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Pit-2001

unregistriert

41

Samstag, 22. Dezember 2007, 00:59

RE: Nachpunkten & Festkleben

Tja, hoffentlich tun es die, deren Kinder danach lechzen, mehr als nach dem, was sie vorgeben zu brauchen.

Dir auch alles Gute, als Vorreiter von denen, die wohl ne ganze Menge verstanden haben.

Pit

Das Problem: Unser Gesellschaftssystem, gegen das Politiker mit Reden und Fingerheben anreden, es aber trotzdem mit allen Mitteln unterstützen, mangels Alternativen? Sieht so aus.

42

Mittwoch, 26. Dezember 2007, 01:31

Nachpunkten & Festkleben

@Pit: Ich der Vorreiter? Nee, lass mal. Ich mag nur nicht erst auf den gesellschaftlichen Ruck warten, der eine Entschleunigung des verrückten In-Zeit-Denkens, mehr Qualitätszeit für die Familie und eine Rückbesinnung auf traditionelle Werte mit sich bringen wird. Politiker sind Menschen wie wir. Mehr aber auch nicht. Sie können Diskussionen anstoßen und Menschen damit bewegen (positiv wie negativ). Wir können das aber auch.
Allein hier im Forum sind eine ganze Menge an Menschen, die die Dinge positiv nach vorne entwickeln können. Du wartest auf Hilfe von Politikern? Schau auf deine beiden Arme...;-)

Monty
„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Antoine de Saint-Exupery

Pit-2001

unregistriert

43

Mittwoch, 26. Dezember 2007, 08:51

RE: Nachpunkten & Festkleben

Hi Monty,

ich warte nicht auf Politiker, nein, so war das nicht gemeint.

Aber was ich meinte, vielleicht ehr mal in einem Mail, falls du die Frage neu auftischen willst, schreibs mir einfach, ansonsten ist auch o.k.

Tschüs

Pit

44

Sonntag, 30. Dezember 2007, 21:00

RE: Nachpunkten & Festkleben

...hach Pit, da ham wir wohl wieder an einander vorbeigeredet und waren uns trotzdem so nah...:-)

Monty
„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Antoine de Saint-Exupery

45

Donnerstag, 3. Januar 2008, 16:44

Mir fehlen ein wenig die Worte, wenn ich so etwas schönes hier lese.

Wenn ich mal Papa bin, wünsche ich mir, daß ich auch so ein Gespür habe für meine Kinder und vor allem Selbstkritik, die ich bisher nicht habe.


Es zeigt doch, wie wichtig es ist, Menschen so zu nehmen wie sie sind, und das Bild, Eltern die sich ihre Kinder in eine bestimmte Richtung wünschen, so nicht richtig ist.


Grüße
Zyclon

46

Donnerstag, 11. September 2008, 22:15

Nachpunkten & Festkleben die xte...

@alle hier im Forum:

Ersteinmal fettes Dankeschön an Bo für's Wiederöffnen des Threads. Schließlich habe ich ja versprochen, dass ich Euch auf dem Laufenden halte. Hier also meine neuesten Erkenntnisse:

Wie ging es also weiter? Nun, zuallererst einmal: Die Zwänge sind nicht wieder aufgetaucht, wenngleich sich in manchen Stresssituationen ein leichter Hang zum Nachfassen bemerkbar macht. Unsere Tochter hat die Grundschule mit einem sehr guten Zeugnis abgeschlossen und ist jetzt in eine neue Schule mit neuen Schulkameraden gekommen. Das war wieder eine solcher Stresssituationen, in denen das "Gesamtsystem" kippelt, was aber nicht dramatisch ist, wenn Du weißt, dass es schwer ist für jemanden, der nicht gerne loslässt und Veränderungen scheut. Man kann sich also sehr gut in das Kind hineinversetzen und auch Verständnis erlebbar zeigen.

Im Sommer war sie für 14Tage im Ferienlager und musste sich dort komplett selbst organisieren und täglich neuen Situationen stellen. Das war sicher nicht einfach für die Alltags-Schnecke, die gerne die doppelte Zeit braucht und gerne unter der vertrauten Käseglocke lebt aber die Tatsache, dass sie musste und es schlussendlich auch geschafft hat, hat ihr enormes Selbstvertrauen und die Erkenntnis gebracht, dass mit mancher Veränderung auch positive neue Dinge (Freundschaften) entstehen können. Im allgemeinen scheint der Weg, solange positive Bilder auf negative Erfahrungen zu legen, bis diese in den Hintergrund rücken, kein schlechter zu sein.

