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Peter

Anfänger

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  • »Peter« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 15

Zwangssymptome: Negative Zwangsgedanken

Status: Betroffene/r

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1

Sonntag, 29. November 2015, 00:08

Meditation statt Medikation (Teil 1)

Liebes Forum.
Ich habe bewusst eine provokante Überschrift gewählt. Mein
Beitrag will niemanden anprangern der sich Unterstützung durch Medikamente
einholt, er ist eher ein Aufruf alternative Therapiemöglichkeiten (zusätzlich)
auszuprobieren, in diesem Fall die der Meditation. Es gibt wissenschaftliche
Studien, wie auch mein Psychotherapeut bestätigte, dass Meditation bei Zwängen
eine sehr hilfreiche Methode sein kann, aber ehrlich gesagt brauche ich keine
Studie die mir sagt, dass Meditation bei Zwängen helfen kann, denn ich habe es
selbst erlebt das es hilft!
Ich bin heute so gut wie zwangsfrei, aber nicht weil ich die Zwangsgedanken in
meinem Kopf „wegmeditiert“ habe nein, die Meditation half mir jeden
problematischen Gedanken in mein Leben einzuladen und ihn zu betrachten, ganz
wertfrei und neutral und Abstand zu dem ganzen Chaos in meinem Kopf zu
gewinnen. Natürlich ist das kein Prozess der einfach über Nacht passiert,
sondern bei mir hat es Jahre gedauert und es erfordert Mut, Durchhaltevermögen und
Offenheit sich seiner Zwangsstörung zu stellen. Meditation im Zusammenhang mit
den „schlimmen“ Gedanken bedeutete „ja“ zu jedem Gedanken zu sagen, ihn nicht
von sich zu weisen oder ihn verändern zu wollen, egal ob es sich dabei um
Mordgedanken, Vergewaltigungsgedanken, homosexuelle Gedanken oder was auch
immer für Gedanken handelt... Ich habe alles davon erlebt und durchgemacht...

Heute wo ich quasi zwangsfrei Lebe ist die Meditation weiterhin ein fester
Bestandteil meines Lebens. Ich bin dankbar für die letzten 6 Jahre, alles was
war, war gut so wie es war. Jetzt wo ich mich wieder gut und glücklich fühle
könnte ich sagen: „Tschüss Meditation, ich habe mein Ziel erreicht“. Nein, die
Meditation ist ein Bestandteil meines Lebens geworden und ich versuche sie
täglich zu praktizieren. Ich möchte euch im Folgenden kurz meine Erfahrungen
mit der Meditation näher bringen, weil sie für mich eine Therapie in der
Auseinandersetzung mit meiner Zwangsstörung war und ist.

Ich habe wie bereits erwähnt eine sehr harte Zeit mit
negativen Denkzwängen durchlebt zu haben und ich war vor nun gut 6 Jahren am
Ende meiner mentalen Kräfte. Vor gut 3 Jahren habe ich einen Bericht verfasst
und in diesem Forum zum Download freigegeben, der die erlebten ersten 3 Jahre ziemlich
deutlich beschreibt, was ich erlebt und gefühlt habe und was mir am Ende
geholfen hat mich mit der Zwangsstörung zu arrangieren. Mittlerweile haben über
5000 Leute den Bericht downgeloadet, was mich auf der einen Seite stolz macht
und auf der anderen Seite erschreckt, denn scheinbar gibt es sehr viele
Menschen die durch Zwangsstörungen betroffen sind. Wen der Bericht interessiert
kann ihn hier downloaden:

http://www.mediafire.com/?w77v6z5fh9x0pzo


Ich schreibe heute, nach gut drei Jahren nach dem Bericht
nochmal in dieses Forum, aber mit einem anderen Anliegen zum gleichen Thema –Meditation-.


Als ich noch keinen Schimmer von Meditation hatte, war meine
Meinung zur Meditation von Vorurteilen geprägt, in etwa so: Ein paar
Esoterikspinner sitzen im Schneidersitz in einem Raum mit gedämmten Licht, im
Hintergrund läuft indische Dudelmusik und Räucherstäbchen vernebeln die Luft.
Wie ich feststellen sollte hat das in der Regel nichts mit Meditation zu tun,
natürlich kann man das Licht dimmen oder Räucherstäbchen benutzen, aber
notwendig ist das für die Meditation absolut nicht. Meditation ist überall
möglich und alles was man dazu braucht ist eine bequeme Sitzgelegenheit, etwas
Zeit, einen ruhigen Ort, sich selbst und vor allem die Offenheit es einfach mal
auszuprobieren.


Ich dachte bevor ich zur Meditation kam sehr viel über meine
Zwänge und über den Prozess des Gedanken Denkens nach. Ich fragte mich:

Muss man überhaupt immer in Gedanken denken? Gibt es nicht so etwas wie
Gedankenstille? Warum hat manchmal ein einziger Gedanke solche Macht über mich,
dass ich körperliche und seelische Schmerzen davontrage. Warum muss ich immer
alles hinterfragen? Bedeutet möglichst viel Denken besonders schlau zu sein?
Handel ich fahrlässig oder schlichtweg unumsichtig wenn ich das Denken
vielleicht einfach mal unterlasse? Vielleicht sollte ich mehr aus dem Bauch
heraus entscheiden und es manchmal einfach drauf ankommen lassen?


Ich bin heute mehr oder minder zwangsfrei und wenn Gedanken
kreisen habe ich Methoden erlernt damit umzugehen. Wie? Durch eine sehr
intensive Psychotherapie und vor allem durch MEDITATION. Wahrscheinlich ist es
sinnvoll eine Psychotherapie durch die Meditation zu ergänzen. Ich behaupte
heute von mir, dass die Meditation mein Leben gerettet hat und noch mehr, sie
bereichert es jeden Tag, weil sie so alltagspraktisch ist!

Fortsetzung in Forumsbeitrag "Meditation statt Medikation (Teil 2)" (Der Beitrag befindet sich im Forum über diesem Beitrag)

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Peter« (29. November 2015, 01:21) aus folgendem Grund: Fehler