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Dienstag, 20. Februar 2007, 16:56

Liebe Anna,
dein Beitrag "Ich bin schuld" hat mich dazu motiviert mich hier anzumelden, weil ich mich in vielem, was du schreibst wiedererkenne. Auch hier stelle ich einige Gemeinsamkeiten fest.
Bei Gelegenheit werde ich meine Situation auch vorstellen, aber hier geht´s mir um das Gefühl durch die Krankheit des Partners allein gelassen zu sein und seine Verantwortung, salopp gesprochen, "auf´s Auge gedrückt zu bekommen".
Die Krankheit ist eben nicht nur seine Krankheit, sondern Teil der ganzen Familie.
Der Teufelskreis besteht wohl - wenn ich das richtig interpretiere - darin, das zu tun, was er nicht tut, es nicht so tun zu können, dass er nichts daran auszusetzen hat und dadurch das, was man selbst tun möchte nicht tun zu können oder sich an dem, was man eigentlich tun möchte, nicht mehr freuen zu können.
Ein anderes Mal mehr! Doch jetzt noch schöne Ferientage!

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Dienstag, 20. Februar 2007, 18:56

Hallo Bix, hallo Waschbärin,

beide Lehrerinnen,

das sieht echt nach Club aus.

Wie es bei uns weitergeht:
(Habe ich heute Mittag schon geschrieben, und dann ist die mail durch den Äther ins Freie geschwebt und war weg.)

Für unseren Viererkandidat habe ich eine Lern-CD gekauft, "Lernvitamine Englisch, 6.Klasse". Die scheint ihm sogar Spaß zu machen, und er kommt gut vorwärts. Jetzt in den Ferientagen ist eine halbe Stunde Pflicht. Wenn er vom Fußballtrainingslager kommt. Oft stehen dann die große Schwester, mein Mann oder ich neben ihm und rätseln mit, das ist eine schöne Sache.

Für den Augenkandidaten hatte ich eine andere Idee: Meine Eltern sollen das logopädische Üben übernehmen. Und zwar eine Woche pro Monat. (Er ist noch im Kindergarten). Meine Eltern wohnen 100 km von uns entfernt, aber der Kleine liebt dieses Verreisen, denn da gibt es meine alte elektrische Eisenbahn, sein eigenes Fahrrad, und meine Eltern sind sehr engagiert, was die Bildung der Enkelchen betrifft. Sie üben immer mit ihm, machen Kulturtrips nach Berlin und Potsdam...
Nur mein Mann kann den Kleinen nicht loslassen, und immer, wenn mein Sohn dort ist, leidet mein Mann körperliche Qualen.
Nun hörte mein Mann, dass ich den Sohn wegschicken will - und!!! prompt übten die beiden gestern die Sprachübungen wie die WELTMEISTER!
Ja.

Weniger schön ist, dass mein Mann gestern erst spät nach Hause kam. Nach den 40 km Heimweg von der Arbeit lief er noch ca eine Stunde durch unseren Ort und suchte die Leute, die er angeblich, in Gedanken, überfahren hatte. Schade, dass der Zwang wieder so zuschlägt.
Er kam dann missgelaunt nach Hause, fuhr uns wegen Kleinigkeiten an... Dann muss man ihn eine Stunde in Ruhe lassen, dann kommt er wieder auf Normalmaß und es war gestern so, dass er alles erzählte und mich um Verständnis bat.
Das klappt so ziemlich.
Schade nur, dass ich ja auch eigene Sorgen habe, und die maile ich dann hier oder eben der weggezogenen Freundin.
Da bin ich eben für mich selbst verantwortlich, will aber eben auch mal getröstet werden.

Morgen ist Aschermittwoch, und wir schlemmen heute nochmal richtig. Eis mit roter Grütze, Schlagsahne, Keks, Eierlikörchen und Schokosauce.

So, habe ich allen den Mund wässrig gemacht?
Eure Anna.