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chaos_

Anfänger

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Beiträge: 26

Zwangssymptome: Wasch- Gedanken- Kontrollzwänge

Medikament / Dosis: 60 mgFluoxetin

Aktueller Therapie-Status: war schon mal in Therapie

Status: Betroffene/r

Wohnort: Nähe Aschaffenburg

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1

Freitag, 28. September 2007, 13:04

Diese ständige Unsicherheit..

Zuerst mal ein Hallo an alle..

..wie die Überschrift schon sagt, lebe ich in einer permanenten Unsicherheit. Ich versuche es in ein paar Sätzen zu verpacken, denn ansonsten müsste ich ca 30 Jahre zurückgehen, denn so lange habe ich schon Zwänge.
Ich bin mir bei allem unsicher was ich tu, sage, schreibe, lese usw ich habe zB höllische Angst vor öffentlichen Abfalleimern, fremden Menschen, Dingen die auf der Strasse rumliegen etc..wenn ich dann rausgehe was nur noch ganz selten vorkommt, aber zb zum einkaufen denn das muss ich nunmal ab und zu, fängt der Spießroutenlauf an. Wenn ich dann nen Abfalleimer NUR sehe und dran vorbei MUSS um in den Supermarkt reinzugehen zB, bin ich mir schon wieder so unsicher ob ich ihn nur gesehen habe oder dran/reingefasst habe(was ich ja niemals machen würde, aber der Zwang sagt mir das..kennen ja sicher einige hier auch so)
Wenn dann Menschen um mich rum sind, die einem ja nicht alle gefallen im Sinne von..in meinen Augen krank sein könnten..frage ich mich dauernd, hast du den jetzt berührt??? HORROR Ich würde das ja natürlich merken wenn es so wäre, denn ich bin dermassen konzentriert wenn ich rausgehe dass mir so gut wie garnichts entgehen könnte, aber diese Unsicherheit wieder.
Ja oder ich sehe irgendwelches Zeugs auf der Strasse rumliegen und ab und zu läuft man ja "zwangsweise" an etwas vorbei oder drüber..da kommt dann auch dieser Impuls..hast Du das angefasst jetzt oder sogar aufgehoben?
So könnte ich es endlos weiterführen, aber ich glaube es klingt so schon verwirrend genug..ich hoffe trotzdem hier Menschen zu finden, die dies auch oder so ähnlich kennen und ich mich austauschen könnte.
Gruß chaos

2

Freitag, 28. September 2007, 14:28

ehrlich gesagt ist das kein bißchen verwirrend, denn ich kenne das nur zu gut. ich bin auch dermaßen konzentriert auf das, was da kommen mag, wenn ich auf der straße bin. das ist wirklich kein spaß, denn es passiert so oder so irgendetwas, was in mir angst und unsicherheit auslöst. da kann ich fünf meter von einem abfalleimer entfernt sein und doch denke ich, ich könnte ihn berührt haben. der gedanke verfestigt sich dann so dermaßen, es ist grausam.

JlovesW

unregistriert

3

Samstag, 29. September 2007, 13:16

RE: Diese ständige Unsicherheit..

Hallöchen noch mal...

mhhh ich verstehe dich!
Ich habe zwar nicht diese Zwänge, aber genügend andere!
Es ist so ätzend!
Man konzentriert sich schon so gut es geht, und dennoch ist man sich unsicher...war es richtig oder habe ich es doch nicht getan oder aber man fragt sich habe ich es wirklich nicht getan?
Es ist bei mir bei so vielen Dingen so!
Wie etwa dem Händewaschen.
An schlechten Tagen frage ich mich immer wieder. iSt noch Seife an den Händen oder hast du sie gründlich gespült. Obwohl ich sie nun wirklich gründlich spüle. Ich zähle dabei, ahbe einen bestimmten Ablauf wann ich welche Bewegung mache und spüle sie wirklich lange, aber ich frage mich dennoch. War es richtig?
Meine Hände schau ich nicht mal an, aus Angst ich könne Seife sehen. Ich habe auch schon gedacht welche zu sehen, obwohl da keine war. Mein Kopf hat mir gesagt, da muss welche sein.

