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lilly116

unregistriert

1

Dienstag, 5. März 2013, 01:54

Angst jemanden mit dem Auto anzufahren......

Seit fast 30 Jahren "kaempfe" ich mit meinen Zwaengen....

Kontrollzwang war seit jeher meine Nummer 1.

Manches habe ich etwas unter Kontrolle bekommen,aber mein Problem ist dass wenn ich eine Sache "ein wenig unterdruecken kann" finde ich etwas Neues.

So habe ich nun seit einem Jahr das Problem dass ich wenn ich aus einer Parkluecke 'rausfahre,habe ich eine Riesenpanik jemanden zu verletzen oder anzufahren.

Das Ergebnis ist,dass ich dann jedesmal drei Runden um den Parkplatz drehe um mich x-mal zzu verwissern,dass kein "Verletzter" dort liegt.

Ich weiss genau was es fuer ein Unsinn ist,aber ich tue es trotzdem,um meine innere Ruhe zu finden.Manchmal dauert es ewig bis ich wieder zuhause ankomme,da ich immer haeufiger zurueckfahre.

Ich kann leider meine ehemalige Therapeutin nicht mehr aufsuchen,ad ich seit fast 7 Jahren in den USA lebe und hier bin ich diesbezueglich auf mich alleine angewiesen.

Kennt noch jemand dieses Verhalten ?

Warum sind wir so ???? Warum kann unser normaler Menschenverstand die Zwaenge nicht besiegen,denn ich weiss genau wie unsinnig meine Handlungen sind.....



Liebste Gruesse,Lilly. :alarm: :lol:

Heartsease

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2

Dienstag, 5. März 2013, 21:24

Hallo Lilly,
Warum kannst Du denn in den USA keine Therapie machen (nicht von der Versicherung gedeckt?)?
Hast Du vielleicht schon mal daran gedacht in eine Selbsthilfegruppe zu gehen? Adressen findest Du z. B. hier: http://www.ocfoundation.org/find_a_support_group.aspx .

Was das Thema "Autofahren" angeht so kann ich persönlich leider nicht so viel dazu beitragen, Dir aber das Buch "REWIND, REPLAY, REPEAT" von Jeff Bell empfehlen (kurzer Ausschnitt hier: http://www.youtube.com/watch?v=gAHS5_18tWg ).

Ansonsten, immer wieder hilfreich: http://www.ocdonline.com/articlephillipson2.php

Gruß und alles Gute,
Heartsease

lilly116

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3

Mittwoch, 6. März 2013, 21:27

Danke fuer deine Antwort.....ja hier ist es leider nicht so einfach,da das Gesunheitswesen hier ein Kathastrophe ist und man sehr viel selber zahlen kann.

Wir koennen uns das in Deutschland nicht vorstellen,aber es ist ledier so....

Ich werde mir die Buecher ansehen.

Vielen Dank,Lilly :) .

4

Donnerstag, 7. März 2013, 23:56

Hey Lilly. Ich kenne dein Problem gut, ich habe etwas ähnliches wenn ich Auto fahre das ich wenn jemand vor mir die Straße überquert. Ich habe da den Gedanken ihn überfahren zu wollen. Natürlich will ich das nicht. Ich versuche das dann einfach zu Ignorieren aber NICHT zu unterdrücken. Du darfst auch deiner Zwangshandlung auch nicht nachkommen (das du dann nochmal mehrmals nachschaust ob du jemanden verletzt haben könntest) da du diesen Zwang umso mehr nicht los wirst. Du musst ihm die macht nehmen. Klar solltest du aufpassen während du raus fährst aber du würdest es auch merken wenn du jemanden angefahren hättest. Der würde schreien oder es würde einen schlag machen.

Klar ist das leichter getan als gemacht aber nach einer Zeit wirst du merken das der Zwang danach schwindet und letzt endlich ins Grass beißt.

Warum unser Verstand diese Zwänge nicht einfach aussortiert ist mehr oder weniger leicht zu beantworten. Wissenschaftler sind der meinug das einfach ein bestimmter Botenstoff wie Seretonin fehlt. Man kann das auch einen Schluckauf der Gedanken nennen.

