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1

Samstag, 15. Januar 2005, 10:06

Waschsalon benutzen

Hallo,
leider bin ich darauf angewiesen, meine Wäsche im Waschsalon zu waschen. Ich wohne in einem ehemaligen Studi-Wohnheim und da sind Waschmaschinen verboten, weil das Stromnetz überlastet wäre.
Am schlimmsten ist es immer, wenn andere Nutzer im Salon sind, weil ich mich total beobachtet fühle.
Ich schaue immer ob das Waschmittelfach auch sauber ist, ob die Trommel sauber ist usw. Ich habe Angst, es könnte jemand Gift reingeschüttet haben, womit dann die Wäsche kontaminiert wird, und was dann beim Tragen der Klamotten von der Haut resorbiert wird. Am schlimmsten sind die Blicke der Anderen, die im Waschsalon sind. Die halten mich für blöd und scheinen aggressiv zu werden.

Ganz unbegründet ist meine Sorge ja nicht. Manche Leute scheinen im Waschsalon das zu waschen, wofür ihnen ihre eigene Waschmaschine zu schade ist. Ausserdem habe ich mal gesehen, wie eine Gruppe Jugendlicher in dem Laden rumgesponnen hat. Unter anderem hat einer in die Wäscheschleuder gepinkelt.
Seitdem wische ich die Schleuder vorher immer mit Sagrotan aus, wenn ich allein im Salon bin, wenn andere drin sind, dann schleudere ich gar nicht.

Manchmal habe ich nach dem Waschen das Gefühl, die Wäsche ist vergiftet, dann fahre ich zu einem anderen Waschsalon und wasche die Wäsche nochmal. Es ist manchmal einfach zum Verzweifeln. Oft ekelt mich vor meinen eigenen frisch gewaschenen Klamotten. Und es raubt mir soviel Zeit.



gruss
Jack

2

Samstag, 15. Januar 2005, 15:12

RE: Waschsalon benutzen

Hi Jack,

ich kann Dich total gut verstehen. Ich könnte gar nicht in einem Waschsalon waschen...Du musst es ja leider. Ich würde auch alles überprüfen, auswischen und wenn mir etwas komisch vorkommen würde, würde ich auch wieder gehen und es nochmal woanders waschen. Es ist ein großer Stress, den man da hat und wie Du schon sagst, es kostet wahnsinnig viel Zeit und Nerven.
Wenn ich was aus der Waschmaschine nehme und es fällt mir auf den Boden, wasche ich es meist gleich nocheinmal, obwohl es bei uns zuhause unten im Keller ist. Das macht mich immer furchtbar wütend und ich sage mir..DU MUSST DAS NICHT NOCHMAL, du bist doch zuhause..aber es lässt mir keine Ruhe bis ich es doch mache. Du siehst, mir geht es nicht anders als Dir und bei Dir ist es ja noch eher zu verstehen, weil Du ja wirklich nicht weisst was vorher war. Von daher hast Du meine Bewunderung.

Grüße, ellis

3

Montag, 17. Januar 2005, 15:02

hallo!

ich verstehe euch beide auch bestens!
ich wasche auch alles was bei uns auf den boden gefallen ist noch einmal, ellis. es regt mich auch voll auf, aber es "muss" in dem moment dann leider so sein.
und jack: in einem waschsalon knnte ich auch nicht waschen. aber wenn ich es müsste, weiss ich nicht wie ich es anstellen würde. wahrscheinlcih ähnlich wie du. und auch gegebenenfalls wieder in einem anderen waschsalon nachwaschen. ich kenne das gefühl sich vor der frischgewaschenen wäsche zu ekeln. hatte ich auch schon.
momenatn binich in einer klinik wegen meiner stationären zwangsbehanldung und könnte hier eigentlcih meine wäsche waschen, so wie es viele andere auch tun.
aber ich gebe die wäsche am wochenende mit wenn mein freund kommt oder bringe sie heim wenn cih übers we heim kann. das entlastet mich enorm. könnte hier ohne ekel und angst nichts waschen. ich würde wohl verrückt werden, weil cih die ganze zeit neben der laufenenden waschmaschine oder dem trockner sitzen müsste um aufzupassen dass auch ja niemand die trommel aufmacht und etwas infiziertes o.ä. hineintut. aber ich kann ja nicht stundenlang im keller sitzen und auf die wäsche warten. also wasche ich sie hier nicht.
ist vielleicht ein fehler. aber letztendlich ist es nicht was ich unbedingt können muss, weil cih im "realen" leben auch nicht auf eine andere waschmascine angewiesen bin als auf die bei uns zuhause.

liebe grüße, rose

4

Dienstag, 18. Januar 2005, 16:55

Waschsalon

Hi Rose,

...ich könnte auch auf keinen Fall im Waschsalon waschen. Da geht es mir genau wir Dir..ich würde auch aufpassen wie ein Schiesshund dass niemand in die Nähe der Maschine kommt. Stress pur....!!!!!
Habe im Moment eine Hochphase, was das Waschen angeht...sprich..waschen was das Zeug hält..ich bin völlig kaputt dadurch und es wird immer sehr spät bis ich endlich abends mal zur Ruhe komme-so halbwegs wenigstens. Fange demnächst ne neue Therapie an und hoffe daß es mir endlich mal was bringt und ich vorwärts komme. Dir wünsche ich ganz viel Erfolg in der Klinik.

