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SJ5

Anfänger

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Zwangssymptome: Zwangsgedanken

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1

Montag, 28. Januar 2013, 14:34

Panik Freundin verlassen zu können, auf Grund Gedanken "Ich bin schwul"

Liebe Forengemeinde,


zu mir: ich bin 27 und männlich. Ich
habe in den letzten Tagen und Wochen auch vermehrt in diesem Forum
gelesen und für mich festgestellt, dass ich dann am besten mit
meinen Gedanken umgehen kann, wenn ich Gelegenheit habe, sie mit
jemandem zu teilen.


Folgende Situation (ich muss weiter
ausholen): Schon seit langem finde ich eine Freundin wirklich
interessant und begehrenswert, doch war sie immer – da sie die
Freundin eines meiner ehemals besten Freunde war – unerreichbar.
Mehr als einmal hab ich mich dabei ertappt, dass ich ihr abends immer
wieder Blicke zuwerfen musste und einfach nicht von ihr loskam. Nun
muss man hinzufügen, dass die Beziehung zwischen ihm und ihr schon
seit langem nicht mehr sonderlich intensiv war und sie und ich uns
immer mehr (zunächst auf rein freundschaftlicher Ebene) angenähert
haben. Irgendwann trennten die beiden sich dann tatsächlich und ich
erlaubte mir erstmalig Gedanken daran, was wäre wenn (die gabs auch
vorher schon, aber eben nicht ernsthaft)... Ich war im Vorfeld
mehrfach enttäuscht worden (hatte Anzeichen von Frauen falsch
gedeutet und war seit 3 Jahren Single) und glaubte nicht daran, dass
es mit ihr klappen könnte (zumal sie für mich immer fast ne Art
Idealbild war – nicht nur äußerlich und charakterlich – sie
teilt sogar noch all meine Interessen 0.0). Wie dem auch sei: Eines
Tages rief sie mich an und meinte, sie müsse mit mir reden. Worum
gings? Nun... dass auch sie sich Gedanken darum macht, ob das, was da
zwischen uns ist (oft zusammensein, bei einander schlafen, sich im
Arm halten) doch mehr zu bedeuten hat. Wir gestanden uns beide unsere
Gefühle und ich war der verdammt nochmal glücklichste Mensch auf
Erden – ich war endlich nicht mehr allein und bekam doch
tatsächlich genau das Mädchen ab, welches ich solange toll fand.
Und wo genau ist jetzt das Aber? Nun... es kommt:


Zu Anfang unserer Beziehung (zur
besseren Einordnung: vor einem Monat) gabs eine kurze Phase sexueller
„Schwierigkeiten“ - ich war nicht immer so erregt, wie ichs von
meiner letzten Beziehung kannte und zweifelte schon an meiner
Männlichkeit – doch wie aus dem Nichts, wurde die Phase überwunden
und alles lief wieder gut – sogar besser als gedacht ^^. Doch eines
Abends – ich hatte alleine viel gekifft (das tue oder tat ich
vielleicht alle 1-2 Monate) – erlaubte ein Freund sich einen
Facebook-Scherz und änderte mein Profilbild zu einem „schwulen
Weihnachtsmann“. Als ich mich darüber tierisch aufregte, sagte er
(sinngemäß) folgenden Satz: „Vielleicht verdrängst du ja nur
etwas, das du schon längst bist...“. Nun meinte er damit nicht
„schwul“, sondern „spießig“, da wir im Vorfeld schon im Spaß
darüber gesprochen hatten, dass ich ganz schön alt und spießig
geworden wäre. Doch diese Aussage erschütterte mich unglaublich.
Mir wurde fast schwarz vor Augen und ich glaubte nicht mehr atmen zu
können (denn ich fasste sie natürlich anders auf). Der Gedanke
beschäftigte mich einen Tag lang und wurde wieder schwächer. Alles
war wieder gut – ich dachte mir; „Jeder denkt mal so etwas und
was is so schlimm dran auch nen Mann attraktiv zu finden? Du liebst
dein Mädel und gut is“.