Greets

lilly116

unregistriert

5

Sonntag, 10. März 2013, 06:34

Hallo Felix,

vielen Dank dass du mir geschrieben hast.....es tut schon gut darueber zu "reden" oder zu schreiben.....
Ich tue naemlich ganz genau DAS was du angesprochen hast---- ich fahre zurueck und sehe nach.Immer oefter.Manchmal sogar ein paar mal und es nervt mich gewalltig.
Dabei weiss ich ganz genau wie unsinnig es ist tue es aber trotzdem.
Das hat vor ca. 1 1/2 Jahren angefangen und ich komme nicht dagegen an obwohl ich es mir immer wieder sage.
Wie gesagt,es tut gut deine Meinung zu lesen und du hast VOLLKOMMEN Recht.Man darf nicht nachgeben.
Manchmal denke ich wenn mich einer sieht dann halten die mich fuer verrueckt.Hier sind ja oft Kameras auf den grossen Parkplaetzen ;)
Dann wurde auch noch vor ein paar Wochen hier auf einem Highway jemand im Nebel ueberfahren und es war auch noch Fahrerflucht.Diese traurige Story hat natuerlich "bestaetigt" dass "solche" Dinge passieren.
Dabei bin ich ein sehr vorsichtiger Fahrer und habe noch nicht mal ein Speeding Ticket bekommen.

Ach ja,Zwaenge-------ich habe gelernt damit zu leben.
Alles hat mit Kontrollzwaengen vor ca. 30 Jahren angefangen .
Damals war mein Vater sehr krank und ich denke oft,ich wollte die Situation "kontollieren"......

Es ist traurig wie viele Menschen so handeln.....

Liebste Gruesse aus Californien :)

6

Donnerstag, 14. März 2013, 15:51

Hallo Lilly,
ich habe dieses Forum erst vor Kurzem gefunden und erkenne mich in dem wieder, was du und Felix bereits geschrieben habt. Bis vor kurzem habe ich das Autofahren genossen, aber dann kamen urplötzlich solche Gedanken, die du hier schilderst. Das mit den Parklücken habe ich auch manchmal. Schlimmer ist es bei mir aber, wenn ich irgendwo abbiegen muss, wo z.B. Fußgängerüberwege sind. Ich fahre dann schon extra langsam und schaue genau, was um mich herum passiert und mache immer den Schulterblick. Wenn ich dann abgebogen bin, denke ich manchmal so was wie: War da jetzt wirklich alles frei? Dann kommen solche "Was wäre wenn"-Gedanken....
Mein Verstand sagt mir, dass man das doch merkt, wenn was passiert und ich weiß wie du, dass das doch Unsinn ist, wenn ich kontrolliere, ob da eventuell was passiert sein könnte. Trotzdem tue ich es manchmal, weil ich sonst keine Ruhe finde. Aber ich weiß, dass genau dieses Verhalten der falsche Weg ist, weil der Kontrollzwang dadurch nur verstärkt wird und man ihm so mehr Aufmerksamkeit schenkt. Dadurch, dass man häufig kontrolliert, glaubt man wahrscheinlich unbewusst, dass diese Ängste zu Recht da sind.

Ich versuche schon seit einiger Zeit, meinem Drang zu kontrollieren, nicht nachzukommen. Ich habe hier im Forum gelesen, dass man das Exposition nennt. Man soll also genau das entgegengesetzte tun, was eigentlich der Zwang machen würde. Anfangs war es für mich ziemlich schwer, aber ich glaube, dass sich meine Situation durch das "Aushalten" schon etwas gebessert hat. Ich kann mich noch an einen Tag erinnern, da war es extrem schlimm mit dem Kontrollieren. Da bin ich auch x-mal eine Strecke lang gefahren, um mich zu "beruhigen". So etwas wie damals hatte ich zum Glück nie wieder.
Manchmal war es bei mir auch so, obwohl ich kontrolliert habe, war ich mir dann zu Hause immer noch unsicher. Daraus ziehe ich für mich den Schluss, dass man durch die Kontrollhandlungen nie die 100%ige Sicherheit bekommen wird, die man sich von diesen Handlungen verspricht.

