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Behappy

unregistriert

1

Donnerstag, 25. März 2010, 11:56

Stieftochter leidet an verschiedenen Zwängen

Hallo,

ich bin mittlerweile relativ verzweifelt und habe mich deshalb in diesem Forum angemeldet, um Hilfestellungen zu bekommen.

Meine Stieftochter leidet seit einigen Monaten an Zwangserkrankungen und wenn es so weiter geht zerbricht die ganze Familie daran.

Aber erst mal von Anfang an: Ich lernte meinen jetzigen Mann ein halbes Jahr nach dem Tod seiner Frau (verstarb 4 Monate nach der Geburt an Magenkrebs mit 31 Jahren, kennen. Seine Tochter war damals 10 Monate alt und ich hatte einen Sohn aus erster Ehe, der damals sechs Jahre alt war. Nach fünf Jahren haben wir geheiratet und alles funktionierte perfekt. 1999 haben wir dann unsere gemeinsame Tochter bekommen und kurz danach, fingen die Probleme mit der großen Tochter, die ich zwischenzeitlich adoptiert hatte , an. Durch die Adoption hat sie erfahren, das ich nicht ihre leibliche Mutter bin. Es folgten Jahre mit Höhen und Tiefen in unsere Mutter! -Tochter Beziehung. Bis dahin hat sie weder nach ihrer leiblichen Mutter gefragt, noch das Grab mal mit ihrem Vater besucht. Anfang letzten Jahres hatte sie dann in der Schule (sie machte eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin) das Thema Krebs und erstmalig musste sie sich mit der Krankheit ihrer Mutter auseinander setzen. Zur gleichen Zeit hatte sie ihren ersten festen Freund und die ersten sexuellen Erfahrungen, mit mittlerweile 19 Jahren.
In der Schule ließ sie nach, ging auch dann und wann nicht hin ohne sich zu entschuldigen, blieb lieber im Bett liegen. Im September dann der große Knall, aus dem Pflegepraktikum welches für die Ausbildung nötig war, rannte sie weg. Es folgten Gespräche innerhalb der Familie und mit Lehrern. Die Folge war die Abmeldung von der schulischen Ausbildung.
Der Hausarzt hat ihr dann nach Schilderung unsererseits eine Einweisung in die Klinik unterschrieben. Sie jedoch wollte unbedingt eine ambulante Therapie machen. Bis jetzt war sie höchstens 5x dort in Behandlung. Was ich und auch mein Mann für sehr unzureichend halten. Durch den ewigen Streit zwischen uns ist sie dann zwischenzeitlich zu ihrem Freund und dessen Mutter gezogen und kam nur noch sporadisch nach Hause. Es folgten Gespräche mit dem Jugendamt, da sie gerne eine eigene Wohnung haben wollte. Als sie dann merkte, das es alles nicht funktionierte, zog sie teilweise wieder hier ein , übernachtet aber immer noch sehr häufig bei ihrem Freund.
Ihre Zwänge: Angst vor Infektionen, bes. durch Blut, Hygiene und Sauberkeitszwang.
Die zweite Toilette im Haus beansprucht sie für sich alleine, ebenso wird ihre Wäsche nur noch alleine von ihr in der Maschine gewaschen, jede Gabel, jeder Teller wird genauestens untersucht, ob er auch sauber ist. Die kleine Schwester wird ständig angehalten sich auch regelmässig und richtig die Hände zu waschen, nichts darf in ihrem Zimmer, wenn sie da ist angefasst werden. Ist sie nicht da, ist es verschlossen.
Sie möchte eigene Waschmöglichkeiten haben und das Telefon wird nur noch angefasst mit Tiefkühlbeuteln, Türen werden nur noch, wenn es nicht anders geht mit spitzen Fingern oder dem Ellebogen , bzw, den Füssen geöffnet, etc, etc.....

