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Mathematica

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Beiträge: 3

Zwangssymptome: Wasch- und Wiederholungszwang

Aktueller Therapie-Status: war schon mal in Therapie

Status: Betroffene/r

Beruf: Studentin

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Samstag, 19. März 2016, 17:22

Übertriebene Zwangsgedanken beim Waschzwang

Hallo,


ich bin ein Waschzwängler. Ich habe bereits einiges über den Waschzwang gelesen, doch bei mir kommt es mir noch merkwürdiger vor, denn nicht nur die üblichen Verhaltensweisen, wie das Vermeiden von Händeschütteln und dem Anfassen von Türklinken und Ähnliches, sind vorhanden. Sondern auch:


Ich musste aufgrund meines Studiums eine Zeit lang mit dem Zug und der U-Bahn fahren, doch vor einem halben Jahr habe ich es nicht mehr ausgehalten und habe es gemieden zur Uni zu fahren, wenn es nicht sein musste und ich habe mich nicht nur einmal morgens, sondern auch abends eine Stunde geduscht und zwei Flaschen Seife verwendet für die Hände verwendet. Ich kann zwar jetzt mit dem Auto fahren, doch da ich dieses nicht dreckig machen will, habe ich alle Klamotten, die ich damals im Zug getragen habe weggetan und mir neue gekauft.


Dies hat mich alles sehr entlastet, doch die Zwangsgedanken nehmen immer merkwürdigere Züge an. Auch wenn ich eine Person sehe, welche ich als unangenehm empfinde, habe ich das Bedürfnis - auch wenn ich nicht in der unmittelbaren Nähe war - direkt danach zu duschen und meine Kleidung zu waschen. Außerdem habe ich sehr oft das Bedürfnis etwas wegzuschmeißen und neu zu kaufen, wenn es in meinen Augen irgendwie kontaminiert wurde (z. B. wenn ich mir die Hände vor dem Anfassen nicht ausreichend gewaschen habe). Geht es nur mir so oder gibt es auch bei anderen Waschzwänglern dieses Verhalten? Über Erfahrungen würde ich mich sehr freuen.


Vielen Dank,
Mathematica

Daniela

Anfänger

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Beiträge: 12

Zwangssymptome: Waschzwang mit Vermeidungsverhalten, Zählzwang, Kontrollzwang, Grübelzwang, Wiederholungszwang, Zwangsgedanken, magisches Denken

Aktueller Therapie-Status: war schon mal in Therapie

Status: Betroffene/r

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2

Sonntag, 20. März 2016, 13:35

Hallo Mathematica,

ich kenne das, was du da beschreibst, auch von meinem Waschzwang.

Keine öffentlichen Vekehrsmittel benutzen können, aus meiner Zwangssicht kontaminierte Sachen wegwerfen, mich auch in größerer Entfernung zu Menschen, die bei mir Ekel auslösen, unwohl zu fühlen, die Angst vor Weiterverbreitung der Verschmutzung, das Denken in Kontaminationsketten... und nicht zuletzt das Vermeidungsverhaltung.

Bei mir hat sich das Vermeidungsverhalten mit der Zeit immer mehr eingestellt, um das zeit- und kraftraubende Hände waschen nicht machen zu müssen.

Bei mir ist die Zwangserkrankung durch ein Trauma entstanden. Bei dem Erstgespräch und der ersten Therapiestunde konnten wir schon herausarbeiten, dass hinter meinem Ekel vor anderen Menschen und Körperausscheidungen etwas stehen muss. Die Therapeutin meinte, dass ich (ursprünglich durch das Trauma ausgelöst) ein massives Selbstwertproblem habe, an dem neben den Zwängen gearbeitet werden muss. Wie steht es denn mit deinem Selbstwertgefühl? Könnte diese Erklärung eventuell auch auf dich passen?

Ich finde, bei einer Verhaltenstherapie ist der kognitive Aspekt unerlässlich. Denn der Zwang ist nicht einfach nur blödsinniges Verhalten. Es steht immer ein grundlegendes Problem dahinter. Zumindest ist das meine Meinung.

Auf jeden Fall stehst du mit diesem Problem nicht alleine da. Ich verstehe dich und dein Verhalten ist zwar aus gesunder Sicht heraus nicht normal, aber typisch für den Zwang.

Gruß

Daniela