Ich lass das erst mal so stehen und würde mich freuen, wenn sich das jemand durchliest oder auch etwas dazu zu sagen hat :))

lilly116

unregistriert

7

Samstag, 16. März 2013, 06:51

Hallo Scotty,

ich kann dich sooooooooooo gut verstehen.....

Ich fabriziere diese Rituale staendig und aergere mich ueber mich selber,denn ich geh' mal davon aus dass wir merken wuerden wenn wir jemanden verletzen wuerden.....

Aber,ich sehe lieber noch mal nach und habe dann "meine Ruhe" als dagegen zu kaempfen und NICHT mehr zurueckzufahren und dann der Rest meines Tages gelaufen ist.Ich weiss dass es grundverkehrt ist.Das interessante ist,wenn jemand bei mir ist,mache ich es nicht weil ich denke derjenige haette es ja merken muessen,also bin ich "aus dem Schneider" ;)

So war es aber schon immer bei mir.Wenn ich x-mal an der Tuere rappele um mich zu vergewissern dass sie auch abgeschlossen ist und jemand steht neben mir dann sage ich "Du hast ja gesehen dass die Tuere zu ist......" also ist es nicht mehr mein Problem.

Meine erste Therapeutin hat mir damals gesagt dass die Prognose bei Kontollzwaengen leider nicht so gut sei.Wir finden immer etwas anderes und ich muss sagen,dass es leider bei mir so ist.Es nervt und hat mir schon einiges an Lebensqualitaet genommen (meiner Familie allerdings auch ;)

Aber,wie schon gesagt,es tut gut dass wir darueber schreiben koennen und ich denke oft daran was mir hier geschrieben wird.Es ist so gut dass man verstanden wird.Und wir alle wissen ja auch,dass wir dagegen ankaempfen muessen....und wie schwer es oft ist!

Liebe Gruesse ;)

8

Samstag, 16. März 2013, 13:55

Hallo Lilly,
ich habe mir deine Antwort interessiert durchgelesen. Was ich mich auch frage, ist, warum diese Gedanken von einem Tag auf den anderen kamen. Bevor diese Kontrollhandlungen bei mir auftraten, bin ich jahrelang Auto gefahren, ohne jegliche Probleme. Hatte auch noch nie einen Unfall, fahre auch nie zu schnell und wurde auch noch nie geblitzt oder sonst was. Ich glaube, dieser Zwang kann bei mir daher kommen, dass ich von Natur aus ein perfektionistischer Mensch bin, ich will immer alles "richtig" machen. Deshalb nehme ich auch die Verkehrsregeln so genau. Ich hatte z.B. mal jemanden neben mir im Auto sitzen, der sich wunderte, warum ich ja so "genau nach Vorschrift" fahre, also nie zu schnell oder dergleichen. Er hingegen hat eine ziemlich rasante Fahrweise, was ich überhaupt nicht leiden kann.

Ich hoffe auch, dass ich meine Probleme mit dem Fahren auch loswerde, weil ich noch relativ jung bin und noch nicht so lange diese Probleme habe.
Was bei mir diese Kontrollzwänge verstärkt haben könnte, war ein "Beinahe-Unfall" vor einiger Zeit. Jedoch ist es dank meiner schnellen Reaktion nicht dazu gekommen (typischer Fall: Jemand nahm mir die Vorfahrt). Ich weiß noch, dass ich in der Situation einen leichten "Adrenalin-Schub" (weiß nicht, wie ich das genau beschreiben soll) hatte. An diesem Tag war ich auf jeden Fall zu nichts mehr zu gebrauchen und meine Gedanken kreisten den ganzen Tag um diesen Vorfall.
Ich denke, dass mir dieser Vorfall vor Augen geführt hat, wie schnell doch ein Unfall passieren kann, wenn man im Straßenverkehr nicht aufpasst. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich so schnell reagieren konnte. Das zeigt mir doch, dass ich doch ein aufmerksamer Fahrer bin :D

Ach ja, und wenn ich einen Beifahrer neben mir habe, dann habe ich auch keine Probleme mit dem Fahren. Ich habe in einem anderen Foren-Beitrag gelesen, dass jemand wegen des gleichen Problems ganz mit dem Autofahren aufhören wollte und sogar das Auto verkaufen wollte. Und so weit will ich es auf keinen Fall kommen lassen. Deshalb versuche ich, mich meiner Angst zu stellen.

