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Familie & Partnerschaft: Gefühlsverlust, Homophobie :(

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wrath1983

unregistriert

1

Sonntag, 3. August 2008, 15:35

Gefühlsverlust, Homophobie :(

Hallo,

Mein Name ist Sascha und ich bin 24 Jahre alt. Vor 8 Wochen hat alles angefangen. Ich habe eigentlich ein schönes, geregeltes Leben, mit Job,Freundin,Wohnung etc. Also ich sollte mich eigentlich glücklich schätzen.
Jedenfalls bin ich Anfang Juni morgens aufgewacht und hatte auf einmal den Gedanken im Kopf "Lieb ich meine Freundin überhaupt nocht?". Ein für mich völlig unbegründeter Gedanke, da ich mir hierbei immer so sicher war und auch alles wie aus dem Bilderbuch lief.
Dieser Gedanke hat dann diverse Auswüchse angenommen: Zuerst hab ich Gefühlskälte beklagt, da ich durch das ständige Grübeln keine Gefühle aufkommen lassen konnte. Hab auch ab und an Heulkrämpfe und diverse Symptome einer Depression.
Dann kam der Gedanke "vielleicht bist du ja schwul" . Dieser Gedanke war und ist noch viel heftiger als der erste, da ich mir dabei dann denke "Klar , das würde meine Gefühlskälte erklären, dann muss es wohl so sein". Ich muss dazu sagen dass ich durch den Zwangsgedanken diverse "Gelüste" bekommen habe es mal auszuprobieren, diese aber verneine weil ich das schlichtweg nicht will und sonst auch immer nur glücklich in Frauen verliebt war und bin. Hatte auch wie erwähnt noch nie was mit einem Mann und hab dies auch nicht vor. Ab und an sind die Zwänge dann so stark dass ich keine Kontrolle über mich habe. Ich finde auch keine Anzeichen bei mir, sei es Männern hinterherschauen oder wenig Intresse an Frauen. Ich schau prinzipiell nur Frauen hinterher, und meine Freundin ist für mich das wunderbarste Geschöpf auf Erden.

Die Gedanken sind am schlimmsten wenn ich morgens aufwache und ziehen sich den ganzen Tag lang mit. Ab und an , wenn ich mich ablenke, hab ich dann mal Ruhe , wo ich dann auch wieder Liebe für meine Freundin empfinde, was mir immer unendlich gut tut. Bis zum nächsten morgen :(

Schilddrüse hab ich schon abgeklärt, da wurde nichts gefunden. Und in psychologischer Behandlung bin ich jetzt auch, was kleine Erfolge verbucht, aber noch nichts wo ich sagen würde es lohnt sich.

Desweiteren hab ich noch andere kleine Ticks, wie z.B. Wörter in SIlben einteilen, Gegenstände immer und immer wieder zählen oder Wörter rückwärts zählen. Oder auch so Sachen wie "wenn ich jetzt eine ungerade Anzahl Schrauben in die Hand nehme ist es so , wenn nicht dann nicht", das macht mich noch ganz fertig.

Es macht den Eindruck als ob immer die für mich schlimmsten Gedanken zu Tage kommen. Sachen über die ich mir noch nie Gedanken gemacht habe weil ich es schlichtweg für sinnlos gehalten habe. Aber ich bekomme sie nichtmehr los. Sind das schon Zwangsgedanken ?

Grüße , Sascha

Head&Heart

unregistriert

2

Sonntag, 3. August 2008, 15:43

RE: Gefühlsverlust, Homophobie :(

Andere könne dir sicher besser helfen, aber eines kann ich leider schonmal sagen: Das sind definitiv Zwangsgedanken :alarm: und/oder Grübelzwang

Schau mal in vorigen Beiträgen. Dort findest du auch gerade in Bezug auf Angst, schwul zu sein Beiträge

wrath1983

unregistriert

3

Sonntag, 3. August 2008, 15:52

Hallo,

Danke dir schonmal für deine Einschätzung !

Diese Gedanken ziehen mich so runter dass ich ab und an keinen klaren normalen Gedanken mehr fassen kann. Dass sich nurnoch alles um diese Gedanken dreht. Ich geh mittlerweile von einer leichten Bi-Neugier aus, was meine Gedanken aber immernoch nicht entlastet. Also wenn ich mir das eingestehe tritt keine Besserung auf. Das komische ist halt dass ich Männer allgemein als uninteressant einstufe, aber trotzdem nicht von den Gedankengängen wegkomme. :doof:

Edit: Was bei mir seit 3 Jahren auch ist: Ich habe ständig Angst krank zu sein. Irgendetwas schlimmes zu haben. Schon das kleinste Kratzen im Hals lässt mich nen Tumor vermuten und so Sachen. :tocktock:

Destiny

unregistriert

4

Sonntag, 3. August 2008, 16:15

Hallo Wrath!

