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bluesisk

unregistriert

1

Montag, 30. Juli 2007, 20:05

Zwanghaft und pathologisch?

Hallo,

ich suche hier bei euch Rat, weil ich mir selbst sehr unsicher bin, wie ich meine Freundin einschätzen kann.

Ich will es so kurz wie möglich machen:

Meine Freundin ist Krankenschwester und von berufswegen eine sehr "saubere" und "hygienisch" denkende und handelnde Frau.

Beispiele:
a.) Wenn sie mich zum Wochenende besucht, hat sie zuvor zuhause geduscht und sich ordentlich reinegemacht, klar! Sobald sie meine Wohnung betritt, ist es ihr ein Bedürfnis, sich möglichst schnell die Hände zu waschen (sie hat ja das Lenkrad im Auto angefasst und die Knöpfe in Aufzug und an Klingeln gedrückt usw.)

b.) Wenn sie sich im Kaufhaus Kleidung kauft und einige Kleiderbügel mitbekommt, werden diese entweder in der Spülmaschine gereinigt oder mit einem Tuch gründlich abgewaschen, bevor sie zum Einsatz kommen dürfen.

c.) Nach dem Einkauf diverser Konserven ist es vor dem Öffnen unentbehrlich, diese vorher auf der Oberfläche abzuwischen, weil sich hier ja Bakterien und Staub befindet. Auch dann, wenn offensichtlich von Staub und Dreck nichts zu sehen ist.

d.) Ein Wasserglas, das einmal als Blumenvase genutzt wurde, wird nicht mehr als Glas zum Trinken benutzt - auch wenn es gründlichst in der Spülmaschine gereinigt wurde.

Hunde und Katzen ignoriert und umgeht sie, ganz zu schweigen von Berührungen der Tiere. Als Haustiere sind sie natürlich verpönt.


Ich könnte noch viele Beispiele dieser Art aufzählen!

Leider bin ich mir sehr unsicher, ob ihr Verhalten noch als "normal" (was ist schon normal?) anzusehen ist, denn sie findet ihr Verhalten "normal" und leidet nicht darunter. Bestenfalls bezeichnet sie sich als "pingelig".


Oder bin ICH einfach nur "unsauber", weil ich vieles nicht so "extrem" (wie ich finde) sehe?


Liebe Grüße

bluesisk

Hope

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2

Montag, 30. Juli 2007, 20:59

RE: Zwanghaft und pathologisch???

Hallo bluesisk,

das was Du da beschreibst ist Zwanghaft, ich mache so was nicht bei mir liegt der Zwang ja auch woanders.

Vielleicht solltet ihr mal in Ruhe über das Thema sprechen es gibt auch gute Bücher über die Zwangserkrankung aber ich würde vorsichtig an die Sache ran gehen.

Gruß

Hope
Gruß

Hope


Frei nach Dieter Nuhr: „Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten.“
http://www.youtube.com/watch?v=j8uefBUOfgA

3

Montag, 30. Juli 2007, 22:35

RE: Zwanghaft und pathologisch???

Hi

Jeder von uns hat ja, wie ich denke, eine ganz andere und verschieden artige Sicht vieler Dinge und so sieht es auch beim Thema Sauberkeit aus.

Ich möchte nicht das Verhalten Deiner Freundin analysieren, da ich ja kein Arzt bin, aber wenn sie es nicht als Belastung ansieht, sondern nur als pingelig, dass es für sie nun mal ein paar ReinigungsRituale gibt, ist es wohl auch noch nicht so tragisch.

Jeder von den "normalen Menschen", hat ja vielleicht auch ein paar schöne Rituale, oder Zwänge, aber in abgeschwächter Form, anders als es bei einem Zwangserkranktem der Fall wäre, die nichts mit Krankheit, oder Belastung zu tun haben müssen, aber trotzdem für sie sehr wichtig sind, aber für andere vielleicht, der komplette Blödsinn bedeuten könnten.

Also, ich denke, so bald diese Pingeligkeit für Deine Freundin zu einer Belastung werden sollte, dann würde ich von einer Zwangs-Erkrankung sprechen.

Außerdem arbeitet sie ja auch, in einer Branche, wo es um keimfreie Sauberkeit geht und vielleicht, nimmt sie es ja wirklich nur sehr genau mit allem.

Ich hoffe ja für sie, dass sich dieser Zustand nicht mal verschlimmert, denn aus einer Kleinigkeit, oder Pingelichkeit, kann sich auch sehr schnell, eine große Sache daraus entwickeln.

Das ist meine Sicht der Dinge.

Aber vielleicht, sollte das doch besser, ein Facharzt beurteilen können.

Viele Grüße Mogry

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Mogry« (30. Juli 2007, 22:41)


MichaelW

unregistriert

4

Freitag, 2. November 2007, 05:50

Ich kann Mogry nur unterstuetzen:

Pathologisch ist's genau dann, wenn ein "Leidensdruck" existiert.

Aber auch wenn sie sagt, sie hat keinen Leidensdruck, kann sie aber unterschwellig doch schon einen haben.

Das gemeine am Zwang ist ja genau, dass er sich so langsam einschleicht. Ist ja nicht als wuerdest Du den Leidensdruck so deutlich spueren wie Zahnschmerzen.

Und die Handlungen, die Du aufzaehlst sind m.E. extremst grenzwertig.

Vielleicht mal ein einfacher Test: Kann sie es denn aushalten (nur mal so zum Spass), sich mal nicht die Haende zu waschen nachdem sie Deine Wohnung betreten hat oder mal eine Dose zu oeffnen ohne sie vorher zu wischen.
Wenn sie das nicht kann, dann wuerde ich (bin aber nur Laie !!!) sagen dass es pathologisch ist, dann dann MUSS sie es tun, weil sie sonst LEIDET ... und mit der Zeit kommt mehr und mehr zusammen und dann LEIDET sie weil sie es tun MUSS.

wuensche Euch alles Gute!

Machts nicht so wie wir und lasst Jahre vergehen. Je laenger man dem Zwangs-Monster Zeit laesst, desto tiefer sitzt es und desto schwieriger wird die Befreiung von ihm.