Ich hätte noch eine Frage an dich, Lilly: Du schreibst ja, dass du generell Zwänge seit 30 Jahren hast und auch schon in Therapie warst. Das mit dem Autofahren scheinst du noch nicht so lange zu haben im Vergleich. Hast du einige deiner Zwänge selbst in den Griff bekommen können oder ging es nur mit einer Therapie?
Und wenn ja, wie hast du das genau gemacht? Und wie läuft ungefähr so eine Therapie ab?

Bei mir ist es so, dass noch niemand meiner Mitmenschen weiß, dass ich so etwas habe. Ich habe ja schon einiges zu dieser Problematik gelesen, auch schon versucht, meinem Zwang nicht nachzukommen. Eine leichte Besserung konnte ich schon dadurch verspüren und ich hoffe, dass ich am Ball bleibe und sich das legt. Wenn das nicht passieren sollte, müsste ich wohl eine Therapie in Betracht ziehen. Was mir bis jetzt manchmal gut geholfen hat: Ablenkung :thumbup: . Und versuchen, die Angst "auszusitzen" anstatt sich von ihr steuern zu lassen.

So, ich hoffe, mein Text ist nicht zu lang geworden, aber ich bin nun mal froh, dass ich mit anderen betroffenen Menschen über dieses Thema schreiben kann.

Viele Grüße

lilly116

unregistriert

9

Dienstag, 19. März 2013, 22:24

Hallo Scotty,

das Problem mit dem Autofahren habe seit ca. 1 1/2 Jahren.....da war eine Halloweenparty hier auf der Strasse und ich fuhr vorbei und dachte mir urploetzlich ich muss noch mal vorbeifahren um nachzusehen ob ich auch niemanden verletzt habe.......und von da an wurde es mehr und mehr.

Warum ist mir selber auch ein Raetsel.Vielleicht,weil hier im Land sehr viel Ueberwachungskameras gibt und vielleicht weil ich auch irgendwie den groessten Respekt vor den hiesigen Cops habe.Aber warum genau weiss ich nicht.

Ja,ich habe drei Einzeltherapien von jeweils 25 Stunden hinter mir.Also insgesammt 75 Einzelsitzungen......hat es mir viel gebracht???? Also leider gibt es keine Patentrezepte und man sitzt nur da und redet ueber sich und sie machen Notizen.....hinterher habe ich viel ueber alles nachgedacht was ich ihr erzaehlt habe aber meine Neurosen habe ich nicht in den Griff bekommen.Ich denke fast ich habe mich daran gewoehnt.

Das Interessante fuer mich ist,dass ich wenn ich genuegend Zeit habe bevor ich aus dem Haus gehe,alles x-mal kontrolliere.Habe ich es aber sehr eilig,dann kann ich die Kontollzwaenge besser verdraengen.Dann sehe ich nur noch mal nach ob meine Hunde sicher sind und ob das Licht aus ist und renne 'raus ;)

Ich glaube,es gibt nur einen Weg da 'raus und dass ist wie du sagtest,es auszuhalten und nicht rueckfaellig zu werden,aber dass ist sehr schwer.Und vor allem muss man aufpassen,dass man dann nicht einen neuen Zwang entwicklt.

Ich finde immer etwas neues ;) und ja ich weiss wie sehr man bemueht ist,es nach aussen zu verbergen :whistling:


Meine erste Therapeutin wollte mir damals "Serotonin" verschreiben.Angeblich haben wir zuwenig von diesem Hormon und daher handeln wir so.Aber ich wollte das nicht nehmen ?( .



