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1

Montag, 27. Mai 2013, 04:01

Was ist eine erfolgreiche stationäre Therapie?

Hi,
auf
den Informationsseiten der Kliniken liest man überall, dass sie
viele erfolgreiche Therapien vorweisen können. Aber was bedeutet
"erfolgreich" in dem Zusammenhang mit Zwangserkrankungen?
Sind ihre Patienten dann zwangsfrei oder ist es schon eine
erfolgreiche Therapie, wenn man statt 4 Stunden nur 2 Stunden duscht?
Wieviele stationäre Therapien müssen Patienten machen bis
feststeht, ob sie geheilt werden können oder für immer krank
bleiben? Und wie lange hält eine Verbesserung an, nachdem man
wieder zuhause ist?

Meine
Fragen gehen an alle, die schon ein- oder mehrmals stationär waren;
insbesondere auch an diejenigen unter euch, die gegen Waschzwänge
behandelt worden sind und schon länger erkrankt sind/waren.

Ich
selbst war bisher nur in ambulanter Behandlung, muss mich aber jetzt
mit dem Thema "stationär" beschäftigen und habe damit
emotional ein großes Problem.

Ich
wäre euch sehr dankbar über möglichst viel feedback, weil mir
realistische Erfahrungsberichte sicher weiterhelfen könnten.
Viele Grüße und Danke im voraus


girasol1991

unregistriert

2

Montag, 27. Mai 2013, 15:17

Ich glaube es gibt nicht wirklich eine konkrete Definition von Erfolg. Du musst für dich persönlich einfach wissen, was du willst, was für dich erfolgreich bedeutet?

Erfolgreich therapiert zu sein bedeutet für mich, ein Leben mit einer gewissen Qualität zu haben, genießen und Spaß haben, das heißt nicht, dass der Zwang vollkommen verschwunden sein muss, sondern dass ich weiß damit umzugehen, dass ich gelernt habe mich ihm zu stellen und ihn auszuhalten. Mir ist egal ob das nun das ist was die Kliniken versprechen oder nicht - denn letztendlich ist es mein Leben und ich muss damit zufrieden sein!

Deshalb rate ich dir, mach dir klar, was du willst, was ist erfolgreich für dich? Andernfalls kannst du die Kliniken ja mal kontaktieren und nachfragen was erfolgreich bedeutet :D - das wäre mit Sicherheit sehr interessant! :)

Auf jeden fall alles Gute!

3

Mittwoch, 5. Juni 2013, 04:01

Es enttäuscht mich, dass wohl keiner hier über das Thema sprechen will, obwohl der Begriff "stationäre Therapie" hier so oft zu lesen ist.
Das kann daran liegen, dass zwar alle darüber sprechen, aber kaum einer eine solche Therapie macht. Oder keiner will das, was er dort erlebt hat, mit den anderen teilen; aus welchen Gründen auch immer. Oder ihr habt einfach keine Lust mir zu einer Einschätzung zu verhelfen.
Vielleicht kann sich ja doch einer überwinden.

TomMX5

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4

Mittwoch, 5. Juni 2013, 10:09

Hallo mew ! Du hast dir da echt eine schwierige fragen ausgesucht , die aber wohl auch anderen Interesiert!

Für mich bedeutet es : Stabil zu sein ( Wenn man den Zwängen nicht mehr nachgeht und es auch lange Zeit aushält)

Man kann leider nicht sagen wie lange der Aufenthalt ist , weil es halt bei jedem anders ist. Manche brauchen mehr und manche weniger Zeit. Genau so ist es auch mit der erfolgschance zb. das man statt 4 stunden nur noch 2 stunden duscht.

Ich denke, es ist für andere schwierig diese frage dir zu beantworten. Weil man es einfach nicht genau sagen kann.

Wenn du Hilfe brauchst zb. du hast ein Waschzwang so kann ich dir ein paar Hilfestellung schreiben wenn du möchtest , schreib mich einfach mal an.

Liebe grüße Tom
Ich bin mein eigener Chef nicht der Zwang!
:P :P :P :P :P :P :P

Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.
Dietrich Bonhhoeffer

Kathrin

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5

Mittwoch, 5. Juni 2013, 10:25

ich war auch schon 6 mal stationär (Waschzwang), tu mir aber auch schwer die Frage zu beantworten. Ich war in diversen Kliniken, zu den einzelnen könnt ich dir mehr sagen, wenn dich Konzept/Dauer usw intressiert.
Allerdings hab ich nie Erfolge in dem Sinne gehabt, ok, bei einer Klinik evtl. etwas, (hing aber damit zusammen, dass ich bereits 3 Wochen vorher zuhause allein extrem mit Expos begonnen hab, dort nur noch festigen musste), hielt aber auch nur 1 Monat danach an.
Ich denk, der Erfolg ist sehr unterschiedlich. geheilt geht sicher niemand raus, denn üben bis es zur Gewohnheit wird oder sowas gehört ja zur Nachsorge, ich glaube alle haben noch Zwänge im Kopf, vielleicht lernen sie soweit auf sie erstmal nicht zu reagieren, aber in der regel kostet es noch Anstrengnung, bis es dann im Kopf entweder nicht mehr kommt (in einzelnen Situationen, meist kommt es ja noch in andren kleineren Situationen weiter) oder zumindest ignoriert werden kann ohne Angst/Kraftaufwand, was ich von anderen so nun hörte.
Für welche Klinik intressierst du dich denn?

