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Zwangsgedanken: Zwänge, nicht mit mir!

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Dienstag, 12. Mai 2009, 00:28

Zwänge, nicht mit mir!

Hallo, ich hatte seit ich 12-13 war Zwänge, diese wurden stärker und stärker und ich konnte es nicht aufhalten. Eine Stimme im Kopf meinte zu mir zu sprechen und nach zahllosen Selbstgesprächen (wurde damals gemobbt und hatte fast keine Freunde, nur falsche) wurde es zum Zwang, es fing harmlos an und wurde immer schlimmer. Heute sagt er "Mach es sonst muss deine Mutter sterben". Diese Gedanken lassen mich dazu leiten mich mit meiner Brille z.B. solange auf meiner Haut im Gesicht zu reiben bis ich Schmerzen habe und den richtigen Reflex getroffen habe. Danach ist er erledigt, Zeitaufwand: 45min. Dies ist nur einer meiner Zwänge die sich in den letzten 3-4 Jahren entwickelt haben. Ich kann nicht mehr auf die Toilette und werde gezwungen in die Dusche zu machen weil ich mind 20-30min auf der Toilette verbringen würde. Zeitaufwand pro Tag rund 2h. Ich hab ne 1jährige Medimentiöse Behandlung + Therapie hinter mir, und es half nichts. Die Tabletten veränderten mein Wesen und ich konnte nicht mehr lachen nicht mehr heulen usw, ich kann teils heute nicht weinen. Alles brachte nichts und ich betete und wollte mich fast aufgeben. Bis gestern, ich lasse es nicht mehr mit mir machen, ich will ein normaler Mensch sein, ich will eine Meinung, eine Freiheit und ich will nicht mehr von jmd. kontrolliert werden. ES IST VERDAMMTE EINBILDUNG, JA DAS IST ES! Ich höre auf, endgültig, der heutige Tag war der erste ohne Zwänge und es wird nicht der letzte sein. In 30 Minuten gehe ich ins Bett und dann werde ich mir nicht mehr selber wehtun sondern werde meiner Mutter einen Kuss geben und Gute Nacht sagen. Ich will nicht mein Leben lang verfolgt und unglücklich sein, auch will ich keine Therapie machen die mir wie schon 2mal nicht viel bringt! Ich will so sein wie die anderen in meinem Alter und ich will eine höhere Schule besuchen, wenn meine Zwänge mir etwas sagen dann ignoriere ich das, denn mein Gehirn ist gesund. Ich habe Freunde, meine Familie und Gott, diese stehen zu mir und das weiß ich. Ab heute gibt es ein neues Leben ohne Zwänge, ohne Zwangsgedanken und ohne irgendwelche Einschränkungen. Es ist möglich sie von heute auf Morgen abzustellen und genau das tue ich jetzt. Danke fürs Lesen.
Hat es einer von euch von Heute auf Morgen geschafft?
Welche Tipps gebt ihr mir auf den Weg damit ich stark bleibe?

2

Dienstag, 12. Mai 2009, 12:21

RE: Zwänge, nicht mit mir!

Hat es einer von euch von Heute auf Morgen geschafft?

zwar kann ich nur für mich sprechen, aber ich möchte dir hier keine Hoffnung machen - Nein ! Jetzt aber kommt das große: ABER !

Aber es gibt wirklich eine Vielzahl von Möglichkeiten, diese Störung vor allem zu erkennen und zu wissen, welches Spiel du selbst hier mit dir treibst, obwohl du ja denkst, es spielt mit dir ! Lasse dich lieber wieder auf eine spezielle Therapie ein, dann wirst du erkennen, daß es hoffnungsvoll weitergeht !

Pit-2001

unregistriert

3

Dienstag, 12. Mai 2009, 12:40

RE: Zwänge, nicht mit mir!

Mit solchen Vorsätzen, Bloody, fängt es an, sie sind gut. Sie zeigen deinen Willen, deine gesunden Anteile zu leben. Wenn es nicht klappen sollte, steh immer neu auf und werde dir mit der Zeit klar, auf welche Weise du deinen Wunsch, es nciht mehr mit dir machen zu lassen, am ehesten verwirklichen kannst.