Ich habe auch Buecher darueber gelesen,aber ds hat mir nicht viel gebracht.

Vieles nehme ich heute mit Humor,aber ich wuensche mir jeden Tag es einfach ablegen zu koennen.

Ich bin auch sehr froh,hier ueber alles zu reden,denn man ist ja schon damit isoliert und andere koennen DAS nicht verstehen.....

Durch meine Neurosen,neige ich auch zum Extremismus.Ich bin sehr fixiert auf meine Hunde oder auf den Tierschutz .Alles soll 100% "unter Kontolle" sein.....

Was die "Dinge" auch nicht immer leichter macht ;)



Scotty,ich wuensche dir so sehr,dass du die Staerke hast dagegen anzukaempfen und "es" irgendwann bekaempft hast.


Liebe Gruesse,Lilly :)

Mauersegler

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10

Mittwoch, 20. März 2013, 12:40

Hallo,
ich denke das mit dem Autofahren ist ein sehr großes Problem für viele von uns (berichtigt mich wenn es nicht stimmt).
Ich selbst kämpfe unter Anderem damit seit Jahrzehnten.
Am Anfang meiner Störung bin ich ca. 6 Jahre gar nicht Auto gefahren. Ich bin nicht mal gern mit anderen mitgefahren, um nicht Zeuge eines Unfalls (den es nicht gab) geworden zu sein.
Ich bin dann nacheinander Radfahrer und Fußgänger geworden. Aber selbst da habe ich nach und nach Zwangsgedanken entwickelt einen Unfall verursacht zu haben oder jemand überrannt oder angegriffen zu haben.
Irgendwann habe ich begonnen wieder Auto zu fahren. Immer mit Angst. Schließlich musste ich ja Geld verdienen.
Auch so ein Zwang, immer korrekt zu sein, zu Arbeiten, ein Makel zu Hause rumzusitzen und krank zu sein. Ich habe mich immer auf Arbeit gezwungen, ich musste immer raus. Heute bin ich froh darüber, sonst wäre ich noch weiter abgesackt. Aber das ist ein anders Thema.
In meiner VHT konnte ich mein Auto mit zur Klinik bringen. Ärztin und Cotherapeut sind einmal mitgefahren, es wurden Aufgaben herausgearbeitet und dann bin ich gefahren. Ich habe meinen Radius und die Fahrzeit permanent erhöht. Ich habe versucht möglichst nie die gleiche Strecke zurückzufahren (um nicht heimlich zu kontrollieren). Ich war manchmal platt. Es ging nicht ganz ohne Kontrollen ab. Es war nicht nur eine Konfrontation sondern meist eine totale Reizüberflutung. Ich musste mich manchmal überwinden ins Auto zu steigen. Aber ich hab es getan.
Wenn ich heute merke es wird wieder schlechter, mache ich auch solche Touren in die Großstadt.
Ich habe immer noch Probleme, aber bedeutend weniger wie früher.
Es wird immer ein auf und ab geben.
Gebt den Mut nicht auf und freut Euch an kleinen Schritten.
Alles Gute Mauersegler

Holly71

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11

Freitag, 29. März 2013, 10:43

Autofahren

hallo ihr lieben, ich kann mich da 1:1 wiederfinden, ich bin zu meinen "besten" zeiten 15 x die selbe strecke abgefahren nur um dann beim 16. mal zu denken dass ich beim 15. mal jemanden angefahren haben könnte, das alles weitete sich dann aus insofern es keine, aber auch gar keine situation mehr gab in der ich nicht gerade jemandem etwas schlimmes angetan habe könnte ( nicht nur mit dem auto!!!). kurios ist ja auch dass scotty (hier lieben gruss an dich!) sogar noch beschreibt wie er den beinahe-unfall mit der missachteten vorfahrt gemeistert hat, und ich mir denk: das weiß der alles haargenau, aber bei allen anderen sachen ist da immer ein vllt. doch, etc. ich schaffe es auch immer noch nicht mir zu sagen dass ich bei keiner einzigen kontrolle je etwas schlimmes entdeckt hätte, also ist das typisch zwang, das gefühl ist dann einach zu schrecklich und ich möchte es los werden. auch tricks wie fotos machen, aufzeichnen etc. werden niemals helfen, wir werden immer eine lücke finden, ("was wenn das gerät jetzt gerade für ein minute nicht aufgzeichnet hat und, und und ).
ich muss einfach beginnen mir selber wieder zu vertrauen und weiß ja auch wie sich "normales" autofahren anfühlt, bin immer gerne gefahren und das war entspannung für mich z. B. vor der arbeit und so. ich muss weiter wege suchen, weiß aber dass sich diese zwänge bessern können, obwohl ich bei mir nicht glaube, dass sie ganz verschwinden, aber das ist für mich mittlerweile okay.
lg an alle, holly

