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Waschzwang: angst vor klinik

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1

Sonntag, 16. November 2008, 16:23

angst vor klinik

hallo, ich bin ganz neu hier, bin gerade dabei mich einzuleben :) leide an einem waschzwang und zeitweise auch an wiederholungszwängen (gedankliche), schon seit mind. 10 jahren
habe diese woche meinen neurologen, gewechselt. der grund war, das der alte immer meinte " wenn ihnen das nicht hilft, dann gibt es ncihts mehr was ich ihnen geben könnte..." naja also nicht sehr ermutigend. der neue ist anders, hat mich erstmal medikamentös neu eingestellt. nehme jetzt Citalopram, hat damit jemand erfahrung?
naja und das nächste war, das ich jetzt doch ganz gerne eine VT machen würde, aber er meint, dass ich aufjedenfall eine stationäre therapie machen soll und nicht ambulant ?(
ich hab da voll schiess vor und weiß jetzt nicht so genau was ich davon halten soll. anderer seits bin ich es wirklich leid, gerade in der letzten zeit ist mein waschzwang ganz schlimm, ich will einfach nciht mehr.
meine angst kommt auch daher, das ich mich vor krankenhäuern total ekele (all die KEIME!) und ich mir nicht vorstellen kann das lange auszuhalten, dort leben zu müssen... daher wollte ichmal fragen wie eure erfahrungen da so sind, und ob schon mal jemand wegen zwängen im UKE war (da soll ich hin).
lieben dank

Retikulum

unregistriert

2

Sonntag, 16. November 2008, 17:16

RE: angst vor klinik

Hallo:-)

Herzlich willkommen im Forum! ich leide auch an vielen zwänegn, mein extremster ist mein Waschzwang!
Ich nehem jetzt seit gut einem Jahr Citalopram-allerdings 60 mg! Wenn du Dich mit den Nebenwirkungen abgefunden hast, falls Du welche hast, dann gehts eigentlich!
Ich habe eine amb.Therapie in einer Klinik gemacht, das ist jetzt gut 1 Jahr her! Ich muss aber auch noch mal in eine Reha, da nur ambulant echt zu wenig ist!
Kann das gut verstehen mit Deinen Ängsten wegen Keimen, Bakterien etc.-vielleicht solltest Du das noch mal bei Deinem Arzt oder Therapeuten ansprechen?!

LG

3

Sonntag, 16. November 2008, 17:26

danke frür die begrüßung und deine antwort, hab mich hier schon ein wenig durchgelesen und es ist schön endlich mal menschen mit ähnlichen problemen zu treffen, in viele sachen findet man sich wieder...

meinst du wirklich das nur ambulant zu wenig ist? ich weiß wirklich nicht wie das gehen soll. in 3 wochen hab ich meinen nächsten termin dann wird auch wieder die dosis erhöht. bin jetzt erst bei 30mg. da werde ich das auf jedenfall noch mal ansprechen...
ja, eine therpeuten habe ich zur zeit nicht (mehr) habe auch überhaupt keine erfahrungen mit VT.

Hope

Administrator

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4

Sonntag, 16. November 2008, 19:03

RE: angst vor Klinik

Hallo Rot,

erstmal herzlich willkommen, das UKE ist eine gute Klinik ich war zwar nur einmal ambulant da aber die kennen sich mit Zwängen aus, darum denke ich das es nicht verkehrt ist.

Ich sollte vor Jahren mal stationär dort hin, aber ich habe Probleme mit Krankenhäusern und Betten wo schon jemand drin gelegen hat naja und so weiter, darum habe ich eine ambulante Therapie gemacht das ist aber sehr wenig einmal die Woche oder so überlege es Dir gut.

Gruß

Hope
Gruß

Hope


Frei nach Dieter Nuhr: „Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten.“
http://www.youtube.com/watch?v=j8uefBUOfgA

5

Sonntag, 16. November 2008, 21:09

hm, das mit den betten wäre für mich nur in sofern ein problem, als das sie ja frisch bezogen werden, wohl von einem krankenpfleger, der wiederum vorher im patientenkontakt war... ich mag es so schon nciht wenn andere leute mein bett anfassen, dann auch noch im krankenhaus.
ich tendire schon dazu es zu machen, aber wie hält man das denn aus, auch mit duschen etc.? ich bekomme wirklich panik bei dem gedanken, und bei dem was da alles im vorraus auf einen zu kommt und zu klären ist (wohnung, geld, viecher, uni, krankenkasse...)
weiß jemand wie da so ein tages ablauf aussehen kann?