Das wünsche ich dir, wie mir und manchem.

Pit

4

Dienstag, 12. Mai 2009, 13:23

Ich mache mir den Vorsatz seit ich die Tabletten absetze, das war vor einem 3/4 jahr. Vor 3 Monaten war ich dann von den Tabletten los und nehme nurnoch johanniskrautölkapseln. Diese verändern meine Psycho nicht, und ich kann miene Gefühle wieder rauslassen. Vor einem Monat hab ich schonmal angefangen mein Zwänge abzusetzen. 1 Tag darauf wurden meine 2 Externen Festplatten alle infiziert und ich musste Dateien löschen die rund 4 Jahre alt sind und teils nicht mehr herstellbar sind. Jetzt bin ich wieder bereit einen Versuch zu machen und es klappt bis jetzt echt gut. Ich konnte gestern Nacht fast ohne Zwänge ins Bett gehen (2 von ~ 20) und diese Zwänge bedarfen nur rund 4 Minuten anstatt sonst rund 50min. Es ist nciht so leicht aber im #Moment bin ich noch voll dabei.
Ich dachte teils es ist irgendwas übernatürliches in mir, und damit tröstete ich mich teils. Aber jetzt ist es mir egal was es ist und ich lasse es einfach. Ich habe das geschrieben weil es mir danach auf jeden Fall besser geht und ich wusste das ich es eher schaffen würde. Mein Psychologe meinte immer ich sollte etwas schreiben, ein Brief an meine Zwänge, zumindest so in der Art. Und das habe ich hier veröffentlicht. Es ist hilft mir und das ist mir wichtig :)

Ich glaube an Gott und wie ich in einem anderen Beitrag lesen durfte versetzt dieser Berge, und genau deswegen schaffe ich es :)

mfg

lämmli

unregistriert

5

Dienstag, 12. Mai 2009, 13:30

Jepp, weiter so!

angel70

unregistriert

6

Dienstag, 12. Mai 2009, 17:09

Ich habe meine Zwänge "verloren", aber nicht mit Gewalt oder festen Willen a la so ich mach das nicht mehr. Es war ein Schlüsselerlebnis mit meinem Ex-Mann, kurz nachdem wir geheiratet haben, hat er mit der Gabel eine Pommes von meinem Teller genommen und gegessen, daraufhin habe ich den Teller weggeschoben und wollte nicht mehr essen (auf der Gabel seine Spucke, diese dann auf meinem Teller, alles voller Spucke). Er hat gefragt warum, habe es ihm erklärt und wir hatten sachlich darüber gesprochen und ich hatte es eingesehen, dass es nicht so ist. Es kostet etwas Überwindung, etwas mal einfach auzuprobieren und dann zu sehen, dass es einem trotzdem noch gut geht oder dass nichts Schlimmes passiert. Aber bei mir war es nicht so schlimm, ich hatte von jedem ein wenig, mein Leben auch über Nacht einfach geändert, da war einfach keine Zeit mehr für diese Gedanken, es kamen wichtigere Sachen in mein Leben, über die ich nachdachte oder die ich machte.
Das Problem ist, dass sich das Gehirn einfach eine falsche Handlung oder ein Denken (den Zwang) speichert, die Aufgabe ist es, das Gehirn sozusagen neu zu programmieren, eine neue neuronale Verbindung zu schaffen. Das geht mit einer geänderten Lebensweise mit Hilfe von Therapie, teilweise unterstützt von Medikamenten (die Ängste und Panik nehmen).
Bei mir hat sich statt den Zwängen eine Essstörung eingestellt, die Zwänge sozusagen abgelöst. Ich bin auch um eine Therapie nicht drum herum gekommen, jetzt mit 38 erst habe ich so meine Aha Effekte und mir wird einiges klar.
Was ich sagen will, ist, ja, man kann es schaffen, aber bei mir war es so, dass ich mir dadurch was anderes "eingefangen" habe :)
Wichtig sind diese Schlüsselerlebnisse für mich gewesen, Stück für Stück habe ich mein Leben wieder erobert, ich kann auch die Strasse entlanglaufen ohne zu zählen oder die Treppen einfach so hochgehen, es ist auch nicht schlimm, wenn ich mal nicht aufräume. Das muss ich noch mit dem Essen lernen...

