Sie sind nicht angemeldet.

dumdidum

unregistriert

1

Dienstag, 15. April 2008, 16:31

Zwanghafte Persönlichkeit?

Hallo,

ich hab vorhin das Buch "Wege aus dem Zwang" bekommen, das ich mir bestellt hatte.
Ich hab ein bisschen drin rumgeblättert und gelesen, dass es auch sowas, wie eine zwanghafte persönlichkeit gibt...den text hab ich mir durchgelesen und auch das trifft voll auf mich zu. 8o (Regeln super genau nehmen und sich aufregen, wenn andere das nicht so sehen, perfektionistisch sein, usw.)
ich dachte eigentlich, dass dieses verhalten ganz normal ist (obwohl es mich sehr belastet...eigentlich noch mehr, als die zwangshandlungen) ...
jedenfalls erklärt das, warum ich z.B. aufgaben in der schule sehr viel ernster nehm, als die anderen, und kritik nur sehrschlecht vertrage :rolleyes:
hat das vllt. jemand von euch, oder kann mir jemand mehr daüber erzählen?
ich werd meiner Psychologin auf jeden fall davon erzählen...

LG dumdidum :))

Pit-2001

unregistriert

2

Mittwoch, 16. April 2008, 00:10

RE: Zwanghafte Persönlichkeit?

gibts, ja,

aber es gibt wohl ganz viele, die eine solche zwangh. Persönlk. haben,
die aber keine Zwänge haben.

Beides sind unterschiedliche Dinge, die aber auch zusammen auftreten können.

Ich denke dass die zwanghafte Persönlichkeit, so ein Feld ist, auf dem, wenn die entsprechenden Faktoren zusammenkommen gut eine Zwangsekrankung wachsen kann, aber nicht zwangsläufig muss.

Ich hatte als Jugendlicher einige Anteile von zwanghafter Persönlichkeit, man hat sowas ja nicht ganz, denn jeder Mensch ist gemischt. Und ich merke, wie die Anteile mit zunehmenden Alter immer wengier wurden, ich wurde wirklich lockerer,
aber das hatte keinen gleichzeitigen Einfluss auf die Zwangsneurose.

Pit

3

Mittwoch, 16. April 2008, 12:08

HEy... hab ja ein Referat gehalten über Zwangshandlungen und Zwangshaftigkeit und darin befand sich auch das Thema Zwanghafte Persönlichkeit... ich kann hier ja mal reinkopieren was ich dazu mal gefunden hatte:

Zwanghafte Persönlichkeit
"Bei der Zwanghaften Persönlichkeit werden die ausgeführten Zwangshandlungen so gesehen, als würden sie zu dem Charakter der Person gehören. Die Betroffenen sind meist stolz auf ihr Verhalten und können nicht verstehen, warum andere Menschen anders mit bestimmten Dingen umgehen. Die Zwanghafte Persönlichkeit kommt aber bei Menschen mit Zwangsstörungen eher selten vor. Bei Zwangsstörungen und der Zwanghaften Persönlichkeit handelt es sich um unterschiedliche Störungen. Zwangskranke leiden unter ihren Gedanken und Handlungen, Menschen mit einer Zwanghaften Persönlichkeit leiden selten unter ihren Gedanken und Handlungen, da sie sie als völlig normal ansehen. Meistens leidet die Umwelt darunter mehr als die Betroffenen"

Hoffe das dir das ein paar Informationen geben kann die du noch nicht kennst :)

Lg Suse

4

Mittwoch, 16. April 2008, 15:47

Ja, so in etwa wie es deSuse schon beschrieben hat, hatte ich es auch schon einmal gelesen.

Jemand der an einer "Zwanghaften Persönlichkeit" leidet, ist sehr stark dadurch gekenntzeichnet, dass er z.b. als sehr pedantisch und eigensinnig beschrieben wird, so dass jeder sich seinen Vorstellungen unterzuordnen hätte.

Außerdem, streben diese Art von Persönlichkeiten dazu, sehr auf Kontrolle und Vorsicht zu achten. Gerade, wenn es um einen besonderen Auftrag gehen würde, würden diese Persönlichkeiten sehr darauf achten, dass ihnen ja blos nichts aus der Reihe zu tanzen hätte.

