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Kliniken: Uniklinik Lübeck

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major tom

unregistriert

1

Freitag, 27. Juni 2008, 13:41

Uniklinik Lübeck

Liebe vom Zwang Gequälte !

Hat jemand von Euch Erfahrung mit einer stationellen Therapie, spezialisiert auf Zwangserkrankung ?
Ich selbst war schon in vielzuvielen Kliniken, die oft verschiedene Ansätze hatten.
Meine Zwänge ( ich putzte nonstop) treten innerhalb einer Borderlinestörung auf .(weswegen ich auch schon auf Station war )
Nun riet mein Psychiater mir, vor gut einem halben Jahr, doch in die Fachabteilung des Dr. Hohagen, ins Uniklinikum Lübeck zu gehen. Ich ging ins Internet und stellte dessen guten Ruf fest.
Daaaann bekam ich Panik und sagte zwei Vorstellungsgespräche ab. Alleine deshalb könnte ich mich ohrfeigen, na ja...
Nun steht im September ein erneuter,von mir initiierter Termin an. Ich fahre auch nicht alleine dahin und werde mich dann entscheiden.
Die Wahrheit ist, ist habe schlichte Panik mein System zu verlassen und hinterher wieder in diese Wohnung einzutreten und nach hinten umzufallen, weil der Balkon verwüstet ist, der Staub Samba tanzt, die Garage von Spinnen okkupiert ist, die Vorräte alle neu aufgefüllt werden müssen, tausend Briefe und Formularitäten nebenbei, Nachbarn, die neugierig fragen, die Anfangseuphorie ,wie sie dann nachlässt im Alltag , ach, ich habe das alles so oft erlebt und frage mich, ob ich es wagen soll .
Kennt jemand diese Klinik ? Können sie mich dort langsam wieder in mein Chaos entlassen ? Kann ich dort meine Angst mal äussern , was nach der Entlassung passiert. Bisher musste ich jedesmal alles alleine wuppen. Ich hatte den Koffer und die zehn ,in der Klink angesammelten Plastiktüten kaum über die Schwelle und die Sch...e stand mir wieder bis an den Hals.
Ich habe schlichtweg Angst ....
Lübeck liegt ca. 200 km von uns entfernt, ich habe keinen PKW und lebe ziemlich auf mich gestellt.
Könnt Ihr mich verstehen ?
Euer Tom mit dem Mikrofaserlappen :prust:

2

Sonntag, 29. Juni 2008, 12:37

RE: Uniklinik Lübeck

Hallo !

Ich kann deine Skepsis vor einem Aufenthalt sehr gut nachvollziehen, da ich selber schon mehrfache Ansätze vorgenommen habe, um mich stationär einmal "richtig" behandeln zu lassen. Fast jedesmal ist dieses Unternehmen gescheitert, da ich maximal - wenn überhaupt - 3- 5 Tage dortgeblieben bin und dann fluchtartig "zwanghaft" die jewilige Klinik verlassen habe.

Das ist sicherlich nicht gut und macht auch keinen Sinn !!

Genauso wie du kann und will ich mich letztendlich wahrscheinlich nicht auf eine stationäre Behandlung einlassen, weil ich auch mein häusliches Umfeld nicht gern verlassen möchte. Das alles muß ich ins Verhältnis stellen. Es hilft sicherlich nicht weiter, irgendwo eine Behandlung einzugehen, wo ich ständig den inneren Drang verspüre, nach Hause fahren zu wollen.

Auch ich hatte 2 Vorstellungstermine in Lübeck bei Prof. Hohagen. Mir hat das Ambiente dieser Klinik überhaupt nicht gefallen und ich glaube auch, daß trotz intensiver und guter Therapie ein wenig zuviel wissenschaftlich an einem herumgedoktert wird. Diese Klinik macht einen absoluten klinischen Eindruck und strahlt wenig persönliche Atmosphäre aus. Das hat mich u.a. von einem Aufetnhalt abgehalten.

Ich mache z.Zt. erneut eine ambulante Therapie hier in HB neben der Einnahme von Sertralin und werde sehen, wie es weitergeht.

Sollte es mir wider Erwarten sehr mies gehen, dann kommt für mich höchstwahrscheinlich nur die Fachklinik in Bad Bramstedt infrage. Wie gesagt:

Abwägen zwischen wirklichem Wollen oder Ausprobieren !!

major tom

unregistriert

3

Sonntag, 29. Juni 2008, 14:03

Du sprichst mir aus der Seele

Lieber Angsthase !