So ist es bei so vielen Dingen!!!
Ich fühle mich dreckig, wenn ich etwas berühre, was eine bestimmte Person in mienem Umkreis, meiner Familie es zuvor berührt hat. Der Horror! Ich bin froh, dass sie nur 1 Mal bei mir war.
Da musste ich meine ganze Wohnung säubern. Türrahmen...Alles!

Und du gehst kaum auf die Straße um dem zu entkommen?
Ja, man versucht dem zu entgehen indem man einfach Dinge nicht tut, die einem die Unsicherheit erst geben. Ich mag auch keine anderen Menschen in meiner Wohnung haben. Mache es nur selten.

Aber es ist nicht gut, wenn du immer mehr zu hause bleibst!
Wenn ich dir nur herlfen könnte!!!!!!!!!!!!

Aber Worte helfen da leider auch nicht...

Versuch es dernnoch... und sei stark

4

Samstag, 29. September 2007, 16:06

mit dem händewaschen hatte ich vor jahren auch so meine probleme. manchmal blitzt es noch durch und dann stelle ich mir, genau wie du, jlovesw, vor, da sei noch seife an meinen händen. dann rieche und fühle und nur schwer kann ich mich von dem gedanken lösen. manchmal führt er mich da einfach doch nochmal zum waschbecken.

wie gesagt, das habe ich nur noch äußerst selten aber im kern ist es dasselbe. die große frage ist nur, wie bekommt man diese gedanken in den griff?

5

Sonntag, 30. September 2007, 12:46

Leute, es liegt ja nicht daran, dass irgendwo auf der Straße ein Mühleimer steht oder etwas liegt. Sondern euer Hirn/Zwang erwartet eine Stresssituation und muss sie bekommen. Selbst wenn nichts auf der Straße war, wird sich das Hirn zur Not ausdenken, es wäre doch was da und man hat es einfach übersehen. Stimmt es, oder?

Je konzentrierter man ist, um so schlimmer macht man das ganze: denn man wird umso empfindlicher und befindet sich ständig unter Stress. Bei Zwängen ist eher Ablenkung angesagt. Aber zu lernen abzulenken und unkonzetriert/locker Sachen anzugehen ist nicht einfach.

Tipp: man hat ja seine Aufs und Abs. Versucht mal während eines Aufs, wenn ihr glaubt ihr müsst jetzt den Zwang nicht unbedingt ausführen, ihn tatsächlich umzugehen und nicht aus Angewohnheit auszuführen.

chaos_

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6

Sonntag, 30. September 2007, 12:55

Hallo pppi,

das ist natürlich alles ganz richtig was Du schreibst, das steht außer Frage. Natürlich sind nicht die Dinge das Problem, sondern die Gedanken die dadurch entstehen.
Wie kann man sich in dem Moment wo diese entstehen, ablenken? Wären wir dann nicht gesund, wenn wir(ich)das könnten? Vielleicht verstehe ich Deine Aussage auch nicht ganz richtig, ich weiss es nicht.

Gruß chaos

Sandrina

unregistriert

7

Sonntag, 30. September 2007, 13:08

Hallo,
ich fand deinen Beitrag auch absolut nicht verwirrend, ich habe genau verstanden was du meinst.... Mir geht es genau so und noch schlimmer und vorallem anstrengender finde ich es wenn man 2 Kinder dabei hat.... Da muss ich mich auch noch auf sie konzentrieren.... Selbst wenn mein 3 Jähriger noch 2 Meter entfernt ist von etwas, denke ich vielleicht warst du grad ne Sekunde nicht aufmerksam und genau da könnte er es berührt haben....
Es ist einfach schrecklich und ich wünsche dir und auch mir (bei mir aber vorallem meinen Kindern) dass wir das irgendwann in den griff bekommen und mit Spaß wieder raus können... *kiss*

chaos_

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8

Sonntag, 30. September 2007, 13:38

Hallo Sandrina...

