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Samstag, 9. Oktober 2004, 21:11

Agressive Zwangsgedanken

Hi, ich bin 33 und seit 5 Wochen in einer Psycho-Tagesklinik.
Ich hab gestern zum erstenmal genauer im Internet nachgeschaut, was Zwänge betrifft und meine Form ist wohl Zwangsimpulse und Zwangsgedanken. Ich lebe auch in der ständigen Angst jemanden zu verletzen, weil immer diese grausigen Bilder im Kopf auftauchen und besonders bei Leuten die ich sehr mag. Ich hab das jetzt seit 2 Jahren und angefangen hat bei mir alles mit der Angst, dass meinem Kind was zustoßen könnte. Ich habe immer diese Gewaltverbrechen an Kindern verfolgt und ich hatte dann immer Angst, meiner Tochter passiert so was. Und vor 2 Jahren kippte das ganze in seine jetzige Form, nämlich, dass ICH diese aggressiven Gedanken habe, auch gegenüber Kindern und das hat in mir so eine Panik ausgelöst...weil ich sowas total verabscheue und seit dem dreht sich mein Gedankengang, wie eine Spirale und dann kam die Angst, dass ich meinem Kind was antue. Auch wenn ich Messer und ähnliches in der Hand habe, habe ich das Gefühl,jemanden verletzen zu müssen und die Panik bereitet sich im Körper aus, weil ich Angst habe, es passiert wirklich mal.
Bis gestern dachte ich, ich wäre allein mit dem Problem, aber offensichtlich bin ich es nicht. Und vielleicht schreibt mir der eine oder andere, dem es ähnlich ergangen ist und wie er damit umgeht.

2

Samstag, 9. Oktober 2004, 21:32

RE: Agressive Zwangsgedanken

Liebe Lexine,

stimmt, Du bist absolut nicht allein mit Deiner Krankheit. Ich habe die gleichen Zwänge wie Du, aggressive Zwangsgedanken, die vor allem meinen Freund betreffen. Ich habe sie seit vielen Jahren und weiß auch erst seit ca. 2 Jahren dass es Zwänge sind. Vorher lebte ich ganz allein mit meiner Angst und dachte ich bin verrückt oder bösartig. Jetzt konnte ich endlich etwas gegen die Krankheit unternehmen und es geht mir mittlerweile viel besser.

Liebe Grüße

Janine

zwangsboy

unregistriert

3

Samstag, 9. Oktober 2004, 22:01

Z.b kannst mein Beitrag dort nachlesen: http://www.zwangserkrankungen.de/forum_n…readid=205&sid=

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »zwangsboy« (3. Dezember 2004, 18:36)


4

Sonntag, 10. Oktober 2004, 14:24

RE: Agressive Zwangsgedanken

Zitat

Original von janine
Liebe Lexine,

stimmt, Du bist absolut nicht allein mit Deiner Krankheit. Ich habe die gleichen Zwänge wie Du, aggressive Zwangsgedanken, die vor allem meinen Freund betreffen. Ich habe sie seit vielen Jahren und weiß auch erst seit ca. 2 Jahren dass es Zwänge sind. Vorher lebte ich ganz allein mit meiner Angst und dachte ich bin verrückt oder bösartig. Jetzt konnte ich endlich etwas gegen die Krankheit unternehmen und es geht mir mittlerweile viel besser.

Liebe Grüße

Janine


Das freut mich für Dich!!! :]
Und was hat Dir geholfen? Im Moment werde ich gegen Aggressionen therapiert, die ich auch habe, aber ich selbst empfinde, dass diese aggressiven Gedanken, völlig anders ablaufen, als wenn man wirklich wütend ist. Diese Gedanken kommen ja aus heiterem Himmel, ohne dass unbedingt vorher was vorgefallen war und dann dieser Zwang,auch ausführen zu müssen,was einem durch den Kopf geht, dabei sträubt sich mein ganzes Inneres dagegen und mir schießt es eiskalt durch den Körper. *Normale* Wut und Aggression empfinde ich dagegen anders...da ist vorher etwas vorgefallen und man reagiert einfach wütend. Dabei schießen mir aber nicht diese bösartigen Gedanken durch den Kopf. Das ist der Unterschied.
Da bei mir aber die endgültige Diagnose noch fehlt, werd ich meinen Therapeuten mal konkret auf diese Form des Zwanges aufmerksam machen.

Liebe Grüße Lexine

5

Sonntag, 10. Oktober 2004, 21:10

RE: Agressive Zwangsgedanken

Liebe Lexine

Also den größten Anteil an der Linderung meiner Zwangsgedanken hat ein SSRI (serotoninwiederaufnahmehemmer) namens Fluoxetin.

