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Engelchen98

unregistriert

41

Donnerstag, 17. August 2006, 19:11

Hallo Anonym!
Du schreibst das du bereit wärst nach dem Müll rausbringen zu duschen: Das ist FALSCH!!!! Das ist eine Sache die Angehörige nie anfangen dürfen, du darfst ihre Rituale nicht mit übernehmen, denn so wird sie es NIE loswerden wenn du das machst! Denn dann sieht sie nicht das das was sie macht nicht "normal" ist.

Ich als Betroffene sage meiner Mutter selber immer sie soll das nicht meinetwegen machen. Der Zwang darf nicht zur Normalität in der Familie werden, denn dann hört es nie auf, in dem Moment wie du es machst geht es ihr vielleicht besser, aber es hilft ihr nicht.

Liebe Grüße, Engelchen

42

Mittwoch, 23. August 2006, 02:05

Hallo Daniel,

vieles von dem, was Du schriebst kenne ich nur zu gut aus meiner eigenen Vergangenheit.
Als ich Deine Beiträge eben las, fühlte ich mich immer bedrückter, weil es mit Euch immer mehr bergab ging. Und dann las ich plötzlich, dass Ihr geredet habt, das finde ich toll.
Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass ein Zwangskranker viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist und ich denke auch, dass Du Deine Frau mit der Ankündigung der Scheidung wachgerüttelt hast. Plötzlich hatte sie Angst, sie könnte Dich verlieren und das will sie ja gar nicht wirklich.
Wir selbst haben seit ca. einem Jahr den größten Teil unserer Probleme überwunden. Was ich ganz wichtig finde: Ihr müsst miteinander reden, immer, dürft Euch nicht aus den Augen verlieren. So haben wir unsere Lösung gefunden. Wir sind weggezogen, weit weg aus der "verseuchten" Umgebung (ich weiß, das könnt Ihr nicht, Ihr habt ein Haus gebaut), aber vielleicht gibt es ja auch "Eure" Lösung. Und nachdem ich früher überhaupt nichts durfte, noch nicht einmal die Wohnung verlassen, haben hier wenigstens unsere Kinder und ich ein fast ganz normales Leben mit nur noch kleinen Einschränkungen.
Was ich sagen will ist, Ihr müsst wirklich reden, bei uns ist es auch heute noch so, dass wir an manchen Tagen zu überhaupt nichts kommen, weil wir darüber reden, wie wir bestimmte Dinge machen wollen, so dass wir beide damit leben können.
Erst gestern habe ich nach einem Streit (denn auch den haben wir) wieder ein Stück Selbständigkeit mehr erworben.
Vielleicht kannst Du auch ein wenig versuchen, zu denken so wie sie. Ich weiß (was die Zwänge angeht) ziemlich genau, wie mein Mann denkt, was z.B. die Reihenfolge irgendwelcher Rituale angeht oder was "schlimm" ist usw. Auch so kann man Konflikte vermeiden.
Und ich persönlich halte nichts davon, mich gegen seine mir auferlegten Rituale zu wehren, das bringt ausser Streit nichts. Und so mache ich es halt, obwohl ich es nicht gern mache, selbst keinen Sinn darin sehe und darüber auch des öfteren meinen Unmut äußere. Aber ich denke, so ist es immer noch der leichtere Weg.

Ich wünsche Euch alles Gute und viel viel Kraft, denn die braucht Ihr beide, wenn Ihr Euren Weg gemeinsam weitergehen wollt.

Ani

43

Montag, 6. November 2006, 19:30

RE: Und wer hilft uns?