lilly116

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12

Samstag, 30. März 2013, 07:22

Hallo Holly71,

sich selber vertrauen......genau das ist doch der Schluessel !!!!!!! :thumbup:

Ich schaffe es hin und wieder abzufahren und den Gedanken auszuschliessen,aber ich schaffe es auch sehr oft nicht :lol: .

Dann sind da so Situationen,wo ich mit meinem Pflegekind zum Emergency Room musste.Parken musste ich hier auf einem speziellen Parkplatz direkt an dem ER angegrenzt.Dort laeuft auch ein Security Guide herum.Als ich nun dort "raus kam und heimfahren wollte,merkte ich dass der Parkplatz zur Zeit so eingerichtet ist,dass ich nur aus der Parkluecke 'rausfahren kann und dann zur Ausfahrt fahre.....nichts mit drehen und wenden und im Kreis herumfahren,da sonst der Security Mann auftaucht und mich fragt was ich dort will.Also,ich musste aus meiner Parkluecke 'rausfahren und das war es.(SO wie es die meisten machen ;) ).....Ich habe mir natuerlich den Hals verrenkt um nur ja noch mal einen Blick auf alles zu werfen ?( ....und es war brutal nicht zurueckzufahren.

Ich weiss ja wie unsinnig es ist,denn ich denke wir alle merken ja schon wenn wir ueber einen Kieselstein faehren....

Das mit dem Auto mache seit 1 1/2 Jahren und ich hasse es mache es aber trotzdem.Ich fahre auch seitdem sehr ungerne rueckwaerts aus der Parkluecke.....

Liebe Gruesse an alle und ein wunderschoenes Osterfest und "Happy Easter" aus CA :) .

lilly116

unregistriert

13

Samstag, 30. März 2013, 07:24

Hallo Holly71,

sich selber vertrauen......genau das ist doch der Schluessel !!!!!!! :thumbup:

Ich schaffe es hin und wieder abzufahren und den Gedanken auszuschliessen,aber ich schaffe es auch sehr oft nicht :lol: .

Dann sind da so Situationen,wo ich mit meinem Pflegekind zum Emergency Room musste.Parken musste ich hier auf einem speziellen Parkplatz direkt an dem ER angegrenzt.Dort laeuft auch ein Security Guide herum.Als ich nun dort "raus kam und heimfahren wollte,merkte ich dass der Parkplatz zur Zeit so eingerichtet ist,dass ich nur aus der Parkluecke 'rausfahren kann und dann zur Ausfahrt fahre.....nichts mit drehen und wenden und im Kreis herumfahren,da sonst der Security Mann auftaucht und mich fragt was ich dort will.Also,ich musste aus meiner Parkluecke 'rausfahren und das war es.(SO wie es die meisten machen ;) ).....Ich habe mir natuerlich den Hals verrenkt um nur ja noch mal einen Blick auf alles zu werfen ?( ....und es war brutal nicht zurueckzufahren.

Ich weiss ja wie unsinnig es ist,denn ich denke wir alle merken ja schon wenn wir ueber einen Kieselstein faehren....

Das mit dem Auto mache seit 1 1/2 Jahren und ich hasse es mache es aber trotzdem.Ich fahre auch seitdem sehr ungerne rueckwaerts aus der Parkluecke.....

Liebe Gruesse an alle und ein wunderschoenes Osterfest und "Happy Easter" aus CA :) .