Kathrin

Schüler

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6

Mittwoch, 5. Juni 2013, 10:28

achja, es gibt den Spruch "einmal Klinik, immer Klinik", also dass man immer wieder dorthin muss, weil man keine alternative mehr weiss (bei mir eben im Schnitt war das alle 3 Jahre)
aber es gibt auch Beispiele von welchen (Buchautorinnen), die eine war 2mal hats dann geschafft, die andere 1x (hatte es allerdings auch erst 1 Jahr) ich denk es ist sehr unterschiedlich. Allerdings kann man natürlich auch nie bei diesen Leuten sicher sein, denn wenn das Buch bereits einige Jahre her ist und dann ein seelisches Loch kommt, dann kann es ja auch wieder einbrechen, ich denk, gefeit davor ist niemand!

girasol1991

unregistriert

7

Mittwoch, 5. Juni 2013, 22:29

Es enttäuscht mich, dass wohl keiner hier über das Thema sprechen will, obwohl der Begriff "stationäre Therapie" hier so oft zu lesen ist.
Das kann daran liegen, dass zwar alle darüber sprechen, aber kaum einer eine solche Therapie macht. Oder keiner will das, was er dort erlebt hat, mit den anderen teilen; aus welchen Gründen auch immer. Oder ihr habt einfach keine Lust mir zu einer Einschätzung zu verhelfen.
Vielleicht kann sich ja doch einer überwinden.
Mmh, nun ich hab dir doch geantwortet, bin ich keiner? Wie nett ;-)


Man kann sowas nicht generalisieren. Das was Kathrin geschrieben hat 'einmal Klinik, immer Klinik' - nun den Spruch gibt es, und es gibt durchaus viele auf die es zutrifft, ich habe jedoch nach meinem teilstationären Aufenthalt (vor ca. 2 1/2 Jahren) keinen weiteren Aufenthalt gehabt und so wie es aktuell aussieht, komme ich gut klar. Natürlich weiß ich nicht, ob es immer so sein wird, denn auch da muss ich Kathrin zustimmen, gefeit davor ist niemand - aber das gilt für gesund und bereits kranke. Außerdem - wie Kathrin ebenfalls - geschrieben hat, richtig geheilt dauert Ewigkeiten, dafür muss man auch wieder definieren was ist geheilt? Mir konnte man nach drei Monaten teilstationär diagnostizieren, dass ich wieder komplett gesund werden kann und auch, dass ich keine typische Dauerpatientin bin. Ich denke, dass ist wirklich total individuell.
Meine Therapeutin hat mir mal erklärt, dass man lernen kann die Anspannung ausgelöst durch den Zwang lernen kann auszuhalten und das dann mit Übung immer besser geht, aber das Denken an sich, dass einen Sachen triggern etc., bleibt erstmal lange so. Mit ganz viel Übung und Geduld kann man aber trainieren, dass sich die Gehirnstrukturen wieder verändern und die Denkstrukturen durch neuere überformt werden.

Was genau ist dein 'emotionales Problem' bei dem Thema stationäre Therapie?
Ich denke, du musst für dich wissen, was du erreichen willst, wovor du Bedenken hast und die äußern, die Kliniken vielleicht wirklich kontaktieren oder wenn möglich mit deinem aktuellen Therapeuten solche Fragen zu besprechen.

8

Donnerstag, 6. Juni 2013, 02:03

Mmh, nun ich hab dir doch geantwortet, bin ich keiner? Wie nett ;-)

Sorry girasol1991, die Formulierung war etwas unglücklich gewählt.

Was genau ist dein 'emotionales Problem' bei dem Thema stationäre Therapie?

Ich habe keine guten Erfahrungen gemacht mit Psychotherapeuten und dadurch Schwierigkeiten ihnen Vertrauen entgegenzubringen. In einer Klinik ist man aber völlig ausgeliefert, und das löst große Ängste in mir aus.