6

Montag, 1. Dezember 2008, 12:21

ich kenne diese angst vor dem klinik alltag sehr genau. ich finde, dass sie vom klinik personal oftmals nicht ernst genommen wird und gerne nicht drüber gesprochen wird, was ich für einen großen fehler halte. man muss sich mal vor augen halten, dass der ohnehin niedergeschlagene und vielleicht auch verwirrte patient vollkommen sein gewohntes umfeld verlässt und sich plötzlich wildfremden menschen anvertrauen muss. das ist ein riesengroßer schritt, der meines erachtens viel zu selten zur sprache kommt. ich habe selbst diese erfahrung machen müssen.

ich habe mir da schon so meine gedanken gemacht. vielleicht ist den leuten, die in einer klinik arbeiten das nicht so bewusst. immerhin gehen sie ihrer routinemäßigen arbeit nach und halten sich nur einige stunden in der klinik auf, d.h. sie "verlassen" ihr reales leben nie wirklich, ganz im gegensatz zum patienten.

Carsten

unregistriert

7

Montag, 1. Dezember 2008, 20:14

...bin auch neu hier, habe Urlaub und erst seit kurzem privaten Internetzugang (man glaubt's ja kaum...), darum meine dauernden Einmischungen überall im Forum...
Außerdem lebe ich leider schon sehr lange mit dem Zwang.

Zum stationären Klinikaufenthalt: mir als Waschzwängler war es irgendwann einmal völlig egal, was mit mir passiert: es ging mir so schlecht, daß ich gar nichts mehr mitbekam. Meine Eltern schleppten mich zum Psychiater (ich weiß nicht mal mehr, ob das Männlein oder Weiblein war), die/der dann die sofortige Einweisung ins Max Planck Institut veranlaßte. Für mich war es enorm wichtig, "rauszukommen" - daraus wurden dann damals schließlich 6 Monate stationär. Ich war in der 12. Klasse und verlor also ein Schuljahr.

Ambulant ist eine VT m.E. kaum vorstellbar; niemand kontrolliert einen, jede Menge Möglichkeiten, in die alte Leier zurückzufallen, usw.
Zu einer ambulanten VT wird Dir ein erfahrener Verhaltenstherapeut wohl nicht raten.
Ich will Dir natürlich keine Angst machen (davon haben wir ja eh alle genug) - aber genau solche Ängste vor Fremdbetten und diversen Keimen/Bakterien/Viren und anderen Bedrohungen sollen Dir doch genommen werden! Das wird schließlich bei einer VT handfest trainiert! Und solche Sachen stünden Dir auch bei einer ambulanten Therapie bevor - würdest Du das allein zu Hause 24 Stunden am Tag durchhalten?

Die mir bekannten Klinken (diverse Aufenthalte...) helfen allein schon durch dieses Rauskommen und die Gesellschaft vieler, überwiegend sehr sympathischer Mitpatienten. Endlich kein Verstellen mehr, jede Menge Leidensgenossen. Da wird viel gelacht - endlich so was wie ein Soziallleben!

(Eine WG wäre später für mich eine echte Alternative)

8

Dienstag, 2. Dezember 2008, 13:52

vielen dank fuer deine antwort, habe jetzt schon ein paar erst gespraeche gehabt, und die therapeuten haben alle in etwa das gesagt was du auch meinst. sie wuerden nur die nachbetreuung mit machen, erst in die klinik... hast du denn erfahrungen mit kliniken in norddeutschland? mir ist es einfach total wichtig nicht zu weit weg zu kommen. das erstemal in meinem leben habe ich hier sowas wie eine familie, die will ich nicht schon wieder verlieren. mit den gedanken in ne klinik zu müssen hab ich mich schon langsam abgefunden, wie gesagt angst vor fremden betteb habe ich in der regel nicht... und noch mal 10 jahre zwang und ich bin reif fuer eine gschlossene :tocktock:
blöde alternative :rolleyes:
ich will hier nur einfach nciht weg fuer so lange zeit. (ist wohl das hauptproblem, neben dem zwang selbst)

Carsten

unregistriert

9

Dienstag, 2. Dezember 2008, 15:14

...ich lebe in Süddeutschland, so daß ich zu Kliniken in Norddeutschland nichts sagen kann.
Vielleicht ist es sowieso völlig egal, welchen "Ruf" eine Klinik hat. Man kann in einer "schlechten" Klinik den einzigen genialen Therapeuten erwischen - und genauso in der Klinik mit hervorragendem Ruf den einzigen Volltrottel.
Endgültig beurteilen kann man das vermutlich sowieso erst Monate/Jahre nach der Therapie.

Im übrigen ist es doch toll, daß Du mit Deiner jetzigen "Familie" zufrieden bist! Nur, weil Du ein paar (sehr schnell vergehende) Wochen außerhalb verlebst, bist Du doch nicht aus der Welt!

Alles Gute