Mein lieber anonym,

wenn ich deine story lese, kann ich vieles in irgendeiner Art und Weise verstehen, denn die stories sind so vielfältig wie die Zwänge…und so vielfältig verschieden, wie die Betroffenen. Ich bin nicht vom „Zwang“ betroffen aber ich bin zwangsweise betroffen. Meine Zwänglerin hat mich in den Wind geschickt., geradezu an die Wand gepinnt. „DU hast es nicht….“ Ich meine mich natürlich…Ruck zuck war’s geschrieben.
…nein, nein….es ist nicht einfach, weil ich auch gleichzeitig, wie meine Zwänglerin leide…(ich denke Sie tut das auch…)

Trotzdem, ein Gedicht für Dich:
Sie hat sich mit Ihrem Zwang
bei mir ein Ende gesetzt!
Zwangsläufig!
Der Zwang ist weg!
Der Zwang ist ausgezogen,
hat sich in vertraute und zwangsweise sichere Räume reingeputzt,
macht dort sauber um die Behaglichkeit des Seins zu gestalten,
hat Alles? weg geputzt, wollen, sollen, müssen,
und Zwängler gefunden. Nun putzen Sie gemeinsam,
friedlich und glücklich, Sie versteh’n sich gut…!
Keine Zwänge mehr…Gemeinsam sind wir stark.
Lasst uns das wegputzen…weg mit dem Zwang!.
Die Sauberkeit nahm ihren Lauf…
Die Betroffenen saßen im kleinen Raum zusammen
und ich war dabei und wurde weggeputzt!

Verständnis ohne Ende!

Zwang , entfalte Dich?

Heute weiß ich ganz genau , dass ich nie über den realen Stand unserer Beziehung wirklich Bescheid wusste, Ich war immer zu spät dran, letztendlich immer in der Verteidigung, konnte die Wäsche nicht so gut zusammen legen wie der Zwang, war mit 79,99mm zufrieden, während sie das fehlende hunderstel suchte, tagelang und wochenlang… sie mich reduzierte, weil ich mich mit dem fehlenden hunderstel zufrieden geben konnte, eben einfach halt nicht perfekt…Und das waren viele andere andere Baustellen…, sie hatten halt nur ne andere Farbe, meine Farbe unterschied sich für mich nur im hundertstel Bereich, aber es waren eben viele hunderstel, ein hunderstel ist glaube ich für einen Zwangskranken…eine endlose Dimension…

Was will ich Dir sagen?
Ich will Dir einfach nur sagen, dass ich glaube, dass es die Lösung so gar nicht gibt und ich auch nie glauben könnte, dass meine Freundin das Alles, was jetzt so geschehen ist, so ist, wie Sie es haben will! Ich glaube eher, dass Sie keine Kraft mehr hat, im Augenblick mit alledem, was da geschehen ist, klar zu kommen…Es ist die Flucht nach vorn, nach Gesundheit, was immer das auch ist! Bist Du gesund?

44

Montag, 6. November 2006, 19:33

Mein lieber anonym,

wenn ich deine story lese, kann ich vieles in irgendeiner Art und Weise verstehen, denn die stories sind so vielfältig wie die Zwänge…und so vielfältig verschieden, wie die Betroffenen. Ich bin nicht vom „Zwang“ betroffen aber ich bin zwangsweise betroffen. Meine Zwänglerin hat mich in den Wind geschickt., geradezu an die Wand gepinnt. „DU hast es nicht….“ Ich meine mich natürlich…Ruck zuck war’s geschrieben.
…nein, nein….es ist nicht einfach, weil ich auch gleichzeitig, wie meine Zwänglerin leide…(ich denke Sie tut das auch…)

Trotzdem, ein Gedicht für Dich:
Sie hat sich mit Ihrem Zwang
bei mir ein Ende gesetzt!
Zwangsläufig!
Der Zwang ist weg!
Der Zwang ist ausgezogen,
hat sich in vertraute und zwangsweise sichere Räume reingeputzt,
macht dort sauber um die Behaglichkeit des Seins zu gestalten,
hat Alles? weg geputzt, wollen, sollen, müssen,
und Zwängler gefunden. Nun putzen Sie gemeinsam,
friedlich und glücklich, Sie versteh’n sich gut…!
Keine Zwänge mehr…Gemeinsam sind wir stark.
Lasst uns das wegputzen…weg mit dem Zwang!.
Die Sauberkeit nahm ihren Lauf…
Die Betroffenen saßen im kleinen Raum zusammen
und ich war dabei und wurde weggeputzt!

Verständnis ohne Ende!

