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1

Mittwoch, 6. Oktober 2004, 13:47

Zwangsfragen

Hi,
ich bin neu im Forum und habe die Hoffnung, hier Menschen zu finden, die ähnliche Problematiken haben wie ich.
Mein Freund leidet unter Zwangsfragen, die alle mich betreffen. Er fängt diese Woche eine Verhaltenstherapie an. Die Psychologin äußerte im Vorgespräch den Verdacht, dass er unter enormen Verlustängsten leidet und deshalb immer den Zwang verspürt, Dinge extrem genau zu erfragen, um sich abzusichern, dass mir auch ja nichts zustösst. Dabei handelt es sich um Dinge, die im schlimmsten und äußersten Fall meinen Tod bedeuten könnten, z.B. Thema Auto fahren oder Thema rauchen usw.usw.usw.
Nebenbei exsitieren auch Zwangshandlungen bei ihm, die aber so gering sind, dass sie mir gar nicht auffallen würden, wenn er mich darauf hinweisen würde.
Das Problem sind wirklich diese ständigen Fragen, die sich schon mal an schlimmen Tagen über 5 Stunden hinziehen können. Dann wird die ganze Zeit nur darüber geredet, wie lange ich wann an der Zigarette ziehe... Er überprüft meine Zigarettenschachtel und kritisiert meinen Fahrstil, obwohl es nichts zu kritisieren gibt. Wenn ich rauche, muss er eine mitrauchen usw. (Warum eigentlich? Kann mir darauf vielleicht jemand eine Antwort geben?)
Habe zum Teil wirklich Angst, eine Zigarette anzuzünden aufgrund der eventuell folgenden Fragen... Ich will mich aber auch nicht von der Neurose einschränken lassen, was ich ihm auch zu verstehen geben und er selbst hält es für das Richtigste, was ich machen kann.
Nebenbei kommen dann natürlich noch die Ängste seinerseits, dass ich krank werden könnte. Niese ich mal, muss ich gleich sagen weshalb usw.usw...

Langsam merke ich, wie mir die Kraft verloren geht, mich ständig diesen Fragen zu stellen. Mein Lichtblick ist im Moment seine Verhaltenstherapie.
Vielleicht ist ja jemand hier, mit dem ich mich über diese Krankheit austauschen kann. Ich denke, dass könnte mir sehr helfen.

Liebe Grüsse
Ines

2

Mittwoch, 6. Oktober 2004, 14:06

RE: Zwangsfragen

hallo ines!

kann dir keinen tipp geben, sondern nur sagen, dass es bei mir und meinem freund ähnlich ist.
wenn mein freund mal niest oder hustet, habe ich ihn schon oft irgendwelche zwanghaften fragen gestellt, wie "ob es sein kann, dass das die ersten sympome einer schlimmen krankheit sind?" oder ähnliches..

er wollte sich ein auto kaufen, da hab ich auch immer gesagt, dass ich dagegen bin, 1. weil ichs zu teuer fand und 2. weil es 120 ps hatte (peugeot 306 cabrio) und ich finde das ist zuviel für so ein auto. bin bis jetzt höchstens mit 75 ps gefahren und mit solchen autos kann man auch schnell genug fahren. ich weiss, dass mein freund keine probleme hat auf der autobahn 180 zu fahren... dann hab ich aber angst, dass ihm was passieren könnte...und hätte immer angst um ihn, wenn ich wüsste er ist unterwegs :-/! am meisten hab ich angst wenn er alleine fährt und das obwohl er eigentlcih gut fährt und auch noch nie einen unfall hatte, nicht mal einen kratzer hat er bis jetzt in den lack gefahren. und ich hatte schon einen unfall mit totalschaden und 1 kleinen unfall, trotzdem mache ich mir nur um ihn gedanken! er hat sich dann letzte woche dazu entschieden das auto doch nicht zu kaufen (nicht wegen mir ;) ).