Du hast mir mit Deinem Text aus der Seele gesprochen !
Ich habe schon jahrelang auf den Fluren von unzähligen Kliniken gehockt. Fast alles Fachbehandlungen. Das längste , am Stück waren zweieinhalb Jahre in HH-Ochsenzoll. Die Frage ,die sich mir stellt ,ist, in welchem Zustand bin ich ( Du vielleicht auch ).
Ich leide ziemlich stark hier zuhause, denoch gehe ich nicht den Schritt in eine Klinik. Vielleicht aus reiner Angst, nur aus Angst hier alles zu verlassen. Eine andere Seite von mir ,ist der Thomas, der das alles schon vielzuoft erlebt hat und diesesmal " durchhalten" möchte. Ich bin nicht berufstätig und habe hier in der Umgebung nur die Möglichkeit, (mal wieder ) in eine Behindertenwerkstatt zu gehen, den ganzen Tag die Bohrer für Aldi in die Viererbox stecken, oder in eine Tagesstätte, ganz bei mir in der Nähe, beides kenne ich gut. Es füllt mich nicht aus, ich halte es kaum aus und ich würde es abbrechen.Hätte dann wieder das Gefühl, dass ich ein nichtsnutziger Versager bin, der sich nicht mal einer Situation stellt. Ich habe einen entfernten Bekannten ,der in jener Uniklinik Lübeck in Behandlung war. Dort wurde er mit ziemlich hohen Dosen von SSRI und Neuroleptika entlassen, es geht ihm erneut schlecht. Gut, das ist sicherlich ein anderer Mensch, mir müsste es ja nicht zwangsläufig ( lustiges Wort) so ergehen. Aber die Art ,meine Lebensgeschichte, meine Angst mit ,sagen wir mal harter Medizin anzupacken schreckt mich ab. Zur Zeit mache ich auch eine Amblante Psychotherapie und werde ab und an von einem netten Sozialarbeiter betreut. Mit diesem fahre ich im September zum Vorstellungsgespräch nach Lübeck. Ich entscheide mich dann und wäge gut ab.
Ich glaube, meine Zwänge sind eine Seite an mir, die durch ganz viele ,reale Geschehnisse der letzten Monate massiv verschlimmert wurden Ein Gesunder käme damit schon schlecht zurecht. Lieben Gruss von Tom ! :))

4

Sonntag, 29. Juni 2008, 17:36

hallo, hier auch ein klinik zweifler. ich kenne das nur zu gut. obwohl mein leben, gerade aktuell, alles andere als lebenswert ist, bekomme ich das mit einer klinik nicht auf die reihe. oft stelle ich mir auch die frage, wie sinnig es beispielsweise wäre, in eine klinik zu gehen, die 600 km von mir entfernt liegt, nur weil sie in meinen augen die richtige ist. und was ist, wenn sich das doch als ein trugschluss herausstellt?

es ist schwierig, gerade für diejenigen, die viel grübeln und abwägen.

major tom

unregistriert

5

Sonntag, 29. Juni 2008, 17:46

Klinik

Liebe Klinikzweifler !

Ich frage mich auch, ob diese Entfernungen nicht negativ sind. Zum Beispiel, bei einer Probeentlassung, ein Wochenende zuhause, das ist ja kaum zu realisieren. Ich finde diesen drastischen Schnitt nicht so gut, weil meine Erfahrung ist, das die Umgewöhnung später schwieriger ist. Wenn die Klinik in der Nähe liegt, hatte ich eher das Gefühl ,ich kann das Erlernte besser übertragen.
Ich hader hier auch noch mit meinem Schicksal....
Euer Tom

Sina

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6

Mittwoch, 2. Juli 2008, 23:08

Hallo,

in Lübeck hatte ich auch angerufen, aber da sie nur 2er Zimmer haben und das mit nem Waschzwang nur Stress bedeutet, kam sie nicht in Frage.
Aber es wäre auch "nur" reine VT gewesen und im Unterschied zu BB (wo ich so ca 4x war) halt nur mit 2 Einzeln in der Woche und nem Krankenhausfeeling, so UKE like, wo ich auch schon war.
Zum Thema "wissenschaftlich": War in einer Medikamentenstudie im UKE mit VT nebenher und damit das Ergebnis der Studie gut ausviel und das Medikament für zwänge auch zugelassen wird und das KH die Gelder bekommt, wurden alle schwierigen Fälle mit so begründungen wie Suizidalität etc aus der Studie genommen...
Soviel dazu................. :wand:

Sina
(ewig auf der Suche nach ner guten Therapie..........)

7

Donnerstag, 3. Juli 2008, 10:56

ewig auf der Suche nach ner guten Therapie..........)

Ja, Sina, das sind wohl viele von uns, allerdings sollte die Formulierung lauten: Auf der Suche nach Dir selbst !