So ging alles gut, bis ich vor ziemlich
genau zwei Wochen bei ihr schlief und nicht einschlafen konnte (ich
musste morgens zwei Stunden Autofahren und wir gingen erst spät zu
Bett – ich hatte Angst morgens nicht fit zu sein). Nach einigen
wachen Stunden im Bett, kehrten plötzlich diese Gedanken zurück:
Bin ich schwul? Warum belastet es mich manchmal, wenn Männer in
meinem Umfeld sind? Es ging so weit, dass ich sie Nachts in der Arm
nahm und sie sich ganz fremd anfühlte – ich ekelte mich vor mir
selbst, der ich sie doch liebte und sie so noch nie angefasst hatte.
Auch das Gefühl verging gott-sei-dank sehr schnell und ich wusste
wieder, dass alles in Ordnung ist. Leider geschah dann folgendes: Ich
konnte eine ganze Woche lang nicht schlafen, zunächst aus der Angst
heraus nicht schlafen zu können und dann bedingt durch die
einsetzenden Zwangsgedanken. Was mich dabei ungemein irritierte: Ich
habe und hatte mir noch nie irgendetwas Sexuelles mit einem Mann
vorgestellt und auf dieser Ebene ziehen mich Männer auch nicht an
(das hat sich auch durch die Gedanken nicht geändert). Der Gedanke
ist auch nicht: „Ich will mit Männern zusammen sein“, sondern
schlicht: „Ich bin schwul“ (und auch nicht mit den typischen
Bildern usw. verbunden). Nach einer Leidenswoche ohne Schlaf
vertraute ich mich meiner Freundin an. Sie war verständnisvoll, aber
natürlich auch verunsichert (doch war sie vor allem einfach für
mich da). Sie meinte dann auch, ich solle zu nem Arzt gehen, der mir
eventuell helfen könnte (insbesondere wegen der extremen
Schlafstörungen). Der Hausarzt, bei dem ich einen unglaublich
verwirrten und verängstigten Eindruck machte, verwies mich an einen
befreundeten Psychologen, bei dem ich noch am selben Tag auflaufen
konnte.



Nun geschah folgendes: Bedingt durch
das Reden gings mir zunächst deutlich besser. Auch Schlaf war wieder
möglich – dank vorübergehend verabreichter Beruhigungsmitteln
(die ich inzwischen wieder abgesetzt habe). Mir meiner Freundin
zusammen hatte ich eines der sexuell aktivsten Wochenenden unserer
noch jungen Beziehung und alles schien sich irgendwie wieder
einzurenken – doch dann kam der für mich schlimmste Gedanke hinzu:
Ich bekam unfassbare Angst meine Freundin anzulügen, mich von ihr
trennen zu können und sie in Wirklichkeit gar nicht zu lieben –
eben weil ich mich manchmal unwohl in der Umgebung von Männern
fühlte. Ich versuchte alles mir meine Liebe zu beweisen und war so
verzweifelt, dass ich ihr zuletzt auch diesen Gefühlstiefpunkt
eingestand. Der verunsicherte sie natürlich extrem, was mir wiederum
so weh tat, dass ich gerade an nem Punkt bin, wo mein Herz sich
einfach nur verkrampft, wenn ich daran denken muss, mich von der Frau
zu trennen, um die ich so lange gekämpft habe, die ich über alles
liebe und bei der ich mich so wohl fühle, wie sonst nirgends...



Diese Zweifel machen mich krank – ich
kannte so etwas an mir nie – ich war immer ein ausgeglichener
Mensch, der das Leben und das Zusammensein mit Menschen liebte. Jetzt
scheue ich mich vor der Öffentlichkeit (und das alles – in dieser
Radikalität – innerhalb von nur zwei Wochen -.-) und bange um
meine Liebe, die doch alles ist, was ich wollte... Außerdem
überwältigt mich schier der Schmerz, wenn ich daran denke, wie sehr
ich sie verletzten könnte, wenn ich dem für mich unverständlichen
Gedanken um Trennung nachgeben würde.


Dass ich derzeit arbeitstechnisch in
einer der stressigsten Phasen meines bisherigen Lebens bin, macht die
Sache natürlich nicht besser, da ich kaum mehr einen klaren Kopf
bekommen kann und mich unglaubliche Schuldgefühle gegenüber meiner
Freundin quälen, die ich einfach wieder lieben will ohne dieses
Gefühl zu hinterfragen (und ich weiß doch genau, wie sehr ich für
sie empfinde – nicht mit ihr zusammen zu sein, würde mir gänzlich
meine Lebensfreude rauben, um die es derzeit ja eh schon nicht
sonderlich gut bestellt ist...)



Liebe Grüße und mein Dank bereits
jetzt für eure Beiträge und Meinungen



C.

2

Montag, 28. Januar 2013, 20:40

Hallo SJ5,

Ich bin immer wieder erstaunt wie viele Menschen Zwangsgedanken in diese Richtung haben und befürchten sie könnten schwul oder lesbisch sein.
Dein Fall ist auch relativ "klassisch" im Sinn von: Das sind Zwangsgedanken und nichts anderes, du liebst deine Freundin und du stehst auf sie, du hast ANGST davor schwul sein zu können. Jeder fühlt sich mal "unwohl" in der Gegenwart von anderen, das muss nichts heissen. Ich könnte hier stundenlang auflisten, was alles dafür spricht, dass du dich beruhigen kannst/sollst und das Ganz loslassen sollst. Aber das würde nichts bringen.