Zusammenfassend kann ich aus Erfahrung sagen, was gar nicht geht:
1. Druck erzeugen oder erhöhen und mit Ängsten arbeiten. Du bewirkst nur das Gegenteil und stürzt denjenigen weiter in die Abhängigkeit. Das bedeutet im Alltag: Aufpassen! Die Keule ist so schnell geschwungen und mühsam Aufgebautes mit dem Ar... eingerissen...;-)

2. Unerwünschtes Verhalten sanktionieren und kritisieren. Besser ist es, mit demjenigen das gewünschte Verhalten zu thematisieren und dann zu belohnen (ohne zu bestechen). 5min. effektives Zuhören und eine Umarmung bringen mehr als 1000 Gameboys.

Was jedoch immer wieder geht:
Reden (über Ängste) und denjenigen selbst erkennen lassen und vor allem Akzeptanz. Wir neigen gerne und schnell dazu, wegen einer bestimmten Verhaltensweise ganze Menschen mit einem Gesamturteil zu belegen und los zu kritisieren, was von der Verhältnismäßigkeit nicht ganz okay ist (und den Betroffenen nun gar nicht hilft). So auch im Beispiel meiner Tochter: Sie hat die außerordentliche Fähigkeit, Stimmungen die im Raum sind und Gefühlszustände anderer Menschen sofort zu erspüren, verfügt dadurch über hohe empathische Fähigkeiten und soziale Kompetenz und trägt ein großes Unrechtsbewusstsein in sich. Außerdem ist sie eines der sportlichsten und schnellsten Mädchen im Umkreis und ist sehr beliebt und so weiter...

Was ist dagegen schon der Zwang, ab und an nicht loslassen zu können? Vorwurfsfrei formuliert aber mit ihren Stärken angereichert, scheint auch das eine gute Basis zu sein, das Zwangsverhalten zu thematisieren, sobald es auftritt. Es verschwindet nämlich danach wieder, wenn das positive Bild in den Vordergrund kommt.

Wenn die Ursache allen Übels "Angst" heißt und die meiste Angst aus Interpretation von bisher Unbekanntem entsteht, dann kann der Schlüssel zur Beseitigung m.E. nur "Kommunikation mit positiven Bildern" heißen.

So, jetzt hoffe ich, ich habe niemanden gelangweilt aber das war und bin ich allen HelferInnen im Forum schuldig.

Grüße auf diesem Weg an Pit, für immer und ewig einer der besten Typen und Schriftsteller auf diesem Planeten.

Monty
„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Antoine de Saint-Exupery

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47

Donnerstag, 11. September 2008, 23:48

RE: Nachpunkten & Festkleben die xte...

Hallo Monty,

vielen Dank das Du Dich noch einmal gemeldet hast und es ist schön zu lesen das Ihr so viel geschafft habt, einfach toll ich wünsche Euch auf Euren weiteren Weg alles Gute und hoffe das Du Dich ab und an mal meldest.


Viele Grüße an Euch

Hope
Gruß

Hope


Frei nach Dieter Nuhr: „Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten.“
http://www.youtube.com/watch?v=j8uefBUOfgA

Pit-2001

unregistriert

48

Freitag, 12. September 2008, 00:37

RE: Nachpunkten & Festkleben die xte...

Hi Monty, du bist einer von den wenigen (Angehörigen und Umfeld), die es gecheckt haben. Gratuliere!

Leider stellen sich die positiven Dinge nicht in jedem Fall von alleine ein, weil der eine das Glück nicht hat, der andere zuviel Pech, immer wieder neu und weil es immer noch zuviel Zeitgenossen gibt, die mit dem Holzhammer gegen Zwängler vorgehen und sich dabei noch auf sogenannte ärztliche Meinungen stützen.

Na ja, das wird schon noch, man hat ja auch schon Zeiten gehabt, wo Insekten mit "Holzhammermethoden" vernichtet wurden und dabei alles Gute Zeugs auch gleich mit. Aber der Mensch lernt dazu, schade das mein neuer Roman nicht dazu beitragen kann, der extra deswegen geschrieben wurde, ich bringe ihn nicht in einem Verlag unter.

Jetzt wird mich nicht jeder verstehen, du aber denke ich schon, du bist zwar nicht mein Umfeld, aber du hast bewiesen, dass auch aus der Entfernung Teile des Positiven kommen können, die so wichtig sind.
Dies wird und möge deiner Tochter erst recht gut bekommen.

Danke und viel Erfolg euch weiterhin.

Pit

49

Sonntag, 22. März 2009, 22:21

Nachpunkten und Festkleben...

@alle: Hier mal wieder ein Lebenszeichen von Monty und der Zwangsschnecke.

Nach einem längeren Gespräch heute mit meiner Tochter möchte ich Euch mal wieder einen Statusbericht geben.

Die Zwänge treten nach wie vor noch in Zeiten von Stress als Nachfasszwang auf. Wenn sie darüber reden kann und man einfach nur zuhört (ohne die tollen Ratschläge oder Druck), werden sie weniger. Ganz weg gehen sie nur wenn totale Ablenkung existiert.

