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Sonstige Zwänge: Therapie (bei Dermatillomanie)

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Samstag, 31. Januar 2009, 12:00

Therapie (bei Dermatillomanie)

Hallo zusammen,

seit ca. 10 Jahren leide ich nun schon unter Dermatillomanie (an den Fingern). Habe
starke Narben (wie im Wikipedia Artikel über Dermatillomanie) und ich bin mir
auch schon lange darüber im Klaren, dass der einzige Ausweg eine Therapie ist.

Dazu habe ich einige Fragen (habe im Forum jetzt keine Antwort gefunden).

1. ich bin noch über meine Eltern gesetzlich krankenversichert.
Ich weiß, es wäre sicherlich besser mit ihnen darüber zu reden - aber das ist mir
einfach nicht möglich. Ich möchte auf keinen Fall, dass sie davon erfahren.
Wenn ich jetzt zu einem Therapeuten gehen würde - würden meine Eltern das irgendwie mitbekommen über die Versicherung?

2. die meisten Therapeuten hier in der Nähe nehmen nur Privatversicherte an oder -
wenn ich das richtig verstanden habe - eben 50 Euro pro Stunde.
Wie läuft denn das Verfahren genau ab?

3. Ich bin seit neustem wegen meinem Heuschnupfen in Behandlung bei einem Hautarzt.
Ich leide sehr unter den Narben, da sie mich in meiner Bewegungsfreiheit stark einschränken.
Sie sind eigentlich mein Hauptproblem an der ganzen Sache.
Ich weiß aber einfach nicht, wie ich ihn drauf ansprechen soll. Ich fühle mich so
schwach dabei und möchte nicht vor dem Arzt in Tränen ausbrechen oder so
(klingt für mich eigentlich lächerlich - ich bin sonst sehr selbstbewusst.. aber die
Krankheit ist wie ein anderer Teil von mir!!)
Andererseits habe ich Angst, dass der Arzt mir sagt, die Narben seien nicht behandelbar. Davon gehe ich nämlich aus.
Und wenn die Narben nicht behandelbar sind.. ich weiß nicht wie ich dann von dem
eigentlichen Zwang loskommen soll.
Denn dann kommt mir nur der Gedanke in den Kopf "die Narben bleiben ja sowieso ein
Leben lang.. dann kann ich auch weitermachen".
Das ist natürlich paradox. Aber das hat sich irgendwie so verfestigt.

Ich weiß einfach nicht, wie ich das schaffen soll.
Ich studiere seit diesem Semester Psychologie - noch ein Grund, dass ich endlich
gesund sein will. Denn ich möchte nicht dem "Klischee" entsprechen, dass
Psychologiestudenten sich nur selber heilen möchten. Es macht mich so wütend -
ich lasse mir doch nicht von meiner Krankheit verbieten, das zu studieren, was mich interessiert.

Freue mich über jede Antwort

viele Grüße

2

Samstag, 31. Januar 2009, 20:00

RE: Therapie (bei Dermatillomanie)

so ich musste erstmal googeln was das genau ist :verlegen:
das sind ja schon sehr sichtbare stellen an denen deine narben und wunden sind, hat dich denn aus deiner familie noch nie jemand darauf angesprochen? es wundert mich auch, dass dein arzt es noch nicht angespochen hat...
ich wuerde umbedingt mit ihm darueber reden! und wenn du vor ihm weinen musst ist das auch nicht schlimm, im notfall geh zu einem anderen arzt (zb hausarzt, dem du mehr vertraust) gibt es jemaden der davon weiß und dich begleiten kann? es muss dir wirklichnciht peinlich sein. ich denke nur selbst wenn die narben ein lebenlangbleiben, je mehr du hast desto mehr werden sie dich behindern! es erinnert mich ein wenig an leute die sich die arme ritzen und dann an den wunden knispeln, auch die werden ihre narben immer haben, wichtig ist doch das man da wieder raus kommt. narben verblassen auch mit der zeit...
zu deinen fragen, nein deine eltern können nicht einsehen, dass du eine therapie machst. gerade da du gesetzlichversichert bist! sie haben mit den unterlagen, die deine arztbesuche betreffen nichts zu tun (aus gruenden von ärtzliche schwiegepflicht, datenschutz, freier arztwahl... )
50 euro pro sitzung wirst du dir auf dauer ncht leisten können.
das verfahren läuft so ab, dass dir ein arzt eine ueberweisung zum therapeuten schreibt (zb verhaltenstherapeuten) dort kann, muss aber keine diagnose stehen! je nach dem was du dem arzt alles erzählen willst, ueberweisen wird er dich so oder so, sobald du ihn darum bittest. das darf er dir nciht abschlagen. dann geht die suche los, nach einem geeigneten therapeuten, dort gehst du dann mit der ueberweisung zum erstgespräch, der wiederum stellt dann einen antrag bei deiner krankenkasse. wenn deine therapie genemigt ist (der normalfall, wenn der therapeut der ansicht ist, dass eine therapie sinnvoll ist und du noch keine gehabt hast) kann deine therapie beginnen. wie gesagt deine eltern bekommen davon nicht mit!