Was ich aber glaube, ist, dass deine Freundin wirklich verunsichert ist und wahrscheinlich nicht genau weiss, wie sie damit umgehen soll. Besonders wenn sie sich nicht auskennt mit Zwängen und solchen Zwangsgedanken, wird sie wohl sehr erstaunt/erschrocken sein über deine Gedanken. ich würde dir und ihr empfehlen, dass sie sich vielleicht als erstes ein bisschen informiert über Zwangsgedanken, besonders in die Richtung "schwul/lesbisch" und "Liebe ich meine Freundin noch". Und als zweites könnte sie vielleicht deinen Post hier durchlesen, ich glaube das könnte euch helfen, dass sich nicht noch mehr Probleme auftun und sie das Ganze als ZWANG ansehen kann, auch in den Momenten, wo DU dir nicht sichere bist ob es wirklich Zwänge sind oder die Realität.
Weisst du was ich meine?

liebe Grüsse, grau

SJ5

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3

Montag, 28. Januar 2013, 21:00

Ave grau,

zunächst natürlich meinen herzlichen Dank für deine Ausführungen - und du hast natürlich recht; es ist beinahe egal, was du alles schreiben würdest - mit letzter Gewissheit (nach der man im Zwang scheinbar gerne strebt) kannst du mich eh nicht überzeugen. Ich hab mich in den letzten Tagen auch recht intensiv mit der Thematik beschäftigt (unter anderem "Der Kobold im Kopf" gelesen) und erkenne ja meine Zwänge - doch fürchte ich mich eben vor ihnen, wo ich doch einfach nur die Beziehung wieder so genießen möchte, wie in der Zeit vor den extremen Gedanken.

Es ist auch nicht so, dass dieses "Unwohlsein" erst ganz neu wäre - allenfalls die Intensität und Häufigkeit überfährt mich gerade. Vorher hatte ich alle paar Wochen mal nen Gedanken, der dann immer direkt wieder weg war - nichts, was mich um den Verstand hätte bringen können. Jetzt checke ich mich - wie auch viele es hier beschreiben - immer selbst zurück.

Einen ersten Schritt, den ich derzeit versuche zu gehen (auch wenn ich noch genauer wissen müsste, was das konkret heißt) ist, die Gedanken nicht mehr zu bekämpfen, sondern sie kommen und gehen zu lassen. Was ich an anderer Stelle gelesen habe - nämlich sich einfach zu sagen "ok - dann bin ich halt schwul - was solls?", kommt für mich insofern nicht in frage, als dass damit auch einhergehen würde, dass ich meine Freundin nicht lieben würde - und der Punkt ist mir selbst als reines "Gedankenspiel" zu schrecklich, um ihn aktiv zu denken...

girasol1991

unregistriert

4

Montag, 28. Januar 2013, 21:19

Die Frage ist, was so schlimm wäre, wenn du an sich vllt nicht schwul aber bisexuell wärst? Das bedeutet an sich nicht zwangsläufig (haha), dass du deine Freundin nicht mehr lieben würdest, sondern nur, dass auch Männer dich erregen können!
Der Vorteil wäre, wenn du für dich akzeptieren könntest, dass du vllt auch Männer mal ganz attraktiv finden könntest, wäre, dass du dem Zwang dann die Stärke und Intensität nehmen kannst, denn das was den Zwang so 'füttert' ist die Angst bzw. die Befürchtung rund um das Thema Homosexualität.

Wenn du sagst, dass es aktuell sehr stressig bei dir ist, macht das die Zwangsgedanken meist nur noch stärker.
Die Frage die ich habe ist, ob du vorher bereits irgendwelche Formen von psychischen Erkrankungen hattest?
An sich ist es so, dass Zwangserkrankungen sehr, sehr lange brauchen bis sie exzessiv, dominierend werden und den Menschen enorm in seiner Lebensqualität einschränkt. Die meisten Menschen werden sich erst nach gewisser Zeit bewusst darüber, dass sie 'anders' sind. Kann sein, dass ich falsch liege, aber ich habe echt noch nie davon gehört, dass es so schnell so krass ist. Wenn es dich extrem einschränkt, dann würde ich dir raten mal mit deinem Hausarzt und ggf. einem Psychologen sprechen, die können dir da am meisten helfen!!

Ich weiß nicht inwiefern du deine Freundin einweihen magst, ich würde es ein Stück weit davon abhängig machen, wie sie an sich 'drauf' ist. Manche Menschen sind (so wie mein Exfreund) einfach nicht einsichtig, er kann damit nichts anfangen und weiß nicht damit umzugehen, bei ihm habe ich auf 'Granit gebissen', was meine Erkrankung anbelangt...
Auf jeden fall alles Gute!

5

Montag, 28. Januar 2013, 21:24

Ja, das verstehe ich, dass für dich das sogar als Gedankenspiel zu schrecklich ist, auch wenn schon alleine das für mich der BEWEIS, die 100% Sicherheit ist, dass du einfach Angst davor hast und nicht mehr dahinter ist.
Es kann auch sein, dass du dir unbewusst (?) einen grossen Druck machst, da du jetzt endlich deine Traumfrau hast. Du möchtest sie natürlich auf keinen Fall verlieren, wahrscheinlich ist deine grösste Angst ja eher du könntest SIE verlieren, weil du "schwul sein könntest" oder sie anlügen "weil du schwul sein könntest" und nicht generell die Angst vor dem schwul sein.