Ansonsten erwischen wir uns immer wieder dabei, dass die Kommunikation in den Hintergrund gerät im Alltag. Wenn sie das, was sie sagen muss und sie bewegt, nicht los werden kann, übt das wohl enormen Druck aus, der sich in den Zwängen niederschlägt. Davor gibt es eine ganze Litanei von kindlichen Interpretationen des elterlichen Verhaltens...(Angst zu Versagen, Angst zu Vergessen, Angst zu ...)

Alles in allem also immer noch viel Notwendigkeit für Reden & Zuhören. Vielleicht ist es gut, dass es so ist...;-)

Monty
„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Antoine de Saint-Exupery

50

Sonntag, 28. November 2010, 22:15

RE: Nachpunkten und Festkleben...

@alle: Hier ein neuer Statusbericht...alles in allem gilt immer noch mein letztes Posting aber die Zwänge treten nicht mehr auf. Meine Zwangsschnecke ist nun im pubertären Teenie-Alter, die auftretenden Probleme da sind eher hormoneller Natur...*lach*...dennoch benimmt sie sich aufgrund des Geschwisterkonfliktes teilweise eher wie ein kleineres Kind, fordert von uns Gleichbehandlung ein und dann tritt sie aber auch wieder als Jugendliche auf.

Ansonsten braucht sie nach wie vor für manche Dinge etwas länger als andere Kinder, hat nicht das übermäßigste Selbstbewusstsein und sichert sich sehr oft ab (entscheidet nicht gern). Das Bild, welches sie von sich selber hat, scheint verzerrt zu sein bzw. schätzt sie sich selbst i.d.R. als nicht so gut ein. Dabei ist sie Klassenbeste und sieht makellos aus. Was immer wieder auffällt, ist eine gewisse Unflexibilität bei Abweichungen jeglicher Art. Die Verbissenheit eine Sache nicht aufzugeben grenzt schon fast an Masochismus, hat natürlich aber durchaus auch positive Effekte.

Unser kleines Kind ist dazu das krasse Gegenteil und strotzt vor Selbstbewusstsein und Entscheidungskraft. Natürlich wird auch geschwindelt, dass sich die Balken biegen und das, was gerade noch angesagt war, wird über Bord geschmissen.

Nun könnt Ihr Euch vorstellen was bei uns manchmal abgeht.

Ansonsten ist alles okay.

Monty
„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Antoine de Saint-Exupery

Pit-2001

unregistriert

51

Montag, 29. November 2010, 23:06

RE: Nachpunkten und Festkleben...

Zitat

Original von Monty
Was immer wieder auffällt, ist eine gewisse Unflexibilität bei Abweichungen jeglicher Art.

Die Verbissenheit eine Sache nicht aufzugeben grenzt schon fast an Masochismus, hat natürlich aber durchaus auch positive Effekte.

Beides kommt mir sehr bekannt vor. Sehr sogar. PitMonty


Gruß Pit

52

Freitag, 16. Dezember 2011, 23:36

1Jahr später

@alle, die es interessiert:

Um es vorweg zu nehmen: Unser Kind ist jetzt sehr lange zwangsfrei. Die einstigen Dämonen sind nicht mehr wiedergekommen.

Gekommen ist ein klassischer 13-jähriger Teenie, wie schon im letzten Post beschrieben, mit den üblichen Teenie-Allüren, wo das Touchscreen-Handy wichtiger ist, als den Haufen Klamotten auf dem Fußboden wegzuräumen.

Geblieben sind immer noch ein etwas zu geringes Selbstbewusstsein/ Selbstwertgefühl, viel Nachdenken vor Entscheidungen, Konzentrationsschwächen und damit eine starke Verlangsamung mit fehlendem Gespür für Zeitdruck usw. Aber alles Dinge, die man verändern kann und die bei weitem die positiven Eigenschaften nicht überwiegen.

Die ehemalige Zwangsschnecke ist heute eine fröhliche Grübel-Teenie-Schnecke...

Vor kurzem hat sie sich (auf eigenen Wunsch) wieder in einigen Sportwettkämpfen vor größerem Publikum gemessen und heute hat sie vor 500 Menschen das Weihnachtsmärchen geschauspielert und gesprochen. Und sie hat es fantastisch gemacht. Allesamt Dinge, die sich ganz viele Menschen gar nicht trauen würden und mir schien es, dass das viele Lob danach wie Regen auf einen zu trockenen inneren Schwamm fiel und dieser es dankbar aufgesogen hat...;-)

Wie es weitergeht lasse ich Euch wissen.

An all' die Betroffenen da draußen: Lasst Euch nicht kaputtmachen, von nichts und niemandem. Die besseren Menschen seid Ihr.

An all' die Angehörigen (und Verursacher): Der Schlüssel heißt Loben, Loben, Loben & Zuhören, Zuhören, Zuhören. Fehlen diese Dinge über lange Zeit, treten die fiesen Zwänge an deren Stelle und es dauert mind. dieselbe lange Zeit, die Zwänge wieder mit positiven Bildern zu überlagern.