liebe Grüße, ellis

5

Mittwoch, 19. Januar 2005, 04:37

hallo,
also ich und in den waschsalon?no way!
während dem waschen könnt da einer sein zeugs reintun,obwohl es mich ekeln würde das anzuziehen.das waschmittel"desinfiziert"ja.deshalb müsste ich die trommel auch net auswaschen.aber würde der andere jenige dann vor mir seine wäsche rausholen,würd ich ausflippen und müsste nochmal waschen.
das mit dem nochmal waschen,wenn etwas auf den boden gefallen ist,kenn ich.bei mir reicht es schon,wenn zb. das handtuch die kellerwand berührt oder so.

lg seifle

6

Mittwoch, 19. Januar 2005, 09:40

Hallo Ihr,
hab mich gefreut über Eure Beiträge, ich kann das alles sehr gut nachvollziehen,

Ich denke der Zwang nimmt sich immer soviel Raum, wie er zur Verfügung hat. Gibt es wenig Raum für den Zwang, dann kostet das Unterdrücken viel Kraft und Zeit.
Hat er genügend Raum zur Verfügung, dann kostet das ausleben des Zwangs viel Kraft und Zeit.
Kann man den Zwang nicht auf einfachem Wege ausleben, sondern muss man Umwege gehen, dann kosten die Umwege viel Kraft und Zeit.

Die Leute könnten zu mir jetzt sagen: "Ich weiß nicht was du hast, du wäschst doch im Waschcenter, also es geht doch", aber sie haben keine Ahnung, was da für Qualen dahinterstecken, und ich kann es ihnen auch nicht vermitteln.:(

Manchmal denke ich mir, was wäre in einem Katastropenfall, wenn z.B. hunderte/tausende Menschen evakuiert werden müssten und in Sammelunterkünften untergebracht werden müssten, wo es z.B. für hundert Leute nur eine Toilette gibt usw.
Also entweder ich würde gleich aus dem Fenster springen, oder ich könnte mich zusammenreissen und die Zwänge unterdrücken. Aber das würde soviel Aufmerksamkeit erforden, dass ich völlig verkrampft wäre, und mich auf anderes nur noch schwer konzentrieren könnte.

LG
Jack

7

Mittwoch, 19. Januar 2005, 13:18

Zitat

Original von Jack


Manchmal denke ich mir, was wäre in einem Katastropenfall, wenn z.B. hunderte/tausende Menschen evakuiert werden müssten und in Sammelunterkünften untergebracht werden müssten, wo es z.B. für hundert Leute nur eine Toilette gibt usw.
Also entweder ich würde gleich aus dem Fenster springen, oder ich könnte mich zusammenreissen und die Zwänge unterdrücken. Aber das würde soviel Aufmerksamkeit erforden, dass ich völlig verkrampft wäre, und mich auf anderes nur noch schwer konzentrieren könnte.

LG
Jack


Das habe ich mich auch öfters gefragt, wo man letztens so viele schreckliche Bilder aus Südostasien gesehen hat.....aber ich denke, dass in solch Extremsituationen das Hirn wieder auf "normal" schalten kann und der eigene Überlebenstrieb die Zwänge für eine akute Zeit unterdrücken kann. Jedenfalls hoffe ich das....... ich weiss nämlich nicht, ob ich bei einem Unfall o.ä. momentan Erste Hilfe leisten könnte und dieser Gedanke macht mir Angst..... :rolleyes:.....und wie sähe wohl die Rechtslage aus? Ob das wohl mildernde Umstände bei einer Anklage wegen unterlassener Hilfeleistung bringen würde? man weiss es nicht........

Naja, zum Thema Waschsalon: Ich werde wohl bald in diesen zweifelhaften Genuss kommen, mal sehen. Momentan denke ich nicht, dass dies ein Problem darstellen dürfte. Würde aber auch zu Zeiten hingehen, wo nur wenig los ist. Vielleicht ganz früh morgens, nachdem dort gewischt wurde.
Andererseits ist mir eben ein Kaffeepad runtergefallen und habe trotzdem einen Kaffee daraus gebrüht und getrunken....schön, dass man Fortschritte macht 8)

8

Donnerstag, 20. Januar 2005, 09:33

hallo!

also, das thema hatte ich gestern noch mit einem mitpatienten hier.
es ging darum dass meine großeltern meine erkrankung wohl nicht verstehen.
und wir sind zu dem schluss gekommen, dass menschen die in ihrem leben, ihrer jugend und kindheit wirklich schlimme sachen wie einen krieg o.ä. erlebt haben soviele angst und sorgen deshlab hatten, dass für solch eine krankheit wahrscheinlich kein platz geblieben ist.
dass das gehirn in solchen extremfällen automatisch eventuell auf "normal" umschlaten kann, kann ich mir auch irgendwie vorstellen. aber vielleicht auch nicht, keine ahnung.

danke ellis für die lieben wünsche.

gruß, rose

9

Sonntag, 23. Januar 2005, 16:40

meine Omi hat auch nie Verständnis gezeigt. Sie sagte immer, wenn es den Leuten zu gut geht, dann fangen sie mit solchen Spinnereien an.
Mir ist doch noch ein Zwang eingefallen, den sie hatte: einen Sparzwang (aus verständlichen Gründen wegen der Not im Krieg), aber der Zwang blieb, obwohls gar nicht mehr erforderlich war. Ausserdem hat Sie Bettwäsche gehortet, das war für sie so etwas wie eine Geldanlage.

Meine Mutter hat immer gemeckert, weil ich mir so oft die Hände wasche wegen des Wasserverbrauchs. Ich brauchte angeblich genausoviel Wasser, wie der Rest der Familie. Und weil die Handtücher immer nass waren.Sie hat den Sparzwang von Omi übernommen, obwohls auch nicht mehr angebracht war.

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