Mein Umfeld behauptet, ich könnte schon längst wieder gesund sein, wenn ich eine stationäre Therapie gemacht hätte, und man drängt mich stetig. Ich habe versucht mich über verschiedene Kliniken zu informieren, aber die Werbebroschüren sagen mir nichts wesentliches. Dann habe ich einen Artikel gelesen, den ich aber leider zur Zeit nicht wiederfinden kann. in dem sagt ein Psychotherapeut, dass in den Kliniken versucht wird, den Willen der Patienten zu brechen, um sie anschließend wieder neu aufzubauen; also eine Art Gehirnwäsche gemacht wird.
Ganz ehrlich, ich würde sowas nicht durchmachen wollen, wenn ich danach nicht völlig zwangsfrei wäre.

@ Kathrin und Tom: Danke für euer Interesse und die Hilfsangebote

Gruß
mew

TomMX5

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9

Donnerstag, 6. Juni 2013, 10:00

Was wichtig ist dich nicht drängen zu lassen ! Du musst es selber wollen !
Sonst hat das kein zweck wenn du dich da selber nur hinschleppst damit die anderen zufrieden sind.
Das ist deine Entscheidung!

Aber man kann es einem halt raten dieses wenigstens auszuprobieren.
Man selber muss sich nur bereit fühlen.
Und das man evt. nicht völlig zwangsfrei wird ist doch nicht so schlimm , weil man lernt ja methoden damit umzugehen, oder der Zwang wird dannach viel schwächer.
Ich selber bin jezt genau 3 Wochen FAST zwangsfrei , der Zwangsimpuls ist noch da und man vergisst den Zwang nicht mehr so schnell weil ich 10 Jahre mit dem Zwang gelebt habe , und das braucht Zeit dieses zu verlernen.
Aber es wird Tag zu Tag besser.
Und ich muss sagen das auch die kleinen schritte mit den Zwängen einen selber schon richtig gut tun.

Darf ich fragen unter welchen Zwängen du leidest ?

Liebe grüße Tom
Ich bin mein eigener Chef nicht der Zwang!
:P :P :P :P :P :P :P

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Dietrich Bonhhoeffer

10

Samstag, 8. Juni 2013, 01:15

Darf ich fragen unter welchen Zwängen du leidest ?
Ich leide schon seit über 30 Jahren an Waschzwang.

TomMX5

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11

Sonntag, 9. Juni 2013, 22:26

Dann wird es höchste Zeit mit aller kraft dagen anzukämpfen!

Unter welchen Zwängen leidest du denn nun?
Liebe grüße Tom :)
Ich bin mein eigener Chef nicht der Zwang!
:P :P :P :P :P :P :P

Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.
Dietrich Bonhhoeffer

12

Sonntag, 9. Juni 2013, 22:40

Darf ich fragen unter welchen Zwängen du leidest ?
Ich leide schon seit über 30 Jahren an Waschzwang.

Dann wird es höchste Zeit mit aller kraft dagen anzukämpfen!

Unter welchen Zwängen leidest du denn nun?
Liebe grüße Tom :)

Ja, ja, mit dem lesen ist das manchmal so eine Sache. :lol:

TomMX5

Anfänger

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13

Montag, 10. Juni 2013, 14:43

oh :lol: :D völlig durcheinander
Ich bin mein eigener Chef nicht der Zwang!
:P :P :P :P :P :P :P

Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.
Dietrich Bonhhoeffer

girasol1991

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14

Montag, 10. Juni 2013, 20:48

Zitat von »girasol1991«



Mmh, nun ich hab dir doch geantwortet, bin ich keiner? Wie nett ;-)

Sorry girasol1991, die Formulierung war etwas unglücklich gewählt.

Zitat von »girasol1991«



Was genau ist dein 'emotionales Problem' bei dem Thema stationäre Therapie?

Ich habe keine guten Erfahrungen gemacht mit Psychotherapeuten und dadurch Schwierigkeiten ihnen Vertrauen entgegenzubringen. In einer Klinik ist man aber völlig ausgeliefert, und das löst große Ängste in mir aus.
Mein Umfeld behauptet, ich könnte schon längst wieder gesund sein, wenn ich eine stationäre Therapie gemacht hätte, und man drängt mich stetig. Ich habe versucht mich über verschiedene Kliniken zu informieren, aber die Werbebroschüren sagen mir nichts wesentliches. Dann habe ich einen Artikel gelesen, den ich aber leider zur Zeit nicht wiederfinden kann. in dem sagt ein Psychotherapeut, dass in den Kliniken versucht wird, den Willen der Patienten zu brechen, um sie anschließend wieder neu aufzubauen; also eine Art Gehirnwäsche gemacht wird.
Ganz ehrlich, ich würde sowas nicht durchmachen wollen, wenn ich danach nicht völlig zwangsfrei wäre.