Seitdem ich von der Krankheit weiß habe ich nach und nach verschiedene Möglichkeiten ausprobiert, um sie zu lindern. Ich habe eine Verhaltenstherapie begonnen, die mir aber bisher noch nicht weitergeholfen hat, obwohl ich schon 35 Stunden hatte. Zeitgleich nahm ich ein anderes SSRI (Citalopram), da hatte ich kurzzeitig ein Gefühl der Besserung, dass aber leider nach wenigen Wochen nachließ und auch bei höherer Dosierung nicht zurückkam. Also setzte ich es ab und wollte es lieber ganz ohne Medikamente probieren, merkte aber nach einem halben Jahr, dass ich aus meinem Tief nicht so ohne weiteres allein heraus komme. Die schlimmsten Gedanken quälten mich jeden Tag viele Stunden lang, ich wusste nicht weiter und konnte nicht weiter. Also machte ich einen zweiten Versuch und machte mit dem Fluoxetin einen Glücksgriff. Schon ein paar Tage später bemerkte ich eine starke Besserung, die bis jetzt konstant hält.

Ab November werde ich außerdem noch eine Selbsthilfegruppe für Zwangskranke besuchen.

Bücher über die Krankheit haben mir auch gut weitergeholfen, um den Zwang, seine Entstehung und sein Mechanismus zu verstehen und somit auch die Gedanken besser einzuordnen. Gefallen hat mir zum Beispiel „Der Kobold im Kopf“ von Lee Baer, das einzige Buch das nur Zwangsgedanken (und nicht Z.handlungen) behandelt.

Übrigens ist es bei mir auch so, dass meine jetzige Wut nichts mit meinen Zwängen und andersherum zu tun hat. Es ist die Hilflosigkeit und aufgestaute Wut meiner Kindheit die bei mir zu dieser Krankheit führte.

Wie ist denn der Ablauf in einer Tagesklinik? Hast Du das Gefühl, dass man Dir dort helfen kann?

Alles Gute

Janine

6

Montag, 11. Oktober 2004, 16:42

RE: Agressive Zwangsgedanken

Also die Tagesklinik ist total ok! Ich gehe 7.30 hin und hab 15 Uhr Schluss. Schon allein der Kontakt zu anderen Menschen hilft mir sehr. Es geht mir im Moment wesentlich besser, als noch vor ein paar Wochen. Eigentlich kaum noch diese Zwangs-Impulse, eher diese ständigen Grübeleien darüber. Seit heut mach ich Bewegungsimprovisation mit, ausserdem konzentrative Entspannung, naja und eben die Einzelgespräche. Zur Zeit wird da mein komplettes Leben analysiert und da kam bei mir eben auch zum Vorschein, dass seit ich noch ganz klein war, viele Ängste,Wut und Aggressionen nicht richtig abgebaut wurden, sondern ich sie immer hinter geschluckt habe.
Als Medikament dagegen erhalte ich Zoloft 200mg am Tag, wobei ich seit dem starke Durchfall-Anfälle habe, mein Klinikarzt aber meint, die Tabletten würden es nicht sein!
Das Buch werd ich mir mal holen...vielleicht hilft es mir ein bischen, mich selbst zu verstehen.
Lass es Dir gut gehen!!!

Liebe Grüße
Lexine

7

Dienstag, 12. Oktober 2004, 10:57

Hi kleine, mein name ist xenia, und ich habe das selbe problem wie du!!
Ich habe auch diese schlimmen gedanken das ich einen den ich sehr lieb habe verletzten könnte.
aber mir hat ein ganz liebes mädel die hier drinnen auch schreibzt den guten tip gegeben, mir das buch kobold in meinem kopf zu besorgen!!
Und das werde ich nächsten nonat auch holen. wenn du magst, schreib mir doch einfach privat. godbless79@aol.com würde mich freuen. deine xenia,.

8

Mittwoch, 13. Oktober 2004, 20:41

Wissen Familienangehörige von Eurer Krankheit und wenn ja, wie haben sie reagiert?
Ich hab heut zum erstenmal meinem Cousin davon per Mail berichtet. Ich bin echt gespannt, wie er darauf reagiert. Leicht ist es mir nicht gefallen, aber wenn er positiv darauf reagiert, vielleicht hab ich dann eine Person mit der ich drüber reden kann. Denn das fand ich am allerschlimmsten...nicht reden können.
Habt ihr für Euch selbst entdecken können, warum Euch diese Zwänge plagen? Ich für mich denke, dass nicht nur Aggressionen dahinter stecken können, sondern mir ist bei mir aufgefallen, das es sehr viel mit Angst zu tun hat. Themen, die mich früher geängstigt haben, dort setzt bei mir dieser Zwangsimpuls ein. Ist es bei Euch ähnlich?