mein freund antwortet mir auf solche zwanghaften fragen oft nicht.
ich muss sagen er ist öfters ziemlich genervt davon, was ich auch verstehe. wenn er mir die frage beantwortet, nimmt er mir in diesem moment die verantwortung über die entscheidung ab, denn alle fragen die ich ihm stelle könnte ich mir mit logischen menschenverstand auch selbst beantworten, nur mit meinem zwanghaften verstand wohl nicht!?
wenn ich sie nicht beantwortet bekomme, grübele ich unter umständen ewig nach was nun das richtige wär, und was alles passieren könnte, wenn ich dies oder jenes tue oder denke und entscheide mich meistens "für den zwang"..alles andere erfordert zuviel angst..
wenn er mir die antworten abnimmt, geht vieles leichter..
nur leider kann es dann oft passieren, das ich mich in die fragerei reinsteigere und über jeden schritt, den wir oder ich gehn/gehe fragen selle muss, ob wir/ich das oder das tun können ohne dass uns/ihm unheil zu stößt...


darf ich fragen, wie alt ihr seid?


gruß, rose

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Rose« (6. Oktober 2004, 14:09)


3

Mittwoch, 6. Oktober 2004, 15:52

Zwangsfragen

Hi Rose,

die Sache mit dem reinsteigern in die Fragen kennen ich nur zu gut. Mal haben wir Glück und es bleibt bei einigen wenigen Fragen. Aber häufig ist es so, dass meine Antworten ihn auf die nächsten Fragen bringen. Eine falsche Formulierung, die man umgangssprachlich täglich benutzt und es kann sein, dass für die nächsten zwei Stunden Fragen angesagt sind.

Wir sind beide noch recht jung. Er ist 27 und ich bin 22. Wir kennen uns schon zwei Jahre, sind aber erst seit ein paar Monaten zusammen. Vorher ist mir das bei ihm nie aufgefallen. Er hat mir erklärt, dass diese Zwänge in seiner letzten Beziehung auch auftraten, aber längst nicht so extrem. Erst vor kurzem hat er sich dann eingestanden, eine Therapie zu beginnen.

Das Thema Auto fahren war heute morgen noch Thema... Es ging ums Überholen auf der Bundesstrasse. Wann ich das mache, wie oft und warum fragte er eine gute Stunde. Dass ich dann schon total gestresst aus dem Haus gehe ist klar. Ich komme mir dann schon selbst kirre vor :tocktock:
Naja, das schlimme sind immer diese Vormullierungen. Ich muss unterscheiden zwischen oft, sehr oft, manchmal, selten, sehr selten, sehr sehr selten... dass man sich dann irgendwann verhaspelt ist doch rein menschlich. Naja und was dann passiert, ist ja wohl klar.
Es tut mir auch leid für ihn! Ich sehe ja, wie sehr er darunter leidet und er hat wegen all den Vorfällen wahnsinnige Schuldgefühle (gehört ja glaube ich auch zum Krankheitsbild). Werden die Fragen dann schlimmer oder ich kann sie ihm nicht beantworten oder will es nicht, dann kann es schon mal passieren, dass ihm der Kreislauf wegsackt oder er wird laut und redet sehr aggressiv. Normalerweise würde ich mir so einen Ton von niemadem gefallen lassen, aber ich weiß, dass wenn ich mich auf diesen Gesprächston herablasse alles noch schlimmer wird. Also versuche ich ruhig zu bleiben, weil ich auch glaube, ihm damit zu helfen. Er wird dann auch wieder ruhiger, es dauert nur.

Wie ist das denn bei Dir? Hörst Du irgendwann auf zu fragen, wenn Du keine Antwort bekommst? Hilft es Dir real weiter wenn Du Antworten bekommst bzw. macht es real Sinn alle Fragen zu beantworten?