Naja auf jeden Fall wollte ich dir mit dem vorherigen Post sagen, dass du zumindest etwas dagegen machen kannst, dass du deine Freundin mit deinen Gedanken verunsicherst, da dich das ja sehr belastet. Und deswegen könnte es eben helfen, wenn auch SIE genau weiss, was du durchmachst und wie sie dich unterstützen kann, weil sie versteht was mit dir los ist und nicht Angst haben muss, du könntest sie tatsächlich verlassen.

Die Sache mit dem "sich selbst immer checken" ist katastrophal, ich weiss wie du dich fühlst. Wenn man sich erstmal in so was reingesteigert hat, dann fühlt man schon beinahe das, was man eben nicht fühlen will.
Meine Psychiaterin hat mir da mal sehr geholfen: Ich hatte auch mal etwa 2 Wochen lang Angst, ich könnte etwas sein, das ich eigentlich nicht bin. Auf jeden Fall hat sie mir erklärt, das JEDER Mensch mal einen komischen Gedanken hat, etwas denkt oder sogar "fühlt" was nicht okay ist (für sich selbst oder generell) für eine kurze Sekunde, aber gesunde Menschen legen das einfach auf die Seite, weil es unwichtig ist und sie denken nicht daran. Konzentriert man sich dann aber auf diesen ganz kurzen Gedanken oder das Gefühl, dann kann man natürlich für sich selbst ein riesen grosses Drama daraus machen.

Liebe Grüsse, grau

SJ5

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6

Montag, 28. Januar 2013, 21:26

Hey!

ich war zunächst bei meinem Hausarzt, der mich dann an einen Psychologen weiterverwiesen hat (siehe mein Text). Der Gedanke bi-sexuell zu sein ist an sich nicht schlimm, doch warum sollte ich den denken, wenn Männer mich nicht anziehen? Das finde ich dann paradox und nicht nachvollziehbar. Und nein - eine andere Erkrankung hatte ich vorher nicht - allenfalls traten die Gedanken eben alle paar Wochen/Monate mal für Minuten auf und waren dann wieder weg (und belasteten mich nicht annähernd so (und mit der Hartnäckigkeit) wie die jetzigen es tun). Eine Woche 0 Schlaf stellt seltsame Dinge mit dir an - wäre es dazu nicht gekommen (und hätte ich nicht die Angst vorm nicht-einschlafen-können, gepaart mit der darauffolgenden Angst vor den Gedankenn entwickelt) bin ich mir sicher, dass ich gerade nicht annähernd so zermalmt wäre, wie es der Fall ist. Und gesprochen habe ich mit ihr (wirf einen Blick in meinen ersten Text) - sie zeigt viel Verständnis, ist jedoch natürlich auch ein Stück weit verunsichert. Es ist ja auch nicht zentral die Angst vor homo- oder bi-sexuellen Gefühlen (die habe ich ja meines Erachtens nicht - bis auf dieses "Unwohlsein"), sondern die Panik sie aus Schuldgefühlen verlassen zu können...

7

Dienstag, 29. Januar 2013, 00:25

Hi,

was mir beim Lesen deiner Schilderung einfiel, war, daß es mit der Konstellation zusammenhängen könnte, die vorher gewesen ist:

Einer der besten Freunde.

Immer engere Beziehung (freundschaftlich) zur Freundin des Freundes.

Nun keine enge Freundschaft mehr zum ehemals guten Freund.

Überraschenderweise Erreichen eines Gedankenspiels (= Freundin des Freundes kriegen).

=> unbewußte persönliche Verunsicherung, Scham, Schuld durch indirektes dazu beitragen, die Beziehungzu zerrütten (was nicht heißen muss, dass es tatsächlich dadurch so gekommen ist, weil ihr euch immer besser verstanden habt, aber manchmal funktionieren Zwangssymptome auf solche Weise).

Zwangssymptome stehen meistens für etwas, dass jemand auf andere Weise nicht bewältigen kann, was jetzt nicht heißt, wer Angst hat, schwul zu sein, ist schwul, oder wer Angst vor AIDS hat, ist HIV-positiv. Während einer Therapie kann man für sich selbst herausfinden, wie im eigenen Leben die Zusammenhänge sind und manchmal hiflt das, dann anders mit Situationen umzugehen und die Zwangssymptome schwächer werden zu lassen.

Was ich auch noch anmerken möchte:

Drogen und Zwangsanfälligkeit sind keine gute Kombi, da Drogen psych Störungen begünstigen/verstärken/auslösen können!

Schlafmangel wirkt sich idR negativ auf den Gesamtzustand von Zwangssymptomen aus => kann zu zusätzlichen Verschlimmerungen führen, da ist es gut, daß du beim Arzt warst. Hast du dort auch gesagt, dass du Drogen nimmst?

Viele Grüße!
Das Leben als solches ist absolut lebensgefährlich und führt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit zum physischen Tod.

