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mitgrüblerin

unregistriert

1

Mittwoch, 15. Juli 2009, 14:37

Schläge

Hallo,
mein Freund hat seit ein paar Jahren Zwänge, die sich hauptsächlich auf unsere Wohnung beziehen. Ich werde immer mehr in seine "Rituale" einbezogen. Ich versuche mich zwar zu widersetzen, aber er es gibt deswegen zunehmend Streit und letztens wurde er sogar handgreiflich und ihm rutschte die Hand aus, so dass ich zunehmend Angst vor ihm habe. Ich habe hier gelesen, dass Zwangspatienten zwar Befürchtungen haben, anderen etwas anzutun, aber eigentlich keiner Fliege was zuleide tun können. Bitte habt Verständnis, dass ich nicht näher ins Detail gehen kann, weil er dies lesen könnte. Ich wollte einfach mal andere Angehörige fragen, ob Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt und wie Ihr damit umgeht. Ich will mich weder trennen, da er sonst sehr lieb ist, noch zur Polizei, da es ihm nachher leid tat.
Hat jemand ähnliche Probleme?

Herzlichen Gruß, die mitgrüblerin

Pit-2001

unregistriert

2

Mittwoch, 15. Juli 2009, 14:53

Vermutlich schlägt er dich nicht, weil er ein Schläger ist, sondern, weil ihn seine Angst so hilflos macht.

Es ist ja auch nicht Inhalt seiner Zwänge, zu schlagen.

Er hat nur kein Mittel, mit der Angst umzugehen.

Das müsst ihr schnell finden lernen.

Du kannst dich nicht einfach widersetzen und meinen, damit ist die Suppe gegessen.

Ihr müsst Abmachungen treffen, damit er weiß, wo er künftig dran ist, wo und wie weit du ihm helfen kannst, entegegenkommen kannst und wo Grenzen zu setzen sind. Aber bitte nicht im Angstanfall verhackstücken, das wäre unfair, nein, wenn ihr in Ruhe sprechen könnt.

Wenn ihr das nicht hinkriegt, könnte ein Berater oder Therapeut helfen.

Pit

Vogelgrippenangstparter

unregistriert

3

Mittwoch, 15. Juli 2009, 16:38

RE: Schläge

Hallo Mitgrüblerin,
also: Handgreiflichkeiten sind möglich, sind aber als "Übergriffe" definitiv mehr, als Du mitmachen musst. Richtig ist sicherlich, dass in der jeweiligen Situation nur die De-Eskalkation etwas bringt.

Sobald es aber wieder ruhiger ist, solltest Du schauen, das Thema Therapie anzusprechen, denn: Dein Partner ist krank, und so wie es scheint, hat er sich nicht einmal mehr soweit unter Kontrolle, dass er seine Partnerin unversehrt lässt.

Es ist für die Beziehung - ich kann ein Lied davon singen - extrem schwierig und belastend, aber ich kann Pit nicht zustimmen darin, dass irgendwelche Grenzen besprochen werden... das verlängert nur das Drama...

Gibt es Verwandte/Freunde, die Bescheid wissen? Suche ein gemeinsames Gespräch. In ruhiger Atmosphäre. Ein derartiger Übergriff darf nicht stattfinden.

Und: Ja, die Polizei ist eine Möglichkeit und eine Zwangseinweisung kann auch eine Möglichkeit sein! Dies solltest Du mit einem Psychotherapeuten besprechen.

Dies ist auch ein wichtiger Punkt: Suche professionelle Unterstützung für Dich! Der Partner/Die Partnerin in einer Zwangsgeschichte ist auch hilfebedürftig....
Alles Gute!
DerPartner

Entchen

unregistriert

4

Mittwoch, 15. Juli 2009, 18:57

Meine Meinung dazu ist KEINER

hat das Recht einen anderen

zu schlagen ob er gesund oder wenn er noch so krank ist ....

ich kenn die Agressionen von Zwangskranken

wenn man nicht auf alles eingeht wie sie es sich

vorstellen , obwohl man alles versucht helfen + verstehen

aber Gewalttätig werden nein niemals ........

das darfst du nicht akzeptieren und hollt euch Hilfe+Rat

wenn möglich gemeinsam .

alles gute für euch vom Entchen

Vogelgrippenangstparter

unregistriert

5

Mittwoch, 15. Juli 2009, 22:54

RE: Schläge

ach ja: Nutze die telefonischen Sprechzeiten der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankung - DGZ - www.zwaenge.de - Vielleicht gibt es ja einen bei denen eingetragenen Therapeuten ganz in eurer Nähe!
DerPartner

lämmli

unregistriert

6

Donnerstag, 16. Juli 2009, 08:43

Hallo,

ich würde Dir auch raten prof. Hilfe zu holen. Die Agressionen Deines Freundes kann ich nachempfinden, aber Handgreiflichkeiten solltest Du nicht dulden.

Ich finde allerdings auch Pits Vorschlag ganz gut und zwar aus dem Grund, dass ein Zwangskranker es gar nicht schaffen wird seine Zwänge dirket in den Begriff zu bekommen.

Mein Therapeut ist die Sache mit mir auch in kleinen Schritten angegangen. Deshalb eben auch mein Rat sich profess. Hilfe zu holen.