Schöne Weihnachten Euch allen!

Monty
„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Antoine de Saint-Exupery

53

Freitag, 12. April 2013, 21:19

Langzeit-Bericht

Hallo liebe Zangs-Gemeinde,

nach nunmehr 2 weiteren Jahren ein neuer Statusbericht.

Unsere mittlerweile 15-jährige Tochter ist weiterhin zwangsfrei und zwar immer noch ohne Medikamente. Tempo, Konzentration und damit Zensuren könnten freilich besser sein. Das gibt im täglichen Ablauf zwar immer wieder Reiberei aber das Gras wächst nicht schneller wenn man daran zieht. So unser heutiges Motto. Meistens zumindest. :D

Geblieben sind der Hang zum Nachdenklichen, zu starres Festhalten an einer Sache und natürlich die besondere eigene innere Uhr, die nur dem Glücklichen schlägt.

Geworden daraus ist ein echtes hübsches humorvolles PuberTIER-Fräulein mit vielen Freunden und dem üblichen Teenie-Zeug. Auf der Bühne des Stadttheaters vor Publikum wird aus dem oft unsicher nachfragenden PuberTIER eine sich trauende Darstellerin, welche sich gut in andere Menschen hineindenken kann.

Alles hat also zwei Seiten und das ist gut so.

Wer sich fragt, warum ich das mache: Ich bin es den Betroffenen hier im Forum schuldig...wie z.B. meinem geschätzten Pit-2001.

Alles Gute Euch allen bis zum nächsten Bericht!
„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Antoine de Saint-Exupery

54

Samstag, 13. April 2013, 17:50

hallo monty,
ich als mutter einer (nun 17-jährigen)zwänglerin bin beeindruckt und bewegt von eurer geschichte.
meine tochter erkrankte vor fast drei jahren; wir haben das alles leider bei weitem nicht so verträglich und souverän hinbekommen wie ihr. vielleicht ist es auch schwerer, wenn der betroffene schon in der pubertät ist, keine ahnung.
vieles, was du von deiner tochter schreibst, trifft genauso auch auf meine zu: sie ist sehr empfindsam und empfänglich für stimmungen im umfeld, nachdenklich, sozial, kreativ, spielt theater, ist hübsch und klug, hat aber bei weitem nicht das selbstvertrauen, das sie haben könnte. und das mit dem mangelnden zeitgefühl kenne ich auch; das war auch schon immer so, nicht erst seit der erkrankung.
im augenblick ist sie ja leider immer noch in einer klinik; aber an besuchstagen und am wochenende, wenn sie nachhause kommt, reden wir auch ganz viel und sie bestätigt immer wieder, daß die ängste weniger werden, wenn wir sie thematisieren.
allerdings mußte sie sich erstmal soweit öffnen, daß sie über diese ängste, die zu ihren ritualen führen, sprechen WOLLTE; das war ein langer weg. und ihre (ambulante) therapeutin meinte seinerzeit noch, wir sollten ihre ängste und zwänge möglichst NICHT mit ihr besprechen, sondern "ganz normal" mit ihr umgehen; uns über normale themen mit ihr unterhalten, damit sie den kontakt zur realität nicht verliert und in einem "normalen" teenager-alltag verankert bleibt.
das funktionierte nur irgendwann überhaupt nicht mehr. dann kam die klinik. alles in allem ein steiniger weg bisher für uns alle.
daß druck von außen, egal, woher, die probleme verstärkt, ist natürlich klar.
und meine tochter hat halt gerade den druck, wieder zur schule gehen zu wollen(spät. ab dem neuen schuljahr) aber nicht zu wissen, ob sie es packt. sie hat viel vor, will abi machen, studieren, aber derzeit schafft sie es immer noch nicht wirklich, morgens (in der klinik) pünktlich beim frühstück zu sein. der ganze schulalltag ist noch meilenweit von ihr weg. und, habe ich das gefühl, rückt ihr ferner und ferner, je länger sie sich in der klinik "einrichtet". sie sagt selbst, sie wird dort träge; ist ja alles so bequem da.
raus will sie aber auch(noch) nicht, davor hat sie zuviel angst. sie hängt in der luft. wir auch.
ich finde, besser als ihr kann man es nicht machen. ihr konntet eurer tochter kraft und mut geben, sie selbst zu sein.
soweit sind wir leider noch lange nicht.
liebe grüße und alles gute weiterhin,
katja

55

Dienstag, 16. April 2013, 00:24

Hallo Katja...

Hallo Katja, eigentlich wollte ich nur einen Statusbericht abgeben aber jetzt habe ich Deinen Eintrag gelesen und möchte doch gerne etwas darauf schreiben.