Ich bin mir nicht sicher, ob es gut ist, immer zu antworten. Tue ich es allerdings nicht, wird die Situation unerträglich für uns beide.

LG
Ines

4

Mittwoch, 6. Oktober 2004, 22:33

RE: Zwangsfragen

Hallo Ines

Ich schicke was per mail

LG

Jürg

Pit-2001

unregistriert

5

Mittwoch, 6. Oktober 2004, 22:34

RE: Zwangsfragen

Hallo Ines,

endlich mal einer der Zwangsfragen anspricht. Die meisten Zwängler berichten von ihren Berührungsängsten. Ist zwar das gleiche Schema, aber doch ganz anders, weil sie es meist allein mit sich abmachen können und der Wasserhahn ist geduldig, wenn auch die Haut leidet (die armen).
Bei Fragezwängen leidet nicht die Haut (Glück) aber dafür schämt man sich um so mehr und trotzdem fragt man und fragt, weil die Angst noch größer ist als die Scham. Ist das nicht furchtbar?
Ich frage wegen mir, nicht wegen dem Partner. Aber ich habe gelernt, dass die Fragerei tatsächlich in STunden ausartet und kein Ende findet, weil man in der Fragephase so unter Panik steht, dass man keinen Gedanken fassen kann.

Als Lösung habe ich etwas angefangen, was auch nicht viel besser ist, aber immerhin kann man dazuwischen etwas leben.
Ich notiere mir Angstfälle und frage dann brieflich (du musst wissen, ich frage unterdessen viele viele Leute). Wenn ich meine Frau frage, tu ichs allerdings direkt, aber da ist die Panik nicht so groß, weil die ja immer da ist.
Die größte Panik habe ich, wenn Leute nach der Frage verschwinden und es unendlich Mühe und Mut und Scham kostet, sie nochmal zu erreichen.

Genau genommen hast du recht, wenn du von Verlustangst sprichst.
Hätte ich all die Leute ständig um mich, könnte ich auch leben, wie alle anderen, ohne Scham und ohne Angst, jemand nicht mehr zu erreichen.
Aber die Fragen wären trotzdem, dahinter steckt noch was anderes.

Bei mir sind es Gefühle, die ich bräuchte, um nicht zu fragen, wie Vertrauen, Mut usw., die ich im wirklichen Leben habe, aber nicht auf dem Zwangsgebiet, in dem quasi eine Regression der Kindheit stattfindet.
Meine Erziehung erlaubte nicht, mich auf mich zu verlassen, sie trieb mir sogar mit Gewalt eigene Gefühle aus und züchtete Scham, wenn ich etwas nicht auf eine bestimmte Art und Weise tu. Wie gesagt, das hat sich alles verzogen, ich kann normal leben, aber im Zwangsgebiet holt es mich ein.

Vielleicht hilft deinem Freund eine Verhaltenstherapie. Wenn nicht, dann muss man die inneren Widerstände suchen, die ihn davon abhalten.
Bei mir ist es, dass ich doch ein so ausgeklügeltes System habe, um mit der bösen Welt (Projektionen des eigenen Bösen, was man mir indirekt einredete, weil ich als Kind nur durch Leistung geliebt wurde)fertig zu werden. Ich schaffte es doch immer, abzuliefern, was man sehen wollte und so will ich die Scham auch wieder so wegbringen, in dem ich gehorche, in dem Fall, dem Zwang, Angst systematisch zu begegnen, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen, statt auf ein paar GEfühle zu vertrauen, wie z. B. "leck mich am A..." usw.