wuerd mich interessieren wie du dich entscheidest, aus eigener erfahrung kann ich nur sagen das es sich lohnt diesen schritt zu gehen, sobald die erste huerde geschafft ist wird es leichter. und du wirst weniger angst aben. :)

Brummbär

unregistriert

3

Samstag, 31. Januar 2009, 21:30

Ich habe dieses D. auch. Hier habe ich einen Fremd-Thread gefunden wo noch viele andere sich geoutet haben.
http://www.med1.de/Forum/Psychologie/241242/
Ich war bei lesen richtig baff, wie genau die Beschreibungen zutreffen. Irgentwann reichen die Fingernägel nicht mehr aus, da müssen Werkzeuge her, Nagelfeile, Nähnadel, Haarspange, Zange, Nagelschere...
Meine Akne hat seit der Jungend praktisch nie aufgehört. Ich habe vor 2 Jahren diese Abdeckstifte für mich entdeckt, damit kann man rote Stellen gut überdecken. Ich habe mich ja manchmal kaum raus getraut.
Besonders schlimm ist es, wenn ich woanders auf dem Klo bin, wo dann im Spiegel die Haut in einem anderen Licht erscheint und plötzlich noch viel mehr zu sehen ist.
Ich habe das nie mit einem Zwang in Verbindung gebracht, aber jetzt wundert mich gar nichts mehr. Einer mehr in meiner Sammlung. Als was zählt der eigentlich? Ordnungzwang? Die Haut muss ja perfekt in Ordnung sein, jedenfalls ist das der ursprüngliche Sinn.

Sorry @ Viva, wenn ich jetzt Deinen Thread abgelenkt habe, aber für mich ist das eine ganz neue Erkenntnis, dass das auch ein Zwang ist und dass ich nicht die Einzige damit bin.

4

Sonntag, 1. Februar 2009, 13:03

Erstmal vielen vielen Dank für eure Antworten!!!

@ Rot:

Ja es sind eigentlich sehr sichtbare Stellen. Es sind richtig hässliche Narben,
zum Glück aber nicht an jedem Finger.
Und ich kann dir sagen ich bin eine Meisterin darin, die zu verstecken ;-)
Das Verstecken hat sich eigentlich schon so automatisiert wie die Krankheit an sich.
Bei allem was ich tue - instinktiv achte ich immer darauf, dass niemand diese Narben sieht, damit mich auch ja niemand darauf anspricht!
Manchmal habe ich das Gefühl, die Leute übersehen das einfach,
weil's auch nicht in mein Erscheinungsbild passt. Und wenn sie es sehen
dann sprechen sie mich zumindest nicht darauf an, vielleicht spüren sie, dass das ein
sensibles Thema ist. Die Narben sind ja für die auch unerklärbar, da sieht man ja nicht sofort, woher die kommen.
Bei meinen Eltern bin ich mir sicher, dass sie es nicht wissen.
Ich wohne zwar noch zu Hause, aber wir haben keine sehr "körperliche" Beziehung, eher distanziert.
Von der Sache wissen nur meine beste Freundin und mein Freund.
Eventuell frage ich sie, ob sie mich begleiten wollen, wenn ich den Schritt zum Arzt mache..
Aber ich weiß nicht, ob es mir nicht sogar lieber ist, das alleine zu machen.

Es ist jedenfalls gut zu wissen, dass ein Arzt mir auf jeden Fall diese Überweisung schreiben muss.
Kann ich denn nicht direkt zu einem Therapeuten gehen?

Ich hoffe so sehr, dass ich es diesmal hinbekomme.
Und du hast natürlich Recht, Narben verblassen.. aber normale Finger werde ich wohl nie mehr haben.


@ Brummbär:

Ich hoffe es ist für dich irgendwie "erleichternd" einen Namen dafür gefunden zu haben!
Da bei dir das Gesicht betroffen ist, nennt man es auch "Acne Excoriée".
Es gibt offensichtlich wirklich sehr viele Menschen, die das gleiche Problem haben.