Ersteinmal: Nein, wir haben das nicht wirklich souverän hinbekommen. Hätten wir das, dann wäre unsere Tochter zwar sicher trotzdem etwas anders aber nicht in die Zwänge gefallen. Wir haben am Anfang ganz viel dazu beigetragen, dass die Dinge so gelaufen sind wie sie es sind und ich kann Dir nachfühlen: Ich möchte das nicht mehr erleben und wünsche es auch keinem.

Nun möchte ich die Schuld nicht nur uns aufladen. Fest steht: Unsere Tochter hat viel zu wenig Selbstbewusstsein, es ist ihr nicht abhanden gekommen - sie hatte es einfach noch nie, sie hat schon im Alter von 4-5Jahren viel mehr Zeit gebraucht als andere Kinder z.B. zum Anziehen, sie war schon immer ganz leicht ablenkbar (auch als Baby), hat ein riesiges Einfühlungsvermögen in alles mögliche und jeden bis zur Selbstaufgabe, es fällt ihr sehr schwer einmal eingefahrene Weg zu verlassen (sichert sich immer ab) und grübelt immer über Dinge, die für uns, die mit mehr Selbstbewusstsein als Fähigkeiten gesegnet sind, vollkommen klar sind.

Natürlich: Wenn ich es reduziere, dann bleibt als Manko stehen - zu wenig Selbstvertrauen = Unsicherheit.

Aber was ist das schon, wenn ich Dir sage, sie ist gesund, sieht aus wie gemalt, hat wahnsinng viele Freunde, lacht gerne und dass natürlich alles oben stehende auch ganz viele positive Seiten hat.

In der Praxis nervt es natürlich jeden Tag und es gibt auch jeden Tag Reibereien (mehr zwischen meiner Tochter und meiner Frau), weil natürlich für uns alltägliche Dinge extrem lang brauchen, wir sind immer zu spät und von der Ordnung im Zimmer mal ganz zu schweigen. Nur: Wo ansetzen, wenn die Geschichte des gerade vorbeifliegenden Spatzes wichtiger ist als der Wäschehaufen? Frage ich nach, bekomme ich solche Antworten: "Ja, aber der Spatz, der war erst an meinem Fenster, hat reingeschaut und ist dann in die Richtung geflogen, genauso wie vor 13 Jahren die Amsel, die an dem Tag wo es regnete hier reingeschaut hat und dann weggeflogen ist. In dieselbe Richtung! Meinst Du das hat etwas zu sagen?" Träumerei und Absicherung.

Was heute halt anders ist: Wir haben keinen Druck (das gelingt uns mal mehr mal weniger) und wir machen nur insofern Stress, dass wir schon sagen: "Hey, wir kommen zu spät!" Ich weigere mich halt, meine Tochter in die Sache mit einer Krankheit zu schieben. Der Druck weicht zwar kurz (ich habe ja dann eine Erklärung für die Probleme), es kommt aber überbordender neuer Druck dazu in puncto Bewältigung der Krankheit. Weniger für uns aber für das Kind. Wir wissen ja um die Besonderheiten unserer Tochter (wir haben selber auch zur Genüge welche, nur sind die halt gesellschaftlich akzeptiert und erzeugen keinen Druck), also sagen wir immer: "Sie ist so wie sie ist. Es ist ihr Charakter. Ihr Wesen. Sie wird und muss sich verändern." Das ist sehr schwer, denn wir haben in der Familie beidseitig Eltern mit Hang zur Depression/Melancholie, die schon sehr lange deshalb in Behandlung waren. Von daher kommt wenn nicht von uns aber zumindest ganz schnell aus der Familie eine Diagnose: "Dafür kann sie nichts, sie ist krank. Geht mal mit ihr wieder zur Psychotherapie! Ihr müsst ihr helfen. Die braucht Medikamente." Ich habe viel Zeit gebraucht, einige harte Worte zu den Großeltern gesagt und schlussendlich auch mich über meine Frau hinweggesetzt als ich festgelegt habe: "Keine Medikamente mehr, keine Diskussionen über eine psychische Krankheit." What the fuck!!! Die Umgebung kann einen wahnsinnigen Druck erzeugen, natürlich nicht mit Vorsatz aber die sind alle zu blöd und denken nur an sich. Außerdem ist es leichter einen Grund für irgendein Verhalten zu haben. Krankheit ist der Ober-Grund.

Natürlich weiß sie selbst auch um ihre Unzulänglichkeiten und fragt sich natürlich ob sie normal ist, nur: Soll ich noch draufspringen, wo sie es ohnehin schon weiß? Also löse ich ganz viel über Lachen und Humor, mache Witze oder sie nach und dann lachen wir beide und die Sache ist wieder unter "typisch!" als Charaktereigenschaft abgehakt. Weg von dem Thema "Ich bin krank!"

