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Freitag, 11. Februar 2005, 17:09

Gedankenzwang...und Ich

Also,ich bin 20 Jahre alt, Schüler. Das mit mir irgendwas nicht "stimmt" weiß ich seit langer Zeit....das find mit der Pupertät an. habe es aber immer für mich behalten, bis vor einen halben jahr etwa meinen besten kumpel, den hab ichs erzählt und meine Freundin. Aber erst heute habe ich durch nachlesen im internet herausgefunden das ich mir das nicht alles nur "einbilde" (wie ich oft dachte),sondern das es wirklich eine Krankheit/Störung ist. In den Beschreibungen habe ich mich wiedergefunden. Das mit dem Zählzwang und Gedankenzwang. Damals find alles mit meinem Verhalten an (Verhaltenszwang??), ich habe Verhaltensmuster wiederholt, dann kam der Zählzwang, heute habe ich mit allen 3 zwängen probleme. bin genau heute, 19 monate mit meiner freundin zusammen...ich liebe sie über alles,alles auf der welt,sie bedeutet mir alles.Seitdem ich sie liebe bzw mit ihr zusammen bin drehen sich alle ängste um sie.In meinen kopf schleichen sich ungewollte negative gedanken ein.
Beispiel:
Ich mache eine tätigkeit, wie ne zigarette rauchen, beim ziehen an der Zigarette erwünsch ich mir einen positiven gedanken, keine negativen. Beim ausmachen der zigarette oder auspusten der luft "muss" ein positiver gedanke da sein (zum beispiel das sie mich genau so über alles liebt...), wenn sich dann aber ein schlechter gedanke (ungewollt) einschleicht, wiederhol ich es. Und dann muss auch noch die Anzahl der Wiederholungen passen, das heißt: bei mir fing es irgendwann an das Zahlen eine Bedeutung haben.

####zahlen:
(1= einmalig,gut - 2= etwas das ICH nicht machen würde,aber jemand anderes - 3= unendlichkeit, immer und immer wieder, meistens mache ich sachen 3 mal mit dem positiven gedanken,damit er eintrifft bis an mein lebensende - 4=2 - 5= MEINE Zahl, bei tätigkeiten die nur mir passieren, ähnlich wie die 3)
####

noch ein Beispiel:
Wenn ich auf einen Weg (zum einkaufen oder so) schlechte Gedanken habe, also negative, irgendwas negatives denke, dann gehe ich am ende exakt den gleichen weg wieder heim, weil ich es so (in meinem kopf) rückgängig mache

Seitdem ich mit meiner freundin zusammen bin, spiel sie die größte rolle überhaupt bei meinen zwängen. Ständig kommen ungewollte negative gedanken bei tätigkeiten. Ich muss ständig sachen wiederholen und vor allem so lange bis ich MEINEN positiven gedanken dabei habe, der mir sicherheit gibt.

Und ich sag mir immer wieder bzw probiers immer wieder auf zu hören mit dem zwang. Es gab eine zeit,da stand ich abends mit meinem auto immer an einer bestimmten stelle wo ich auf meine stadt schauen konnte. Ich versuchte etwas ganz schönes zu denken, da wo ich grade frisch mit meiner freundin zusammengekommen bin war das übrigends. Ich dachte also an die Ewigkeit zusammen mit ihr, und ich wollte nach diesen positiven gedanken (hatte ich mich versprochen sozusagen) ab sofort aufhören mit dem zwängen...irgendwie wurd das dann doch nix, entweder kam zwischen den denken wieder was negatives oder sofort danach und ich fing wieder an weil ich mir dachte, das "letzte" war nicht positiv genug um dein leben zu bestimmen.

Ich glaube niemand wird hier verstehen was ich hier grad versuche zu beschreiben,da es alles sehr ins detail geht. Aber schon allein das niederschreiben tut gut.

Ich bin froh das ich heute endlich nach jahren belege dafür gefunden habe,das es eine Bezeichnung für soetwas gibt, und das ähnliche probleme mehrere menschen haben.