Lesen -> Denken -> Schreiben

~T~R~ O - o - O ~ L

SJ5

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8

Dienstag, 29. Januar 2013, 08:21

Hey!

dass diese Kombination nicht gut ist, ist mir nun auch klar geworden - nur hatte ich eben nie mit solchen Störungen oder Ängsten zu tun, daher auch mein relativ gedankenloser (gelegentlicher) Drogenkonsum. Ich bin niemand, der gerade solche Fakten einem Arzt gegenüber verschweigen würde und habe hier natürlich die Wahrheit gesagt. Wegen der Schlafmangels: Mir wurde ein relativ starkes Beruhigungsmittel verschriebe (Bromazepan), das angeblich recht schnell abhängig machen kann. Nun habe ich (nach einigen guten Nächten) für mich beschlossen das Zeug abzusetzen (weil ich mich eben vor Entzugserscheinungen bei zu langer Einnahme fürchte) und zumindest in der letzten Nacht war der Schlaf dann wieder rar gesäht (maximal 3 Stunden) und nun habe ich jetzt schon wieder Angst vor heute Abend und der möglichen Tatsache wieder nicht einschlafen zu können. Ich brauche meinen Schlaf - der war immer das normalste und natürlichste, was ich mir vorstellen konnte. Ins Bett, Augen zu und schlafen -.-

bzgl. möglicher Schuldgefühle wegen meines ehemals besten Freundes: In dem Maße, wie die Freundschaft und spätere Beziehung zu meiner Freundin enger wurde, so entfernten er und ich uns auch immer weiter voneinander (anderes Bundesland, Stress, nur noch seltene Telefonate). Vorm Zusammenkommen war eher ich es, der meiner Freundin immer wieder sagen musste, dass nichts falsches an unseren Gefühlen ist, da sich auch Freundschaften nunmal verändern. Ich sehe da also (zumindest empfinde ich so) keine Grundlage für etwaige Schuldgefühle meiner seits...

9

Dienstag, 29. Januar 2013, 14:38

Hi,

du könntest bzgl der Schlafstörungen doch auch etwas pflanzliches versuchen oder zB mal Bachblüten ausprobieren. Es gibt verschiedene Mittel, Schlafstörungen zu behandeln, vll erkundigst du dich einfach nochmal nach etwas weniger abhängig machenden Arzneimittel.

Hast du vor, eine Therapie zu machen?

Viele Grüße!
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Lesen -> Denken -> Schreiben

~T~R~ O - o - O ~ L

girasol1991

unregistriert

10

Dienstag, 29. Januar 2013, 17:27

Hey,

also das mit den pflanzlichen, homoöpathischen Medikamenten ist ein guter Tipp.
Ansonsten gibt es auch andere Psychopharmaka, die man über längere Zeit einnehmen kann, ohne das man abhängig davon wird, wobei die pflanzlichen Mittel natürlich gesünder sind. Seroquel ist relativ bekannt und 'beliebt' bei Schlafproblemen.
Letztendlich muss man sich manchmal etwas gedulden und verschiedene Möglichkeiten ausprobieren, da solche Mittel (egal welcher Art) immer unterschiedlich/anders wirken bei jedem Menschen.
Ich konnte zum Beispiel zwei Wochen lang jeden Abend eine Schlaftablette nehmen ohne irgendwas davon zu merken, hab es dann nicht mehr genommen, weils a) abhängig macht und b) nicht gewirkt hat.

Du schreibst, du wurdest zum Psychologen weitergeleitet? Bist du dann dann in Therapie? Die Medikamente hast du dann vom Hausarzt bekommen oder meintest du den Psychiater? Die meisten Psychologen dürfen nämlich die Medis nicht verschreiben.

Liebe Grüße!

SJ5

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Dienstag, 29. Januar 2013, 17:51

Ich werde mich definitiv darüber informieren. Würde natürlich gerne auf was unproblematischeres umsteigen oder im Idealfall ganz darauf verzichten. Problem is halt wirklich die Angst vor der Angst geworden - eben morgens schon zu denken "du schläfst heut Abend doch eh nicht ein...". Zum Beruhigungsmittel muss ich jedoch hinzufügen, dass die Dosierung wirklich minimal ist (die Tabletten a 3 mg kann man vier-teilen) - ich nehme ca. 0,8mg pro Einnahme, was wohl allenfalls den Einschlafprozess unterstützt (und das tut es auch), jedoch vom Abhängigkeitspotenzial gewiss deutlich weniger gefährlich, als normale "Rationen" in der Größenordnung von 3 oder gar 6 mg ist...

Bzgl. "Therapie": ich habe bis Mitte März noch 4 Termine bei meinem Psychologen und bin mal gespannt, was dabei rauskommt. Mir ist absolut klar, dass Medis allein keine absolute Besserung bringen können und Therapie erscheint mir sinnvoll. Wenn ich dort die ersten Erfahrungen und/oder Fortschritte mache, lasse ich euch gerne daran teilhaben.