Ich selbst kann mich leider mit "Dermatillomanie" nur schwer identifizieren.
Vor den Spiegel stehen, Pickel ausdrücken etc. mache ich gar nicht.
Ich beiße/schneide nur an der Haut an meinen Fingergelenken rum - immer an den gleichen Stellen, also mittlerweile "nur" noch an den Narben.
Mit meiner Haut habe ich sonst überhaupt keine Probleme.
Ich fühle mich damit auch etwas alleine. Als ich daher das Bild im Wikipedia Artikel gesehen habe, war das ein richtiger Schock.
Jahrelang dachte ich, kein Mensch macht sowas komisches - dann das Bild. Aber ansonsten finde ich leider gar nichts im Internet darüber.
Es ist als ob diese Person von dem Foto und ich die einzigen wären, die sich diese Symptome angeeignet haben (und ich wünsche es natürlich sonst niemandem ;))


Dermatillomanie zählt nicht zu den Zwängen im eigentlichen Sinn. Man sagt wohl "Impulsstörung" dazu.
Auf Englisch sagt man zu den Zwängen "Obsessive Compulsive Disorder" - zu Dermatillomanie/Trichotillomanie "Compulsive Skin Picking (CSP)".
Ich habe mal gelesen, dass Skin Picking ganz unterbewusst läuft, Zwänge dagegen eher als "ich-fremd" wahrgenommen werden.
In jedem Fall sind beide Krankheiten eng verwandt - bei beidem werden auch die gleichen Medikamente eingesetzt
und in beiden Fällen soll es eine genetische Disposition geben. Ich glaube die Grenzen sind da fließend.
Ich habe auch gelesen, dass ca. 23% derjenigen mit Zwangsneurosen, auch CSP haben.

Es heißt auch, dass Dermatillomanie mit SVV verwandt sein soll. Ich persönlich
glaube nicht daran, und in den meisten Foren scheinen die Leute das auch nicht so zu sehen. Ich will mir nicht weh tun oder mich bestrafen.

Ich gebe dir hier mal noch ein paar Links, ich hoffe sie helfen dir weiter:
Die meisten Informationen sind allerdings auf Englisch, da scheint die Forschung sehr viel weiter zu sein als bei uns.
Auch Informationen über Trichotillomanie sind sehr hilfreich, ich kann mich sogar noch besser damit identifizieren.
Außerdem gibt's darüber einfach mehr Infos!

Deutsch:
http://www.geocities.com/dermatillomanie/index.html
Diplomarbeit zu Trichotillomanie: http://dueker.psycho.uni-osnabrueck.de/f…t/zellhorst.pdf

Englisch:
http://www.brainphysics.com/skin-picking.php
http://westsuffolkpsych.homestead.com/skinpicking.html


viele Grüße
viva

5

Montag, 2. Februar 2009, 01:45

hi Viva,

ich habe ganau das selbe Problem wie du mit den Fingern und der haut. Habe bis jetzt niemanden gefunden, der genau diesen zwang an den fingern hat wie ich.
deswegen bin ich erstaunt darüber das du ein sehr ähliches problem hast.

ich allerdings schneide und kratze immer an der Nagelhaut direkt herum, wenn dort ein stück haut absteht oder so stört mich das extrem und ich muss dann daran herumschneiden und kann damit dann nicht mehr aufhören, oft, bis es blutet und selbst dann muss ich oft weiter schneiden bis alles perfekt ist für mich(eher den zwang).
Meine fingernnägel sind dasurch auch schon sehr kaputt und waren deswegen auch schon oft sehr schlimm entzündet oder es eiterte.
ganz schlimm!!!!

wenn du magst können wir uns ja ein bißchen über diesen zwang austauschen auch gerne privat.

lg nina

6

Montag, 2. Februar 2009, 12:16

an den händen ist auch wirklich eine fiese stelle. wenn meine vom waschen mal wieder blutig sind kann ich das leider kaum verstecken. ganz schlimm auch wenn die haut so geschwächt ist, das sie unterwegs einfach reist, und dabei ekele ich mich doch so vor blut. ist immer sehr unhygienisch und schmerzhaft...
ehrlich gesagt bin ich mir nciht so sicher ob du direkt zu einem therapeuten gehen kannst... könnte aber gut sein. ich wuerde dir empfehlen erst zu einem neurologen zu gehen als zu einem hautarzt. die kenne sich damit einfach besser aus und können bestimmt behutsamer mit dir reden, bzw dich ueber eine therapie informieren. auch ueber medikamente etc. aber eine therapie ist wohl erstmal wichtiger. ueberleg dir einfach was zu verlieren hast, bei dem was du durch eine therapie gewinnen kannst :lieb:

