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martinka

unregistriert

1

Sonntag, 6. Juni 2010, 13:28

zwangskranker Ex-Partner, erst Häusliche Gewalt und nun Stalking

Hallo,

ich bin völlig ratlos. Ums kurz zu umreißen:
Ich führte 8 Jahre eine Partnerschaft zu einem Zwangskranken, der schon 10 Jahre vorher krank war und mehrere erfolglose Therapien hatte, aber vollkommen normal lebte unter seinen eigenen Regeln, wie "ich dusche nur einmal am Tag, egal was ist" usw. Es war ein normales Familienleben möglich, wir bekamen ein Kind zusammen.

Im letzten Jahr unseres Zusammenlebens, das Kind war da 4 Jahre alt, nahmen seine Zwänge zu und er verlangte von Kind und mir, dass wir seinen Zwänge mitmachen sollten, er stellte die absurdesten Regeln auf. Quasi alles, jeder Handgriff, jede alltägliche Handlung, sei es die Benutzung von Toilettenpapier war von ihm geregelt und er kontrollierte dies auch.

Was ich als besonders wahnwitzig empfand, war dass er sogar einige Zwangshandlungen, wie Kontroll- und Zählzwänge komplett auf mich übertrug. Er zwang mich seine Zwänge auszuführen, er saß daneben und kontrollierte, dass ich alles richtig mache. So saßen wir Stunden und Nächtelang und es war ihm egal, dass ich z.B. zur Arbeit müßte. Beim kleinsten Einspruch wurde ich geschlagen.

Die Orientierungshilfe für Angehörige, die hier zu finden sind, sind schön und gut, aber nicht umzusetzen, wenn der Zwangskranke aggressiv wird und zuschlägt und einem mit dem Tode droht.

Weiter isolierte er uns völlig, ich durfte nur noch die Wohnung zum arbeiten verlassen, niemand durfte uns besuchen, er verbot mir Fahrrad zu fahren oder allein mit dem Auto in eine andere Stadt...

Ihn umstimmen konnte ich nicht, auch traute ich mich nicht seine Regeln zu umgehen, denn beim kleinsten Versuch von mir, wenigstens darüber zu reden, wurde er extrem aggressiv und schlug mich. Das steigerte sich und später verprügelte er mich regelmäßig mehrmals die Woche ohne Grund, und er steigerte sich in Wahngedanken, dass ihm alle Menschen was böses wollen usw.... Er wollte mir auch einreden ich sei geisteskrank und er wollte mich einweisen lassen...

Ich schaffte es mit dem Kind zu fliehen, denn gehen lassen wollte er uns nicht.

Es gab einen Beschluß laut Gewaltschutzgesetz, dass er uns nicht kontaktieren durfte und sich uns nicht nähern durfte. Umgang mit dem Kind durfte er unter Betreuung einer Sozialarbeiterin haben, was er aber ablehnt.

Trotz des Beschlußes begann er ein extremes Überwachungs- Stalking, da er ja extreme Kontrollzwänge hat. Dazu kommen immer mehr Wahngedanken und auch noch gesetzeswidrige Aktionen, wie das Bedrohen meiner Anwältin ect., so dass sich jetzt die Kripo eingeschalten hat.

Aber wirklich helfen tut mir und vorallem ihm auch keiner.
Der Allg. Soziales Dienst weiß von allem, aber reagiert nicht. Das Jugendamt und Amtsgericht legte fest, dass er eine Therapie machen muß, bevor er wieder freien Umgang zu seinem Sohn bekommt. Aber macht er nicht und verzichtet lieber auf seinen Sohn, er denkt in der Therapie wollen alle nur was Böses von ihm.

Wie kann man so einem Typen helfen?
Es ist schade, denn er war ein guter Mensch mit soviel Witz.

Liegen Zwänge und Wahngedanken oft so dicht beieinander?

Liegen Zwänge und Gewalttätigkeit oft so beieinander?

Oder hat er noch andere Diagnosen, als die Zwangskranheit?

Ich werde nun das alleinige Sorgerecht beantragen, da ich mit ihm keinerlei Entscheidungen zusammen treffen kann. Er bekommt ein Verfahren von der Kripo wegen gefährlicher Körperverletzung. Und ich habe Angst, dass er immer mehr durchdreht...

Wo hätte ich ihn eher stoppen oder helfen können? Wo er mir wegen seiner Prügel gar keine Chance ließ...

Viele Grüße

Hope

Administrator

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Aktueller Therapie-Status: War erfolgreich in Therapie

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2

Sonntag, 6. Juni 2010, 13:49

RE: zwangskranker Ex-Partner, erst Häusliche Gewalt und nun Stalking

Hallo Martinka,

nein Zwänge und Gewalt liegen nicht dicht beieinander ein Zwangskranker ist niemals gewalttätig, außer er hat noch andere Erkrankungen.