..dass Du nicht bekloppt bist weisst Du ja und es wird ironisch gemeint sein ;) ich bezeichne mich auch manchmal so.
Ich muss gestehen, wenn ich Kinder mit hätte und da auch noch darauf achten "müsste", wäre ich völlig überfordert. Wie Du beschreibst, man ist nur für einen kurzen Moment abgelenkt und schon kommen die Zweifel.
Mir wurde schon angeboten, z.B.,dass man mir meine Einkäufe mitbringt..aber das kanns ja nicht sein!! Ich bin sowieso schon so isoliert von der Aussenwelt und gehe kaum noch aus meiner Wohnung, nur wenns denn eben sein muss. Es wäre wohl das falscheste was ich tun könnte, mich völlig hier einzuigeln-das ist mir auch bewusst-allerdings wenn ich mal wieder einkaufen war und "Katastrophen" passiert sind, wünschte ich mir manchmal schon ich wäre nicht rausgegangen.
Ich weiss aber auch dass es völlig falsch und ein Schritt nach hinten wäre.
Ich kann nicht zwischen Realität und Einbildung unterscheiden..wobei ich weiss dass ich nie etwas machen würde von den Dingen, die mir solche Angst bereiten..aber der Impuls, dass ich es doch getan habe kommt dann in mein Hirn geschossen..wenns anders wäre, wäre/n ich(wir) auch nicht krank.

Ich habe auch noch die Hoffnung, es wird wieder besser und wir können ein lebenswertes Leben leben.

Grüße chaos

9

Sonntag, 30. September 2007, 16:25

"Ich kann nicht zwischen Realität und Einbildung unterscheiden.."
Das ist dann schon Psychose. Bei Zwängen weiss man genau, was Realität ist und was nicht.

Natürlich ist es nicht einfach zu lernen abzulenken. Und so we du es beschreibst, sind die Zwänge bei dir recht schlimm. Wenn du wenig aus der Wohnung gehst und in der Wohnung auch ständig mit Zwängen beschäftigt bist, fällt es sicherlich schwer abzulenken. Vielleicht solltest du in eine stationäre Behandlung gehen.

Ablenken kann man vielerlei: Ausgehen, Horror- DVD anschauen, Bekannte besuchen.

Konkrett in dem Augenblick, wenn du auf der Straße bist und dir irgend so ein Zwangsgedanke in den Kopf schießt, kannst du natürlich erst mal nichts machen. Du hast erst mal eine Verschmutzung an dir "registriert", versuch aber sie in dem Augenblick nicht gleich zu verinnerlichen, sondern sag zu sich: vielleicht ist es schmutzig, aber vielleicht auch nicht. Damit schließt du einerseits nicht aus, dass die Verschmutzung vorliegt, aber lässt auch die (übrigens logische) Möglichkeit zu, dass die Verschmutzung doch nicht existiert. Ein guter Kompromiss. So kannst du es in dem Augenblick auf der Straße abhacken. Und dann schnellstens ablenken, wie oben gesagt. Und nach ein paar Tagen wirst du sehen, dass sich die Aufregung über den Schmutzvorfall legt und du mit der zweiten Lösung (Schmutz an dir existiert nicht) gut leben kannst. Natürlich ist das alles nicht einfach. In der Klinik unter Leuten kann Ablenkung besser geübt werden.

Ein falscher Ansatz allerdings ist: "wobei ich weiss dass ich nie etwas machen würde von den Dingen, die mir solche Angst bereiten". Du weisst ja logisch, dass die Berührung eins Mühleimers ungefährlich ist. Du kannst es nur vom Gefühl her nicht. Aber gerade das soll man ja therapieren, sich der Angst stellen. Und wenn du allein nicht in der Lage bist, zur Probe mal öffentliche Mühleimer anzufassen, wäre die Klinik vielleicht hilfreich.

Gewisse Objekte für immer zu vermeiden und sich darauf einzustellen ist meiner Meinung nach falsch. Denn überleg mal: selbst wenn dein Hirn richtig funktionieren würde und du genau wissen würdest, dass du auf der Straße nichts angefasst hast, so müsstest du doch trotzdem immer aufpassen, dass du nichts anfasst. Und das ist auch schon Stress genug.