Zwang , entfalte Dich?

Heute weiß ich ganz genau , dass ich nie über den realen Stand unserer Beziehung wirklich Bescheid wusste, Ich war immer zu spät dran, letztendlich immer in der Verteidigung, konnte die Wäsche nicht so gut zusammen legen wie der Zwang, war mit 79,99mm zufrieden, während sie das fehlende hunderstel suchte, tagelang und wochenlang… sie mich reduzierte, weil ich mich mit dem fehlenden hunderstel zufrieden geben konnte, eben einfach halt nicht perfekt…Und das waren viele andere andere Baustellen…, sie hatten halt nur ne andere Farbe, meine Farbe unterschied sich für mich nur im hundertstel Bereich, aber es waren eben viele hunderstel, ein hunderstel ist glaube ich für einen Zwangskranken…eine endlose Dimension…

Was will ich Dir sagen?
Ich will Dir einfach nur sagen, dass ich glaube, dass es die Lösung so gar nicht gibt und ich auch nie glauben könnte, dass meine Freundin das Alles, was jetzt so geschehen ist, so ist, wie Sie es haben will! Ich glaube eher, dass Sie keine Kraft mehr hat, im Augenblick mit alledem, was da geschehen ist, klar zu kommen…Es ist die Flucht nach vorn, nach Gesundheit, was immer das auch ist! Bist Du gesund?

mitgestört

unregistriert

45

Freitag, 12. Januar 2007, 15:55

Hallo Anonym,

wie ist Deine Geschichte weitergegangen? Hat Dich Deine Frau nur "weichgeklopft" oder sich auch geändert? Habt Ihr wieder eine Perspektive? Dein Schicksal ist unser Schicksal! Du hast so furchtbar viel auf den Punkt gebracht.

Dieses Forum ist klasse!

Alles Gute

Mitgestört

46

Donnerstag, 22. Februar 2007, 23:14

Hallo Anonym,
ich bin erst seit kurzem hier und lese mich ein bisschen ein. Dabei stelle ich fest du sprichst mir in einigen Punkten aus der Seele, wie Anna und andere Angehörige.
Was mir aber beim Lesen zwischendurch auffällt ist, dass es oft darum geht, dass Erwartungen an den Partner nicht erfüllt werden - gegenseitig.
Der Betroffene sollte sich doch darum kümmern den Zwang loszuwerden und der Nichtbetroffene sollte den Betroffenen unterstützen, bedingungslos lieben und Verantwortung zu übernehmen.
Da besteht für mich ein kritischer Punkt: Wie viel Verantwortung kann, soll, darf ich oder kann soll ,darf ich als Angehöriger nicht übernehmen.
Bei all dem Leiden, die eine Krankheit mit sich bringt, besteht auch immer die Frage: Welchen Vorteil bringt die Krankheit für den Betroffenen, die Angehörigen und das ganze Familiensystem?
Psychisch gesund sein bedeutet für sich sorgen zu können und sich gegenseitig zu unterstützen.
Jetzt frage ich mich: Was ist so schlimm daran, wenn deine Frau dein Hemd nicht gebügelt hat? Mein Mann bügelt mir auch nie meine Blusen.
Verstehst du, was ich meine? Geht es dir um ein faltenfreies Hemd (es gibt auch bügelfreie)? Geht es dir darum, dass bestehende Gewohnheiten erhalten werden (schließlich hat sie bisher immer die Hemden gebügelt)? Oder geht es dir darum, dass sie etwas für dich tut (so etwas ist ja auch ein Zeichen der Zuneigung und Wertschätzung sein)? Oder kannst du nicht bügeln? Oder ist es einfach nur schmerzlich nicht beachtet zu werden?
Eure Äußerungen lösen momentan bei mir viele Gedanken aus. Da kann es gut sein, dass ich Dinge an- oder ausspreche, die vielleicht gar nicht für euch zutreffen, sondern meine Situation betreffen und von mir hineininterpretiert werden. Auf alle Fälle viel Spaß am Wochenende, ob auf verseuchten Klos oder wo auch immer.