Sich einen Gedanken wie "Ich bin bi-sexuell" einfach mal durch den Kopf gehen zu lassen, ihn vielleicht sogar auszusprechen und ihm dadurch auch die Bedrohlichkeit zu nehmen, hat mir heute schonmal sehr geholfen. Die Angst um meine Liebe ist nicht mehr so groß, ich bin mir meiner Gefühle wieder sicherer und kaum eine Minute vergeht, in der ich nicht - diesmal deutlich glücklicher - daran denke, mein Mädel bald endlich wieder im Arm halten zu dürfen (gerade fehlt sie mir echt tierisch -.-). Mir erscheint dieses ganze Gefühls- und Stimmungschaos ein wenig irre, aber ich habe schön öfters gehört, dass gerade bei Depressionen ein stetes auf und ab ganz normal und typisch ist (trifft das denn auch auf Zwangsgedanken zu?). So schrecklich der gestrige Tag ist, soviel besser (wenn auch nicht optimal) erscheint mir der heutige. Natürlich sitzt einem auch in so einer Situation die Angst wieder im Nacken - von wegen: "Jaja... jetz gehts dir gut... warte mal ein paar Stunden, dann wisch ich dir wieder voll eins aus..."

Habt ihr denn irgendwelche praktischen Ratschläge? Was macht ihr gegen die Gedanken? Sie kommen und gehn lassen? Habt ihr Formen von Selbsttherapie versucht? (danach möchte ich mich auch unbedingt bei meinem Pychologen erkundigen) Irgendwie habe ich halt das Bedürfnis mir selbst zu helfen und nicht inaktiv alles abwarten zu müssen (natürlich weiß ich auch, dass einem gerade dazu auch geraten wird). Den Gedanken an Bi-Sexualität zuzulassen ist nicht ganz einfach - seltsamer weise ist es aber tatsächlich so, dass ich ihm damit eher die Bedrohlichkeit nehme, als sie zu verschärfen (irgendwie paradox o0).

SJ5

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12

Dienstag, 29. Januar 2013, 17:57

Die beiden Begriffe muss ich dann wirklich noch deutlicher voneinander trennen. Ich rede dann tatsächlich von einem Psychiater, der mir auch die Medis verschrieben hat.

13

Dienstag, 29. Januar 2013, 18:40

Ja also wenn du praktische Tipps suchst, gibt es schon einige. Bei mir selbst nützen sie zur Zeit nichts, aber es gab auch schon Phasen, wo es besser war und es etwas gebracht hat.

Gestern hast du dich ja noch sehr dagegen gewehrt, mal die Gedanken zuzulassen, du hast ja geschrieben, das du weder den Sinn darin siehst, noch das es dir guttut, weil schon das Gedankenspiel zu schrecklich sei. Schön, das du es doch versucht hast, und es dir etwas geholfen hat. Dann solltest du das auf jeden Fall weiter versuchen.
Ich muss sagen, das mit dem "Gedanken vorbeiziehen lassen" hab ich nie ganz kapiert. Wenn er da ist, ist er da, und will beachtet werden, da kann ich ihn nicht ziehen lassen. Was aber manchmal geht, ist zu denken "Ja da bist du ja wieder, versaust mir auch den heutigen Tag, was hast du dir heute einfallen lassen usw.", früher hat mir das manchmal geholfen.
Mir helfen Gespräche über das Thema. Hast du denn jemanden, mit dem du darüber sprechen könntest? Ich meine jetzt nicht den Psychiater oder deine Freundin, sondern sonst jemanden? Eltern vielleicht, wobei dir das auch peinlich sein könnte, ich weisses nicht. Oder sonst doch mit der Freundin. Es geht ja nicht darum, das du ihr sagst was los ist, das weiss sie ja schon, aber einfach wie es dir dabei geht, was du fühlst etc. mir hat das oft geholfen, weil ich wirklich irgendwann das Gefühl hatte "so, jetzt ist mal gut für heute" und dann auch über anderes sprechen konnte und mein Kopf etwas freier war, weil es draussen ist.
Auch hier im Forum kannst du ja, wenn es schlimm ist, alles einfach mal rauslassen. Irgendjemand antwortet dann schon und versucht dich zu beruhigen ;)
Ablenkung find ich selber besser als "Entspannung", denn wenn ich das Gefühl habe, so jetzt ruhst du dich aus, geniesst die Zeit, dann kommen die Gedanken umso stärker, weil ich dann ja Zeit habe, mich um sie zu kümmern.