Jetzt haben wir eine neue Wohnung gefunden, mit zwei Bädern und Toiletten, natürlich beansprucht sie eines für sich alleine. Sie möchte dort jedoch nicht einziehen, weil die Tochter der Vermieterin vor Jahren etwas mit ihrem Freund hatte (vor der Beziehung) und sie es nicht ertragen kann in dieser Wohnung zu wohnen, mit dem Gedanken das dort ihr Freund schon mal mit einer anderen geschlafen hat.
Sie macht derzeit ausser Schafen, Fernsehen, Computer und Musik hören, nichts. Hilfe im Haushalt kommt, trotz Handschuhangebot, sehr selten. mein Mann und ich sind beide berufstätig und Hilfe ihrerseits wäre eine große Unterstützung.
Ich gehe an der Situation bald kaputt, da ich gesundheitlich mittlerweile auch angeschlagen bin. Die Akzeptanz meiner Person ist im Augenblick gleich null, da ich sie dazu anhalte, mal was für sich zu tun, sei es mal in Kurse der VHS zu gehen, die sich mit dem Thema befassen, Selbsthilfegruppen etc. alles wird abgelehnt. Meiner Meinung nach kann doch so nichts besser werden, was meint Ihr????

Ich bin jetzt soweit, das wenn mein Mann die neue Wohnung, wegen der großen Tochter nicht nimmt, das ich mit der Kleinen ausziehe (jetzige Wohnung ist zu teuer geworden) Übrigens unterstützt der Freund, ihre Vorgehensweise und lässt sie gewähren.
Wie soll ich mich weiter verhalten, bräuchte dringend mal den Rat anderer Betroffener.

Behappy

Brummbär

unregistriert

2

Donnerstag, 25. März 2010, 22:33

Hall Happy,
sie braucht dringend eine Therapie die sie auch wahr nimmt. Sie muss also wollen, denn ohne Patientenwille geht gar nichts. Vieleicht ist sogar ein stationäre Therapie besser, es scheint ja schon ziemlich schlimm zu sein. Da sie volljährig ist, muss sie selber alles in die Wege leiten, man kann sie nur überzeugen und ihr Kliniken anbieten. Die Wartezeiten sind lang, erkundige Dich bei mehreren Kliniken.

Sie hat den Verlust ihrer leiblichen Mutter noch nicht aufgearbeitet, das ist ein schweres Los das sie noch lange verfolgen wird.

(verstarb 4 Monate nach der Geburt.... Seine Tochter war damals 10 Monate alt
Wie geht das eigentlich?

Behappy

unregistriert

3

Freitag, 26. März 2010, 00:36

Als ich sie und ihren Papa kennen gelernt habe, war sie zehn Monate alt und hatte ihre Mutter ein halbes Jahr zu vor mit vier Monaten verloren. Sie hat sie also nie bewusst kennen gelernt und ich habe versucht ihr so viel Mutterliebe, wie ich es konnte zu geben. Ich war ja zu dem ZEiTPUNKT MIT 27 Jahren, schon Mutter eines sechsjährigen Sohnes
Seit dem Ausbruch ihrer Krankheit binich jetzt das Ventil für sie alles was ich mache und sage, ist verkehrt. Wir haben nach dem sie heute Nachmittag gesagt hat, dass sie doch mit in die neue Wohnung zieht, den Mietvertrag festgemacht. Vorhin rief sie dann von ihrem Freund aus an, das sie es sich doch nichtvorstellen könnte, weiter mit mir zusammen zu wohnen. Ich komme nicht. Mehr an sie ran und mit Klinikbrauche ich ihr gar nicht erst zu kommen, sie meint dann ich wolle sie loswerden und in die Klappse stecken(O-Ton). Was sollen wir machen sie kann dochnicht auf eigenen Beinen stehen , kein Job, kein Geld und dann noch krank! Ich kann mich doch nicht total verbiegen, zu allem Schweigen und nur alles schlucken, damit sie doch mit ein zieht. Oder sollen wir uns trennen sie mit Papa in eine Wohnung und ich mit der Kleinen in eine. Mein Mann kann doch seine Tochter jetzt nicht hängen lassen.
Übrigens rief mich vorvier Wochen ihr Frauenarzt an und erzählte, das sie sich mit den verschiedesten Begründungen jeden Monat drei Packungen Antibabypillen holt. Aiuf unsre Nachfrage meinte sienur, das siedie bräuchte, weil sie schon mal Durchfall hätte. Der Doc hat ihr ganz klar gesagt, das es künftig monatlich nur noch eine Packung gäbe, jetzt geht sie zu einem anderen Arzt. Sie ist volljährig, uneinsichtigund hört nur auf ihren Freund und dessen Mutter, die ihre Einstellung unter stützen und sie gewähren lassen. Dabei ist die Mutter von Beruf Krankenschwester!!!!!! Wir wissen nicht mehr weiter.....

