Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Zwangserkrankungen.de. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Freitag, 2. Januar 2009, 16:54

Zwänge bei Jugendlicher

Hallo Zusammen,

ich bin Zwänglerin und war vor x Jahren hier im Forum sehr aktiv. Ich hab es einigermaßen im Griff, weder mein Umfeld, noch ich selbst werden übermäßig beeinträchtigt.

Es geht mir heute um die 16jährige Tochter meines Lebensgefährten. Die Mutter zwängelt (Putzzwang) und bezieht offenbar zunehmend das Kind mit ein. "Hab ich mir gestern die Hände gewaschen, als ich nach Hause kam" usw. 'Waren Freunde da, wird gefragt, was alles berührt wurde und alles abgewischt. Die Tochter fühlt sich jetzt selbst nicht mehr wohl, wenn diese "Rituale" nicht durchgeführt werden.

Ich habe eine tierische Angst, dass sie jetzt auch auf die klassische Zwangskarriere zusteuert. Leider kann man mit der Mutter diesbezüglich überhaupt nicht reden. Sie hat keinerlei Krankheitseinsicht. Da die Mutter und mein Lebensgefährte gemeinsames Sorgerecht haben, kann man das Kind auch nicht einfach zum Psychologen bringen.

Wir sind völlig hilf- und ratlos. Vielleicht hat ja hier jemand eine Idee, wie wir damit umgehen sollen. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass die Tochter bei der Mutter lebt und sie nur alle zwei Wochen am Wochenende und in den halben Ferien bei uns ist.

Danke fürs Lesen und viele Grüße (besonders an die, die mich von früher noch kennen...)

Mikki

Retikulum

unregistriert

2

Freitag, 2. Januar 2009, 18:48

RE: Zwänge bei Jugendlicher

Hallo Mikki...

Das ist ne schwere Sache wie ich finde! Ihr solltet dringend mit der Mutter ein Gespräch führen, denn ihr ist wohl nicht klar wie sich das( der Putzzwang) auf ihre Tochter auswirkt! Auch solltet ihr euch mit der kleinen unterhalten, warum sie sich nicht mehr wohl fühlt, wie das plötzlich kommt...etc! Denn von irgendwo muss es ja kommen, vielleicht hat sie es sich von der Mutter abgeguckt oder die Mama hat es ihr so erklärt, dass sie es machen soll...

Und wenn gar nicht hilft, dann ein Gespräch mit einem Kinderarzt oder gar Kinderpsychologen...denn es wäre schade, wenn das Kind jetzt schon Zwänge bekommen würde! jetzt hörts sich noch nach Vorstufe oder Anfang an...aber weiter muss man es ja nicht kommen lassen!
Ich hoffe ich konnte helfen,

liebe Grüße

3

Samstag, 3. Januar 2009, 09:51

Hallo Retikulum,

danke für deine Antwort. Mit der Mutter ist nicht zu reden - definitiv. Es gibt auch niemandem im Umfeld, der entsprechend Einfluss auf sie hätte. Ich kenne sie seit Jahren. Es gab Momente der Einsicht, auch hinsichtlich der Beeinflussung der Kinder, aber nie die Konsequenz sich ernsthaft mit dem Zwang, den Hintergründen und einer Behandlung auseinander zu setzen.

Warum das Kind sich nicht wohl fühlt, wissen wir. Bei uns verhält sie sich weitgehend normal. Wieviel Anteil ihre eigenen Gedanken haben oder von der Mutter "übertragen" sind - keine Ahnung. Ich denke, sie weiß das auch selbst nicht bzw. wir kennen nicht die richtigen Fragen, um es herauszubekommen.

Für weitere Ideen wäre ich wirklich dankbar!!!

Viele Grüße

Retikulum

unregistriert

4

Samstag, 3. Januar 2009, 14:26

Also wie gesagt würde ich mal mit einem arzt darüber sprechen...wie man so was am besten angeht...oder?

5

Montag, 5. Januar 2009, 21:26

wieso kann man die kleine denn nicht einfach zum arzt (neuroligen) bringen? das sorgerechet haben doch beide, da stellt sich mir eher die frage wie sie es schafft euch das zu verbieten. checken lassen wuerde ich es auf jeden fall auch gegen den willen der mutter, solange die tochter damit einverstanden ist natuerlich! ;)
es ist ja schließlich keine körperverletzung oder so. und mit 16 ist sie alt genug.
im extremfall könnte man noch auf unterlassung der fuehrsorgepflich plädieren, aber soweit muss es ja nicht kommen

Retikulum

unregistriert

6

Mittwoch, 7. Januar 2009, 19:37

Ich würde das auch so sagen wie ROT, oder hab ich ja auch schon so geäußert! Man muss mit der Tochter zum DOC gehen, auch wenn die Mutter das nich möchte! Ich denke, dass sie mit 16 einsichtig sein wird, was das Problem angeht! Und wenn nicht, dann kann man das ja auch ohen das Mädchen bei einem Arzt besprechen erst mal um einen Rat zu bekommen...

LG

P.S.: Würde mich darüber freuen zu erfahren wie es weiter geht!!!

7

Samstag, 17. Januar 2009, 11:49

Hi Zusammen,

danke für die weiteren Antworten.

Natürlich könnten wir mit dem Kind zum Arzt. Aber die Mutter wird massiv dagegen agieren. Und diesem Druck möchten wir das Mädel nicht aussetzen.

Ich habe mit einer befreundeten Psychologin sprechen können.

Ihr Rat: Reden, reden, reden. Nichts unter die Decke kehren. Das Kind muss wissen, dass es Mamas Ding ist und sie das Recht hat, Auskünfte zu verweigern. Und sie muss sich bewusst entscheiden, ob sie den Weg auch gehen will, oder sich gegen den Zwang wehrt.

Das haben wir getan und es dabei auch - erst mal - belassen. Wir werden aber natürlich dran bleiben!!

Wem noch was dazu einfällt, immer gern.

Danke und Grüße
Mikki