Hey, also sch*** auf dein Umfeld, Menschen reden viel wenn der Tag lang ist und noch viel mehr, wenn sie selber keine Ahnung haben was man durchmacht , wenn man Zwänge hat.
Mmh, also ich verstehe, dass du Angst davor hast, was ich persönlich denke ist, dass dir so vielleicht eine Chance entgeht. Es kann doch sein, dass es ganz anders ist als du befürchtest/erwartest. Du weißt doch wovor du konkret Angst hast und wenn du dich selbst einweist, dann kannst du dich doch auch jederzeit wieder entlassen lassen oder? Sprich, wenn es zu viel wird und nicht das, was dir gut tut, dann kannst du jederzeit abbrechen.
Ich glaube übrigens nicht, dass es eine Gehirnwäsche ist. Natürlich gibt es Leute, die sowas behaupten und in Einzelfällen mag es auch so sein, aber generell muss man in einer Therapie doch nichts machen, was man nicht will (so ist zumindest meine Erfahrung).

Letztendlich musst du für dich wissen, was du willst, was du dir erhoffst und wie viel du bereit bist dafür zu geben.
Alles Gute!

Waschkröte

Anfänger

  • »Waschkröte« ist weiblich

Beiträge: 11

Zwangssymptome: Waschzwang

Medikament / Dosis: Citalopram 10 mg

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

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15

Donnerstag, 4. Juli 2013, 17:08

Bei mir gibt es ein Problem, was einen stationären Aufenthalt in seiner Wirkung etwas fraglich macht: mein Waschzwang ist sehr an unsere Wohnung gekoppelt. Ich habe Angst vor den Mülltonnen an unserem Haus (weil die vor einiger Zeit "stark kontaminiert" wurden, gar nicht wegen dem Müll, der ist mir piepegal), und allem, was mit ihnen in Berührung kommt. Die Mülltonnen und unsere Situation zu Hause kann ich natürlich nicht in die Klinik mitnehmen. Eine richtige Konfrontation wäre am sinnvollsten hier, in unserem Haus.

Nicht auszudenken. Die Nachbarn. Ich und die Therapeutin an den Mülltonnen.

Aber vielleicht ist es der einzige Weg?

Vor zwei Jahren war ich für 8 Wochen in der psychosomatischen Station der Uniklinik Heidelberg. Das war gut, weil ich viel über den Zwang und das drumrum erfahren habe. Die Situation in meiner Familie und das Verständnis meines Mannes über meine Krankheit hat sich deutlich gebessert. Aber ich bin seither am Verdrängen (20 mg Citalopram, jetzt auf 10 mg reduziert) und am Kämpfen (Exposition). Weg ist der Zwang nicht. Die Ursprungsprobleme versuche ich schon seit 20 Jahren in einem bunten Blumenstrauß an Therapien zu lösen.

Ich fand an diesem Thread interessant, dass auch ihr meine vielleicht irrationale Hoffnung: "Ich muss nur die richtige Klinik finden, die macht mich wieder gesund" anzweifelt.

girasol1991

unregistriert

16

Freitag, 5. Juli 2013, 12:02

Ich fand an diesem Thread interessant, dass auch ihr meine vielleicht irrationale Hoffnung: "Ich muss nur die richtige Klinik finden, die macht mich wieder gesund" anzweifelt.
Nun, die Hoffnung auf so etwas ist ja nicht verwerflich, aber es ist sehr unrealistisch so eine Klinik zu finden.


Nicht auszudenken. Die Nachbarn. Ich und die Therapeutin an den Mülltonnen.

Bei mir gibt es ein Problem, was einen stationären Aufenthalt in seiner Wirkung etwas fraglich macht: mein Waschzwang ist sehr an unsere Wohnung gekoppelt. Ich habe Angst vor den Mülltonnen an unserem Haus (weil die vor einiger Zeit "stark kontaminiert" wurden, gar nicht wegen dem Müll, der ist mir piepegal), und allem, was mit ihnen in Berührung kommt. Die Mülltonnen und unsere Situation zu Hause kann ich natürlich nicht in die Klinik mitnehmen. Eine richtige Konfrontation wäre am sinnvollsten hier, in unserem Haus.

Und hast du das mal versucht? Mit einer Therapeutin? Meine Therapeutin hat zum Beispiel mal in der Uni mit mir Expo gemacht. Schon komisch, aber nun letztendlich ist doch schnuppe was die anderen Menschen denken oder? Menschen, die über andere Menschen urteilen, sich lustig machen etc. - das sind einfach nur Menschen, die sich nicht mit sich selbst beschäftigen und auseinander setzen wollen/können. Ich würde dir raten, es zu Hause zu versuchen, letztendlich bringen dir Expos woanders nur bedingt was, wenn das Hauptproblem/schlimmste Problem zu Hause ist.

Ich bin eh dagegen und versuche mich regelmäßig davon zu distanzieren, was die anderen vermutlich denken etc. - letztendlich kann ich das nicht kontrollieren und wahrscheinlich auch nicht ändern.



Alles Gute!