Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Zwangserkrankungen.de. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Montag, 11. Februar 2008, 19:31

zwanghafte Persönlichkeit - Zwänge

Meine lieben Leidensgenossen!

Heute hatte ich ein Gespräch mit meiner Mutter und meiner Ärztin.
Das war schon wieder sehr nervig für mich. wir haben über meine Erkrankung geredet und über all das.
Meine Ärztin sagte mir das ich keine typische Zwangserkrankung habe sondern zwei Persönlichkeitsstörungen.
Einmal die instabile Persönlichkeitsstörung-Borderline
und eine zwanghafte Persönlichkeitsstörung

Die Zwänge sind syntome meiner Persönlichkeitsstörung.

Nun frage ich ich mich was denn nun? Ich habe doch zwänge und zwar massive zwänge in meiner wohnung und mit meinen Haaren.Mal mehr und mal weniger.

Die Ärztin meinte das ich eine zwanghafte Persönlichkeit zusätzlich habe, weil ich diesen Ordnungs-Putzzwang nur in meiner wohnung, also nur in meinem Bereich habe und woanders eben nicht.
Draussen geht es mir deutlich besser zwangsmäßig.
Und weil ich keine konkrete Angst vor etwas habe oder eine Befürchtung sondern weil ich Chaos im Kopf habe, wenn nicht alles sauber ist. Und wenn ich alles sauber mache in meiner Wohnung, dann ist in meinem Kopf auch Ordnung.



Die Zwangserkrankung wird von der zwanghaften Persönlichkeitsstörung abgrenzt. Die zwanghafte Persönlichkeitsstörung wird oft mit der eigentlichen Zwangsstörung verwechselt, weil die beiden Erkrankungen sich oft sehr ähneln. nWie warum und wo da die Abgrenzung ist kann ich auch nicht so genau sagen.



Im endefekt ist bei mir Zwang gleich Zwang. Wenn man etwas tun muss obwohl man es nicht will, aber sich doch dagegen nicht wehren kann, dann ist es für mich ein Zwang.

Ich wurde in dem Ärztegespräch sehr wütend, denn meine Ärztin meinte das es für mich wichtig ist eine Perspektive zu haben beruflich. Und das ich die zwänge nur weg bekomme wenn ich es wirklich will und was anderes mir wichtiger ist. Da wurde ich echt sauer, denn ich mache das alles doch nicht zum spaß! Sondern weil der zwang mich dazu zwingt.
da hab ich mich mal wieder echt nicht verstanden gefühlt.

Und dann meinte meine Ärztin noch das ich besser eine psychologische Gesprächstherapie machen sllte und keine tiefenpsychologische Therapie, weil es gerade für Patienten, die sich selbst verletzen keine so gute Therapieform ist, da solche Reisen in die Vergangenheit oft viel schlimmer erlebt werden können und man nochmal zum zweitenmal verletzt werden kann und weil die Störung oft durch so eine tiefenpsychologische Therapie verstärkt werden kann.
Nun bin ich verwirrt und weiss nicht welche Therapierichtung ich machen sollte.


Freitag ging es mir ja nicht besonders gut. Ziemlich besichissen sozusagen. Ich habe dann noch ein Beruhigungsmittel bekommen.
Danach ging es etwas besser.


Am Montag, also in einer Woche werde ich hier entlassen.
Dann war ich fast sieben Wochen hier.
Den Rest muss ich ambulant draussen weiter bearbeiten.

Zum enspannen und stabiler werden ist die Klinik hier ganz ok.
Naja, aber ich werde nächste woche dann einen auskünftigen Bericht schreiben über den Klinikaufenthalt.


lg eure Nina

lämmli

unregistriert

2

Montag, 11. Februar 2008, 20:02

Ach Ninchen lass Dich einfach mal :lieb: :lieb:

Ich kann gut verstehen, dass Du nun gar nicht mehr weißt was nun richtig ist für Dich. Du bist da ja jetzt auch sehr verunsichert worden durch die Ärztin.

Ich habe das mal ähnlich erlebt, allerdings mit einer ambulanten Ärtzin, die hat auch gemeint, dass ich eigentlich keine Zwangsstörung sondern irgendwas anderes hätte.

Fakt ist aber, ich habe die Zwänge und das bildet man sich ja nicht ein... Ich denke man kann tatsächlich mehrere Störungen haben. Bei mir ist inzwischen klar, dass sich die Zwänge aus dem ADS entwickelt haben, aber trotzdem bleibt auch diese Diagnose stehen und verschwindet nicht einfach.

Ich denke Du solltest das tun, was Dir wirklich am Herzen liegt. Klar ist eine tiefenpsychologische Therapie eventuell hart, aber wenn Du glaubst, dass es für Dich richtig ist, würde ich das auch machen... Du bist ja in Therapie und ein guter Therapeut weiß bestimmt wie weit das sinnvoll ist und wird die Grenzen setzen und Dich nicht überfordern...