Ich würde auch sagen, das Du Zwangsgedanken hast, woraus auch noch ein Grübelzwang entstanden ist und ich vermute einen Zählzwang!

Bei Zwangsgedanken ist es ja so, daß Du dem Gedanken, daß Du vielleicht schwul sein könntest zuviel bedeutung gibst und deshalb hat er sich fest gesetzt!
Oft ist es bei Zwangsgedanken so, daß bei einem Gedanken, die Gedankenzwängler mit Angst und Panik reagieren und sich sagen nein, sowas darf ich nicht denken, sonst passiert das noch!
Und was ist, wenn man versucht krampfhaft nicht an etwas zu denken?
Na klar,man denkt ständig dran!

Ich seh das bei Dir aber auch so, das der Grübelzwang entstanden ist aus dem Gedanken Schwul zu sein, weil Du ständig darüber nach grübelst, ob es so sein kann oder nicht usw.

Oder reagierst Du auch wenn der Gedanke wieder kommt, mit Angst und Panik?

Würde es Dir helfen, wenn der Gedanke komt, Dir einfach in aller Ruhe und mit Überzeugung zu sagen," ist doch egal und wenn ich schwul oder bi wäre, dann wäre es eben so"
"Aber ich liebe meine Freundin und von daher ist mir das völlig egal"
Würde Dir das Erleichterung bringen, wenn der Gedanke aufkommt?
Oder hast Du dann so viel Angst, das es so sein könnte und bist dann so in Deinem Grübelzwang drin, das das nichts bringen würde?

Und wieso wäre es schlimm, wenn es so wäre, was sind Deine Befürchtungen?


LG Destiny

wrath1983

unregistriert

5

Sonntag, 3. August 2008, 16:21

Bei beiden Zwängen wäre es so dass ich meine Freundin verlieren würde, und das will ich um alles in der Welt vermeiden. Ich denke genau deswegen kamen die beiden Gedanken auf, u.U. wg. Verlustangst oder sowas.
Ab und an bringt es was wenn ich mir sage "bin ich eben bi, aber ich liebe meine Freundin". Ab und an kann ich mir nichtmal das eingestehen ohne Panik zu bekommen.

Destiny

unregistriert

6

Sonntag, 3. August 2008, 16:36

Gibt es denn einen Grund oder Auslöser Für die Angst Deine Freundin zu verlieren?
Oder allgemein für Deine Verlustängste?



LG Destiny

wrath1983

unregistriert

7

Sonntag, 3. August 2008, 16:41

Naja alle meine vorangegangenen Beziehungen wurden aus heiterem Himmel von meiner gegenüber beendet. Vielleicht ist es das unterbewusst was mich zu so abstrusen Gedanken verleitet. Ich hab mir aus den beiden Gedanken noch nie etwas gemacht, immer als "nicht wichtig" abgetan und bin damit immer sehr gut gefahren. Ich hatte ja auch noch nie einen Grund meine Gefühle oder meine sex. Orientierung in Frage zu stellen. Nur jetzt kamen eben von jetzt auf nachher, also innerhalb eines Tages diese beiden Gedanken auf und halten sich hartnäckig schon seit 2 Monaten.

Dieses ständige Auf und Ab ist es was mich so fertig macht. Und natürlich belastet es auch die Beziehung.

8

Montag, 4. August 2008, 07:23

He wrath!

Kenne ich genauso den gedanken wie du ihn hast.
Hatte ihn vor 2 jahren auch ein halbes jahr lang und ging danach eigentlich recht gut aber jetzt hab ich den gedanken dass ich schluss machen muss mit ihr. Da ich sie über alles liebe und mir der gedanke weh tut will ich es nicht und deswegen hat er überhaupt bedeutung.
Ich hoffe ich bekomme die gedanken einmal wieder weg weil manchmal schaff ich es 2 wochen ohne irgendeinen zu haben.
Dir viel glück mit dem kobold im kopf :)

wrath1983

unregistriert

9

Montag, 4. August 2008, 16:14

Danke Mast !

Bei mir rotieren die Gedanken eigentlich. Es wechselt zwischen "Ich muss Schluss machen" - "Ich liebe sie nicht mehr" - "ich bin homosexuell"... Hab zwischendurch auch ab und an mal meine Ruhe. Bin jetzt am überlegen ob ich stationär etwas machen soll.

wrath1983

unregistriert

10

Dienstag, 5. August 2008, 11:16

So , heute beim Neurologen gewesen. Der hat mir Olanzapin verschrieben. Ich hoffe so dass es dadurch besser wird.
Auch bei der Gehirnstrommessung konnte man eine Differenz zwischen rechter und linker Hirnhälfte messen.

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