Die Vielzahl deiner Klinikaufenthalte macht mich nachdenklich, zumal ich vermute, daß diese dir alle nichts oder nur wenig gebracht haben. :hm:Es ist sicherlich ein Graus, aber manchmal denke ich, daß wir mit diesem Schicksal einfach leben sollen und müssen.

major tom

unregistriert

8

Donnerstag, 3. Juli 2008, 12:17

Ich verstehe Euch

Liebe Sina, lieber Angsthase !

Genau das sind Gründe, die mich auch von einer Klinik abhalten.
Die zahlreichen Aufenthalte und all die Belastung mit Mitpatienten in den Kliniken, hinterher zuhause wieder alles neu aufbauen, das stimmt mich nach 15 Jahren nachdenklich.
Ich habe auch mit den Studien schmerzliche Erfahrung gemacht...
Bei einem Komposium war ich Musterpatient und zwei Wochen später wurde ich in einem völlig desolaten Zustand in ein Wohnheim entlassen .Das war die reinste Hölle.
Dann habe ich mich mal für eine Reportage interessiert, habe mein Innerstes am Telefon erzählt, wurde bestimmt sechs Mal angerufen und auf den Termin vorbereitet, dann nahm man mich doch nicht und sagte noch nicht mal ab. Das ist reiner Medien-journalismus. Ich habe es auch satt, in FACH-klinken zu sein, wo schon soviele Musterpatienten einen glänzenden Genesungsverlauf erlebt haben. Ich habe noch keinen solchen Verlauf erlebt. Es waren, wie bei uns auch, jahrelange Auseinandersetzung und Reifung, mit einer Krankheit. Es waren wiederholte Krisen und wiederholtes Neu-Aufrappeln. Ich möchte hier keine resignative Stimmung aufkommen lassen, aber ich spüre ,dass diese Krankheit von mir akzeptiert und auch in ihrer Ausprägung angenommen werden muss. Vielleicht hätte ich so manches andere gar nicht überlebt. Die Zeit halt viele Wunden , die Narben bleiben.
Ich grüsse Euch lieb und Ihr könnt mir jederzeit schreiben ! Tom aus Bremen ( habe auch drei Jahre in HH gewohnt)

Sina

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9

Freitag, 4. Juli 2008, 12:15

Hallo Tom,

oh ja, die Medien! Das kenn ich auch!!!
War bei RTL und im Ersten, da ich noch dachte, die Welt müßte mal eben von mir über Zwänge aufgeklärt werden. :ditsch:
Nach der Show bei RTL gings mir so schlecht, daß ich suizidgefährdet war, da hab ich dann beim Ersten nur noch Forderungen gestellt, die alle erfüllt wurden, sonst hätte ich mir das kein 2tes mal angetan...

Mitlerweile sorgt BB ja durch starke Medienpresenz dafür, daß sich immer mehr Menschen öffentlich zum Affen machen... *sauer werd*

Nur die Wirklichkeit in BB schaut anders aus...............
Aber egal.

Trotzdem werd ich noch einen Versuch starten und nach Malente gehen, da sie dort analytisch orientiert arbeiten und VT dabei haben...,
Mehr als nichts bringen, kann es ja nicht...

All the best
Sina (die ca 1 Jahr in HH, eins in elmshorn und 4 Wochen in HB gewohnt hat!)

Sina

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10

Freitag, 4. Juli 2008, 12:20

Zitat

Original von Angsthase
ewig auf der Suche nach ner guten Therapie..........)

Ja, Sina, das sind wohl viele von uns, allerdings sollte die Formulierung lauten: Auf der Suche nach Dir selbst !

Die Vielzahl deiner Klinikaufenthalte macht mich nachdenklich, zumal ich vermute, daß diese dir alle nichts oder nur wenig gebracht haben. :hm:Es ist sicherlich ein Graus, aber manchmal denke ich, daß wir mit diesem Schicksal einfach leben sollen und müssen.


Hallo Angsthase,

ich bleib bei meiner Formulierung, denn ich brauche definitiv Hilfe, um "mich zu finden", wobei die Formulierung eh nicht so meins ist...
Wenn ichs alleine könnte, wäre ich ja schon gesund...

wie dem auch sei, dies war nur eine kleine Auswahl meiner Klinikaufenthalte... bin ja auch schon ein paar Järchen dabei...
Gebracht haben sie mir eher weniger... aber so weiter machen? 8o

NO way!!!

All the best
Sina

Sunny Peach

unregistriert

11

Dienstag, 29. Juli 2008, 12:47

:banger: Hallo,
Die beste Klinik ist das Alexianer-Krankenhaus in Münster
Seit ich dort eine Therapie gemacht habe bin ich seit fast 4 Jahren zwangsfrei.