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Freibeuterin

unregistriert

1

Donnerstag, 3. September 2009, 15:43

Tipps gesucht

Hallo Leute,

endlich findet man mal eine Anlaufstelle, wo sich Leute austauschen, die genauso ticken wie man selber.

Ich leide unter einem Waschzwang. Er hat begonnen als ch 10/11 Jahre alt war. ich suche halt nach den Ursachen. Damals habe ich mich andauernd gewaschen, weil wir in eine neues Haus gezogen sind, in einer neuen Umgebung und ich mich nicht wohl gefühlt habe. Hinzu kamen "Freunde", die sich gegenseitig Horrogeschichten erzählt haben und mich gerne damit ärgerten. Einmal schlossen sie mich in einem dunklen Zimmer ein und ich fiel vor Panik vom Hochbett auf den Fußboden. Ich hatte terische Schmerzen und noch mehr Angst vor der Dunkelheit. Früher sah ich überall in meinem Zimmer Horrohände und meine Puppen machten mir auch Angst (Chucky und so..). Dann schlief ich nur mit Licht und habe mich so eingemummelt, das ich kaum noch Luft bekommen habe.. Damals fingen meine Waschrituale an. Ich duschte bis zu zweimal täglich und wusch meine Hände bei jedem Klinkendrücken etc. Sie platzen auf und waren rissig und blutig.

Nach unserem Umzug ging es mir wieder gut und ich hatte das Problem nicht mehr. Dann kam auch meine Punkerzeit und ich hatte gar keinen Ekel mehr^^.

Naja, jetzt bin ich umgezogen nach Bonn raus von zu Hause, was ich mir so sehr gewünscht habe. Eine Jahr ging es gut, jetzt habe ich vor einigen Monaten mit meinem Waschzwang wieder begonnen. Auslöser waren Blut-und Scheidensekret was auf meiner WG-Toilette war... (möglicherweise) und seitdem musste ich mich ständig waschen. ich habe mich geekelt vor meiner Mitbewohnerin und hasste sie zunehmends. Außerdem war sie sehr verschlossen und wirkte auf mich arrogant..

Naja ich habe mich immer mehr reingesteigert und obwohl ich jetzt in einer saubere WG mit nur 4 Leute insgesamt umgezogen bin (Studentenwohnheim), komme ich mit allem nicht klar. Ständig bilde ich Kausalketten, wie Schmutz in mein Bett (Heiligtum) gelangen könnte und kann an gar nichts anderes mehr denken. Mein Tag beginnt schon mit den Gedanken, wie ich mich heute wieder vor Keimen schützen kann...

Deshalb suche ich hier Hilfe und wenn jemand sich erbarmen kann meinen Riesentext zu lesen und mit mir in Kontakt zu kommen wäre ich sehr, sehr dankbar!!!

Liebe Grüße

Sabrina *wink*

2

Freitag, 4. September 2009, 21:25

RE: Tipps gesucht

Hallo,

vieles von dem, was du in Bezug auf die Ursachen deines Zwanges schreibst,
kommt mir sehr bekannt vor.
Ich war früher auch ein eher ängstliches und sensibles Kind, wurde in der Schule
oft gemobbt und schikaniert. Zudem hatte ich ignorante, gefühlskalte Eltern, die
schon mit ihrem eigenen Dasein hoffnungslos überfordert waren.
Ich denke, das alles ist auf jeden Fall eine Mitursache für ein übersteigertes Be-
dürfnis nach Sicherheit, Schutz, Geborgenheit, Rückhalt und Harmonie.

Du schreibst, daß du auf einen Therapieplatz wartest, damit hast du ja schon
einen Schritt in die richtige Richtung unternommen.
Ansonsten kannst du versuchen, die kausalen Gedankenketten zu unterbrechen
und lernen Wahrscheinlichkeiten als Sicherheit zu akzeptieren.

Gruß Kater