9

Donnerstag, 14. Oktober 2004, 09:10

Hallo Lexine

Obwohl ich die Krankheit schon seit dem ich 12 Jahre alt bin habe, mußte es auch erst richtig schlimm werden bis ich es meinem Freund vor zwei Jahren endlich erzählte. Er reagierte super und steht mir immer zur Seite. Auch meine Mutter und meine Schwester wissen mittlerweile bescheid, auch sie haben toll reagiert, so dass es jetzt auch kein großes Problem mehr für mich wäre, wenn es andere erfahren.

Die Ursache meiner Zwänge liegen bei mir auf jeden Fall in einer komplizierten Kindheit. Mein Vater ist ein aggressiver Pegeltrinker, der die gesamte Familie tyranisierte und meine Mutter war überängstlich und unselbstständig. Ich versuchte immer ihr braves Kind zu sein und möglichst wenig Ärger zu machen. Aber Angst, Hilflosigkeit und Ärger wollten irgendwann raus und da kamen diese Gedanken gerade recht...

Hat Dein Cousin schon geantwortet?

LG
Janine :)

10

Sonntag, 17. Oktober 2004, 18:06

Mein Cousin hat geantwortet und es war kein bischen negativ. Im Gegenteil, er hat versucht mir Mut zu machen und mir Tipps gegeben, wie ich versuchen kann, das Ganze los zu werden.
Aber ich werde es vorerst dabei belassen, dass er es weiß und werd keinen anderen damit belasten.

Das Buch gabs bei uns in nicht mehr...werds jetzt bei Amazon bestellen.

Liebe Grüße Lexine

johle1965

unregistriert

11

Sonntag, 17. Oktober 2004, 21:09

RE: Agressive Zwangsgedanken

Hallo Lexine,

hast du eher das Gefühl, dass deine Therapien bzw. der Kontakt zu anderen Menschen dir hilft, oder ist es vielleicht eher das Medikament?

Wenn du Probleme mit der Verträglichkeit hast, kann dir vielleicht Paroxetin helfen!? Man nimmt das in Dosen von 10 bis ca. 40 mg. Davon bekommt man normalerweise erst einmal tierisch Verstopfung. Das lässt aber nach einigen Wochen nach.

Vielleicht lassen deine Durchfall-Anfälle ja auch in einiger Zeit nach, auch wenn dein Arzt da keinen Zusammenhang sieht.

LG

Johle

12

Montag, 18. Oktober 2004, 11:48

Das ist doch schon mal richtig toll, dass Dein Cousin so reagiert hat und Dich unterstützt! :)) Verträgst Du das Medikament jetzt besser? LG Janine

13

Montag, 18. Oktober 2004, 16:45

Ja ich glaub schon...ist nicht mehr so dolle.
Hatte heute ne super Therapiestunde, weil wir so in etwa rausgefunden haben, wo der offensichtliche Knackpunkt bei mir war.
Es war richtig merkwürdig, weil viele Dinge angesprochen wurden, die ich auch selbst vermutet habe...aber ich hab den gemeinsamen Punkt immer nicht gesehen, sondern habe immer gedacht*Naja, daher könnte es sein oder daher* das die Probleme aber miteinander verknüpft sind...den Zusammenhang habe ich nicht erkannt. Und jetzt wo ichs weiß, kommt es mir so logisch vor.

@johle
Ich denke beides...denn auch schon vor der Therapie hab ich kaum Anfälle gehabt, wenn ich unter Leuten war. Und in der Klinik hab ich eigentlich gar keine Gedanken oder Impulse in diese Richtung, nur wenn ich allein bin kommt es manchmal hoch.
Oder wie letztes WE, da war ich bis frühs unterwegs und dann haben mich Tagsüber immer mal kleine Gedankengänge gequält, weil ich sehr müde war. Sie waren aber ohne angst, was ich aber doch auch die Tabletten schiebe.

Habt ihr eigentlich auch so ein paar Auslöser für euch entdecken können. Bei mir ist es Müdigkeit, Stress und auch wenn ich Alkohol getrunken habe, kommt meist am übernächsten Tag stärkere Anfälle.