Was kannst du tun?
Letztlich muss ein solcher, eine neue Welt in sich aufbauen, die ihn nicht Angst haben lässt, das ist viel Arbeit an dem was in einem steckt und steuert. Manche kriegen das erst durch eine Analyse raus, aber warum soll es bei euch so schwer sein, wie bei mir, muss ja nicht sein. Diese neuen Grundsätze muss man sich täglich einprägen. Wenn aber grad in der Phase irgend ein Unwissender meint, dem antworte ich nicht mehr, kracht wieder alles zusammen und man fängt wieder bei 0 an.
Andererseits muss man von den Fragen weg. Aber das sollte das Ziel des Erkrankten sein, nicht das irgenswelcher antwortfauler Zeitgenossen, die sich dabei auch noch toll vorkommen.
Klar, wenn man das alles nicht kennt, ist es schwer. Drum schreib ich ja darüber, umso mehr Menschen davon wissen, um so besser.

Wenn du weißt, was hinter seinen Fragen steckt und ihn genau kennst,
und wenn du einen starken Charakter hast, kannst du irgendwann auch mit ihm absprechen (nie unerwartet!!!!!!) dass du den Fragen Grenzen setzen musst. Antworte ihm immer, aber setze Grenzen, was die Wiederholungen und Ausartungen anbelangt. Besser ist für mich jedenfalls, jemand, der freundlich und bereitwillig antwortet, dessen Antwort zeigt, dass er gut zugehört hat, und der dann nach ein paar Mal eine Grenze setzt, als jemand, der bereitwillig immer und immer wieder antwortet, aber Unwillen dabei zeigt, und nicht gut zuhört usw. All das verschlimmert die Lage nur und derjenige überanstrengt sich ohne den gewünschten Erfolg.
Wenn du die Grenze gesetzt hast, dann antworte nicht mehr, aber sprich mit ihm über die Dinge, die ihr rausgekriegt habt, die dahinter stecken und dass du deshalb bei ihm bist und ihm hilfst.

Das ist nur ein grobes Muster. Jeder Dogmatismus ist aber auch falsch. Sei flexibel und höre ihn ihn und hinter die Fragen, das wird ihm zeigen, dass du ihn ernst nimmst und wenn er das merkt, wird er dir auch abnehmen, wenn du nicht unendlich antwortest, weil er weiß, dass du ihn sooo ernst nimmst, dass du das von selbst tätest, weil du weißt, was ihn bedrückt.

Du brauchst dich jetzt nicht sonderlich für den langen Text bedanken.
Ich bin froh, dass sich jemand mal dafür interessiert. Natürlich ist jeder Fall anders, aber vielleicht, sind auch ein paar Perlen für dich im Text.
Obwohl ich ein bisschen Angst habe, dass ihr so neu damit konfrontiert seid, dass du manches gar nicht so nachvollziehen kannst.

Egal, es war ein Versuch zu helfen, mit meinen Wünschen an die Umwelt.
Ich trau mich das alles nicht so richtig den Leuten zu sagen, weil ich natürlich pansiche Angst habe, dass jemand dann nciht mehr antwortet.
Aber nicht desto trotz enthält der Text hier, wichtige Bausteine, die wenn sie jemand gut benutzt, dem Frager und dem Antwortenden Erleichterung bringen könnten.

Gruß Pit

6

Donnerstag, 7. Oktober 2004, 16:20

Hi Pit,

trotzdem danke für die Tips. Ich habe mir selbst schon überlegt mich ernsthaft mit ihm über das Thema "Grenzen setzen" auseinanderzusetzen. Das letzte Mal habe ich es heute morgen angesprochen. Lief überhaupt nicht gut. Bei dem Thema macht er total zu, er sagt dann schon mal, dass er Angst hätte mich zu verlieren, er könnte ohne Antworten nicht mit mir zusammen sein. Im Nächsten Moment weint er dann und entschuldigt sich... Ich merke dann, dass er dafür noch nicht bereit ist.

