark, sie werden wie eine Algebra-Rechnung auf die kürzeste Variable oder Formel runtergerechnet.

Theoretisch lässt sich das aber auch auf andere Handlungszwänge übertragen. Auch bei Zwangsgedanken könnte man sich bis zum selbstgesetzten Termin eine Gedankensperre verhängen, so die Intervalle ausdehnen und auf diese Weise die Gedankenspirale unterbrechen. Das kenne ich auch im Ansatz und mache es so erfolgreich, indem ich meine Gedanken mit wenigen Stichworten zusammenfasse und diese müssen dann alles enthalten und fixieren, womit es irgendwo auch gelöst und gebannt ist. Schwierig zu erklären, aber es funktioniert aufgrund des magischen Denkens des Zwangs.
Lieben Gruß
Yezrel

20

Freitag, 22. November 2013, 22:24

Hallo Edelstein,

das klingt so gut was du schreibst, dass es schon wiederum fast unglaublich ist...Deshalb wahrscheinlich diese Reaktion von Manchen.
Ich leide auch seit 15 Jahren an einem extremen Waschzwang. Aber nichts hilft, absolut kein Stück weit. Habe schon Etliches ausprobiert...
Schaffe es auch durchaus die Zwänge zu verschieben und eine Zeit lang nicht Hände zu waschen. Aber danach muss ich doch wieder neutralisieren und es hat sich im Grunde genommen nichts für mich verändert...außer dass ich es halt hinausgezögert habe. Und es wird immer mehr...der Zwang breitet sich immer weiter aus ;(