Seid lieb gegrüßt
Lexine

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Lexine« (20. Oktober 2004, 18:15)


14

Montag, 18. Oktober 2004, 17:57

Hallo Alex, du hast gefragt, wegen der Auslöser, also bei mir ist es hauptsächlich Müdigkeit und Stress. Alkohol verstärkt das ganze meist nur noch. Ausserdem, wenn es extrem schlimm ist, reichen nur bestimmte Gegenstände, Namen oder Personen, solche Gedanken auszulösen.
Bevor ich Medikamente nahm war es bei mir so schlimm, dass meine Gedanken gar keinen Auslöser mehr brauchten. Sie waren ständig da, Tag und Nacht. Inzwischen habe ich sie unter Kontrolle, selbst wenn mal solche Auslöser auftauchen. Aber das habe ich nur mit Hilfe der Medis geschafft!

Ach und das Buch "Kobold im Kopf" habe ich auch gelesen, das ist wirklich sehr empfehlenswert!
Liebe Grüsse

johle1965

unregistriert

15

Montag, 18. Oktober 2004, 21:49

Hallo Lexi,

erst einmal herzlichen Glückwunsch, dass das mit deinem Cousin so gut geklappt hat! Ich denke, das waren zwei wichtige Schritte in einem: Du hast den Mut aufgebracht, dich zu offenbaren, und --- du bist auf keine negative Reaktion gestoßen.

Es ist sicher eine sehr kluge Entscheidung, das Ganze erst einmal "abhängen" und "gären" zu lassen. Dein Cousin kann seine Gedanken sammeln und du kannst v. a. prüfen, wieviel Intimes du jetzt preisgegeben hast. --- Vielleicht magst du ihm in ein paar Tagen/Wochen mehr von dir schreiben? --- Vielleicht findest du auch Interesse und Mut, es später noch jemandem so andeutungsweise mitzuteilen.

Also meine "erste Offenbarung" war eine Katastrophe: Ich hatte danach wochenlang die Angst, die betreffende Person möchte von nun an nichts mehr mit mir zu tun haben.

...Und es ist erst heute so (Jahre nach meiner Therapie), dass ich den Wunsch habe, manchen wichtigen Leuten etwas "Intimeres" über mich zu erzählen. Engste Freunde wissen etwas, und jetzt (---jetzt erst---) möchte ich mich an einige Geschäftskollegen "heranwagen".

--- Zu deiner Frage: Also ich denke, jedes Neuröschen sucht sich so seine Plätzchen und Situatiönchen, in denen es besonders gut gedeihen kann. Auch bei mir war es meistens, wenn ich alleine war und eine besondere "Stimmung" da war. Bei mir war es allerdings nicht Stress (=> Zwangsgedanken), sondern oft "Lust" oder Frust (=> Zwangshandlungen...).

Du schreibst u. A. auch von "Zwangs-Impulsen". Hast du denn auch manchmal Impulse und Gedanken, die gegen dich selbst gerichtet sind?

LG

Johle

16

Mittwoch, 20. Oktober 2004, 18:14

@Johle
Impulse gegen mich hatte ich zwar weniger, aber auch die gabs 2-3 mal. Da hatte ich den Impuls das Lenkrad rumreißen zu müssen um mich an den Baum zu fahren. Aber das wars dann auch schon.

Ansonsten wird demnächst mein Freund zu einer Therapiestunde eingeladen und bekommt dann von meinem Therapeuten in meiner Anwesenheit gesagt, was mit mir los ist, weil leider ein böses Erlebnis aus der Vergangenheit, inzwischen mit ihm sozusagen verschmolzen ist, obwohl er damals noch gar nicht in meinem Leben existent war. Aber die Psyche geht eben manchmal seltsame Wege.

@Joelle
Also grad das letzte Jahr brauchte es bei mir auch keine Auslöser mehr, da waren die Gedanken ständig präsent. Aber ich habe eben auch gemerkt, dass besonders nach Alkohol 1-2 Tage später besonders heftige Anfälle kamen. Aber ansonsten ists bei mir auch so, dass manchmal nur ein Wort oder irgend ne Szene im Fernsehen das auslöst.

Übrigens den Kobold hab ich mir bei Amazon bestellt...warte schon ganz ungeduldig!

Lassts Euch gut gehen!
LG Lexine

johle1965

unregistriert

17

Mittwoch, 20. Oktober 2004, 20:10

Zitat

Impulse gegen mich hatte ich zwar weniger, aber auch die gabs 2-3 mal. Da hatte ich den Impuls das Lenkrad rumreißen zu müssen um mich an den Baum zu fahren. Aber das wars dann auch schon.


Hallo Lexi,

also wenn du dem Impuls gefolgt wärest, dann wäre es das wirklich "schon" gewesen.