Liebe Grüsse

SJ5

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Mittwoch, 30. Januar 2013, 14:14

hey grau!

wie immer mein Dank für deine Worte. Ich bin morgen nochmal bei meinem Psychiater und bin mal gespannt, was das Gespräch ergeben wird. Zur Zeit durchlebe ich wirklich ein irres Wechselbad der Gefühle; Einmal ist die Angst überpräsent, dass ich an der Liebe zweifeln muss und keinen klaren Gedanken mehr fassen kann, dann denke ich wieder an meine Freundin und das Vermissen ist so stark, dass ich fast weinen muss. Die Gedanken ein Stück weit zuzulassen hat positive Seiten (man nimmt ihnen die Angst), andererseits können sie aber auch die Angst schüren, dass aus dem Zulassen eine Akzeptanz wird (was bei bi-Sexualität kein Problem wäre, bei Homosexualität aber das Ende meiner Liebe bedeuten würde). [Gedankeneinschub an der Stelle: Wie paradox ist das bitte? ich bin verliebt, hab alles daran gesetzt mit jemandem zusammen zu sein und komme dann immer wieder auf den gedanken sie nicht zu lieben o0?]. Dass das Zulassen sich also - im Sinne einer selbsterfüllenden Prophezeihung - quasi selbst bewahrheitet (natürlich weiß ich, dass Zwangsgedanken meist genau das Gegenteil von dem sind, wonach wir uns tatsächlich sehnen und eben gerade nicht eintreten...).

Liebe Grüße

SJ5

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Mittwoch, 30. Januar 2013, 15:04

da fällt mir noch eine Frage ein: wie kann es eigentlich möglich sein, dass mich diese gedanken in dieser kurzen Zeit so ungemein aus der bahn geworfen haben? Ich sagte ja bereits selbst: vorher traten die in unregelmäßigen Abständen mal alle paar wochen auf und waren dann direkt wieder weg - nichts, was mich beunruhigt hätte - aber dieser eine auslösende Moment, hat die Gedanken richtig im Hirn manifestiert...

16

Mittwoch, 30. Januar 2013, 16:19

Hallo SJ5 und habe auch den selben Zwangsgedanken wie du Homosexuell zu sein. Ich hab zwar keine Freundin momentan und habe auch nur die lezten zwei Post gelesen aber ich weiss was bei dir im Kopf abgeht. Manchmal habe ich auch diese komischen gedanken und auch diese komischen gefühle für einen Mann ein wenig erregung zu empfinden aber du darfst nie vergessen es sind nur Zwangsgedanken, das einzige was bei uns allen los ist das unser Chemie Haushalt im Kopf ein wenig im Eimer ist. Sobald der aufgestockt wird durch z.B Medikamente oder auch einfach weil wir dadruch das wir uns davon nicht beeindrucken lassen wieder steigt haben wir diese Gedanken nicht mehr und sie sind weg. Ich weiss wie du dich fühlst und ich kenne diese Zweifel aber wie du schon gemerkt hast sind diese Gedanken nicht immer da und ich glaube wenn du wirklich Homosexuell sein würdest dann wären diese gedanken durchgehend und probiere es mal aus und höre in dich hinein. Ich bin mir sicher das du merken wirst das da nichts dran ist. Es ist lästig und belastend aber entspann dich das geht vorbei. Denk an deine Freundin den sie ist doch das was dich bewegt.

17

Mittwoch, 30. Januar 2013, 19:15

Hey :)

Jaa also ich weiss nicht wie das möglich ist, das der Gedanke dich in so kurzer Zeit so sehr aus der Bahn geworfen haben, also ich meine so auf psychischer Ebene, wieso man sich plötzlich so sehr darauf fixiert, aber bei mir ist es halt auch so... Deswegen könnte es sein, dass das halt der Charakter solcher Gedanken ist. Bei mir ist es zum Beispiel so, dass mir ein Gedanke kommt (nehmen wir mal als Beispiel ich hätte das Gefühl ich bin lesbisch) dann denke ich erst mal haha, ja klar. Beim zweiten Mal ist der Gedanke schon stärker, beim dritten Mal spüre ich schon "ohoh, das wird dein nächster Zwangsgedanke" und so ist es dann meistens etwa eine Woche später: der Gedanke kommt, bleibt, und macht mich völlig fertig, bis ich kaum noch kann.. ja und dann wird er abgelöst.

Ich glaube sie sind halt so, wenn du dich darauf fixierst, dann kann das in sehr kurzer Zeit ein RIESEN Drama werden.

Ich persönlich glaube, dass mit der selbsterfüllenden Prophezeiung funktioniert nicht wirklich so, wie du das denkst. Wenn du dir denkst tja, dann bin ich halt bi, was solls, dann wirst du es davon nicht werden. Du bist es nämlich nicht. Falls du es wärst, bräuchte es keine dann das alles sowieso nicht, dann würde sich das auch nicht "erfüllen", weil du den Gedanken zugelassen hast, sondern weil es halt eben die Tatsache wäre. Weisst du was ich meine? Das einzige was passieren kann, ist das es dir kurzfristig schlecht geht, weil du halt eben Angst hast davor, das es wahr ist und der Gedanke schmerzt. Du wirst nicht plötzlich bi, nur weil du denkst "Ja dann bin ich es halt".