7

Montag, 2. Februar 2009, 20:32

@ nina:

Danke für die Antwort!
Kann nur für dich hoffen, dass sich bei dir keine Narben bilden.
An der Nagelhaut erneuert sich die Haut zum Glück besser.
Wenn ich recht drüber nachdenke, weiß ich gar nicht wie schnell, bei mir hat die Haut eh kaum Zeit dafür ;)
Das Schlimme bei mir ist ja, dass meine Fingergelenke ganz vernarbt sind,
das heißt diese "natürlichen" Fältchen sieht man an den Stellen gar nicht mehr, weil da eben dickes Narbengewebe ist.
Ich versuche auch immer, dass die Narben ganz glatt sind und keine Haut absteht.
Und immer wenn es dann mal ne Weile weniger ist oder gar nicht vorkommt (das ist schon äußerst selten),
ist mit einem Mal alles wieder zerstört.
Habe auch schon versucht mit sonem Spray dagegen anzuwirken, aber das bringt nix.
Das einzige was hilft sind Pflaster - aber soll ich denn an 5 Fingern Pflaster tragen?
Unauffällig wäre was anderes, und Fragen vorprogrammiert..
Manchmal mach ich dann zumindest am Daumen eins dran, wenn ich mich ganz besonders unwohl fühle.
Da ist die dickste Narbe und da kann ichs am schwersten verstecken.
Heilig sind mir ja Handschuhe, das einzig Gute im Winter!!! :)

Ich gehe meistens auch nicht so weit, dass es blutet. Auch die Fingernägel beiße ich nicht so weit runter dass sich das entzündet oder so.
Mir ist aufgefallen, dass bei mir auch ganz viel übers Tasten geht. Also ich fahr eigentlich ständig unbewusst über die Narben drüber und prüfe halt, ob noch alles schön glatt ist usw.

Ich habe gelesen, dass du schon in Therapie warst. Das war dann aber nicht deswegen oder?
Wie ist es denn gelaufen? Und die Medikamente, helfen die auch dagegen?

@ Rot:

"Wow", ich wusste gar nicht, dass der Waschzwang sogar so weit geht, dass es blutig wird.
Ich hoffe wirklich, dass das nicht so oft vorkommt.
Du sagst, es ist unhygienisch. Ich habe immer gedacht, dass der Waschzwang einen grade davor bewahren will?
Hört sich nach einem ganz schönen Teufelskreis an.. aber ich glaube das ist bei den Zwangskrankheiten und ihren "Freunden" ;-) wohl so üblich.

Weiß dein Umfeld denn von deinem Waschzwang? Ist vermutlich etwas schwerer zu verstecken als in meinem Fall.
Bzw. was sagst du denen denn, wenn deine Hände blutig sind?

Vielen Dank auch für den Tipp mit dem Neurologen! Ich werde mal schauen,
wo es hier in der Nähe einen gibt. Ich glaube das ist mir auch lieber als beim Hautarzt, weil ich zum Neurologen dann direkt deswegen hingehen kann und das irgendwie noch mal als ganz eigene Sache betrachten kann, nicht so nebenher neben meiner Heuschnupfenbehandlung ;) Deswegen ein sehr wertvoller Tipp für mich!
Blöde Frage, brauch ich zu dem denn auch eine Überweisung?
Ich steig irgendwie nich ganz hinter dieses ganze System :D


Noch eine Frage. Ich bin ja gesetzlich versichert und muss wohl dann mit ner Wartezeit rechnen. Melde ich mich dann praktisch bei einem Therapeuten an und komm da auf die Warteliste?
Mein Problem ist, dass ich wahrscheinlich in ca. einem halben/dreiviertel Jahr umziehen werde. Nicht ganz soweit, aber ich weiß nicht ob ich dann nicht lieber dort anfangen sollte.
Andererseits bin ich grade fast schon motiviert, endlich anzufangen, ich denke mal das sollte ich eigentlich ausnutzen.
Und den Therapeuten zu wechseln ist wahrscheinlich auch nicht besonders vorteilhaft.. :/
Wie lang dauert denn eine Therapie so im Durchschnitt?

viele Grüße und eine angenehme Woche!

