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Waschzwang: mein leidensweg

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Schlumpfine

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Zwangssymptome: Waschzwang

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1

Donnerstag, 1. Mai 2014, 23:09

mein leidensweg

hallo ihr lieben,




ich muss mal einwenig von mir berichten, in der hoffnung wen zu finden dem es genauso geht.




bei mir geht es primär um einen waschzwang.

ich kann mich ganz vage erinnern dass ich mit circa 7 jahren aus einer stressituation/paniksituation heraus vorm zu bett gehen meine füße mit einem nassen lappen gereinigt habe und dann einigermassen beruhigt schlafen konnte - heute mit 31 ist mein bett mein rückzugsort und heiligtum. leider habe ich an die folgenden jahre und das aufbauen bzw ausbauen des zwanges keine weiteren erinnerungen mehr, nur noch die schlimmen stress und gewaltsituationen in meiner familie erinnere ich so dass der zwang zum ritual wurde. mit circa 16 war meine haut vom vielen duschen - was sich mit den jahren dazu eingeschlichen hatte - so kaputt dass meine hände blutig waren und ich neurodermitis bekam. mit 18 war das duschen so schlimm so dass ich zu einer psychologin ging, die meine eltern verpflichtete mir eine wohnung zu mieten, so dass ich allein sein konnte und mein abi in ruhe beenden konnte. zunächst wurde alles besser. dann der teufelskreislauf. irgendwann überlegte ich mir, dass die sachen die ich von zu hause mit nahm, ja mit meinen eltern in berührung kamen. ich wechselte daraufhin also mehrfach die wohnung und zog jeweils immer nur mit einem koffer klamotten um da man die ja waschen konnte. jedesmal probierte ich es wieder normalen kontakt zu meinen eltern zu zu lassen, meine mutter in meiner wohnung zu empfangen, doch irgendwann kam immer der punkt wo es klick machte und ich fühlte alles sei beschmutz, dann wieder umzug. ich machte fortweg schulden, brach, inzwischen das studium mehrmals ab um geld verdienen zu können. dieser stress machte das abendliche duschen nur schlimmer, immer wieder kamen inkassobriefe. zu höchstzeiten brauchte ich 12! flaschen duschgel pro tag! ...




wenn dann ab und an ein mann in mein leben trat, der mir so was wie eine ersatzfamilie bot, ging es mir besser, duschen wurde weniger. treffen war aber nie in meiner wohnung möglich da ich mich nie für die spatanische ausstattung erklären mochte. auch meine katze die ich mir nach einer trennung holte gibt mir halt. ehr




alle schicksalsschläge, trennungen, schlimme streitigkeiten, jedes jahr alleine weihnachten feiern gaben neue schübe. neue nette menschen, affären gaben wieder pos. energie. so pendelte der zwang hin und her.




aktuell stehe ich wieder vor einem umzug. leider hab ich inzwischen div. schufa einträge und kann nur noch in eine wg ziehen. was für mich duschtechnisch die hölle ist. zu dem ist meine katze krank und sie ist nicht 100% stubenrein wegen einer blasenentzündung- chronisch - was sicher auch zu streitigkeiten führt. bin auch nun beim amt als arbeitsumfähig gemeldet, darf nebenbei nix dazu verdienen und von dem regelsatz kann ich kaum das duschgel bezahlen, so dass ich tagelang nur sehr einseitig esse.




ich weiss langsam nicht mehr weiter, wenn ich nicht dazu verdienen kann hören die mahnschreiben nicht auf - diese mich unfassbar stressen - aber bisher hab ich alle jobs verloren da ich manchmal zu spät gekommen bin (unter der dusche vergess ich oft die zeit). mit dem stress wird das waschen nur schlimmer.




meine mutter liebe ich - hassliebe - aber sehen kann ich sie nicht, das tut mir sehr weh.




ich möchte so gerne ein ganz normales leben haben. ich bin in therapie aber die psychologin sagt mit meinen ganzen baustellen die mich stressen und unruhig machen, kommen wir an den zwang und die symbolik dahinter nicht ran. es ist auch eher ein ekel als eine angst vor bakterien. durch meine aktion, dass ich alles was ich berührt habe in meiner wohnung/treppenhaus, was meine mutter angefasst haben könnte, immer mit feuchttüchern abwische, sind meine nachbarn schon aufmerksam geworden, da ich diese in meinen hektischen putzaktionen im treppenhaus oft in der ecke liegen lasse, da sie ja dreckig sind und ich sie dann nicht erneut aufhebe. hatte schon deswegen sehr böse post an der tür kleben. auch die wasserkosten waren letzte jahr bei 4.000 euro. es ist ein unfassbarer teufelskreislauf.




der mann der mir das letze halbe jahr halt gab, hat unsere bekanntschaft heute beendet. ich würde mich echt freuen wenn es hier menschen gibt denen es im ansatz ähnlich geht und die sich mit mir austauschen können,




liebe grüße

2

Donnerstag, 1. Mai 2014, 23:34

Hallo schlumpfine!
Ich bun gerade zu krank um viel zu sagen,
Aber es klingt als ob konkrete traumata
Deinen Zwang ausgelöst haben.
Die Trauma Klinik Bielefeld hat einen
Sehr guten ruf, es gibt aber auch ambulante
Trauma therapie.
Gruss
Nick

Sandra

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3

Freitag, 2. Mai 2014, 19:50

Liebe Schlumpfine,

ich habe mir deinen Leidensweg gerade durch gelesen und bin davon emotional sehr berührt, auch das du so offen damit umgehst. Ich kann nur hoffen das dir das darüber schreiben in irgendeiner Art und Weise, ich will mal sagen " gut getan" hat. Käme denn eine stationäre Therapie für dich in Frage?