P.S.: Manchmal denke ich mir,irgendwann passiert "wirklich" etwas wegen meiner Herumkurverei oder Wenderei sogar auf dem Highway.....

14

Donnerstag, 4. April 2013, 12:17

Hallo,
ich wollte mich auch mal wieder melden. Und zwar habe ich eine Frage an euch.

Wie ist es bei euch, wenn ihr dem Zwang nicht nachkommt und nicht kontrolliert? Habt ihr dann ein mulmiges Gefühl oder so für eine gewisse Zeit? Und wenn ja, wie lange dauert das bei euch an, bis ihr euch wieder "beruhigt" und das wieder vergessen habt?

Ich bin z.B. vor einem Monat nachts Auto gefahren und hatte den Drang umzudrehen und zu kontrollieren, dem ich aber nicht nachgekommen bin. Am nächsten Tag hatte ich ein "mulmiges" Gefühl, war aber auch irgendwie froh, dass ich meiner Angst mal nicht nachgekommen bin.

Bei mir ist es so, dass ich immer nur an die letzte Fahrt denke, wo ich kontrollieren wollte. An die Fahrten davor denke ich gar nicht. Das dumme an der Sache ist ja: Man will ja mit der Kontrolle sich die Sicherheit geben, dass nichts passiert ist. Man sucht also praktisch nach Beweisen, dass nichts passiert ist. Aber wie will man Beweise für etwas finden können, was nicht passiert ist? Das ist doch irgendwie unlogisch, sagt mir mein Verstand :D Ich hoffe, ihr versteht in etwa, was ich damit sagen will.

Grüße,
Scotty

lilly116

unregistriert

15

Donnerstag, 4. April 2013, 21:03

Hallo Scotty,

ich verstehe ganz genau was du meinst.....Unsere Konrolle (wo wir ganz genau wissen dass NICHTS (!) vorgefallen ist) ist so eine Art "Erleichterung".....das Zureuckfahren erleichtert mir den Rest des Tages.

Manchmal schaffe ich es nicht zureuckzufahren und es kann sein dass ich dann eine ganze Zeit brauche um dann nicht mehr daran zu denken.

Meistens,wenn ich abgelenkt bin oder sehr beschaeftigt bin,dann kann es sein,dass ich es sogar vergesse.Aber je mehr Zeit ich habe,um so verrueckter mache ich mich.

Ich habe dann auch so ein komisch-mulmiges Gefuehl im Magen und aegere mich oft ueber mich selbst,dass ich meine Energie damit verschwende.... :lol:

Die "Beweise" die wir suchen und natuerlich nicht finden sind wie eine innere Befriedigung,obwohl wir ja schon in dem Moment wo wir umdrehen wissen,dass wir nichts finden.....und trotzdem.

Ich habe hier auch schon gedreht und gekurft sogar auf dem Highway und ich sage mir immer"irgendwann passiert wirklich etwas wegen meiner Herumfahrerei fuer nichts...."

Aber,ich bin so froh,dass wir hier darueber schreiben koennen und verstanden werden.

Denn wir kennen unsere "Marotten" ja ganz genau,nur wie kann man sie gezielt bekaempfen,dass ist unsere aller Problem....



Liebe Gruesse an euch alle 8) 8)

lilly116

unregistriert

16

Mittwoch, 12. Juni 2013, 08:09

immer das Gleiche....

Es hat sich bei mir nicht viel geandert.....ich ueberpruefe und ueberpruefe.....an manchen Tagen ist es etwas besser,aber meistens wenn ich alleine unterwegs bin lasse ich meinen Zwaenegn mal wieder "freien Lauf" ;)

Ich fahre zurueck und checke ob ich beim Ausparken auch niemanden verletzt habe.Dabei weiss ich was fuer ein Unsinn ist--------trotzdem ich fahre um.

Gestern hat mich dieser Unsinn eine ganze Stunde gekostet :lol: .....

Manchmal komme ich mir schon vor wie "MONK" in der Serie.Einmal sagte er erfaehrt nicht Auto,da er nicht rueckwaerts faehrt und nicht abbiegt.

