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1

Donnerstag, 1. Februar 2007, 20:46

Die Zwänge zerstören mein Leben

Hallo ihr lieben.

Seit ca. 3 Monaten bin ich wieder an Zwangsgedanken erkrankt. Dabei war ich für 4 Jahre gesund nachdem ich schon mal mit 18 erkrankt bin. Jetzt bin ich 23 Jahre alt und sie sind wieder da. Dabei dachte ich dass ich sie überwunden hätte. :(

Aber jetzt hauen sie wirklich rein: Ich habe sehr oft Derealisation (alles kommt mir wie ein Film vor) zudem habe ich folgende Gedanken:

a) Ich kann mich nicht im Spiegel sehen, bekomme sofort Panikattacken.
b) Ich bekomme Panikattacken wenn ich ein Gebäude oder Landschaften ansehe.
c) Oftmals glaube ich Menschen nicht zu verstehen und immer wenn ein Satz mit dem Wort "nicht" gebraucht wird, erhalte ich eine Denksperre für wenige Sekunde.

Zudem mache ich gerade ein 2. Abi in Sozialwesen auf dem Gymmi und hier schwächen mich die Gedanken extrem und meine Beziehung leidet auch darunter.

Ich kann echt nicht mehr. Oftmals frage ich mich warum ich mir das Ganze überhaupt noch antue. Ich nehme seit 2 Monate SSRI Medikamente aber geholfen hat es nur wenig. Wie ist es euch so ergangen?

Beim wem ist es besser geworden? Bei wem kam es zur vollständigen Remission?

Bin im Moment wirklich am Boden und fühle mich echt traurig. Würde mich über Resonanz freuen.

2

Donnerstag, 1. Februar 2007, 21:44

RE: Die Zwänge zerstören mein Leben

Hi erstmal

Lass Dich nicht hängen! Du hast es einmal geschafft die Z-Gedanken in den Griff zu bekommen, dann wirst es auch wieder schaffen. Vielleicht hat ja irgendwie Stress die neuen Gedanken ausgelöst.
Ich kann mir aber vorstellen, dass es für Dich z.Z.echt Kacke sein muss, mit solchen Gedanken.

Bekommst du nur das Medikament oder machst du zusätzlich auch eine Therapie?

Alles wird gut.

Franki

3

Donnerstag, 1. Februar 2007, 22:19

RE: Die Zwänge zerstören mein Leben

Hi Gex,

wenn du deine Medikamente erst zwei Wochen nimmst, dann kann es schon sein, das sie noch nicht richtig wirken.
Als ich mit meinen Medikamenten begonnen hab, ist es sogar erst mal schlimmer geworden. So richtig eingependelt, das es auch geholfen hat, hat schon so vier Wochen gedauert.

Jetzt komm ich aber echt gut mit den Medikamenten zurecht und sie helfen auch.

lg Bella :)

4

Donnerstag, 1. Februar 2007, 23:23

Hallo Bella,

was nimmst du denn für Medis wenn ich fragen darf.

Gruß Cherry

5

Freitag, 2. Februar 2007, 18:39

Mein Medikament

Hi Cherry,

klar darfst du fragen.
Ich nehme Sertralin, 70mg am Tag. Ist gott sei dank nicht so viel.

Wenn ich dich fragen darf Cherry, wie äußern sich eigentlich deine Zwänge?

lg Bella

6

Samstag, 3. Februar 2007, 19:28

Hallo Bella,

nun ich nehme die Medikamente aber schon seit 2 Monaten und es ist nur bedingt besser geworden.

Zudem lese ich überall dass die Leute die Krankheit seit Jahren habe. Da schleicht sich mir der Verdacht ein, dass die Krankheit kaum heilbar ist? Gibt es auch Leute, die sie ganz loswurden?

7

Samstag, 3. Februar 2007, 19:58

Hallo Gex
Nein die Krankheit ist heilbar, jedoch ist es eben keine Virauserkrankung die man mit ein paar Mittelchen beseitigen kann. Es ist viel Arbeit und kann Jahre dauern, muß aber nicht.
Manche werden auch nie ganz geheilt, jedoch zumindest soweit gebracht, dass sie ein normales Leben führen können.
Wie gesagt, dass ist jedoch unterschiedlich . Da kann man keine pauschale Aussaage treffen.

liebe Grüße

8

Samstag, 3. Februar 2007, 21:59

RE: Die Zwänge zerstören mein Leben

Hallo Gex, das klingt echt heftig. Es kommt ja nicht selten vor, daß man Gebäude oder Landschaften sieht. Kannst Du Dir das erklären, woher das kommt? Und das mit dem Spiegel?

Gibt es eine Vorgeschichte zu der "Derealisation", dass das mit 18 auftrat?