Um diese Stunde bei deinem Therapeuten beneide ich dich nicht. Für dich wird das sicherlich sehr hart werden und dich wahrscheinlich mehr belasten, als die anderen beiden.

Nur so mal als Vorschlag: Könntest du dir auch vorstellen, dass du "es" in Gegenwart deines Therapeuten deinem Freund selbst sagst, und der Therapeut "moderiert" nur und achtet nur darauf, dass nix "entgleist"!?

Auf jeden Fall wünche ich dir dabei alles Gute!

LG

Johle

18

Samstag, 23. Oktober 2004, 23:16

Oh Gott, keine Ahnung, ob ich mich das trauen würde. Wäre vielleicht gar nicht mal schlecht, vielleicht frag ich meinen Therapeuten mal. Aber bammel hab ich schon ganz schön, muss ja auch damit rechnen verlassen zu werden, weil mein Freund ja eh so sensibl auf Krankheiten, Blut usw. reagiert. Und ich denke auch mal, in diesem Fall ists auch nicht damit abgetan, wenn man sagt*naja, wenn er mich verlässt, dann war er nicht der Richtige*. Das Thema ist ja schon sehr brisant, also ich wüßte nicht, wie ich reagiere, wenn mir einer meiner Freunde sowas sagen würde.
Aber ich denke, er wird es verkraften. Er wird sehr daran zu knabbern haben, aber ich denke auch, er wird mal in sich gehen und überlegen, dass er auch ein bischen Mitverantwortung hat, dass es mir so schlecht geht.

Hab nun auch das Kobold Buch gelesen. Fand es super toll, allerdings musste ich aufpassen, dass ich mir die Ängste die dort von Patienten beschrieben worden, nicht zu meinen eigenen mache.

Liebe Grüße und alles Gute
Lexine

johle1965

unregistriert

19

Sonntag, 24. Oktober 2004, 18:09

Hallo liebe Lexi,

ich möchte dich noch ein wenig weiter ermuntern, "die Sache" selbst in die Hand zu nehmen!

Stellen wir uns also vor, ihr beide (dein Freund und du) kommen aus besagter Therapie-Sitzung. --- Du wirst dich sicherlich Scheiße fühlen, egal, ob du etwas gesagt hast oder dein Therapeut: Du hast Intimes von dir deinem Freund gegenüber preisgegeben und wirst bestimmt darüber grübeln, ob er dich verlässt oder nicht.

Die Frage ist: brauchst du einen "Ersatz-Papa" oder einen "Ersatz-großen-Bruder", der für dich spricht, oder traust du es dir zu (unter Mithilfe deines Therapeuten), die Sache selbst in die Hand zu nehmen?

Was wirst du mit nach Hause nehmen? Im einen Fall hat dein "Ersatz-Papa" für dich gesprochen, und deinem Freund einige Wahrheiten um die Ohren geklatscht. Im anderen Fall hast du selbst etwas von dir preisgegeben und du hast selbst entschieden, wie viel du von dir preis gegeben hast.

Wenn dein Therapeut klug ist, wird er dich "anschubsen", wenn du zu lahmarschig bist, und bremsen, wenn du plapperst, wie ein Wasserfall.

Aber du kannst selber steuern, wie viel du tatsächlich auf einmal preis geben möchtest. Verrate nicht zu viel auf einmal! Nimm deinen Freund lieber ein zweites oder drittes Mal mit zur Therapie-Sitzung! Klatsche ihm nicht alles auf einmal wie einen nassen Putzlappen um die Ohren!

Egal wie, dein Freund wird vielleicht knabbern, aber einen geliebten Menschen verlässt man nicht so leicht! (Auch wenn man selbst Probleme mit Blut und Krankheiten hat.) --- Mit deinem Cousin hast du ja auch gute Erfahrung gemacht!

Ich drück’ dir jedenfalls die Daumen!

LG

Johle

20

Sonntag, 24. Oktober 2004, 20:09

Liebe Lexine

Ich denke auch, dass Du Deinen Partner besser selbst einweihst, das wird er sicher zu schätzen wissen und der Therapeut kann ihn anschließend mit "Fachwissen" versorgen und ihm mögliche Angst und Unsicherheit nehmen. Ich habe es meinem Freund auch erst erzählt nachdem wir schon sechs Jahre zusammen waren und er hat wunderbar reagiert und sieht die Zwänge als genau das was sie auch sind, eine Angsterkrankung von der keinerlei Gefahr aus geht!

Viel Mut und Kraft!!!
Janine :)

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