Ob es was bringt oder nicht sei dahingestellt, aber ich sage es jetzt trotzdem: Ich glaube (dir) das du deine Freundin wirklich liebst und einfach nur Angst hast, das dir etwas dein Glück vermiesen könnte, und "Schwulsein" würde das halt machen. Deshalb hast du dich so darauf fixiert... Vielleicht kannst du halt auch dein Glück nicht wirklich fassen und hast halt auch grosse Verlustängste bezüglich deiner Freundin. Deswegen könnten die Gedanken dich auch so sehr aus der Bahn geworfen haben.

Liebe Grüsse, grau

SJ5

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Beiträge: 22

Zwangssymptome: Zwangsgedanken

Medikament / Dosis: 10 mg Paroxitin

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

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18

Mittwoch, 30. Januar 2013, 21:38

Wieder einmal zwei ungemein aufbauende Kommentare :) ach wisst ihr: ich hatte heute eigentlich einen ganz guten Tag. Mein Mädel und ich haben mal geskypt (weil mir uns momentan doch sehr vermissen und wir ja in ner Ferngeziehung sind und uns nur am Wochenende sehen) und das war sehr schön und hat mich ungemein beruhigt. Was ich auch in den letzten Wochen ganz aus den Augen verloren hatte, war schlichte Ablenkung. Mal gelegentlich irgendwelche "Pic-dumps" (ala 9gag und Konsorten) durchschauen oder ne Runde PC-Spielen. All das war mir vollkommen abhanden gekommen und nur noch die Beschäftigung mit den Zwangsgedanken oder ihrer "Bekämpfung" erschien mir sinnvoll. Lesen tu ich eh jeden Abend, das gehört quasi schon mein Leben lang zum einschlafen dazu (falls man das auch zur Ablenkung zählen möchte)... Der Gedanke an die Homosexualität und ins besondere an den "Liebeszweifel" hat zumindest heute an Strahlkraft verloren, weil ich - sie auf dem Bildschirm vor mir, ihre Stimme im Ohr - einfach wieder wusste, dass alles so ist, wie es sein soll :) Wie gesagt; ich komm mir vor wir ein Jojo, das mal auf- und dann auch wieder abschwingt - gerade gehts mir gut. Dass das halt nicht immer so sein kann, damit muss ich mich wohl abfinden, aber zumindest vorrübergehend ist das einfach mal ein gutes Gefühl :) Und wie gesagt: Selbst wenn ich bi wäre: Wo ist das Problem? ^^ Ich liebe mein Mädel und wenn ein kleiner Teil von mir sich zeitweise genötigt sieht mal nen Mann hinterher zu schauen, dann seis drum - das ändert nichts an meinen Gefühlen für sie und sexuelle Gedanken verbinde ich ja mit dem was ich als "gelegentliches Unwohlsein" bezeichne eh nicht. So eine Sichtweise macht alles gleich deutlich entspannter ;)

Für heute: eine gute Nacht und nochmals mein Dank!

19

Mittwoch, 30. Januar 2013, 21:53

Freut mich das wir dir helfen konnten ! Das ist ein guter Gedanke ! Ich hab mir das auch schon gedacht als ich meine Homosexuellen Zwangsgedanken hatte das es gar nicht mal so schlimm währe Bi oder gar Schwul zu sein. Es ist nicht verbotenes , nichts schlimmes oder perverses. Vielleicht ist das ja auch nur eine Phase. Wer weiss , seit dem ich so denke habe ich auch weniger Angst und Probleme mit diesen Gedanken. Wünsche dir noch viel glück mit deiner Freundin ! Falls was ist einfach schreiben ! (:

20

Mittwoch, 30. Januar 2013, 22:09

In einem Bericht von einer Tagung stand, daß es bei Zwangskranken auch immer um die Bewertung von Dingen/Situationen geht und dadurch die Zwangssymptome entstehen und das der primäre Unterschied der sei, daß Nicht-Zwangskranke Situationen/Ereignisse/Gedanken anders bewerten und deshalb diese Probleme der Zwangskranken nicht entstehen, selbst wenn eine Situation ähnlich ist.

Im Bericht wurden auch Ängste/Halluzinationen/Verfolgugswahn bei Jugendlichen erwähnt, das genannte Beispiel (Tabelle, gesunder, kranker) war, zB, dass jemand eine unbelebte Straße entlangläuft und plötzlich andere Schritte hört, der Gesunde würde etwas denken wie "da hat es jemand eilig", der Kranke "ich werde verfolgt".

Das Grundprinzip läßt sich auch auf andere Situationen anwenden, denke ich.

Bei Zwangsstörungen sind die Faktoren immer multipel, erst wenn mehreres zusammenkommt, entsteht eine Zwangserkrankung, keiner der Einzelfaktoren für sich genommen würde zu einer Zwangserkrankung führen.

Grüße^^
Das Leben als solches ist absolut lebensgefährlich und führt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit zum physischen Tod.

Lesen -> Denken -> Schreiben

~T~R~ O - o - O ~ L

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