the_saint

unregistriert

4

Freitag, 26. März 2010, 02:14

Die Stieftochter soll ihr Leben in die eigene Hand nehmen, sie kann sich nicht ewig verstecken. Wenn sie Klinik bzw. Behandlung ablehnt, dann soll sie eine eigene Wohnung suchen und Sozialhilfe beantragen. Sie muss endlich über ihr Leben nachdenken, dafür braucht sie äußeren Druck.

Behappy

unregistriert

5

Freitag, 26. März 2010, 05:29

Ich bin ganz deiner Meinung, aber auch das haben wir durch mit Arbeitsamt und Arge. Als ihr der Druck zu groß wurde, hat sie sich gegen die Selbstständigkeit entschieden. Auch da hatte ich bereits eine nette Wohnung für drei an der Hand, die ich abgesagt habe. Wir haben deshalb wieder eine 4 Zimmer Wohnung gesucht. Ich habe meinem Mann ganz klar gesagt, das ich da auf jeden Fall einziehe auch ohne sie.
Außerdem habe ich dafür gesorgt (ist vielleicht gemein) das wieder Schule ein Attest vorlegen muss das sie wieder gesund ist. Sie ist nämlich der Meinung dass sie dort auf jeden Fall genommen wird. Sie hat eine schulische Ausbildung angefangen und könnte, da sie eine gute Schülerin war, dort Problemlos wieder einsteigen aber nur mit. Attest . Deshalb hat sie sich für eine anderes schulische Ausbildung an der Schule als Erzieherin entschiden, weil sie halt der Meinung ist da brauche sie dann keins. Ich habe dann mit ihrer alten Klassenlehrerin gesprochen, die im übrigen auch von der Notwendigkeit einer stat. Therapie überzeugt ist und sie hat Ahnung schließlich kennt siesich mit der Materie aus. Sie untterichtet ja in den Heilerziehungsklassen. Sie wird jetzt dafür sorgen das unsere Tochter auch da ein Attest braucht. Sie soll dadurch den Druck bekommen was tun zu müssen. Ich bin auch der Meinung, das sie Druck braucht, sie meint selber aber das sie den überhaupt nicht gebrauchen kann.
Liege ich mit dieser Meinung richtig? Man kann sich doch nicht allem so einfach ergeben und nichts tun, außer eine Familie zu zerstören. Unsere kleine Tochter ist übrigens zehn und mittlerweile von der großen Schwester ziemlich genervt.

Brummbär

unregistriert

6

Freitag, 26. März 2010, 20:49

Also, so wie ich das überlicke, hast Du alles richtig gemacht. Du warst ihr von klein auf eine gute Ersatzmutter und Du bemühst Dich noch immer. Mache Dir jetzt keine Vorwürfe Fehler gemacht zu haben.
Da sie volljährig ist, sind Dir die Hände gebunden. Sie muss selber erkennen, dass sie die Hilfe annehmen muss. Erst, wenn sie sich selber oder andere ernsthaft gefährdet kann man wieder einschreiten. Nur jemanden nerven ist aber keine Gefährdung.
Die Idee mit den Attesten ist schon mal gut, hoffendlich kommt sie nicht dahinter.
Du machst schon sehr viel, ich habe da auch keine neuen Idee, es muss von ihr selber kommen.