Das komische is, ich denk mir manchmal, ich könnte theoretisch ab sofort damit aufhören,aber ich trau mich nicht (wegen den gedanken in dem moment, habe angst davor das sie wahr werden) und habe angst davor....

danke für eure Aufmerksamkeit

2

Samstag, 12. Februar 2005, 17:06

hallo thor!

deine angst, dass hier wohl eher niemand deine gedanken verstehen kann, ist denke ich unbegründet.
du bist in diesem forum mit deiner erkrankung genau richtig und genau deshalb verstehe ich dich sehr gut und bin bestimmt nicht die einzige, die weiss wie es dir damit geht und was du genau sagen willst.
viele meiner zwänge beziehen sich auch auf meinen freund. dabei geht es auch meistens darum, dass ihm etwas schreckliches (schlimme krankheit, tod) passieren könnte, wenn ich irgendwas nicht mache oder falsch mache. die gedankenzwänge sind zum glück weniger geworden, da ich noch bis donnerstag ne stationäre therapie mache.
ich bin auch schon seit jahren zwangskrank, habe aber auch erst letzten mai oder juni im internet erfahren, dass das was ich mache tatsächlich einen namen hat und dass es anderen genauso geht. konnte es erst gar nicht glauben, weil ich halt dachte, das wären alles unmögliche marotten von mir.
naja, ich verabschiede mich mal wieder.

ganz ganz liebe grüße..... es gibt menschen, die dich verstehen :)..

rose

3

Sonntag, 13. Februar 2005, 02:51

danke für deine Antwort Rose :)
bei mir is das komisch,wenn meine freundin bei mir schläft am wochenende wie jetzt und in meinen armen liegt und ich sie spüre, dann geht es mir viel besser, ich kann meine schlechten gedanken besser unterdrücken... aber ich bin froh herausgefunden zu haben wie mein "Problem" heißt,und überhaupt das es sowas tatsächlich gibt, und ich will eigentlich endlich hilfe haben...aber ich habe angst davor sowas meinen arzt zu erzählen...und therapeut,wie denn? Das kostet ja geld, was soll ich meinen eltern sagen? Die einzige person die es in meinem leben seit neusten weiß is meine freundin,und das is auch gut so... ich weiß nicht wie ich das ganze jetzt angehen soll, jetzt wo ich in der lage dazu wäre...


Achja,ich hab hier gestern irgendwo gelesen von magischen tricks oder so...da viel mir was zu ein, ich bin ja der "überzeugung", das wenn ich auf einen weg zu viele negative gedanken hatte, sie eintreffen werden, und wenn ich denselben weg zurück gehe, könnte ich es rückgängig machen. Nen lustiges beispiel ausmeiner kindheit (so mit 12 war das): da war ich mit meinen eltern spazieren im wald, und ich hatte halt das problem das ich eben beschrieben hab, so trennte ich mich von meinen eltern und ging statt den rundweg den ganzen weg wieder zurück, und damals hat mich das (die sache) so fertig gemacht bzw traurig,weil meine eltern sauer waren,ich hatte mir irgendwas einfallen lassen (ne ausrede), das ich am flemmen war...das ging so weiter, so das sie ohne mich nach hause gefahren sind und mich abends doch aufgesucht hatten... genau solche situationen gab es öfters....sogar in auf autofahrten, wir waren aufn rückweg von irgendwo und ich wollte unbedingt zurück, weil ich den weg zu nicht gehen "wollte" (angst->negative gedanken aufn rückweg->rückgängig machen) und war am streß machen das ich nochmal zurück will, zu den MC DONALDS (ausrede), der 20 km hinter uns lag, schließlich bin ich ausm auto gesprungen an der ampel und weggelaufen.....in solchen situationen gings mir immer total beschissen, ich war am heulen und so, hatte immer riesen ärger mit meinen eltern, war am boden zerstört...und war alleine, ich glaube aber ich wußte da selbst noch net wirklich was mit mir los war. Aber es is so beschissen wenn ich an meine kindheit zurückdenke...wieviel zeit in meinem leben schon durch diese sache draufgegangen ist, wieviel unnützer ärger.

Umso besser tut es wenn ich lese das es menschen gibt die ähnliche probleme haben.

Roswitha

unregistriert

4

Sonntag, 13. Februar 2005, 11:02

Hallo,

also soweit ich weiß kostet ein Therapeut mit einer "anerkannten" Therapie (oder wie die das auf so ner Psychologen-Seite ausdrückten) nur deine Krankenkarte/Überweisung bzw die 10 Euro Praxisgebür ;) also von dem her würde ich mir keine Sorgen machen.
Dafür müsstest du aber halt deinem Arzt was erzählen, dass du Zwänge hast bzw. deine Symptome *daumendrück* das schaffst du. bzw du gehst gleich zu einem Neurologen/Psychiater.. denn von diesem aus wirst du zu nem Psychologen geschickt (zumindest wars bei mir so)

Ich halte es gar nicht komisch, dass es dir besser geht, wenn deine Freundin bei dir ist ;) Du liebst sie ja und ihre Nähe bringt dir einfach so viel Wohlbehagen, dass es einfacher ist mit den Zwängen umzugehen. Ist meine Theorie dazu *g*

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