Ich persönlich erreiche mehr Veränderung bei ihr über ruhige aber bestimmte Kommunikation, Wärme, Liebe, Gefühle. Ich habe den Ansatz nicht (mehr) dass sie irgendetwas ganz Besonderes werden muss und in der Schule reicht es mir wenn sie zensurenmäßig in der Mitte ist aber dafür viele Freunde hat. Sie wird ihren Weg gehen, vielleicht nicht in unseren Schritten aber sie wird ihn gehen.

Wir haben zwei Töchter. Tochter Nr. 2 (die Kleine) ist aus einem ganz anderen Holz, die grübelt und fackelt nicht lange und macht ihrem Herzen immer Luft. Gerade auch wenn ihr etwas nicht passt. Aber: Die ist bei weitem nicht so sensibel und taktvoll wie unsere Große, die würde nie respektlos z.B. den Eltern gegenüber treten. Unser kleines Kind interessiert sich gar nicht dafür wie es anderen geht.

Und zumindest den Großeltern ist nun mittlerweile aufgefallen, dass Kind No. 2 - bei dem sie keine Gelegenheit ausgelassen hatten darauf hinzuweisen, dass sie so schlau und unkompliziert sei - doch anstrengender werden könnte als die Zwangsschnecke. Die Wahrheit ist jedoch: Sie sind beide so in Ordnung wie sie sind, jede auf ihre Art, jede mit ihrem Charakter.

Raus aus dem Teufelskreis "Krankheit."

Dazu wünsche ich Euch alles Gute!



Monty
„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Antoine de Saint-Exupery

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56

Dienstag, 16. April 2013, 12:40

Lieber Monty,

ich habe so ziemlich nun alles gelesen von Anfang an und wenn ich deine Worte lese, dann macht mir das Mut, schenkt mir Zuversicht, bestätigt mich in vielen Sichtweisen und doch wünschte ich mir auch, ich wäre bereits über diese Brücke gelaufen, bei der ihr nun am anderen Ende steht als ich. Ihr seit bereits "drüber", seit Wege gegangen, die ich noch vor mir habe, oder aber, in denen wir gerade "feststecken".

Dieser Druck von außen: Du musst dass und dies tun, wenn dein Kind zwangserkrankt ist, dass zerrt sehr an mir. (Fast) jeder Arzt sagt: Medikamente, damit das Kind wieder ausgeglichener, fröhlicher wird, der Druck von den Zwangshandlungen nachlassen kann. Und ich denke dann: Ja, muss das denn sein? Ist nicht jeder Mensch wie er ist? Jeder anders? Gibt es nicht bei uns Erwachsenen auch Menschen mit wenigs Selbstsicherheit, die sich nichts trauen, langsamer sind als andere?

Natürlich kommen die Zwänge hinzu. Klar. Die darf man nicht außer acht lassen. Und ich denke, es spielt eine große Rolle, was und welche Zwänge jemand hat. Für mich persönlich ist der Alltag im Moment schwer zu bewältigen, weil meine Tochter Angst hat vor Bakterien, Verseuchung etc. D.h. wenn man redet beim Kochen oder Essen, dann bricht sie in Panik aus. Sie reißt die Fenster auf, "um Luft zu schnappen", damit sie weiterleben kann. Das ist arg an meiner Grenze. Ein "normales" Leben ist fast unmöglich. Und ich wünschte mir nichts mehr, als würde das endlich aufhören.

Ich wünschte, ich hätte diese unbändige Kraft in mir zu sagen: DAS ist mein Kind. Das ist so. Ich lasse sie einfach sein. Ich lasse es zu. Soll sie es doch machen, Tag für Tag...irgendwann wird es aufhören. Doch wird es das? Bitte verstehe mich nicht falsch. Ich liebe mein Kind über alles. Sie ist das Beste, was mir je geschenkt wurde in meinem Leben. Aber die Grenze zwischen Liebe und Wahnsinn liegen hier recht nahe beieinander.

Was mich sehr berührt hat war deine Aussage:

Geblieben sind der Hang zum Nachdenklichen, zu starres Festhalten an einer Sache und natürlich die besondere eigene innere Uhr, die nur dem Glücklichen schlägt.

"Die eigene innere Uhr, die nur den Glücklichen schlägt...." vielleicht liegt hier ein Stück Wahrheit begraben, die ich hervorholen muss. Wer sagt, dass mein Kind sein muss wie ich? Ordentlich? Organisiert? Sie ist doch ihr eigener Mensch, eine eigene Persönlichkeit. Hierüber werde ich noch viel nachdenken....mit Sicherheit.

Was ich mich beim Lesen deiner Berichte auch gefragt habe: Liegt es an den Unterschieden Frau und Mann es emotionall anders zu betrachten? Wieso drückt es uns Mamas so sehr nieder, wenn unser Kind "krank" ist - warum kann ein Papa oftmals klarer sehen?

Jedenfalls finde ich es toll, dass du diesen Thread hervorgeholt hast!