8

Montag, 2. Februar 2009, 21:12

hey kein problem, ich denke auch das der neurologe der bessere ansprechpartner ist, und ja auch hier brauchst du eine ueberweisung ;) oder du kannst auch direkt hin gehen musst dann aber 10 Euro bezahlen, also ist ne ueberweisung guenstuger, wenn du im quartal schon mal beim arzt warst. im prinzip ist es ein ganz normaler arzt. ich sewlbst bin da auch viel zu spät hingegangen weil ich gar nciht wusste, das das in deren aufgaben bereich gehört :tocktock:

ja das mit dem waschzwang und den blutigen händen geht (bei mir) hand in hand. dadurch, dass ich soviel wasche ist die haut sehr beansprucht und reist schon manchmal bei den kleinsten bewegungn mit den fingern... dann blutet es - ich wasche das blut weg - nach ner zeit reist es wieder und immer so weiter. aber jetzt im winter ist es auch besonders schlimm, da lobe ich mir auch die handschuhe :D zum verstecken.
ich werde sehr oft darauf angesprochen aber meisten sagen ich nciht viel dazu, nur das ich schlechte haut habe... viele denken sich dann dass ich neurodermitis hätte. hauptsache sie haben irgendetwas und versuchen nicht weiter zu diagnostizieren (kenne ueberwiegend leute aus dem geundheitswesen :rolleyes:...)
es wissen nur die wenigsten, ein paar gute freunde (2-3) denen ich es gesagt habe, ein bekannter der mich konktret darauf angesprochen hat udn meine schwester, wobei sie dies sehr gegen mich ausspielt und sich persöhnlich beleidigt fuehlt.

das mit deinem umziehen wuerde ich einfach auch beim neurologen ansprechen, der kann das besser einschätzen, auf eine warteliste wirst du wohl auf jeden fall kommen.
im normal fall läuft das so ab, dass du dich mit der ueberweisung auf die suche nach einem geeigenten therapeuten machst (auch hier kann dir der neurologe tipps geben)
dann gibt es ein erstgespräch oder auch 2 wenn du dich gut mit dem therapeut verstehst und er sich eine zusammenarbeit mit dir vorstellen kann (es muss eben passen) kommst du auf die warteliste oder suchst weiter. es ist wirklich nciht schwer.
die dauer der therapie kann man nciht vorraussagen da kommt es auch auf die art der therapie an.

schönen abend

9

Dienstag, 3. Februar 2009, 20:37

hey Rot,

meine beste Freundin war auch schon in Therapie und hat mal ihre Therapeutin gefragt.
Die meinte sie hat bis zu 5 Monate Wartezeit gerade, aber hat ihr jetzt eine Empfehlung für mich gegeben. Dort wär die Wartezeit wohl nur bei 1-2 Wochen.
Aber erstmal geh ich zum Neurologen und lass mich dort mal informieren :)
Habe gerade ein gutes Gefühl was die Sache angeht und bin echt optimistisch.
Ich muss einfach versuchen, keinen Stress mit reinzubringen. Alles ein bisschen lockerer sehen. Außerdem will ich ein Tagebuch anfangen nur zu dem Thema. Habe das noch nie hinbekommen, aber vielleicht mach ich auch Fotos von den Narben damit ich mal einen Verlauf sehen kann. Kann mich gar nicht mehr dran erinnern wie die Narben vor 1, 2 Jahren ausgesehen haben und ob die arg viel schlimmer geworden sind. Erschreckt mich manchmal. Auch dass ich nicht mehr weiß wie meine Finger überhaupt mal noch aussahen, als alles noch gut war!!
Kennt ihr das? Alles Erinnerungen dazu sind irgendwie weg! Wann ich angefangen habe weiß ich eigentlich sowieso nicht so genau..

Zitat

hauptsache sie haben irgendetwas und versuchen nicht weiter zu diagnostizieren (kenne ueberwiegend leute aus dem geundheitswesen ...)

Was soll ich sagen, ich studiere Psychologie!! :D
Da bin ich manchmal wirklich froh, dass die Krankheit so unbekannt ist, dass da keiner von selbst drauf kommt!
Bist du auch im Gesundheitswesen tätig?

viele Grüße
viva

10

Mittwoch, 4. Februar 2009, 13:57

das freu mich toatl fuer dich :lieb:
das mit den wartezeiten ist leider wirklich ein problem aber es lohnt sich und wenn du psychologie studierst weißt du dann wenigstens aus eigener erfahrung welchen gewinn man haben kann (man muss einfach mal positiv denken :breit: )
hast du denn schon einen neurologen gefunden? geht deine freundin auch zu einen und kann ihn dir empfehlen?
mir geht es uebrigens genauso mit den erinnerungen, alles weg. als wäre es nie anders gewesen, vieleicht weil es damals so normal gewesen ist, man hat sich nciht drumgekuemmert, wie die hände heile aussehen...? keine ahnung...

ich selbst habe einen abschluss in gesundheitswissenschaften und studiere jetzt weiter hin zu meinem 2. abschluss. daher auch mein bekanntenkreis. alles pflegleute (auch in der psychiatrie), medizinier, psychologen, ergos, pta, physio und eben gesundheitswissenschaftler. kann schon ganz schön anstrengend sein :rolleyes:

und nochmal ich finde es toll, dass du so motiviert bist!