9

Samstag, 3. Februar 2007, 22:20

Zitat

Hallo Gex, das klingt echt heftig. Es kommt ja nicht selten vor, daß man Gebäude oder Landschaften sieht. Kannst Du Dir das erklären, woher das kommt? Und das mit dem Spiegel?


Schwer zu sagen. Das Problem ist nun mal dass diese Gedanken praktisch Begleiter sind. Manchmal zwingen mich die Gedanken über simpelste Sachverhalte nachzudenken (zB warum ist das Auto rot, etc.).

Das Bittere dabei: Sind sind sowas wie ständige Begleiter, quälen mich stundenlang, nehmen wir teilweise alle Lebenskraft.

Eine wirkliche Bedeutung hat es wohl nicht. Es verschiebt sich von einer Sache auf die nächste. Konstant halten sich die Punkte mit dem Spiegel und den negativen Sätzen. ICh kann es mir nicht erklären.

Ich hatte in meinem Leben unzählige Traumata, es ist unglaublich schwer zu sagen welche dafür zuständig sind. Meine Eltern unterstützen mich zwar, interessieren sich aber nicht wirklich dafür.

Aber...immer dann wenn ich am Boden bin, will ich wieder stark sein. Aufstehen und kämpfen.

Die Gedanken haben mir damals schon Probleme gemacht. All das was selbstverständlich war...alles worüber ich lachte...war plötzlich nicht mehr so...selbstverständlich.

Es war so unglaublich schwer...manchmal saß ich einfach nur rum und habe geweint...manchmal wollte ich alles nur beenden, aber irgendwie bin ich dann doch aufgestanden und habe weitergekämpft. Ich habe mich selbst in eine Klinik eingewiesen, musste eine schwere Zeit verbringen, in der Schule hatte ich unter starkem Mobbing leiden, und in der Zeit haben sich alle meine Freunde von mir abgewendet...

Mein bisheriges Leben ist geplatzt wie eine Seifenblase. All das woran ich glaubte, all das was ich niemals hinterfragte, entpuppte sich und zeigte seine wahre Gestalt.

Doch ich gab niemals auf. Ich weiß noch dass sie die Therapeutin zu mir meinte "Ich habe selten so einen starken Menschen wie Sie gesehen. Wenn einer es schaffen, dann sicher sie."

Man muss aber sagen dass mich meine Eltern immer unterstützt haben als ich in der Psychiatrie war. Und doch...es gab so vieles was sie nicht verstehen wollten...was sie nie verstanden.

Es ist ein unglaubliches Leiden für mich. Ich war ein Mensch, der sich immer für das Leben aussprach und plötzlich kommen wieder diese Gedanken und rauben mir oftmals die Kraft dieses Leben zu genießen.

Aber manchmal...will ich wieder weiterkämpfen. Ich will nicht aufgeben, auch wenn jeder Tag für mich eine Qual darstellt, auch wenn viele nicht verstehen oder verstehen wollen, wie es mir wirklich geht. Auch wenn viele nicht an mich glauben, wenn viele mich als schwach ansehen, so würde ich doch gerne kämpfen. Und doch...manchmal schwindet meine Kraft.

Aber ich würde so gerne wieder aufstehen, endlich wieder jeden Tag genießen. Ich bin ein sehr nachdenklicher und sensibler Mensch. In meiner Freizeit schreibe ich Geschichten und Gedichte, bin ein großer Tolpatsch, bin sehr tierlieb, bin sehr verwirrt manchmal und doch...ich habe Ziele.

Für mein zusätzliches Abi habe ich alles aufgegeben. Meine alte Wohnung, mein altes Studium und ich habe gewonnen. Weil ich kann nicht glauben dass das hier das Ende ist. Ich will gerne weiterkämpfen...und leben...

Ich hoffe dass ich es schaffen werde, diese quälenden Gedanken zu besiegen.

Ich hoffe das war nicht zu melodramatisch aber ich bin froh dass ich darüber reden konnte.

Danke, dass es Menschen mir gibt, die sich vielleicht für das interessieren was ich schreibe...

10

Sonntag, 4. Februar 2007, 00:22

Hallo Bella,

habe überwiegend aggr. Zwangsgedanken, meist mir oder anderen gegenüber. Die mich total fertig machen.Auch Grübelzwang.

Gruß cherry

11

Sonntag, 4. Februar 2007, 23:22

Zitat

Original von Gex83

Zitat

Ich weiß noch dass sie die Therapeutin zu mir meinte "Ich habe selten so einen starken Menschen wie Sie gesehen. Wenn einer es schaffen, dann sicher sie."


Es ist echt heftig, wie Du daneben hängst. Ich denke aber, die Dame wird das nicht ohne Grund gesagt haben. Grundsätzlich gelten Zwänge als heilbar und hier im Forum bzw. in den Vorgängerforen in den letzten Jahren waren auch Heilungsberichte.

Ist das mit Gebäuden oder Landschaften und dem Spiegel auch ein Zwang oder nur eine Panikatacke?

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