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alex3029

unregistriert

1

Montag, 3. Dezember 2007, 14:30

abartige Zwangsgedanken

Ich bin Vater von zwei süßen Kindern,die ich überalles liebe.
Leider haben in meinen Leben schon immer Zwangsgedanken eine schwerwiegende Rolle gespielt.Zum einen machte ich mir Sorgen über meine eigene Gesundheit,zum anderen wechselt dies jetzt mit der Sorge um meine Kinder.
Ich litt schon immer unter den Zwangsgedanken,mich mit HIV zu infizieren.
Obwohl ich z.B. nicht schwul bin,bildete ich mir ein ungeschützten Sex mit Männern zu haben oder mit Prostituierten; eben die Personen, die ein höheres Risiko beinhalten.
Seit neusten habe ich die schlimmsten Zwangsgedanken in bezug auf umherliegendes Spritzbesteck.
Zuerst hatte ich nur Grübelzwänge,das ich überlegte,ob meine Kinder nicht irgendwelche Nadeln oder Komplettspritzen aufgehoben haben und sich damit gestochen haben.
Mittlerweile habe ich Zwangsgedanken,daß ich absichtlich Komplettspritzen und oder Kanülen aufhebe und meine Kinder damit infiziere.
Gleichzeitig mit diesen Zwangsgedanken verbunden sind gedankliche Argumente,warum ich dies tun würde z.B. weil die Kinder z.B. unartig waren etc..
Ich weiß auch nicht,warum ich solche mich zerfressenden Gedanken habe.
Meine Kinder sind das allerwichtigste und ich würde ihnen niemals etwas antun.
Mittlerweile stellt dies auch eine zunehmende Belastung für meine Beziehung dar, da ich ständig,wenn einer meiner Kinder z.B. "Aua " sagt,meine Partnerin frage,warum er Schmerzen hat....
Ich bilde mir dann in dieser Situation ein,daß ich ihn mit einer vorher irgendwo aufgehobenen Komplettspritze gestochen habe und ihn mit HIV infiziert habe.
Wenn ich dann noch eine kleine Wunde bei ihnen entdecke,die Kinder nunmal des öfteren ganz normal haben,bin ich total fertig.
Mittlerweile geht das soweit,daß ich schon meinen Kindern quasi räumlich aus dem Wege gehen will,nur damit ich nicht solche Gedanken habe und mir sicher bin,ihnen nichts getan zu haben.
Ich weiß nicht was ich tun soll, diese Gedanken machen ich fertig.
Ich würde doch niemals meinen Kindern sowas antun.
Wen geht es ebenso?

Eisblume

unregistriert

2

Montag, 3. Dezember 2007, 15:05

Hallo, Alex, ich glaub, ich versteh, wie du dich fühlst... :(

Ich kenn das Gefühl, Angst zu haben, jemandem, den man sehr liebt, wehzutun, leider auch sehr gut, wenn auch in einer andren Weise. Damit bist du nicht allein.
Ich weiß leider auch nicht, was dagegen helfen könnte, ich weiß nur, dass es irgendwann immer wieder vorbei ging... :krank:
Aber vielleicht hilft es dir schon ein bisschen, zu wissen, dass du nicht allein bist und vielleicht hast du Freunde, denen du dich anvertrauen kannst, denn manchmal hilft es schon, wenn man jemanden hat, mit dem man darüber sprechen kann...

Ich wünsch dir auf jeden Fall alles, alles Gute!

3

Montag, 3. Dezember 2007, 15:16

Lieber Alex,

hallo erstmal hier in unserem Forum! :]

Ich selbst bin eine junge mutter. Ich habe einen Sohn, der drei Jahre alt ist. auch ich liebe meinen Sohn überalles! Er ist mein ganzes Leben!
Hin und wieder leide ich auch an solchen Zwangsgedanken, die mein kind betreffen.
Oft hatte ich Gedanken und Bilder im Kopf, das meinem Kind etwas zustoßen könnte oder das irgendwer ihn töten könnte. Diese Gedanken machten mir sehr Angst, doch umso mehr ich dagegen ankämpfte umso schlimmer wurden diese Gedanken.
In letzter Zeit habe ich schlimme Zwangsgedanken. Ich habe Gedanken meinem eigenen kind was antun. Dann tauchen schreckliche Bilder in meinem Kopf auf wie ich meinem sohn was antun könnte. Es ist ganz schlimm, ich fühle mich dabei ganz mies und frage mich wie ich sowas denken kann und warum??
Ich würde meinem kind niemals etwas antun!! Im Gegenteil, ich bin eigentlich eine sehr fürsorgliche und oft vorsichtige Mutter.
Wenn ich eltern sehe, die ihre Kinder auf die Hände hauen oder eine Ohrfeige geben, wenn das Kind nicht hören will, schon bei sowas könnte ich ausrasten, wenn ich sowas sehe.

Deshalb ist es für mich ganz schlimme solche Gedanken zu haben, das ich meinem Kind was antun könnte.
Ich fühle mich jedesmal als schlechte mutter, wenn solche Zwangsgedanken dann auftauchen.Doch diese Gedanken tauchen immer wieder auf, ich bin sozusagen machtlos dagegen.

Ich glaube da versucht der Zwang an eine stelle zu treffen, an eine Stelle, die uns sehr wichtig ist und die wir sehr lieben.

Und es ist fies das der Zwang gerade an so einer stelle zuschlagen muss!! Das ist so ungerecht!!
Ich kann also sehr gut nachempfinden wie du dich fühlen musst, weil es mir selbst manchmal so geht......