Pit-2001

unregistriert

7

Dienstag, 12. Mai 2009, 18:15

Angel, das funktioniert, wenn du aufgrund früherer Problematiken dein Gehirn verwöhnt hast. Es hat sich dann verändert aber du brauchst es längst nicht mehr so. Dann ist deine Methode richtig. Sie ist auch immer wichtig, aber wenn noch irgendeine Seelenproblematik da ist, sucht sie sich halt ein anderes Ventil, z. B. dein Essproblem. So deut ich das jedenfalls.

Bloody: schönen Gruß und viel Mut weiter. Pit

8

Dienstag, 12. Mai 2009, 21:38

Vielen Dank, es klappt :)
Wieso denkt mein Gehirn es passiert etwas wenn ich was nicht mache? Warum ist das eigentlich so. Ist euch mal etwas passiert oder habt ihr euch, bzw bildet ihr es euch nur ein?

mfg

PS: Danke für eure Unterstützung, für manch anderen wäre ein virtueller "Viel Mut weiterhin" von jmd. Fremdes nichts wert. Mir jedoch gibt es viel Kraft.

angel70

unregistriert

9

Mittwoch, 13. Mai 2009, 10:06

Für mich war es die Art den Stress zu bewältigen und auf eine Art irgendwie darauf Einfluss zu nehmen. Wenn ich das jetzt so und so mache und es klappt auf Anhieb, dann passiert das oder jenes nicht. Es ist ein Ventil der Seele. Das musst Du nicht so denken, aber Du kannst, wenn Du willst :)

@Pit: jap, ich bin von den Zwängen weg aber nur weil ich eine Essstörung habe, wie Du sagtest, das war das nächste Konzept alles zu bewältigen. Ich glaube fast, dass man die Ursache finden muss bei beiden um die Folgen abzustellen, aber das ist schwer. Ich weiss woher es bei mir kommt, aber dieses Misstrauen und die Art zu denken ist eben schwer zu ändern. Eigentlich müsste ich so wie Bloody einfach sagen: ich muss nicht essen oder ja, ich muss jetzt eine gesunde Mahlzeit zu mir nehmen, doch ich scheitere genauso oft wie ein Zwängler, der mittendrin steckt, ich denke die Mechanismen sind die gleichen, es ist nur eben auf das Essen verlagert.

Bloody es würde mich sehr freuen, wenn ich von Dir hören würde, wie es Dir so geht und hoffe dass du viel Mut auch hier finden kannst.

10

Dienstag, 29. September 2009, 20:05

Es ist schön, ich schaffe es bis heute es im Griff zu bekommen, im August gab es einen dramatischen Rückschlag da ich mir dachte übernatürliche Dinge würden passieren, es war schrecklich. Aber dies hat sich beruhigt und ich bin wieder heile :)

Die Zwänge sind noch da, aber das kann ich einschränken, sie stören mich nicht mehr. Vorm Schlafengehen vll. 1-5min aber länger nicht mehr :)
Vielleicht brauche ich das, vielleicht werde ich ewig damit leben aber ich fühle mich gut :D Für meine Mutter und mich stellt dies nun keine Umstellung mehr dar, es ist ein tolles Leben im Gegensatz zu früher :)
Vielen Danke für eure aufmunternden Worte. :)

mfg
Daniel

Biene Maya

unregistriert

11

Mittwoch, 30. September 2009, 10:09

Hallo Bloody!
Das hört sich suuuuuper an. Ich denke auch, mit gewissen Zwängen kann man leben, die hat sowieso fast jeder (ist der Herd ausgeschaltet?) und wenn diese "Restzwänge" nicht weiter belasten, ist es doch völlig ok.
Ich wünsche Dir, dass es Dir weiter so gut geht.
Viele Grüße