Gestern abende lief es super. Es war zwar ein Kampf für ihn, aber er hat es bis heute morgen nach dem Frühstück geschafft nicht zu fragen. Unglaublich, er hat das aus freien Stücken geschafft. Ich habe ihm auch zu verstehen gegeben, wie stolz ich auf ihn bin.
Leider hatten wir von 12.00-14.00 dann wieder Fragen am Start. Diesmal ging es um die Definition von "manchmal" in Verbindung einer Rauchgewohnheit von mir. Es hat mir alles sehr viel Kraft gekostet und ich habe gemerkt, dass es ihn wieder richtig runtergezogen hat, dass ich so fertig war. Er hat panische Angst davor, dass ich ihn deswegen verlasse. Es dauert immer ewig bis ich ihn überzeugt habe, dass das nicht der Fall ist. Vorher kann er auch nicht fahren. Eben hat er deswegen einen sehr wichtigen Termin verpasst.
Richtig schlimm muss es für ihn wohl sein, wenn er keine Gelegenheit hat zu fragen, weil ich z.B. nicht da bin. Diese Fragen gehen dann auch nicht weg, er vergisst auch keine einzige, und auch wenn es 30 Stück sind. Für andere kaum zu glauben, aber er merkt sich alles. Auch welche Antwort ich zu was vor drei Monaten gegeben habe. Unglaublich, dass das menschliche Gehirn zu solchen Höchstleistungen in der Lage ist.
Im Gegenzug werden dann aber alle anderen Dinge als unwichtiger gesehen, wie z.B. der Job oder das Studium. Das schlimme ist auch, das er mir extra richtig fiese Fragen stellt, um heraus zu bekommen, ob ich mich irgendwann mal in meiner Antwort verschätzt oder verhaspelt habe. Das gibt er auch ehrlich zu. Er meint, er habe keine andere Wahl.
Tja, ich bin von dieser Krankheit genauso betroffen wie er. Meine Stimmung leidet sehr darunter... schade dass ich kein Wasserhahn bin ;)

Puhh, naja was soll ich schreiben. Ich bin immer noch sehr mitgenommen von dem Vorfall heute mittag. Ich hatte durch mein Studium bedingt auch schon mit Menschen zu tun, die an Zwangshandlungen litten und ich habe immer versucht mit diesen Menschen sehr verständnisvoll umzugehen. Wenn man dann aber selbst betroffen ist, ist das doch noch etwas ganz anderes. Aber ich bleibe weiter ruhig. Es bringt ja nix, wenn ich anfange alles schwarz zu sehen. Das tut er nämlich im Moment. Bleibe weiterhin optimistisch und gebe es ihm zu verstehen.

Ist es sinnvoll, wenn ich weitere Vorgehensweisen erst mal mit seiner Therapeutin abspreche und bis dahin weiter mache wie gewohnt? Sprich alle Fragen so gut wie es mir möglich ist zu beanworten?

Bis dahin
Ines

Pit-2001

unregistriert

7

Donnerstag, 7. Oktober 2004, 17:37

RE: Zwangsfragen

Hallo Ines,

die Therapeuten werden dir womöglich sagen, ihm nicht zu unterstützen, weil das sein Zwangsverhalten unterstützt. Das ist die Meinung heutzutage.

Du musst dir vorstellen, ein Kind hat einen Teddy in der Hand, in dem Gift ist (Zwang), es will ihn nicht fallen lassen, unter keinen Umständen!!!!!

Wie gehst du vor?

Entweder du drängst es in eine Lage, in der es beide Hände braucht und um zu überleben den Teddy fallen lassen wird (das ist die Methode der Verhaltenstherapeutischen Meinung). Das Problem ist damit relativ schnell erst mal gelöst. Aber welche Pein muss das Kind durchmachen, bevor es ihn fallen lässt, wo es doch soooooo dran hängt?
Die Frage ist, ob es danach nicht noch mehr Teddys braucht, weil es noch mehr Angst vor der Umwelt bekommt, der er sowieso wie sich selbst nicht traut. Gut vorerst ist er mal weg, wenn jetzt ein sehr guter Therapeut die Wunde, die man ihm durch das Verhaltenstraing beibrachte heilen kann, könnte es ja gut ausgehen.
Wenn du das willst, arbeite mit den Therapeuten zusammen.
Kalkuliere einige seelische Katastrophen ein, evtl. sogar die Trennung (von der ja auch keiner weiß, ob sie ihm gut bekommt oder der Heilung abträglich ist), aber hoffe, dass es evtl. gut geht.