7

Samstag, 27. März 2010, 04:11

Hi,

das, was du schilderst, erinnert mich in vielen Punkten an meine Situation früher, abgesehen von der Beziehung, wobei ich mich frage, wie deine Tochter, trotz Waschzwang und Ekel eine Beziehung haben kann?

Druck von außen auf einen Waschzwangskranken erzeugt meist nur eine Symptomverschlimmerung infolge des inneren Gegendrucks.
Versuche, statt zu ihr zu sagen: tu das und das und das, eher eine Formulierung als Ich-Botschaft, also dahingehend, das du Grenzen setzt in deinen persönlichen Bereichen oder eben auch bei der kleinen Schwester, dass die große Schwester eben nicht dauernd kontrolliert, was die kleine macht.

Absolut falsch finde ich den Vorschlag, dass deine Tochter Handschuhe tragen soll, damit sie mehr im Haushalt tut ... man kann mit und durch Therapie einen Waschzwang zumindest mindern, wenn man sich aber erst mal an Handschuhe gewöhnt hat, dann wird man sie - selbst wenn andere Symptome sich gebessert haben - die Handschuhe dann nicht automatisch mit los. Wenn man so viele Jahre dann mit Handschuhen lebt, ist es zu schwer, sie wieder loszuwerden, man hat sich viel zu sehr dran gewöhnt, außerdem bedeuten sie eine gewisse Sicherheit. Man sollte nicht davon ausgehen, dass sich ein Zwang innerhalb von wenigen Wochen oder Monaten wieder bessert oder aufheben läßt und bis es soweit ist, sind die Handschuhe dann schon zu einem Bestandteil der Persönlichkeit geworden. Abgesehen davon fällt man mit Handschuhen auch mehr auf als ohne. Die Handschuhe sind sozusagen ein weiterer Schritt in den Zwang, weg von der Normalität der anderen.

Solange deine Tochter selbst nicht bereit ist, sich Hilfe zu suchen oder anzunehmen, wird es sehr schwer sein, ihr zu helfen, zumal wenn sie dich momentan ablehnt. Vielleicht würde sie eher bereit sein, sich helfen zu lassen, wenn ihr Freund und dessen Mutter ihr dazu raten würden? Könntest du nicht mit der Mutter des Freundes mal reden? Wenn deine Tochter dort so oft ist, müßte ihr doch der Zwang auch auffallen ... vielleicht würde die Mutter des Freundes ihre Meinung auch ändern, wenn deine Tochter mal für längere Zeit dort lebt und sie es miterlebt, momentan scheint sie es ja nicht für so ernst zu halten?

Was ich mich auch frage, wie will deine Tochter mit Waschzwang und Infektionsangst so eine Ausbildung machen, wo sie wohl auch zu Kranken Kontakt haben wird? Vielleicht wäre ein anderer Beruf in diesem Fall geeigneter für sie? Andererseits fällt in einem Beruf, wo man 'zwangsweise' oft Dinge waschen/desinfizieren/reinigen muss ein Waschzwang weniger auf, nur kann ich mir nicht vorstellen, wie man mit Ekel und Infektionsangst auf Dauer damit klarkommen will.

Viele Grüße, Hermit.
Das Leben als solches ist absolut lebensgefährlich und führt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit zum physischen Tod.