Euch weiterhin alles Gute und liebe Grüße

Petra, lernfähig
Nur wer loslässt, hat beide Hände frei

57

Dienstag, 16. April 2013, 16:54

Auf der Brücke...

Liebe spurensuchende Petra,

die Wahrheit ist die: Wir stehen immer noch mitten auf der Brücke. Es bleibt ein zerbrechliches System und das ist gar nicht schlecht. Ich will auch auf gar keine Seite...:-) Die Mitte gefällt mir ganz gut.

"Dieser Druck von außen: Du musst dass und dies tun, wenn dein Kind zwangserkrankt ist, dass zerrt sehr an mir. (Fast) jeder Arzt sagt: Medikamente, damit das Kind wieder ausgeglichener, fröhlicher wird, der Druck von den Zwangshandlungen nachlassen kann. Und ich denke dann: Ja, muss das denn sein? Ist nicht jeder Mensch wie er ist? Jeder anders? Gibt es nicht bei uns Erwachsenen auch Menschen mit wenigs Selbstsicherheit, die sich nichts trauen, langsamer sind als andere?"

Für Deine Frage habe ich persönlich am längsten gebraucht, denn ich musste dazu einigen in den Arsch treten...(sorry). Das ist das Schöne heute: Ich muss gar nichts mehr und mein Kind muss erst recht niemandem entsprechen, nur sie selbst sein. Ein Abziehbild von mir oder anderen Familienangehörigen oder gesellschaftsfähigeren Menschen klingt zwar schmeichelhaft aber dürfte das grauenvollste sein, was mir begegnen könnte. Ich habe die Sprüche noch im Ohr: "Also das haben wir ja nicht gedacht..." oder "Wie kann denn das sein?" oder "Die muss sich aber echt mal mehr anstrengen..." Das ist so leicht gesagt aber wenn Nicht-Betroffene so etwas sagen, dann ist es wie wenn der Blinde über die Farbe spricht.

Das bedeutet nicht, dass sie sich nicht verbessern kann, nur: Die Umwelt richtet häufig über einen Zangserkrankten oder jemanden mit Angststörungen als hätte der-/diejenige gerade 10 Leute in's Jenseits befördert. Was sind denn das für Verhältnismäßigkeiten???

Ich weiß nicht, ich habe mir nicht so viele Gedanken gemacht, ob die Sichtweise als Vater anders ist wie für die Mutter. Dann müsste ich zumindest nach dem Rollenverständnis als Mann noch nüchterner handeln, mache ich aber nicht. Ich bin ein absolut emotionaler Mensch mit leichtem Hang zum Ausrasten...;-) Aber: Ich gebe nicht so leicht auf und wo andere eher sagen -> Medikamente damit Ruhe ist, sage ich: Keine Medikamente nur der Ruhe der Eltern zuliebe. Zudem kommt der typische Mutter-Tochter-Konflikt ja zwischen Vater-Tochter nicht vor, egal ob mit oder ohne Zwangserkrankung und so habe ich es als Papa schon etwas einfacher in die Gefühlswelt meiner Tochter abzusteigen als meine Frau. Mütter stecken aber sicher noch mehr als Väter in unterbewussten Programmen, welche versuchen alle Dinge zu ordnen...so mit 3fach-Belastung "Beruf", "Familie" und "Pflegefall Mann." Es ist leichter als Mann zu sagen: "Es ist nicht perfekt aber ich scheiß drauf was die anderen denken."

"Ich wünschte, ich hätte diese unbändige Kraft in mir zu sagen: DAS ist mein Kind. Das ist so." Die hast Du. Ganz sicher. Nimm Dir Zeit, setze Dich hin und schreibe auf was Du an Deiner Tochter liebst und was Du gerne eintauschen würdest. Mache eine Übersicht +/-. Es werden viele Sachen links stehen und nur eine rechts. Jetzt die Frage: Was von links tauschst Du ein gegen die Zwänge rechts, denn den perfekten Menschen gibt es nicht und wenn das eine Manko rechts weg ist, muss ein anderes hin. Nichts geht ohne Wechselwirkungen. Wenn es Dir so geht wie mir, dann sagst Du nach ein paar Stunden grübeln: "Warum sollte ich das eintauschen, was gleichzeitig auch so viele positive Seiten hat? Ggf. hätte ich ein zwangsfreies Kind aber eines welches überhaupt kein Einfühlungsvermögen hat?" Alles ist gut so wie es ist.

Aber: Wir können alle besser werden in vielen Dingen. Die hässliche Wahrheit ist nur: Damit werden wir aber automatisch wieder schlechter in vielem anderen.

Du kannst also aus voller Überzeugung sagen: "Ja, das ist mein Kind." Höre auf, daran Bedingungen zu knüpfen. Wahre Liebe kennt keine Bedingungen.