LG Nina, die zur zeit verrückt wird von solchen Zwangsgedanken!

4

Montag, 3. Dezember 2007, 15:19

RE: abartige Zwangsgedanken

Hallo Alex,

es ist eine schwierige und beklemmende Situation für dich. Du bist dir deiner nicht mehr sicher, vertraust deinen eigenen Wahrnehmungen nicht mehr, sämtliche Missgeschicke beziehst du auf dich, versuchst den Zusammenhang in deinem Verhalten bzw. Nichtverhalten zu suchen, also mit dir.

Du schreibst ja, dass du schon seit Jahren unter Zwängen leidest, die mit Ansteckung und Verletzungen zu tun haben, bei denen du schuld bist und unbewusst bzw. bewusst glaubst, das zum Teil selbst zu wollen, andere zu verletzen bzw. dich selbst anzustecken.

Rational kannst du einordnen, dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat,dass du ja NICHT verletzen willst. Du läufst aber verwirrt umher, auf der Suche nach dem Warum, nach dem Aufhören, nach der Befreiung.

Es geht jetzt soweit, dass für dich die einzige Lösung im Ausweichen deiner Kinder besteht, weil du damit die Gefahr bannen willst, die durch dich möglicherweise ausgelöst wird. Die Fragerei bei deiner Partnerin, was passiert ist, wenn sich eins deiner Kinder verletzt hat, hat es womöglich mit dir zu tun....

Diese Gedanken treiben dich, leiten dich, machen dich unfähig, lähmen dich... dass du somit das gefühl für dich selbst verlierst und den Kontak zu deinen Kindern, weil die Angst vor deiner Schuld größer ist, als die Sehnsucht nach der Nähe zu deinen Kindern.

Du fühlst dich VERANTWORTLICH, damit SCHULDIG.... du MISSTRAUST deinen eigenen Wahrnehmungen und Gedanken... wann hat das angefangen, ich vermute schon sehr früh?

Das Gefühl für dich, für dich als Person, die übermächtige Angst, die sich im Gedanken- und Handlungszwang entlädt, sind Symptome deiner Seele, einem Ungleichgewicht, die nur mit dir zu tun haben. Alles, was du in der Gegenwart erlebst, sind auslösende Momente für deine Ängste und damit Zwänge. Wie hat sich das früher mit deinen Zwängen verhalten? Wie hast du dich als Kind gefühlt, vor allem, wie wurdest du durch deine Eltern reflektiert bzw. wie hast du deine Eltern wahrgenommen?

Der Zwang ist übermächtig, so dass er nicht nur auf einen selbst projeziert wird (da er aus einem selbst kommt, ein Symptom ist), sondern auch auf alles um einen herum, er wird zum Mittel der Wahl, um auszuhalten, paradoxerweise, um Schuldgefühle auszuhalten bzw. zu vermeiden, die aber dadurch nicht vermieden werden, zu kurzfristig abgelenkt. Was aber fördern diese Schuldgefühle, was läßt dich so verantwortlich fühlen....

In erster Linie ist es wichtig, hinzusehen, auf dich, auf das, was hinter der Angst steht. Hast du dich selbst den eigenen Fragen schon einmal gestellt, versucht Zusammenhänge zu finden? Inwieweit wissen deine Frau und Kinder Bescheid? Hast du dich überhaupt jemanden mal anvertraut, auch früher und konntest du auch dich so öffnen, ohne Angst zu haben missachtet zu werden?

Auf jeden Fall werden hier in diesem Forum Menschen sein, die dich annehmen, weil sie nachempfinden können, wie es dir geht.... und manch einer kann dir auch einen neuen Impuls geben...

Ganz liebe Grüße

Anna

Pit-2001

unregistriert

5

Montag, 3. Dezember 2007, 23:37

RE: abartige Zwangsgedanken

Hi Alex, wenn ich Kinder hätte könnte es gut sein, dass ich ähnliche Ängste entwickeln würde. Ich kann dich also sehr gut verstehen.

Die innerseelischen Problematiken sind quasi wie ein Flieger, der dringend einen Landeplatz sucht, an Stellen, wo er wirklich landen kann (sprich Angst machen kann). Vielleicht siehst du es mal so. Manchmal hilft das ein wenig, Abstand zu bekommen.

Schönen Gruß.

Pit

6

Dienstag, 25. Dezember 2007, 20:05

abartige Zwangsgedanken

Hallo,
ich melde mich zum ersten Mal. Wenn ich diese Beiträge lese, muss ich auch was dazu schreiben, weil ich es genau so empfunden habe: ich habe eine kleine Tochter, die 4. ist. Auch sie ist für mich das wichtigste in meinem Leben und ich liebe sie über alles. Aber wenn ich unter Stress leide ; dann bin ich gefährdert eine Krise von gewaltige abartige Gedankenzwang zu machen, wie es mir neulich passiert ist.
zuerst als ich Messer gesehen habe, habe ich eine Zusammenfassung von Messerstiche Bilder im Gedanken gehabt; ohne es steuern zu können: dann im Stress Situation in Bezug auf meine Tochter. Ich bin auch im Panik geraten, dass ich überhaupt solche Gedanken haben konnte. Bei mir das einzige was hilft sind die Zelldox Tabletten, die meinem Artz mich verschrieben hat.

Man muss versuchen, Zeit für sich zu behalten, um eine möglichst gesunde Psychisches Leben zu haben.
Es hat mir aufjeden Fall gut getan das hier zu lesen.
alles gute und herzliche Grüsse von TOC