Lesen -> Denken -> Schreiben

~T~R~ O - o - O ~ L

8

Samstag, 27. März 2010, 06:42

Ich glaube auch, dass Druck auf keinen Fall der richtige weg ist. Bei mir ist es zumindest so, dass das die Ängste und schlechten Gefühle nur noch verstärkt. Was mir auch noch auffällt ist, dass es sich hier offensichtlich nicht nur um ein "Zwangsproblem" sondern auch um ein "Pubertätsproblem" handelt, was natürlich das ganze Problem kompliziert. In beiden Dingen ist das Wichtigste, denke ich, Liebe und Verständnis. Ich hatte in meiner Jugend von beidem deffinitiv zu wenig und das hat mir das Leben zur Hölle gemacht.
Natürlich bin ich ganz deiner Meinung, dass eine Ausbildung wichtig ist. Vor Allem auch weil es einem unheimlich Mut macht, wenn man etwas erreicht hat.
Habt ihr denn schon viel über ihre Krankheit gesprochen? Ich meine wie sieht sie das? Denkt sie, sie kann es alleine schaffen oder will sie überhaupt was daran ändern? Es ist ganz wichtig, dass sie, und zwar wirklich und zutiefst, begreift, dass es so nicht weiter gehn kann. Man könnte jetzt zwar ganz einfach sagen: natürlich. Sie leidet ja. Aber ich selbst hab nach Jahren immer noch nicht ganz begriffen und vor Allem akzeptiert, dass ich was ändern muss. Das ist ein ganz schwieriger Prozess und Mann muss sich da selbst unheimlich viel eingestehn.
Ich glaube zu wissen, dass du das sicher schon oft getan hast, aber Versuch nochmal mit ihr zu reden. Nimm sie in den Arm und sag ihr, dass du sie lieb hast und dass du zu ihr stehst. Und dann schau ihr ganz tief in die Augen und sag ihr, dass das jetzt ihre Chance ist. Dass es nicht besser wird, wenn sie nichts ändert. Dass muss ihr klar werden.

Lg Co

Behappy

unregistriert

9

Samstag, 27. März 2010, 09:28

All das was Du Co schreibst habe ich schon ausprobiert. Am Anfang kam ich ja auch noch an sie ran, aber nachdem sie sich dann einige Wochen bei ihrem Freund und seiner Mutter verkrochen hat, hat sich das total verändert. Ich habe sie am Anfang noch zum frauenarzt begleitet, weil sie immer Angst hatte sie könne schwanger sein und Probleme mit der Größe der Pille hatte. Sie hat immer Angst gehabt das diese, weil sie so klein ist irgendwo wegfflutscht ohne das sie es merkt. Dann machte sie sich total verrückt, wenn die Periode nicht auf den Tag genau kam. Ich habe da immer an ihrer Seite gestanden und sie unterstützt, auch als sie dann die Schule bbrechen musste, weil sie das dafür erforderliche Pflegepraktikum nicht machen konnte. Immer war ich an ihrer Seite. Jetzt legt sie alles was ich sage gegen mich aus und interpretiert Aussagen von mir völlig falsch, nur um mich negativ da stehen zu lassen. Sie setzt meinen Mann unter Druck und erwartet das er mich rausscmeißt, weil sie mit mir nicht mehr leben will. Sie sagt aber gleichzeitig wenn mein Mann fragt was dann wäre wenn er es tun würde , das man ihr keine Schuld dafür geben dürfe. Sie habe schließlich keinerlei Schuld an dem schlechten Verhältnis zu mir sonder die Schuldige wäre ich. Um mich selbst zu schützen gehe ich jetzt in die Richtung sie zu ignorieren. Soll sie machen, was sie will. Ich habe keine Lust für sie den Blitzableiter zu spielen. Wie gesagt alles änderte sich nachdem sie dann eine Weile bei ihrem Freund und seiner Mutter wohnte und nach Gesprächen mit ihr, die unsere Tochter mit ihr geführt hat. Ich glaube bald, das der Meinung ist das mir der Platz an der Seite ihres Vaters nicht zu steht.
Sie ist im übrigen der Meinung das sie es mit den Zwängen alleine bzw. Mit der Therapeutin hin bekommt. Der letzte Termin war vor ca. Acht Wochen, weil sie den Folgetermin vergessen hat, der nächste ist am 6. April.

10

Samstag, 27. März 2010, 20:40

Das ist wirklich alles sehr traurig. Wie verhält sich denn ihr Vater bzw. dein Mann? Steht er zu dir, sagt er das zu seiner Tochter auch? Immerhin seid ihr ja fast 20 Jahre zusammen und du hast sie wie ein leibliches Kind angenommen. Es wirkt so, als ob sie dir indirekt die Schuld gibt vielleicht auch dafür, dass sie eben nicht das leibliche Kind ist, im Gegensatz zu ihrer Schwester (Eifersucht). Leider ist es oft so, dass die Person, die dem Kind am nächsten stand und da war, in dem Fall du, auch am meisten abkriegt. Es ist irgendwie paradox, dass man dann gerade den Menschen wegstößt und durch das eigene Verhalten quält, der einem am nächsten steht und einem auch helfen könnte und wollte. Dadurch, dass sie nicht das leibliche Kind ist, kann sie natürlich immer das als Argument 'vorschieben'. Die Probleme kann man jedoch auch als erkranktes älteres Geschwisterkind haben, wenn man dieselben Eltern hat.