*kiss*

Alles Gute Dir...

das lämmli

renelovesvany

unregistriert

3

Montag, 11. Februar 2008, 21:37

ich wünsche dir auch alles gute und weiterhin viel erfolg bei der suche nach einer geeigneten lösung für die zukunft.


aber ich glaube, ninchen - am meisten erreicht man bei dir, wenn du sauer bist ;-)

mit der wut in dir arbeitest und sie in energie umwandeln.. das hilft!


weisst du warum? ich merke dann immer, dass du dir gerade dann versuchst, gedanken um eine problematik zu machen.

ich drücke dir ganz doll die daumen, dass du die motivation findest, erfolgreich in die zukunft zu schauen!


ps: danke für die lieben purzeltagsgrüße


grüße


rene

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »renelovesvany« (11. Februar 2008, 21:40)


Pit-2001

unregistriert

4

Montag, 11. Februar 2008, 22:54

RE: zwanghafte Persönlichkeit - Zwänge

Hallo liebe Nina, :lieb:

Danke für den öffentlichen Bericht. Ich freu mich darüber, so ein bisschen über dich und die Problematik zu erfahren.

Die Ärztin weiß genau, dass man deine Zwänge nicht durch Befehle weg bekommt.
Sie ist schlau. Sie ist aber auch hilflos oder erscheint für dich hilflos, weil sie als einzige Alternative den Rat hat, dich so in ein Ziel zu verstricken, dass die Zwänge dabei von alleine weggehen.

Dieser Rat klingt wirklich dooooof, aber er ist sozusagen eine Überschrift für ein riesiges Gebiet der Gefühlswelten in dir, was man nicht mit einem Schlüssel aufsperren kann, sondern in das man nur mit Geduld und Zeit eindringen kann.
Ein guter Therapeuth kann/muss aber nicht, dabei eine Hilfe sein.

Ich wäre auch nicht so traurig, wenn es nun keine tiefenpsychologische Therapie gibt. Nina, sehe in diesen Dingen keine Werkzeuge, wie ein Skalpell, mit dem man
einen Blinddarm entfernen kann. Nein, das sind sie nicht, solche Macht haben all diese Therapien nicht.

Viel wichtiger als all das ist, an die richtige Person zu geraten, die einen dazu bringt, sich mit sich einzulassen in das weite Feld der Ziele und Wünsche, dass durch unsere Zwänge eindimensional geworde ist, nicht mehr richtig zieht usw. Wenn es wieder dreidimensional wird, wirst du viell. den Hinweis der Therapeutin erst verstehen.

Also nur Mut, ich wünsche dir wirklich, dass du einen guten Menschen erwischst, der dir hilft, dass sich unsichtbare Tore in dir öffnen.

Vielleicht ist auch eine Traumatherapie von Nutzen. Also sei nicht traurig, wenn es keine Analyse würde.

Ich schließe, nochmal unkonkret ab, weil es nicht immer Konkretes gibt, aber es gibt Unkonkretes, was heilen kann, auf unsichtbare weise, glaube ich unterdessen,
und darum

:lieb:

Pit

tierchen29

unregistriert

5

Dienstag, 12. Februar 2008, 01:06

hallo ninchen,

schön von dir zu hören!

tut mir sehr leid, was du alles hören musst. aber auch das wird dir etwas bringen, denn so kannst du besser dagegen angehen!

liebe grüße

tierchen

Yezrel

Fortgeschrittener

  • »Yezrel« ist weiblich

Beiträge: 219

Zwangssymptome: Zwangh. Persönlichkeit, Zwangh. Langsamkeit, Kontroll-/Zählzwang

Medikament / Dosis: keine

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

  • Nachricht senden

6

Mittwoch, 23. Januar 2013, 21:23

@nina

Das würde mich jetzt interessieren, ob die Fachleute die Kombination von derart konträren Diagnosen wie Borderline PLUS zwanghafte Persönlichkeit bestätigt haben. Dann müsste doch eigentlich Dein zwanghafter Persönlichkeitsanteil Deinen impulsiven Borderline-Anteil gut im Griff haben und Du ziemlich "normal" rüberkommen in diesem Ausgleich der Extreme, wobei in einer kombinierten Persönlichkeit wohl sowieso mehr von Anteilen ausgegangen wird und nicht vom jeweiligen Vollbild der Persönlichkeitsstörungen.

Meine Schwester ist Borderline und ich habe mich komplementär und konträr zu ihr zu einer zwanghaften Persönlichkeit entwickelt.

Borderline und Zwänge, von dieser Kombi habe ich häufiger gehört. Wahrscheinlich dienen die Zwänge dabei auch als Regulans der Borderline-Spitzen.
Lieben Gruß
Yezrel