11

Mittwoch, 4. Februar 2009, 18:30

Danke :)
Also ich hab heute mal geschaut und eine gute Adresse
von einer Neurologiepraxis gefunden die auch auf Psychotherapie spezialisiert ist.
Nein meine Freundin war nur bei dieser Therapeutin, nicht bei nem Neurologen.

Sagmal hat sich dein Waschzwang dann eigentlich während deines Studiums entwickelt??
Das würde mich mal interessieren.
Mache mir irgendwie Sorgen, dass ich noch eine richtige Zwangsneurose entwickeln könnte (oder die Wahrscheinlichkeit bei mir jedenfalls höher ist) weil das alles ja auch genetisch so verwandt ist :/
Habe gelesen das beginnt meistens so zwischen 20 und 30 und Tricho oder Dermatillomanie im Durchschnitt mit 13.
Und da viele "richtige" Zwängler ja auch Tricho bzw Dermatillomanie haben, scheint da wohl ein gewisser Zusammenhang zu bestehen?!
Frage mich ob man da wohl vorbeugen kann?

Wegen den Erinnerungen, ich schau auch manchmal auf Fotos ob man da irgendwelche Anzeichen sehen kann. Aber sobald das angefangen hatte hab ich natürlich auch drauf geachtet dass keine Fotos entstehen konnten also find ich da nicht wirklich was :rolleyes:

viele Grüße

unhappy

unregistriert

12

Mittwoch, 4. Februar 2009, 22:51

Hallo an alle

Entschuldigt mich mal, bitte, wenn ich mich etzt reinmische aber dieses Gespräch finde ich sehr interessant, vor allem weil @Rot anscheinend das selbe Problem wie ich hat.
Meiner Meinung nach, sind all diese Krankheiten ein bisschen "verwandt": mit drei oder so hab ich mit Trichotillomanie angefangen, dann später mit Dermatillomanie, dann borderline, und seit 12-13 Jahren hab ich diesen schrecklichen Waschzwang der mein Leben fast zerstört hat. Was mich sehr betroffen hat ist dass ich nicht alleine bin wo ich mich jetzt nicht mehr an die Zeit vor meinem Waschzwang erinnern kann.... Es ist als ob dieser Monster immer da war.

@Viva
Mein Rat zu dir: mach mal so bald wie möglich einen Termin mit einem Therapeuten, egal ob du vor einem Umzug stehst: es ist sehr schwer den richtigen Therapeuten zu finden, und oft muss man ein paar wechseln, vor man den richtigen findet. Aber da scheinst du schon auf dem richtigen Weg zu sein! Weiter so: ich bewundere deinen Mut. :-)

@Rot
Vielleicht hast du es schon erwähnt und ich hab es übersehen, aber bist du noch in Therapie? Hast du mal auch Medikamente genommen? Wie geht's mit deinem Waschzwang jetzt? Ich möchte mich sehr gerne mit dir austauschen.

@Nina
Wie gefällt dir Clomipramin? Ist es dir bekannt dass deine Webseite gesperrt worden ist?

Einen lieben Gruß an alle

13

Donnerstag, 5. Februar 2009, 19:36

@ unhappy: also entschuldigen musst du dich ganz bestimmt nicht :))
Du sagst, du hattest auch mal Dermatillomanie und jetzt den Waschzwang..
bist ja dann ein Beispiel dafür, dass da irgendwie ein Zusammenhang besteht.
Dieses Forum ist so super, mir wäre das nie so bewusst geworden,
und heute habe ich den Termin beim Neurologen ausgemacht!
Jetzt hoffe ich, dass mir eine Therapie nicht nur hilft, mit der Dermatillomanie Schluss zu machen, sondern auch vorsorgt was eine wirkliche Zwangsneurose angeht!
Ich hofffe jedenfalls, dass es da überhaupt sowas wie ne Vorsorge gibt?!!
Wie passt denn zu allem Übel bei dir eigentlich Borderline in die Liste?