Wichtig ist, dass ihr als Eltern und Paar zusammenhaltet, wenn dein Mann ihr klarmacht, dass du ein Teil seines Lebens bist und dazugehörst und sie das akzeptieren muss (und vor allem es ihr auch nicht zusteht, zu sagen, dass du kein Recht hast, 'da' zu sein) ich denke, er sollte da klare Grenzen setzen.
Ich finde es etwas grotesk, dass du angeblich kein Anrecht als Ehefrau und Mutter in der Familie haben sollst, wobei sie selbst sich grade einen Freund gesucht hat ... da könnte man fast meinen, die Mutter des Freundes ist eifersüchtig, weil die Mutter der Freundin einen Mann hat und sie selbst nicht?

Wenn sie solche Angst hat, schwanger zu werden, könnte sie auch Kondome nehmen.

co hat sicher recht, wenn sie schreibt, Liebe und Verständnis sind das wichtigste, auch wenn es in so einer aufgeladenen Situation für dich sehr schwer ist, das zu vermitteln.

Zieht ihr denn nun zusammen in eine Wohnung oder zieht sie bei ihrem Freund ein?

Grüße, Hermit.
Das Leben als solches ist absolut lebensgefährlich und führt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit zum physischen Tod.

Lesen -> Denken -> Schreiben

~T~R~ O - o - O ~ L

Behappy

unregistriert

11

Samstag, 27. März 2010, 23:05

Es sieht wohl so aus, das sie mit ein zieht, da mein Mann ihr ganz klar gesagt hat, das es bei der Anmietung der neuen Wohung bleibt. Da sie aber anscheinend keine Alternative hat, muss sie es wohl auch. Sorry, wenn ich das jetzt sage, aber mir wäre es für den Familienfrieden lieber wenn es anders wäre. Mein Mann meint immer nur: denk dran sie ist krank, überseh das eine oder andere, lass sie einfach in Ruhe und ihr Ding machen. Bleib einfach ruhig. Ich bin aber ein Magenmensch und kann leider nur bis zu einem gewissen Punkt ruhig bleiben und dann platze ich, leider......

12

Sonntag, 28. März 2010, 01:13

Familie bedeutet auch Verantwortung und die zeigt sich eben auch und grade in schwierigen Zeiten, sicher wäre es einfacher, wenn man solchen Situationen einfach ausweicht, durch räumliche Trennung, nur geht das eben nicht immer und letztlich zeigen solche Situationen dann auch, wo jemand wirklich steht.
Das Leben als solches ist absolut lebensgefährlich und führt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit zum physischen Tod.

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~T~R~ O - o - O ~ L

13

Sonntag, 28. März 2010, 04:02

Ich würd jetzt gerne mehr schreiben, aber es ist schon spät und ich bin schon total müde : ) eine Sache geht sich jetzt aber noch ganz schnell aus. Es ging ja unter anderem auch um die Pille. Vielleicht wäre die Kupferspirale ja was für deine Tochter. Ich selbst bin ein absoluter Pillengegner. Ich hab schon zwei verschiedene ausprobiert und ich hasse sie. Ein Grund dafür ist, dass ich früher sehr oft Migräne hatte und da sollte man eigentlich gar keine Pille nehmen. Der andere Grund ist, dass sie die ultimativen Hormonbomben sind. Ich hab mich jedes Mal so seltsam gefühlt wie ich sie genommen hab und ich glaube die Zwänge sind dadurch auch schlimmer geworden. Ich war praktiscH nurmehr ein nervöses Bündel. Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass deine Tochter oft mehrere auf einmal nimmt, weil sie glaubt welche vergessen oder verloren zu haben! Ich bin zwar ein sehr sensibler Mensch und manch sagen sie merken von der Pille gar nichts, aber gut kann das nicht sein. Die Kupferspirale find ich super. Keine Hormone, nur einmal ein kleiner Pieks und du hast deine Ruhe. Sie ist übrigens durchaus auch für jüngere Leute geeignet. Ich bin selbst erst 20 und es war kein Problem.