Liebe Grüße
Sandra

Schlumpfine

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4

Freitag, 2. Mai 2014, 21:21

hallo sandra, nein leider nicht. niemand nimmt eine kranke Katze in pflege und ich sie ist quasi meine "Familie" die noch übrig geblieben ist, also etwas reelles was ich ohne bedenken in den arm nehmen kann. zu dem ist mein zwang ja quasi weg, wenn ich "neustarte" also dinge die meine Mutter berührt habe hinter mir lasse und neu beginne. nur ich vermisse sie nach einiger zeit so, dass ich die "Hölle" wieder in kauf nehme in der Hoffnung alles wird gut.

5

Samstag, 3. Mai 2014, 13:51

Liebe Schlumpfine,

verstehe ich das richtig? Du nimmst nichts mit außer deine Kleidung wenn du umziehst?
Kaufst du dir dann immer wieder neue Möbel?

Schlumpfine

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6

Samstag, 3. Mai 2014, 14:06

habe die letzten 3! jahre nur mit Bett und Sofa gewohnt weil ich schon mimt einem unguten Gefühl eingezogen bin und in weiser Voraussicht nichts weiter gekauft hab. meine Wohnung davor ist leider - da Kellerwohnung - so verschimmelt gewesen dass ich nichts mitnehmen konnte. ich lebe fast wie ein normale, das macht mich krank.

Schlumpfine

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7

Samstag, 3. Mai 2014, 14:08

irgendwie verschwinden meine antworten hier immer...

Sandra

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8

Sonntag, 4. Mai 2014, 21:28

Liebe Schlumpfine,

besteht denn nicht die Möglichkeit deine Katze in der Zeit in ein Tierheim zu geben oder wäre dies mit zu hohen Kosten verbunden? Ja, dein Zwang mag wohl für einen gewissen Zeitraum weg sein, wenn du "neu startest" aber wie oft bist du schon " neu gestartet" und wie oft " willst " du das noch machen? Willst du denn nicht auch mal " ankommen ", zur Ruhe kommen - einfach leben?

Liebe Grüße
Sandra

Schlumpfine

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9

Sonntag, 4. Mai 2014, 22:00

Liebe Sandra, ja das würde ich sehr gerne. Immer wenn ich denke ich bin angekommenn und mir Dinge neu anschaffe, kommt irgendein negativ Ereignis dass mich völlig aus der Bahn wirft. Mich macht es selber so traurig. Ich bin keine 20 mehr und habe mir nichts aufgebaut weil mir die Krankheit alles zerstört. Der Gedanke frisst mich auf, ins. wenn man u.a. auf Facebook liest was andere in meinem Alter schon haben. Komme seit 2 Tagen gar nicht mehr zur Ruhe.

Sandra

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10

Sonntag, 4. Mai 2014, 23:24

Liebe Schlumpfine,

was andere in deinem Alter "schon alles" haben, scheis drauf (entschuldige meine Wortwahl) , es zählt doch nicht was andere haben, es kommt einzig und allein auf dich an. Du brauchst nicht traurig darüber sein was du alles noch nicht hast oder nicht erreicht hast, es zählt doch was du noch alles erreichen kannst! Und dafür ist es doch nie zu spät! Ich habe viele Jahre damit zugebracht Menschen in meinem Umfeld zu beneiden für das was sie haben, über die Jahre hinweg hat mich das förmlich "aufgefressen" und der Neid ist immer mehr in Hass über gegangen. Nein, das kann es doch nicht sein, das ich meine beste Freundin dafür hasste was sie alles hat und ich nicht. Erst da begriff ich was die Zwänge aus mir gemacht hatten, das war nicht mehr ich - ich mußte etwas ändern. Lass bitte nicht zu das der Zwang deine Persönlichkeit verändert!

Liebe Grüße
Sandra

Sina

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Montag, 5. Mai 2014, 16:53

Hallo schlumfine,

Das kommt mir alles sehr bekannt vor...
Ich denke du brauchst Hilfe auf mehreren Ebenen...
Finanziell einen Anwalt und evtl Schuldnerberatung
Ein sicheres zuhause, evtl betreutes wohnen
Und eine gute Therapie
Es hat bei mir auch sehr lange gedauert,....
Wenn du magst, gern noch weitere Infos als pn.
Es wäre dann nur hilfrei zu wissen, wohin du Grad umziehst.

Alles Gute
Sina

girasol1991

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12

Montag, 5. Mai 2014, 20:53

Sina spricht sehr wichtige Punkte an!

Schuldnerberatung ist ein erster Schritt, ansonsten mal beim Amt schauen was man vllt noch beantragen kann an Unterstützung.
Darüber hinaus rate ich dir eine stationäre Therapie mit anschließendendem Tagesklinikaufenthalt und dann bei Bedarf Betreutes Wohnen. Die Sache mit deiner Katze wirs sich regeln lassen. Vielleicht gibt es eine Pflegestelle oder du schaust nach Kliniken wo man vllt Haustiere mit hinnehmen kann.

Ich erkenne mich in einigen Aspekten von dem was du beschreibst wieder und ich kann dir sagen, du wirst da alleine nicht rauskommen und solltest dir definitiv Hilfe holen. Es kommt nicht auf das was war an, aber du kannst die Zukunft ändern!

Auch den Ekel kann man therapieren und lernen damit umzugehen! Und ich sag dir: es lohnt sich!