Wenn Du das gemacht hast, dann gibt es Techniken, um die Argumente welche Deine Tochter nutzt bzgl. bakterieller Verseuchung ganz nüchtern und rational ad absurdum zu führen. Aber erst die Gefühle, dann die Ratio, nicht andersherum. Mehr dazu gerne per PN bei Bedarf.

P.S.: Schöner Spruch in der Signatur! Also, jetzt lass mal los...:-)
„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Antoine de Saint-Exupery

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58

Dienstag, 16. April 2013, 19:50

Auf der Brücke

Mütter stecken aber sicher noch mehr als Väter in unterbewussten Programmen, welche versuchen alle Dinge zu ordnen...so mit 3fach-Belastung "Beruf", "Familie" und "Pflegefall Mann."
Ich danke dir!

Du hast es geschafft, mir heute ein ganz unbeschwertes, unbekümmtertes Lächeln zu schenken (natürlich wegen dem "Pflegefall Mann") ;)



Ich denke, dass das Umfeld stark verunsichert ist, wenn sie erfahren, dass jemand, den sie kennen, zwangserkrankt ist. Denn sie können sich erst mal nichts darunter vorstellen. Wenn man dann erzählt, wie sich die Zwänge äußern, was das Kind macht oder wie es denkt, dann kommt da eine ganz große Hilflosigkeit - so habe ich jedenfalls die Erfahrung gemacht bei meiner Familie und meinen Freunden. Ich selbst gehe sehr offen mit dem Thema um, habe viel gelesen, wollte versuchen, die Krankheit zu "verstehen". Es macht mir nichts aus, wenn die anderen das nur schwer fassen können. Ich rede über meine Gefühle und wie es mir geht. Was die anderen dann damit machen, ist deren Problem.

Im Grunde kann da ja auch kein Außenstehender wirklich gut helfen. Vor allem nicht, wenn sie sich nicht mit dem Thema auskennen. Ich erinnere mich an Gespräche, die ich unlängst in der Schule hatte. Von fast jedem Lehrer bekam ich zu hören: "Das kann doch nicht sein..." "Ich habe nie was bemerkt." "Mir fällt gar nichts auf." "L. macht einen so aufgeschlossenen, fröhlichen Eindruck". "Sie ist so feinfühlig und für jeden da in der Klasse." "Sie ist sehr beliebt." Bla, bla, bla. Und was macht man mit solchen Sätzen? Ich dachte für mich: Die haben doch alle keine Ahnung.

Ob ich mehr davon habe, kann ich dir nicht sagen. Aber ich stecke mittendrin und ich spüre, dass dies eine Aufgabe fürs Leben ist. Warum auch immer diese Aufgabe auf mich zukam - sie ist dazu da, um daran zu wachsen. Und ich hoffe, ich kann es mit - mit Stärke, Mut und Zuversicht, vermischt sicherlich auch mit vielen Tränen.

Im Moment trage ich diesen Zweifel wg. des Medikamentes in mir. Ich werde da auch nichts entscheiden, was meine Tochter nicht will. Es ist IHR Leben, sie muss es wollen. Falls sie das nicht will, habe ich das zu akzeptieren.

Zu der Brücke und den Zwängen speziell melde ich mich nochmal per PN.

Fürs Erste liebe Grüße und danke fürs Lächeln :P
Nur wer loslässt, hat beide Hände frei

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Freitag, 11. April 2014, 22:43

1 Jahr später...

Hallo an alle im Forum,

unglaublich, schon wieder ist ein Jahr vergangen. Hier ein neuer Statusbericht:

Die Anfasszwänge treten nur noch vereinzelt und ganz kurz auf in absoluten Stresssituationen wie jetzt gerade vor den Prüfungen. Wenn wir es mitbekommen (Tochter/ich), dann schauen wir uns nur an, lachen und wissen Bescheid.

"Das Thema" ist kein Thema mehr im Familienkreis seit Jahren. Alle (unbewussten) Dinge, die Tochter in eine "Erkrankung" zu drücken haben wir geschafft irgendwie auszublenden.

Das Selbstbewusstsein ist größer geworden (die pubertären Auseinandersetzungen/Abgrenzungen auch :-)).

Geblieben sind der Hang zum Analysieren/Abwägen bis zum Umfallen, in Sorge sein um die Menschen und Tiere, die einen so umgeben und die eigene innere Uhr und das ist nur sehr wenig im Vergleich zu den ganzen positiven Eigenschaften wie Freundlichkeit, Bescheidenheit, Humor, Kameradschaftlichkeit usw. usw. usw.

Die schulischen Leistungen sind von 3 jetzt wieder auf 2 im Durchschnitt geklettert und der nächste Schritt soll das Abitur sein. In den Fächern wo es Schnelligkeit oder Konzentration braucht, sind keine 1er möglich aber das erwarten wir auch nicht.

An dieser Stelle wieder herzliches Dankeschön an alle im Forum, vor allem an Pit (wo auch immer Du bist).
„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Antoine de Saint-Exupery

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