Behappy

unregistriert

14

Montag, 29. März 2010, 19:25

Wieviel Rücksichtnahme muss man als Angehöriger aufbringen??? Nachdem die große Schwester erst nicht einziehen , dann das Zimmer tauschenwollte, weil ihr Freund vor Jahren mal mit einer anderen in dem für sie vorgesehenen Zimmer hatte und sie darin dann nicht schlafen wollte, hat sich die kleine Schwester bereit erklärt das Zimmer zu tauschen. Heute kommt sie an und will wieder tauschen mir der Begründung, es wäre schlimmer für sie das Zimmer tagtäglich zu sehen, als selber darin zu wohnen. Die KLeine ist fix und alle, weil sie hin und her geschoben wird. Ich habe jetzt versucht ein Machtwort zu sprechen und habe der Großen gesagt, das alles so wie besprochen bleibt. Was bekomm ich zur Antwort: Hast Du das zu bestimmen? Dann frag ich halt Papa, schnappte sich das Telefon und rief ihn direkt auf der Arbeit an. Ich habe ihm dann gesagt, wenn nichts von dem was ich sage, akzeptiert wird sondern alles in Frage gestellt wird, ziehe ich mein eigenes Ding durch. Durch meinen Halbtagsjob bei der Stadtverwaltung kommt schließlich auch was in die Haushaltskasse und dafür will ich auch ein Mitspracherecht haben. Von der Großen kommt nicht mal ein Cent oder eine Mithilfe im Haushalt. Auch heute hängt sie den gam´nzen Tag nur in ihrem Zimmer v, vor dem PC, hört MUsik und gammelt vor sich hin.
Wieviel Rücksicht muss auf sie genommen werden, weil sie krank ist. So viel das ich meine eigenen Bedürfnisse oder die meiiner kleinen Tochter hinten an stellen muss?

15

Dienstag, 30. März 2010, 02:23

oh mann das ist ja wirklich alles so kompliziert : (
das scheint ja nicht so zu fruchten mit der zuwendung. ich hätt da noch eine idee. wie wärs wenn du mit deinem mann zusammen soetwas wie eine liste aufstellst. auf der einen seite die vor- und nachteile die deine tochter hätte, wenn sie bei euch wohnen bleibt, auf der anderen seite die vor- und nachteile die sie hätte wenn sie ausziehen würde. klar muss natürlich sein, dass man wenn sie bei euch wohnen bleibt, man auch kompromisse schließen kann, aber ihr die eltern seid und das dann auch euer haushalt ist und sie sich größtenteils nach euren regeln richten muss. Sie ist jetzt 19 oder? da kann man durchaus schon alleine wohnen, nur muss man dafür auch sehr viel leisten, das muss ihr auch klar sein. wäre das denn ok für dich, wenn sie wirklich auszieht, unter der voraussetzung, dass sie damit klarkommt? denkst du denn sie ist generell reif genug die verantwortung zu tragen? wenn das gar nicht zur option steht, könntet ihr vielleicht alle zusammen aufschreiben, was euch stört und was ihr ändern wollt. ganz wichtig fände ich auch, dass du das alles eben mit deinem mann gemeinsam beschließt. ich habe das gefühl, dass irgendwie alles nur an dir abgelassen wird. wenn ihr das gemeinsam macht, dann sieht deine tochter auch, dass ihr zusammengehört und einer meinung seid. ich weiß diese listensache hört sich immer ein bisschen pseudo psychologisch an. das kann aber wirklich sehr hilfreich sein.