Das hast du übrigens wirklich gut gesagt.. es ist wirklich als ob dieses Monster schon immer da war. Vielleicht ist das ja auch ein Schutz.. dass wir keinen Vergleich mehr haben wie es mal anders war. Vielleicht würde uns das nur noch mehr weh tun.

14

Donnerstag, 5. Februar 2009, 23:08

@viva: ein termin bei neurologen :prost:
also zu meinem zwang, den habe ich schon ca 10-12 Jahre ich bin jetzt 24! also wie das mit dem alter sonst zusammenhängt weiß ich nicht, hab mich damit nicht beschäftigt. aber ich war schon immer auch als kind irgendwie zwanghaft, auch autoagressiv. irgendwo war das monster wohl tatsächlich schon immer da... fotos gibt es von mir tatsächlich auch ganz schlimme (ich trage leidenschaftlich gerne t-shirts mit ner jacke drueber, hin und wieder war die jacke wohl doch weg...)
meiner meinung nach haht meine große schwester auch eine leichte form von Trichotillomanie, vieleicht ist es auch nur ein tick, sie hat nicht wirklich kahle stellen, wenigstens sehe ich keine)

@unhappy: inwiefern glaubst du haben wir das gleiche problem? bin gerne bereit mich mit dir auszutauschen :) ich habe bisher eine mehr jährige therapie gegen depressionen und svv etc gemacht, gegen den zwang hat es nicht geholfen, seit kurzem nehme ich dagegen medikamente und die helfen mir ganz gut, wenigstens wenn ich auserhalb meiner wohnung bin... ich habe mich jetzt fuer eine reha beworben (nennt man das so), naja eben beantragt und hoffe das die bald kommt und da wird sich dann nur auf den zwang konzentriert. denn so geht es nciht weiter.

ich finde dieses forum auch klasse, man findet so viel wieder worueber man sonst nur im geheimen gedacht hat.

unhappy

unregistriert

15

Samstag, 7. Februar 2009, 03:18

@Viva
Vielleicht hast du da schon Recht: vielleicht wäre es schlimmer wenn wir uns an die schöne Zeit vor der Erscheinung dieses Monsters erinnern könnten... Wer weiß... Nur eines muss ich dir sagen: immer wieder hab ich das Gefühl dass irgendwie jemand oder etwas mir mein Leben wegnehmen will. Immer wieder hab ich das Gefühl dass mein Leben so schön sein könnte, wenn ich zwangsfrei wäre. Es wäre so schön sich einfach entspannen zu können... Warum muss ich so leben? Über Borderline kann ich dir leider nicht weiter helfen, da das ist einfach was meine Therapeutin mir gesagt hat, also dass ich als Kind hatte... Ich war immer sehr nervös und hysterisch...Das kann ich dir sagen... So eine schöne Kindheit hab ich leider nicht gehabt, was missbraucht als kind sehr, sowohl körperlich als auch seelisch, aber das ist jetzt vorbei, Gott sei dank.
Wann hast du denn deinen ersten Termin?
Liebe Grüße und weiter so! :-)

@Rot Inwiefern glaub ich dass wir das gleiche Problem haben? Wir beide haben einen Waschzwang, oder? :-) Und bei mir hat dieses Monster auch vor ungefähr 10-12 Jahren eingetreten... Im Moment verbringe ich täglich 60-150 Minuten unter der Dusche, und wasche meine Hände 2-3 Mal pro tag gut 15-30 Minuten... Zusätzlich fasse ich nie Geld an, und Sachen aus bestimmten Ländern und so sind bei mir auch absolut no-go.Türgriffe und Türklinken sind auch schwierig aber in der Öffentlichkeit schaffe ich es ok.
Wie sieht es denn bei dir aus, wenn man fragen darf?
Wie ist das mit der Reha? Muss man da in eine Klinik? Wenn so, wie lange denn?
Bei mir haben die Medikamente gegen meine Depressionen und mene Angst sehr geholfen aber nicht so ganz gegen meine Zwänge: die haben mir dabei schon geholfen aber irgendwie sind sie noch immer da...
Liebe Grüße und einschönes WE wünsch ich euch beiden