Oder, kämpfe mit ihm darum, dass er eigenverantwortlich dagegen kämpft.
Dazu ist manchmal eine Analyse nötig, damit er sich und seinen Antrieb kennenlernt und sich überlegt, ob er es damit aufnehmen möchte. Eher hat ein Kampf sowieso keinen Sinn!!!,meine ich.
Wenn er kämpfen will, wäre ein guter Therapeut, der ihn väterlich unterstützt wohl ganz gut und auch du kannst dann abwägen, ob du ihn nur emotional unterstützen willst oder sogar verhaltensmäßig und ihm dann nahe bist, wenn er daran durchzudrehen scheint, um da aufzubauen, wo ihr die eigentlichen Ursachen herausgefunden habt. Dies kann aber Jahre dauern, glaub nicht, das geht von heute auf morgen (obwohl : ich steck ja nicht drin)

Was du tust, müsst ihr und du abwägen, das kann keiner raten.
Leider dauert es im Anfangsstadium der Zwänge oft lange, bis man sich selbst versteht und Entschlüsse angehen kann.
Ein Tipp: vergiss dein Leben nicht dabei. Wenn du nur die "Schwester" für ihn bist, ist das zwar edel, aber er wird nicht mehr beobachen, wie das wirkliche Leben abgeht. Zeig ihm das auf egoistische Weise, sei aber trotzdem für ihn in dem Rahmen für den du dichj entschieden hast da.
Das wird wohl am meisten helfen, zu dir rüberzuspringen, wo gelebt wird.
Leider hat meine Frau es jahrelang zu gut gemeint und das Leben vergessen, darum sage ich das.

Ich hoffe, ich konnte einiges aus meiner langen Zwangskarriere rüberbringen, was es dir irgendwie hilft, das würde mich schon interessieren.

Gruß Pit

Pit-2001

unregistriert

8

Samstag, 9. Oktober 2004, 15:40

Antwort

Dabei seit: 08.06.2004
Beiträge: 159
Zwangssymptome: Vernichtungsangst - dageg. Kontrollen, Wiederhol.
Status: Betroffene/r
Herkunft: Deutschland


Level: 19 [?]
Erfahrungspunkte: 19.563
Nächster Level: 22.851



RE: Zwangsfragen

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Hallo Ines,

die Therapeuten werden dir womöglich sagen, ihm nicht zu unterstützen, weil das sein Zwangsverhalten unterstützt. Das ist die Meinung heutzutage.

Du musst dir vorstellen, ein Kind hat einen Teddy in der Hand, in dem Gift ist (Zwang), es will ihn nicht fallen lassen, unter keinen Umständen!!!!!

Wie gehst du vor?

Entweder du drängst es in eine Lage, in der es beide Hände braucht und um zu überleben den Teddy fallen lassen wird (das ist die Methode der Verhaltenstherapeutischen Meinung). Das Problem ist damit relativ schnell erst mal gelöst. Aber welche Pein muss das Kind durchmachen, bevor es ihn fallen lässt, wo es doch soooooo dran hängt?
Die Frage ist, ob es danach nicht noch mehr Teddys braucht, weil es noch mehr Angst vor der Umwelt bekommt, der er sowieso wie sich selbst nicht traut. Gut vorerst ist er mal weg, wenn jetzt ein sehr guter Therapeut die Wunde, die man ihm durch das Verhaltenstraing beibrachte heilen kann, könnte es ja gut ausgehen.
Wenn du das willst, arbeite mit den Therapeuten zusammen.
Kalkuliere einige seelische Katastrophen ein, evtl. sogar die Trennung (von der ja auch keiner weiß, ob sie ihm gut bekommt oder der Heilung abträglich ist), aber hoffe, dass es evtl. gut geht.