Zu dem Punkt, das es heißt, dass Zwangskranke keiner Fliege etwas zu leide tun könnten, versuche ich mal eine Erklärung abzugeben.

Es gibt viele Zwangserkrankte die agressive Zwangsgedanken haben, sie haben z.B. Angst jemanden ein Messer in den Bauch zu stechen oder jemanden zu Tode zu prügeln, jemanden zu vergewaltigen usw. Das sind Gedanken, vor denen sich der Betroffene sehr fürchtet, gerade weil er so etwas nie tun möchte. Trotzdem drängen sich diese Gedanken auf und ängstigen den Betroffenen. Hier gilt: diesen Zwangsgedanken wird der Betroffene niemals ausführen.

D.h. also nicht, dass Zwangserkrankte generell keiner Fliege etwas zu leide tun könnten. Immer dort wo der Zwangserkrankte versucht andere Personen mit einzubinden, besteht auch die Gefahr, dass er agressiv ist, wenn sich der Partner nicht darauf einlässt.

Ich hoffe ich habe das jetzt verständlich erklärt.

Liebe Grüße
Lämmli

7

Freitag, 17. Juli 2009, 22:08

:hm:

Von meiner Sicht aus ist es erschütternd,was hier teilweise für´n "Pfiff"
geschrieben wird.Ergo,ist die gute "Dame" Angehörige eines Mannes
der unter Zwänge leidet.Was für Zwänge er nun genau hat,das können
wir nur schwer erahnen oder vermuten,denn wir hier sind alle keine Fachärzte.
Wir hier wissen nur,das sie in seine Rituale mit eingebunden wird.

Jetzt kommt der unsensible Teil.Eine halbwegs hingeschmissene
Diagnose "Zwangsgedanken".Was bedeutet dieser Threat für Menschen
mit Zwangsgedanken,die dieses jetzt alles lesen?!?

Ich aus meiner Sicht kann hier nur draus schließen,das hier ein
Beziehungsproblem vorliegt.Sie möchte nicht in seine Rituale
eingebunden werden,sicherlich aus verschiedenen guten Gründen
und "Er" hat scheinbar keine Lust an seiner Situation etwas zu
ändern.Die Situation staute sich offenbar so an,das ihm zum ersten
mal die Hand ausrutschte.Ergo,wo sind jetzt hier die Zwangsgedanken
mit im Spiel?!?

Wir wissen alle das Zwänge ein ganz sensibles Thema sind und ich
bin sehr enttäuscht,wie leichtfertig hier manchmal mit Worten umgegangen
wird.

Ich von meiner Seite aus kann nur dazu sagen,das in einer guten Beziehung
"Reden" noch nie geschadet hat.Die gute "Dame" hat nun viele Möglichkeiten
der Entscheidungen,eine ganze Palette voll,was sie zum Beispiel tun könnte.

Liebe Grüße

Ronny

lämmli

unregistriert

8

Sonntag, 19. Juli 2009, 12:16

Hallo Ronny,

ich kann Dich verstehen, ich selber hatte ja auch lange genug Zwangsgedanken und bin selber ja auch froh, dass ich eigentlich ein friedlicher Mensch bin. Zu meinem "Pfiff"... ich habe versucht zu erklären wieso gesagt wird und das ist bei Gedanken-Zwängen ja auch so, man keiner Fliege etwas zu leide tun kann, im Grunde müsste es richtiger Weise heißen: Der Betroffene wird seinen Zwangsgedanken niemals ausführen.

Wie das Geschriebene allgemein bei den Leuten ankommt ist jedoch sehr verschieden. Ich empfand keinen der Beiträge als "Pfiff, es gibt halt mehrere Sichtweisen. Wenn jemand so etwas wie diese Situation darstellt, wird jeder etwas anderes hineininterpretieren...

Dass hier ein Beziehungsproblem vorliegt ist denke ich für jeden offensichtlich und dies hat niemand abgestritten. Ich sehe das mit dem Reden auch so wie Du und Pit. Es schlließt aber die anderen Meinungen dazu hier nicht komplett aus. Rat von außerhalb einzuholen halte ich für ratsam. Sowie ich das verstanden habe ist ja das Hauptproblem der Zwang in der Beziehung, was ja leider wirklich nicht selten ist.

Geschrieben wurde von niemanden, dass man nicht miteinander Reden sollte, sondern es wurde zu Bedenken gegeben, dass bei Kompromissen z.B. der Zwang quasi noch mehr genährt wird. Daher erging der Rat an die Partnerin sich nicht auf die Kompromisse einzulassen... Hier liegt meines Erachtens aber auch das Problem, denn ich weiß aus Erfahrung, ich hätte nicht von heute auf morgen meinen Zwang komplett abstellen können und das ist bei den meisten so. Hier an dieser Stelle sollten tatsächlich Absprachen laufen, inwiefern dann die Partnerin miteinsteigen sollte ist schwierig zu beurteilen. Das kann von hier aus niemand sagen. Von daher auch mein Vorschlag Hilfe von außen miteinzubeziehen...

Ich versuche die Beiträge hier immer aus einem anderen Blickwinkel zu sehen, jeder der hier schreibt gibt sein Bestes um zu helfen. Ich betrachte daher die verschiedenen Beiträge als Ergänzung.

Ich wünsche Dir alles Gute Ronny...

Liebe Grüße
Lämmli :lieb: