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1

Mittwoch, 17. Februar 2010, 16:55

Fluch oder Segen? Behandeln oder nicht?

Guten Tag liebe Comunity,

Ich möchte euch gerne meine Lebens/Leidensgeschichte erzählen.
Ich bin heute 23 Jahre alt. Letztes Jahr wurden bei mir Depressionen, Zwangsgedanken und damit verbundene Zwangshandlungen diagnostiziert. Ich weiß nicht ob das ein Segen oder ein Fluch ist und ob ich es behandel soll. Das klingt jetzt sicher
etwas Dumm, aber die Erklärung dazu kommt jetzt.
Die Zwangsstörung macht sich folgendermaßen bemerkbar: Ich habe Rituale
denen ich täglich nachgehen muss. Diese sind in meinen Augen nicht so ausergewöhnlich. So muss ich derzeit z.B. täglich spazieren gehen und
dabei Musik höhren dabei wie ein Kettenraucher rauchen und über verschiedene Sachen nachdenken oder nur vor sich hin träumen. Dies kann sich auf 2 h hinziehen. Meistens 2 mal am Tag. Das verschafft mir ein entspanntes Gefühl. Da gibt es aber noch andere Rituale. z.B. das ich jeden Tag bestimmte Internetseiten aufrufe um neuigkeiten zu sehen.
Oder mich unterhalten lasse durch irgendwelche Dokumentationen oder Filme.
Dies ist in meinen Augen auch nicht so ausergewöhnlich. Nun kommt der eigentlich Punkt.
Als ich eine Freundin hatte, war ich der Glücklichste Mensch der Welt, ich glaube das meine Liebe zu ihr durch diese Zwangsgedanken um ein vielfaches verstärkt wurde.
Nun leider lief es nicht so wie geplant, wir trennten uns und so wie die Liebe verstärkt wurde wurde auch das Leid verstärkt. So ging ich fast 4 Jahre lang durch die Hölle.
In dieser Zeit verlor ich fast alle Werte die ich jemals gelernt habe. Moralische, Ethische. Ich wurde ein depressiver misanthropischer Zyniker. Isolierte mich immer mehr. Ich dachte oft an Suizid und so. Ich wusste das ich Depressiv war und ging deswegen zum Neurologen. Dann kam eben raus das ich auch an einer Zwangsstörung leide. Jetzt komme ich zum Segen, den ich durch diese Krankheit habe.
Ich habe mein Abitur mit einen Notendurchschnitt von 1,3 abgeschlossen. So habe ich z.b anfang der 12 Klasse. den Mathe Stoff innerhalb von 2 Monaten für das ganze Jahr vorgearbeitet. Ich stand vorher auf 3 und bekam dadurch nur noch 15 Punkte in jedem Test. So auch in anderen Fächern. Das habe ich nur dieser Krankheit zu verdanken. Denn wenn mich etwas interessiert hat, ob ich wollte oder nicht ich musste dem nachgehen bis ich endlich befriedigt war. Wenn ich in diesem Gedankenrausch bin, komme ich auf Geniale Ideen, so auch leider Gottes auf Betrugsmaschen, die ich aber nicht ausprobieren will. Was wird passieren wenn die Zwangsstörung "geheilt" ist? Verliere ich dann diese Gabe? Was soll ich tun? So kann es zwar nicht weitergehen, doch ohne die Fähigkeit verliere ich einen Teil meiner Persönlichkeit. Der Teil der momentan das einzige in meinem Leben ist, das mich vor dem Suizid schützt. Etwas das mich ausmacht.
Ich hoffe Ihr versteht meine Situation und könnt mir Helfen.

Sunny23

unregistriert

2

Mittwoch, 17. Februar 2010, 19:55

Hallo tryit!

Ich habe mir sehr genau deine Geschichte durchgelesen und ich war ein bisschen überraschd! Ich meine du schilders Handlungen die ich persönlich als anstrengen finde. (jeden Tag 2 mal Spatzieren gehen und dann wie ein Kettenraucher rauchen) Und du hast geschrieben, dass du das machen musst!

Ich lese aber auch, dass es Vorteile für dich hat, aber du musst dir bewusst werden, ob es belastend für dich ist oder nicht ???

Als du bei dem Neurologen warst, hat er dir nur eine Diagnose gegeben und mehr nicht, ich frage, weil das zimlich ungewöhlich ist!?

Ich bin ebenfals 23 Jahre und leide unter Kontroll,- Wiederholungszwängen, Zwangshandlungen, Dpressionen und Angstzuständen und mein Neurologe hat mir, nachdem ich Ihm erstmal nur von den Zwangshandlungen erzählt habe, sofort geraten eine ambulante Therapie zu machen.

Aber wenn ich mir deine Geschichte durchlesen, erkenne ich mich genau wieder. So habe ich auch vor ca. 1 Jahr auch noch gesprochen. Immer mit der Aussage: ,,Das ist nicht außergewöhnliches !"

Verstehe mich nicht falsch, dass soll auch nicht heißen, dass du sofort in Therapie machen musst, aber ich an deiner Stelle würde nochmal mit deinem Neurologen darüber sprechen.

Sorry wenn ich nochmal nachfrage, aber wie haben dir deine Zwangsgedanken bei deiner Beziehung geholfen? Wusste deine Freundin davon?

Aber trotzdem hast du meinen vollen Respekt, dass du dein Abitur mit so einem Hervorragendem Abschluss, trotz deiner "Krankheit", gemeistert hast!


Freu mich auf deine Antworten!

LG Sunny23

3

Donnerstag, 18. Februar 2010, 02:22

Zuerst mal freue ich mich auch über deine Antwort Sunny23.
Möchte gerne deine Fragen beantworten aber zuerst meine neuen Erkenntnisse, denn dadurch erübrigen sich evtl. Fragen.

Also ich habe heute viel recherchiert und dabei wurde ich noch umso mehr verwirrter als ich es eh schon war :hm: So glaube ich, dass die Neurologin was die Zwangsstörung angeht eine falsche Diagnose geliefert hat. Diese Sache mit dem Spazieren gehen ist manchmal ( je nach Wetter) anstrengend ja. Aber ich bin in diesem Augenblick zum Teil euphorisch :wand: und deswegen glaube ich, das es eher einer Suchtkrankheit entspricht..., denn zwangstörungen, so wie ich das verstanden habe führen nur dazu das eine Erleichterung bis leichte Entspannung eintritt. Ich muss eher wie ein Suchtkranker dieser Handlung nachgehen, damit ich dann 1. die Anspannung die evtl. auf entzugssympt. zurückzuführen ist behebe und dann im Verlauf der Handlung zum Teil auch soetwas wie Euphorie empfinde.

Was die zwangsgedanken angeht ist es ähnlich, so zum Bsp. wenn ich lange über etwas nachdenke und dadurch auf die Lösung eines Problemes stoße oder eine Idee bekomme die Genial zu sein scheint, bin ich richtig euphorisch.
Vielleicht bin ich nur willensschwach? Nur kann ich schlecht einschlafen da sich Nachts mein Gehirn, was Gedanken angeht selbstständig macht... und somit muss ich öfter Schlaftabletten nehmen.

Als ich mit ihr zusammen war, wusste ich ja selbst noch nicht davon oder konnte es zumindest nicht interpretieren. Ich habe ständig an sie denken müssen. Wollte am liebsten immer bei ihr sein. Hätte quasi alles für sie getan. Sie hatte es erwiedert und wir beide waren Glücklich. Bis sie irgendwann immer mehr freiraum forderte. Und schon wenn ich sie ein paar Tage nicht gesehen habe, war ich nervös konnte nicht schlafen und so. Ich konnte damit nicht umgehen und beendete die Beziehung. Ich habe es bis heute jeden Tag bereut. Ich sehe ständig wie sie vor mir saß und geheult hat, als ich Schluß machte, konnte aber nie den Mut zusammen bekommen und es vll. noch einmal mit ihr versuchen. Und sogar jetzt im moment schüttelt es mich vor Sehnsucht, reue und dem Schmerz der damit verbunden ist. Selbst in anderen Beziehungen war ich niewieder so Glücklich gewesen wie damals mit ihr.
Vielleicht sind es keine zwangsgedanken gewesen, vielleicht bin ich nur stark sentimental, sehr gefühlvoll oder habe eine persönlichkeitsstörung, da kämen den Symptomen zufolge einige verschiedene zusammen..

Der Neurologe hat mir was gegen depressionen und zwangsstörungen verschrieben, hat mir einen Zettel in die Hand gedrückt auf dem eine Reihe von Psychotherapeuten aufgelistet war, von denen ich mir doch bei einem, einen Termin für eine Therapie geben lassen solle (gegen drepressionen und zwangsstörungen). Und dann hat er mich darauf hingewiesen das dieses Medikament (ich weiß nicht mehr wie es heißt, da direkt im Müll gelandet) Suizid gedanken verstärken kann und ich doch bitte in 3 Wochen wieder käme um nachzusehen ob eine Besserung auftritt. Davon war ich nicht sehr begeistert gewesen. Vielleicht hatte ich Angst vor der medikamentösen Behandlung. Und die ganzen Psychotherapeuten waren bis zu 4 monate im Vorraus belegt. Ich redete mir ein, das es sich schon irgendwie von alleine lösen wird. Und jetzt bin ich ganz unten. Habe fast alles verloren. ich will nur wissen was mir fehlt und wie ich es behandeln kann, bevor ich selbst den Sinn des Lebens vergesse, den ich mir ständig einreden muss.

4

Donnerstag, 18. Februar 2010, 03:38

hallo!

na das hört sich schon ein bisschen kompliziert an. aber nicht den kopf hängen lassen!

also so wie du das beschreibst, würd ich auch nicht so eindeutig auf zwänge tippen. wenn du jetzt zum beispiel nicht spazieren gehst, was passiert dann? bekommst du dann angst? das ist nämlich bei zwängen ganz wesentlich, die angst. es klingt zwar komisch, aber sport kann wirklich auch zur sucht werden, ich hab da zufällig vor kurzem eine doku drüber gesehn. da wars jedoch so, dass die leute täglich mehrere stunden leistungssport betrieben haben, wie laufen oder radfahren.

das mit deiner freundin tut mir leid. was ich nur nicht ganz verstanden hab is, warum du schluss gemacht hast. als ich so den text gelesen hab, hab ich zuerst gedacht, dass sie schluss gemacht hat, weil du ihr den freiraum, den sie gebraucht hat, nicht geben konntest. war der grund, dass du es nicht ausgehalten hast, sie nicht zu sehn, und ihr sozusagen einen gefallen tun wolltest? denn so wies aussieht war sie ja auch sehr unglücklich über die trennung. ich hoff ich hab da jetzt nicht zu viel gemutmaßt : )
eine frage hätt ich dazu noch! ist die freundin noch teil deines lebens oder gibts die möglichkeit nochmal kontakt zu ihr aufzunehmen? ich glaub es würd dir sehr helfen das alles mit ihr zu klären. du hast geschrieben, du hast dich nicht getraut es nochmal zu versuchen. ich weiß, das ist immer sehr schwierig, aber da gibts nix zu verlieren. falls du die möglichkeit hast, dann trau dich! ich bin selbst sehr sentimental und kann gut verstehen, dass einen sowas sehr fertig macht.

das mit den medikamenten find ich blöd. warum verschreibt dir der neurologe was, dass deine depressionen noch verstärken könnte? also ich selbst mag diese ganze medikamentensache auch nicht. ich kann verstehn, dass du da ein bisschen angst bekommen hast. hätt ich wahrscheinlich auch.
vielleicht hilft es ja, eine zweite meinung bei einem anderen neurologen einzuholen.

lg co

Sunny23

unregistriert

5

Donnerstag, 18. Februar 2010, 09:32

Hallo Ihr zwei!

Tryit, das mit deiner Ex-Freundin verstehe ich jetzt ein bischen besser. Ich verstehe auch warum du mit Ihr Schluss gemacht hast. Aber hast du Ihr denn nicht erklärt was mit dir los ist und das du es nicht aushälst sie so lange nicht zu sehen?! Deshalb bin ich auch wie "co" der Meinung, nehem nochmal Kontakt mit Ihr auf und kläre das mit Ihr!

Aber was ich dir noch zu den Medikamenten sagen wollte, ich glaube du hättest es mit den versuchen sollen, es ist nämlich so: Diese Ganzen Medikamente, egal ob anti-depressiver oder die Tabletten gegen Zwänge oder irgendwelchen anderen Tabletten gegen die psyche, haben alle Nebenwirkungen! ( ich spreche aus Erfahrung, habe die stärksten anti-deprssiver genommen und musste diese auf Grund sehr starken Nebenwirkungen absetzen) Aber ein Bekannter von mir hat die gleichen genommen und er hat sehr harmlose Nebenwirkungen bekommen, z.B. müdigkeit, jeder Körper reagiert anders. Dein Arzt war versplichtet dir das zu sagen! Aber... er hat dir nicht um sonst gesagt, dass du nach drei Wochen wiederkommen sollst, denn die Medikamente beginnen erst nach ca. 2 Wochen Ihr wirkung zu zeigen! Und der Arzt wollte dann wisen, ob du Nebenwirkungen bekommst oder nicht! Es wäre auf jeden Fall ein Versuch wert gewesen! Aber es ist deine Entscheidung!

Mit der Therapie ist es so eine Sache, ich habe z.B. 1 Jahr auf ein Therapiebeginn gewartet aber es ist immer besser sich auf die Wartelist setzten zu lassen, auch bei mehreren Therapeuten, und dann doch evtl. schneller ein Platz zu bekommen.

Also überleg es dir nochmal!!

LG Sunny23

6

Freitag, 19. Februar 2010, 00:27

Hi,

ich kann verstehen, dass du die Medikamente nicht nehmen wolltest.

@ Zwang/Sucht:

Manchmal kommt mir der Zwang auch eher wie eine Sucht vor; letztes Jahr habe ich dem Therapeuten gegenüber mal so etwas erwähnt, weiss jetzt nicht mehr genau, worum es ging, jedenfalls habe ich einen Vergleich gemacht und den Zwang in Relation zu etwas anderem gesetzt, was wie eine Sucht ist. Irgendwie hat ihn das entsetzt und er hat gefragt, ob mir klar ist, was ich da eigentlich gesagt habe ...

....wenn man sich das Verhalten von anderen ansieht, kann man auch dort zwanghaftes/suchthaftes entdecken, ebenso wie gewisse Rituale; ein gutes Beispiel ist hierfür zB bei Frauen das Make-up. Ich kannte Frauen, die ungeschminkt nicht einmal zum Briefkasten gegangen sind, nur wird das in der Gesellschaft als 'normal' anerkannt, während vll etwas anderes als abnormal gilt; also ist es auch und vor allem immer eine Frage des Blickwinkels und der Masse.

Ich habe mich früher auch öfters gefragt, was wäre, wenn der Zwang auf einmal 'weg' ist, verliere ich dann andere Dinge ebenso? Je länger man mit dem Zwang lebt, umso mehr gewöhnt man sich daran und desto mehr wird es ein Teil der Persönlichkeit. Meine Mutter meinte neulich zu mir, dass alle Menschen etwas haben, nur mein Pech bestünde eben darin, dass es sichtbar ist, während die Schwierigkeit bei anderen eben nicht in dieser Form sichtbar ist.

Die Frage ist immer, wie sehr man unter dem Zwang leidet und wie sehr er einen daran hindert, am Leben teilzunehmen, den Alltag zu meistern und auch Freude zu empfinden und Dinge genießen zu können ...

Sofern sich der Zwang in Grenzen hält, kann man das alles vll sogar noch, wenn dann Angst dazukommt, weniger, meiner Erfahrung nach trennt Angst noch mehr; den Zwang kann man vll noch kontrollieren oder ihm Zeit 'zuweisen' während sich die Angst daran nicht hält, die überflutet alles und am Ende sitzt man da und fühlt nichts mehr außer Panik.

Manchmal ist mit einem bestimmten Menschen auch eine bestimmte Zeit verbunden und deshalb sehnt man sich zurück und denkt, wenn die Person wieder da wäre, ginge es einem auch wieder gut. Doch leider läßt sich die Zeit nicht zurückdrehen und 4 Jahre sind sehr lange. Außerdem wirst du möglicherweise wieder vor demselben Problem stehen, wenn sie ihren Freiraum braucht und du es nicht erträgst oder akzeptieren kannst ...

ich glaube, zwanghafte Menschen sind sehr besitzergreifend, ab einem bestimmten Punkt der Nähe und Verbundenheit, legt sich ein innerer Schalter um und man will den anderen 'besitzen', ganz und gar vereinnahmen, vielleicht aus Angst, verlassen zu werden oder so.

Viele Grüße, Hermit.
Das Leben als solches ist absolut lebensgefährlich und führt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit zum physischen Tod.

Lesen -> Denken -> Schreiben

~T~R~ O - o - O ~ L

fragemum

unregistriert

7

Dienstag, 23. Februar 2010, 20:52

hallo hermit,

ich möchte was sagen zu dem thema besitzergreifend sein...weil ich auch oft dachte das ich das bin. traute mir das aber nicht so einzugestehen kommt mir vor. dann meint ein anderer teil von mir wieder, dass ich in wahrheit glaube schlimmer zu sein als ich bin und daher die zwänge resultieren.

also ich mach die erfahrung, als ob es verschienden teile in mir gäbe, die sich gegenseitig nicht gut kennen, und die die zwänge verstärken oder schwächen wollen, als wär ich rigendwie fragmentarisch. würd mich auch interessieren ob das jem kennt?

deine signatur find ich lustig.

8

Dienstag, 23. Februar 2010, 23:56

Hi fragemum,

das ist immer schwer zu beurteilen, ob und wie (extrem) besitzergreifend man nun ist oder eben nicht ist, da es vermutlich auch um eine sujektive Einteilung geht, was er eine noch als 'gering' oder gemäßigt betrachtet, ist für einen anderen vll schon zu viel.

Ich finde die Vorstellung dann irgendwie 'angenehmer' gar nicht erst so viel Nähe zu haben, anstatt verlassen zu werden oder eben auch eine Distanz zu wahren, bevor sich das besitzergreifend sein aktiviert; an sich ist es auch ein Widerspruch, wenn man auf der einen Seite besitzergreifend sein würde, auf der anderen zu viel Nähe nicht erträgt und seinen Freiraum braucht ...

Nähe und Distanz, Abgrenzung und Gemeinsamkeiten, ich glaube, das sind immer schwierige Themen, gerade für Zwangskranke.

Sich teils widersprechende Emotionen/Verhaltensweisen an mir kenne ich auch.

In einem anderen Post hattest du etwas von Nachfragen geschrieben, sowas hatte ich früher auch extrem, wegen der eigenen Unsicherheit, nur dass einmal Nachfragen nicht unbedingt ausreicht/e und das auf Dauer für die Angehörigen dann auch belastend ist, wenn sie sich nicht gleich weigern, überhaupt zu antworten.

@ Signatur

Danke :)

Viele Grüße, Hermit.
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fragemum

unregistriert

9

Mittwoch, 24. Februar 2010, 12:46

naja das mit der nähe ist bei uns so, dass mein freund auch viel davon braucht, eher in kröerplciher hinsicht. ich selbst komm mir da manchmal distanziert vor, auf der anderen seite kann ich ganz schön lästig sein, wenn ich etwas will, also zum beispeil das mit den fragen ist bei mir auch so dass ich des öfteren mehrmals frage.
aber ich hoffe doch nicht, dass ich /man/der zwangskranke aufgrund meines beitzergreifenden verhaltens verlassen werde.
heisste das du schützt dich sozusagen davor, dweil du angst hast verlassen zu werden aufgrund des besitzergriefenden, indem du mehr distanz aufbaust?
und natürlich kann man sich dagegen auch schützen indem man distanz wahrt. für mich ist es ein bissl eine heikles thema, weil ich als kind extrem befürsorgt wurde und deshalb selbst soweiso angst davor hab zu klammern, was ich in vorigen beziehungen auch schon getan hab.

10

Mittwoch, 24. Februar 2010, 18:09

Zitat

Original von fragemum

aber ich hoffe doch nicht, dass ich /man/der zwangskranke aufgrund meines beitzergreifenden verhaltens verlassen werde.
heisste das du schützt dich sozusagen davor, dweil du angst hast verlassen zu werden aufgrund des besitzergriefenden, indem du mehr distanz aufbaust?
und natürlich kann man sich dagegen auch schützen indem man distanz wahrt. für mich ist es ein bissl eine heikles thema, weil ich als kind extrem befürsorgt wurde und deshalb selbst soweiso angst davor hab zu klammern, was ich in vorigen beziehungen auch schon getan hab.


@besitzergreifend sein
ich glaube wenn, scheitert es eher am Zwang, besitzergreifend sind ja auch Leute ohne Zwangserkrankung ...und bei einer Zwangserkrankung kommt es sicher auch auf das Zwangssymptom an, das man hat

in gewisser Weise ja, gibt auch noch andere Aspekte, aber das ist einer davon.
zB ist es so, dass viele immer zusammenziehen wollen etc. aber ich will alleine wohnen, ich denke auch nicht, daß ich es ertragen würde, nicht alleine zu wohnen, das ist zB ein Aspekt der Distanz, der dann vll eher weniger 'klammerhaft'/besitzergreifend wirkt, auch wenn man es in anderen Bereichen vll wieder ist. Ich glaube, bei verschiedenen Menschen können sich die Sachen auf verschiedene Weise zeigen.

Grüße, Hermit.
Das Leben als solches ist absolut lebensgefährlich und führt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit zum physischen Tod.

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fragemum

unregistriert

11

Mittwoch, 24. Februar 2010, 19:21

ma hermit, du baust mich aber auf...hm bei mir ist nämlich grad der zwang lästig für andere...also ich hab ja den fragezwang, das heisst dass ich viele fragen stelle. oft mehrmals hintereinander und ganz konkrete antworten brauche, was leute ziemlich auf die palme bringen kann.

ja ich weiss nicht ob es genauso anstrengend ist, wenn jemand einen waschzwang hat, weil der halt dann ein vielbeschäftigter mensch ist , was ich so mitkrieg gibts ja da exzessives waschverhalten...aber ich kann das ja nicht vergleichen. meins ist, auch wenns jetzt nicht soviel zeit in anspruch nimmt, schon lästig.

na ich hoffe doch, dass es der beziehung nicht allzu schadet oder ich gar verlassen werde.

du sagst du hattest das früher mit dem nachfragen, was mich natürlich brennend interessieren würde, wie und wann bist du davon losgekommen?
ich muss ehrlich sagen, bis weit über 20 hatt ich garkeine zwangsymptome, nur ängste. als kind war ich schon zwanghaft, aber das kommt ja sogar bei ottonormalbürger vor.

bei mir wurden schon verschiedene sachen diagnostiziert, bis ich jetzt mit über 30 jahren diese doppeldiagnose, zwangsstörung und generalisierter angststörung bekommen hab. hab teilweise psychosomatische beschwerden auch.

lg

12

Sonntag, 28. Februar 2010, 17:30

Zitat

Original von fragemum
ma hermit, du baust mich aber auf...hm bei mir ist nämlich grad der zwang lästig für andere...also ich hab ja den fragezwang, das heisst dass ich viele fragen stelle. oft mehrmals hintereinander und ganz konkrete antworten brauche, was leute ziemlich auf die palme bringen kann.

ja ich weiss nicht ob es genauso anstrengend ist, wenn jemand einen waschzwang hat, weil der halt dann ein vielbeschäftigter mensch ist , was ich so mitkrieg gibts ja da exzessives waschverhalten...aber ich kann das ja nicht vergleichen. meins ist, auch wenns jetzt nicht soviel zeit in anspruch nimmt, schon lästig.

na ich hoffe doch, dass es der beziehung nicht allzu schadet oder ich gar verlassen werde.

bei mir wurden schon verschiedene sachen diagnostiziert, bis ich jetzt mit über 30 jahren diese doppeldiagnose, zwangsstörung und generalisierter angststörung bekommen hab. hab teilweise psychosomatische beschwerden auch.

lg


ich wollte dich jetzt nicht entmutigen, durch das, was ich geschrieben habe... Schwierigkeiten gibt es ja immer und manche bleiben trotzdem zusammen, zB auch trotz schwerer körperlicher Krankheiten oder so....

Die Kombination aus Angst&Zwang habe ich auch, ebenso mitunter psychosomatische Beschwerden, die ich früher nicht hatte, manchmal habe ich das Gefühl, dass man zuerst 'eine' Sache hat und je älter man wird, noch mehr dazu kommen :(

Deine anderen Fragen beantworte ich dir per PN.

Viele Grüße, Hermit.
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13

Montag, 1. März 2010, 10:15

hallo ihr,

also bei mir ist es auch so, das ich beziehungen schon gar nicht mehr erst zulasse. es ist bei mir weniger ein problem des klammerns, sondern meine neurotische gedankenwelt lenkt sich sofort auf die person. sobald ich ne beziehung angefangen habe werden die zwänge auch gleich doppelt schlimm. wenn ich über etwas keine kontrolle habe kompensiere ich das mit zwängen.

"wenn du das und das jetzt nicht tust verlässt sie dich!"... ect. *wink*

ich für meinen teil habe mich für ein leben ohne feste bindung entschieden. das macht mich aber auch nicht sonderlich traurig, ich hatte eh nie sonderliches glück in einer beziehung.

ich halte Hermits denkansatz auf jeden fall für angebracht. auch das thema mit der sucht liegt nahe. ein süchtiger empfindet seine sucht ja auch als zwang und nicht als angenehm. lasse ich den zwang bzw die sucht zu, erfahre ich im ersten moment linderung. nach der linderung macht man sich aber schon wieder quälende gedanken darum das man es wieder zugelassen hat.

auch der theraphieansatz ist ja ähnlich, die einen lernen den umgang ohne suchtmittel, die anderen ohne zwänge. beides ist mit den erfolgschancen gekrönt, ein zwängler bleibt zwängler, ein süchtiger bleibt ein süchtiger, lediglich der umgang damit wird gelehrt.

gruß xerwas

fragemum

unregistriert

14

Montag, 1. März 2010, 17:49

welchen denkansatz eisnt du? auf distanz gehen? mein freund würde es jedenfalls nicht wirklich wollen, getrennt zu leben...

bleibt mir in dem fall wohl kaum was anderes übrig als mich zurückzuhalten...

lg

15

Dienstag, 2. März 2010, 21:46

ich meinte das, dass was hermit meinte gar nicht so weit hergeholt ist. das zwänge ähnlich wie ne sucht sind. der therapeut hat ja so entsetzt reagiert.

ich will dir damit zu nichts raten.

16

Dienstag, 2. März 2010, 22:15

Zitat

Original von Xerwas
hallo ihr,

sobald ich ne beziehung angefangen habe werden die zwänge auch gleich doppelt schlimm. wenn ich über etwas keine kontrolle habe kompensiere ich das mit zwängen.

auch der theraphieansatz ist ja ähnlich, die einen lernen den umgang ohne suchtmittel, die anderen ohne zwänge. beides ist mit den erfolgschancen gekrönt, ein zwängler bleibt zwängler, ein süchtiger bleibt ein süchtiger, lediglich der umgang damit wird gelehrt.

gruß xerwas


Dass sich die Zwänge/Ängste steigern, weil man keine Kontrolle darüber hat, ist ein interessanter Gedanke, vll ist das wirklich der Grund dafür, wieso sie dann so 'aufflammen', selbst wenn sie davor auf einem relativ niedrigen oder mittleren Niveau waren...

Die Formulierung ist gut, man lernt den Umgang damit, auch wenn der Zwang an sich bleibt und immer vorhanden sein wird, vermutlich sollte man das für sich selbst im Kopf behalten, als Ziel, dann ist es auch erreichbar.

Gehst du eigentlich nun zu der Gruppe?

Grüße, Hermit.
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