Oder, kämpfe mit ihm darum, dass er eigenverantwortlich dagegen kämpft.
Dazu ist manchmal eine Analyse nötig, damit er sich und seinen Antrieb kennenlernt und sich überlegt, ob er es damit aufnehmen möchte. Eher hat ein Kampf sowieso keinen Sinn!!!,meine ich.
Wenn er kämpfen will, wäre ein guter Therapeut, der ihn väterlich unterstützt wohl ganz gut und auch du kannst dann abwägen, ob du ihn nur emotional unterstützen willst oder sogar verhaltensmäßig und ihm dann nahe bist, wenn er daran durchzudrehen scheint, um da aufzubauen, wo ihr die eigentlichen Ursachen herausgefunden habt. Dies kann aber Jahre dauern, glaub nicht, das geht von heute auf morgen (obwohl : ich steck ja nicht drin)

Was du tust, müsst ihr und du abwägen, das kann keiner raten.
Leider dauert es im Anfangsstadium der Zwänge oft lange, bis man sich selbst versteht und Entschlüsse angehen kann.
Ein Tipp: vergiss dein Leben nicht dabei. Wenn du nur die "Schwester" für ihn bist, ist das zwar edel, aber er wird nicht mehr beobachen, wie das wirkliche Leben abgeht. Zeig ihm das auf egoistische Weise, sei aber trotzdem für ihn in dem Rahmen für den du dichj entschieden hast da.
Das wird wohl am meisten helfen, zu dir rüberzuspringen, wo gelebt wird.
Leider hat meine Frau es jahrelang zu gut gemeint und das Leben vergessen, darum sage ich das.

Ich hoffe, ich konnte einiges aus meiner langen Zwangskarriere rüberbringen, was es dir irgendwie hilft, das würde mich schon interessieren.

Gruß Pit

9

Samstag, 9. Oktober 2004, 20:30

RE: Antwort

Zitat

Original von Pit-2001

Entweder du drängst es in eine Lage, in der es beide Hände braucht und um zu überleben den Teddy fallen lassen wird (das ist die Methode der Verhaltenstherapeutischen Meinung). Das Problem ist damit relativ schnell erst mal gelöst. Aber welche Pein muss das Kind durchmachen, bevor es ihn fallen lässt, wo es doch soooooo dran hängt?
Die Frage ist, ob es danach nicht noch mehr Teddys braucht, weil es noch mehr Angst vor der Umwelt bekommt, der er sowieso wie sich selbst nicht traut. Gut vorerst ist er mal weg, wenn jetzt ein sehr guter Therapeut die Wunde, die man ihm durch das Verhaltenstraing beibrachte heilen kann, könnte es ja gut ausgehen.
Wenn du das willst, arbeite mit den Therapeuten zusammen.
Kalkuliere einige seelische Katastrophen ein, evtl. sogar die Trennung (von der ja auch keiner weiß, ob sie ihm gut bekommt oder der Heilung abträglich ist), aber hoffe, dass es evtl. gut geht.


Lieber Pit, bei Deinem Beispiel vergisst Du allerdings den Faktor, dass das "Kind" eigentlich weiss, dass der Teddy eigentlich schlecht für ihn und nicht notwendig ist, oder? Dementsprechend glaube ich nicht, dass es danach noch mehr Teddies zum Ausgleich braucht......

Pit-2001

unregistriert

10

Montag, 11. Oktober 2004, 01:45

RE: Antwort

Hi,
du weißt es, ja, dein innerer Erwachsener sagt es dir.
Aber dein inneres Kind, will den Teddy, ohne dass du es wahr nimmst.

Gruß Pit

aber abgesehen davon, Beispiel hinken manchmal

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