Auch Wahnsinn hat nichts mit Zwangserkrankung zu tun die Zwangskranken wissen alle das es Blödsinn ist was sie da tun und lassen sich in den meisten Fällen auch helfen.

Ich denke das Dein Partner noch einige andere Diagnosen hat die vielleicht noch nicht gestellt wurden.

Naja machen kannst Du wohl nicht viel dagegen so blöd das auch ist, wenn er sich nicht helfen lassen will wird es schwierig etwas dagegen zu tun.

Gruß

Hope
Gruß

Hope


Frei nach Dieter Nuhr: „Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten.“
http://www.youtube.com/watch?v=j8uefBUOfgA

3

Sonntag, 6. Juni 2010, 14:50

Hallo,

es gibt auch andere Erkrankungen, die mit Kontrollen einhergehen, das, was du schilderst, spricht für eine (andere) Erkrankung, die auch 'zwanghaftes Verhalten und Kontrollieren' beinhaltet; würde jedoch denken, dass er kein 'reiner' Zwangskranker ist, zumal er selbst weniger unter seinen Zwängen zu leiden scheint und stattdessen lieber aggressiv und gewalttätig wird.

Da er offensichtlich nicht bereit ist, Hilfe anzunehmen, kannst du auch nichts für ihn tun bzw hättest auch nichts tun können vorher; das Problem liegt bei und in ihm, nicht bei dir und deinem Kind.

Wünsche dir und deinem Kind alles Gute!
Das Leben als solches ist absolut lebensgefährlich und führt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit zum physischen Tod.

Lesen -> Denken -> Schreiben

~T~R~ O - o - O ~ L

martinka

unregistriert

4

Montag, 7. Juni 2010, 22:36

Hallo
Vielen Dank für eure Antworten.

Vielleicht haben deswegen die Therapien beim meinem Ex nie geholfen, weil die Diagnose Zwangskrank bei ihm eher nicht paßt. Nach eingehender Beschäftigung mit dem Thema würd ich ihn eher als extrem zwanghaften Schizophrenen bezeichnen, da er sich oft als fremdgesteuert sieht und ziemlich üble Allmachtsphantasien hat. Deswegen kommt er auch immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Aber wenn das Ärzte und Ämter nicht erkennen wollen, weil so ein schwerer Fall ja Arbeit bedeutet, kann man nix machen...

Eins wollt ich aber noch loswerden: ich bin hier auf einen Beitrag von 2009 gestoßen, indem eine Angehörige auch schilderte, dass ihr Freund sie immer mehr zwingt seine Zwänge mitzumachen und wenn sie sich weigerte gabs Schläge.

Ich kann ehrlich gesagt nicht nachvollziehen, dass da von Betroffenen lapidar geäußert wird, das da ein reines Beziehungsproblem vorläge. Wenn ein Zwangskranker mit Gewalt versucht anderen Menschen seine Zwänge und irrsinnigen Regeln aufzudrängen, ist das kein Beziehungsproblem, sondern ein Problem was einzig und allein von dieser Krankheit herrührt, denn ohne Zwänge käme es nicht zu solchen Konflikten.

Überall wird Angehörigen geraten auf keinen Fall Zwänge mitzumachen, andererseits weigert man sich und es gibt Streß bekommt man als Angehöriger auch wieder zu hören man hätte alles falsch gemacht...

Viele Grüße

nordlicht

unregistriert

5

Mittwoch, 9. Juni 2010, 13:58

Na ja, wir reden hier nunmal von einer Krankheit!!!
Zwang ist eine Krankheit und so wie unseren Angehörigen gesagt wird macht ja die Zwangshandlungen nicht mit, so gibt ein Großteil von uns sich auch Mühe behandeln zu lassen damit es besser wird.

Das ihr es mit uns nicht leicht habt, will ich gar nicht abstreiten aber die Probleme haben nun mal wir Kranken und dann kann es nicht sein, das du jetzt schreibst: oh wir armen Angehörigen! Jeder hat sein Päckchen zu tragen.

6

Mittwoch, 9. Juni 2010, 18:01

Häusliche Gewalt an sich hat primär nix mit einer Zwangserkrankung zu tun.

Wenn man sich mit der Themaik beschäftigt, wird man feststellen, daß es immer darum geht, die Frau zu dominieren, zu beherrschen, zu demütigen und zu entwerten. Das wird dann auf verschiedene Weise versucht zu erreichen, durch Kontrollen, Vorschriften, emotionale, psychische und physische Gewalt ... je nach Hintergrund und Persönlichkeit wird das von Fall zu Fall etwas variieren, das Grundprinzip bleibt jedoch dasselbe.

Mir ist nicht ganz klar, welche Hilfe oder Antwort du hier gesucht oder erwartet hast, deine Problematik hat mit unserer als Zwangskranke wenig zu tun; dein Problem wäre in einem Forum für Opfer häuslicher Gewalt sicher besser aufgehoben.

Grüße, Hermit.
Das Leben als solches ist absolut lebensgefährlich und führt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit zum physischen Tod.

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