Sorry aber ich nehme meine Zwaenge mit einem gewissen Humor nach ueber 30 Jahren ist es gesuender :prust: :D

TomMX5

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17

Mittwoch, 12. Juni 2013, 09:40

Ich hatte das auch mal beim Motorrad fahren besonderes das ich dachte zu weit in Gegenverkehr gekommen zu sein usw.
Musste auch nachgucken!
Aber man würde 100%tig mitbekommen wenn man ein Unfall baut , bzw jemmanden anfährt.
Weil man hört es einfach. Und vorallem beim Ausparken fährt man ja langsam. Das würde jeder sehen das du da ausparkst und mit einer Geschwindikeit von 5 kmh zu erfasst werden wäre auch nicht tötlich weil du es sofort merkst wenn du was rammst.
Sei Stärker als der Zwang . Versuch nicht mehr nachzugucken , sag dir immer im Kopf: Ich hätte gemerkt wenn ich jemmanden umgefahren hätte.

Ich meine wenn ich auf den Parkplatz zu mein Auto laufe , fahren da manche auch immer einfach raus. Aber dann gehe ich Automatisch aus dem weg. Das würden die Fußgänger auch merken wenn du aus Parkst ^^

Liebe grüße und viel erfolg mit dem Kampf gegen den Zwang:)
Tom
Ich bin mein eigener Chef nicht der Zwang!
:P :P :P :P :P :P :P

Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.
Dietrich Bonhhoeffer

lilly116

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18

Donnerstag, 13. Juni 2013, 06:05

Hallo Tom,

vielen Dank fuer deinen lieben Eintrag............du hast vollkommen Recht mit allem!

Man wuerde es merken.Ich bin zudem ein vorsichtger Fahrer und habe ein sehr gutes Reaktionsvermoegen.

Ich sollte mir selber mehr trauen ;)

Es ist so gut hier Rat zu bekommen,weil jeder weiss wie es ist sich mit Zwaengen herumzuschlagen :lol:

Manchmal fahre ich x-mal umd die Parkluecke herum um alles nachzupruefen.Dann denke ich immer wenn mich einer beobachtet ?( ?( ?( ?( .

Es gibt auch Tage an denen es ein bisschen besser ist aber manchmal ist es nervig :thumbdown: .



Danke dir und ganz liebe Gruesse aus Californien (ich weiss,klingt auch etwas verrueckt, ;) ist aber wahr :thumbsup: ).....

Theobln

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19

Montag, 1. Juli 2013, 11:48

Moin Moin,

also ich hab die gleichen probleme beim autofahren,sobald der zwang auftritt dreh ich z.b auch um fahr an der stelle vorbei bzw ist es schon vorgekommen das ich anhalten musste und einmal ums auto gehen musste um irgendwie ruhig zu werden,allerdings schau ich trotzdem extrem häufig in den innenspiegel um zu sehen das ja niemanden etwas passiert ist, ich eventuell jemand angefahren oder umgefahren haben könnte.
was mir auf gefallen ist bei kreuzungen und beim abbiegen und auch bei fussgängerüberwegen und parklücken tritt das besonders häufig auf.

es nervt mittlerweile mich und auch meinen partner da er ja oft mit im auto drin sitzt.
nur geb ich dem zwang nit nach verstärkt er sich extrem wie bei den anderen zwängen auch:-(

girasol1991

unregistriert

20

Montag, 1. Juli 2013, 14:49

[...] nur geb ich dem zwang nit nach verstärkt er sich extrem wie bei den anderen zwängen auch:-(

Hallo, nun für den Moment verstärkt sich das Gefühl dann, dass der Zwang sich verstärkt. Der Zwang an sich wird aber auf lange Sicht eher nachlassen, wenn du ihm nicht nachgibst! So werden die Menschen ja auch therapiert bei Zwangserkrankungen. Wenn du ihm nachgibst und folgst, stärkst du ihn nur.

Also ist es besser, dass ganze nicht zu machen und du wirst sehen, dass es nachlassen wird.

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