16

Samstag, 7. Februar 2009, 16:49

@unhappy: achso meinst du das ;) ja beide waschzwänge, wie alt warst du denn als es angefangen hat? haben die mit deiner vergangenheit zu tun?
bei mir sieht es momentan so aus, dass ich ganz normal 1x am Tag dusche, etwa 15-20 min, aber selbst unter der dusche wasche ich mir die hände... an sonsten habe ich keine ahnung wie häufig ich mir am tag die hände wasche, verbrauche etwa 0,5l - 0,8l seife am tag, wasche dann mitlerweile nur noch bis zu 10 minuten :rolleyes:
in der öffetnlichkeit geht es mir auch besser als zu hause.
den rest von deinen problemen kann ich auch gut verstehen, teilweise wasche ich mein geld einfach mit der waschmaschiene mit, damit ich es anfassen kann, tuerklinken gehen auch nicht, und dinge aus bestimmen ländern auch nicht, was sehr schade ist!
die reha findet in einer somatischen klinik statt und wird wohl so 6 wochen dauern. aber es ist dort nciht wie ion einem krankenhaus, sondern sehr huebsch (hab mir schon bilder angesehen ;) )
ich glaube es ist normal wenn die zwänge durch die medikamente nicht ganz weg gehen, sie sind nur unterstuetzende mittel, keine heilung. bei mir ist es dadurch schon wieder sehr viel besser geworden.
schönes we :lieb:

unhappy

unregistriert

17

Sonntag, 8. Februar 2009, 23:06

Meine Waschzwänge haben schon mit 20 oder so angefangen aber ich weiß nicht ob sie mit meiner Vergangenheit zu tun haben... Naja, vielleicht schon da ich mich irgendwie immer schmutzig fühle... Ich weiß nicht ... Und meine TherapeutInnen haben mir da nie was deutliches darüber gesagt... Irgendwie hab ich das Gefühl dass die meisten, wenn nicht alle, Therapueten Angst davor haben dass man ihre Meinungen "schlecht" annehmen könnte... Irgendwie hab ich das Gefühl dass sie ihre Meinung überhaupt nicht äußern wollen...
Wie Lange verbringst du dann durchschnittlich beim Händewaschen, also pro Tag?
Hast du schon Pläne so eine Klinik zu besuchen?
Liebe Grüße

unhappy

unregistriert

18

Sonntag, 8. Februar 2009, 23:08

@Rot
PS Darf ich dich fragen was da so schlimm daran ist wenn du dir deine Jacke aus ziehst?

19

Montag, 9. Februar 2009, 12:55

hihi ich musste erstmal ueberlegen was du jetzt mit meiner jacke meinst.
also wenn ich sie ausziehe sieht man ja viel besser wie meine hände aussehen und dass das hoch bin zu den ellenbogen geht, sehr peinlich!
ich versuche gerade in so eine klinik zukommen, meine bisherige therapie ist auf den zwnag nicht angesprungen und wurde letztendlich nciht verlängert. ich denke schon das die reha genemigt wird, die rentenkasse lässt sich nur leider zeit damit :(

@viva: wie sieht es aus, hast du schon ein gespräch gehabt? wie sieht es mit deiner motivation aus? hoffe das du es durch ziehen kannst :lieb:

20

Montag, 9. Februar 2009, 21:42

Hey!

Habe meinen Termin in ca. zwei Wochen, hab jetzt noch jede Menge Prüfungsstress.
Die Motivation ist immernoch da!! Hoffe jetzt nur, dass mir der Weg zur Therapie nicht so steinig gemacht wird. Das könnt ich jetzt echt nicht gebrauchen ;)

Zitat

Nur eines muss ich dir sagen: immer wieder hab ich das Gefühl dass irgendwie jemand oder etwas mir mein Leben wegnehmen will. Immer wieder hab ich das Gefühl dass mein Leben so schön sein könnte, wenn ich zwangsfrei wäre. Es wäre so schön sich einfach entspannen zu können... Warum muss ich so leben?


Ich verstehe was du meinst. Aber klar ist auch, dass es überhaupt nichts bringt, seine Zeit mit solchen Gedanken zu verschwenden. Es hilft ja nix. Es ist nunmal wie es ist, und Ziel und Aufgabe von uns ist es, das Beste draus zu machen!
Sieh's mal so, es gibt Schlimmeres (gibts ja fast immer). Wir müssen halt so gut es geht damit leben. Jeder versinkt mal im Selbstmitleid, und hin und wieder darf man ja auch mal jammern.. aber wichtig ist da wieder rauszukommen und nicht liegen zu bleiben, sonst wirds doch nur immer schlimmer, und v.a. schlimmer als es sein müsste!
Ich jedenfalls versuche, mir so wenig wie möglich von meiner Krankheit "verbieten" zu lassen.


ich wünsch euch viel Erfolg
viva