Es ist eben auch so, dass solche Persönlichkeiten mit so einer Störung, all ihre Gedanken und Vorstellungen, als nicht unsinnig empfinden und deshalb, auch keine so großen Befürchtungen (Ängste) hätten, wie es aber bei einer Zwangserkrankung im üblichen Sinne so empfunden werden würde.

Es gibt aber auch Zwängler, die einen geringen Prozentsatz einer solchen Persönlichkeit, auch in sich tragen könnten....






lg. Mogry

tiger27

unregistriert

5

Mittwoch, 16. April 2008, 17:20

Hallo,

also ich würde solche Menschen aber nicht als Zwangskrank beschreiben, dass ist eher eine Frage des Charakters, eben wie pünktlich sein. DeSuses kopierten Text habe ich auch schon im Internet gelesen, allerdings fehlt der Zusatz der bei meinem Text dabei stand: Der Übergang von einer zwanghaften Persönlichkeit zu einer Zwangserkrankung kann fließend sein, muss aber nicht zwingend zu einer Zwangserkrankung führen.

Ich bin eines dieser Opfer bei dem es fließend war.

6

Donnerstag, 17. April 2008, 21:09

Ich Denke, dass dies vom Betroffenen zum Betroffenen, immer sehr unterschiedlich ausfallen kann. Nicht jeder, hat ja auch eine Erkrankung gleich ausgeprägt, oder hat sich gleich entwickelt, mit den völlig identischen Symptomen, dass kann ja meist auch sehr breitgefechert ausfallen.

Klar, sollte man einen Zwängler auch nicht mit einer "Zwanghaften Persönlichkeit" vergleichen.
Meine Informationen z.b. sind lediglich aus einem Buch über Zwänge, wo aber die Untergruppen auch beschrieben werden.....

Aber tiger, was für einen Text darüber, hast denn du so verfasst und wo ist denn der zu finden? Hier im Forum vielleicht? Bin gerade etwas verwirrt!!!!! :breit:
Wäre mal neugierig den zu lesen, um mich vielleicht ja mal etwas besser, über diese Störung zu informieren! ;)






lg. Mogry

tiger27

unregistriert

7

Montag, 21. April 2008, 00:09

Nein hier im Forum nicht. Man sucht ja zu Anfang nach Informationen im Internet, dort bin ich irgendwie darüber gestolpert, glaube bei Netdoktor.de, bin mir aber nicht mehr 100%ig sicher. Aber auch in Wikipedia wird ja in den letzten beiden Absätzen angedeutet das es eine Beziehung, oder fließenden Übergang geben kann, aber nicht muss. Erwiesen ist das glaube ich noch nicht.

Allerdings steht für mich fest das ich vorher zu der Zwanghaften Persönlichkeit gehört habe, da ich immer genau war, immer pünklich, mich aufgeregt habe wenn andere nicht pünktlich waren etc. . Und so war es sicher fließend in Richtung Kontrollzwang.

Yezrel

Fortgeschrittener

  • »Yezrel« ist weiblich

Beiträge: 219

Zwangssymptome: Zwangh. Persönlichkeit, Zwangh. Langsamkeit, Kontroll-/Zählzwang

Medikament / Dosis: keine

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

  • Nachricht senden

8

Mittwoch, 23. Januar 2013, 21:00

Hallo

Ich habe eine diagnostizierte zwanghafte Persönlichkeit, die ich als ich-synton erlebe, d. h. als zu mir gehörig, aber auch Zwänge, die ich als ich-dyston (nicht zu mir gehörig) empfinde. Ich habe also beides. Eine zwanghafte Persönlichkeit ist eben schon noch tiefergehender, umfasst die ganze Persönlichkeitsstruktur und ist das Gegenteil von Borderline, nur eben in das andere Extrem, also eine sehr starke Nüchternheit und Intellektualisierung, eine Verstandeskontrolle der Gefühle, Rationalisten.

Es gibt ein Bindeglied zu den Zwänglern, und zwar die Angst. Zwangserkrankungen werden den Angststörungen zugeordnet und die zwanghafte Persönlichkeit dem Cluster C der Persönlichkeitsstile/-störungen, also dem Angst-Cluster, wo auch die selbstunsichere, ängstlich-vermeidende Persönlichkeit eingeteilt wird und diese gibt es häufig in Kombi zu Zwänglern.
Lieben Gruß
Yezrel