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1

Freitag, 12. November 2010, 01:09

"Andere haben auch Traumata erlebt und sind deshalb nicht (zwangs)krank geworden"

"Andere (ich) haben auch Traumata erlebt und sind deshalb nicht zwangskrank geworden bzw lebens- und arbeitsunfähig." .....

Das sagt mir meine Mutter in letzter Zeit andauernd, wenn ich erzähle, dass ich mit dem und dem in meinem Leben nicht klar komme und mich überfordert fühle. Dann geht es imemr darum das andere ja schließlich auch trotz Erfahrung X und Y gesund geblieben oder wieder geworden sind nur ich ja 'immer noch' und sowieso 'schon lange genug' nun krank wäre. Gerne bringt sie dann auch sich selbst und ihre ganzen Erlebnisse ein, und sagt dann, sie hätte ja trotzdem immer gearbeitet etc. ...

Kennt ihr sowas auch? Solche permanenten Vergleiche?

Ich bin es so leid, dass sie sich und mich andauernd vergleicht und mir imme runterstellt ich würde die Krankheit gepachtet haben oder mir ausgesucht haben(absichtlich) oder alles tun um krank zu bleiben oder neue Krankheiten (Symptome) zu bekommen, wobei das an sich shcon unsinnig von ihr ist, das zu sagen, weil es seit Jahren dieselben Symptome sind (im großen und ganzen).

Würde mich interessieren, wie ihr über solche Sachen denkt.

Viele Grüße, Hermit.
Das Leben als solches ist absolut lebensgefährlich und führt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit zum physischen Tod.

Lesen -> Denken -> Schreiben

~T~R~ O - o - O ~ L

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Beiträge: 86

Zwangssymptome: Druck / Kratz / Beißhandlungen -Grübelzwänge -

Medikament / Dosis: Keine Medis (ersetzten keine Liebe)

Aktueller Therapie-Status: war schon mal in Therapie

Status: Betroffene/r

Wohnort: NRW Wuppervalley

Beruf: Keiner oder Überlebungskünstler

Hobbys: Modelleisenhahn

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2

Freitag, 12. November 2010, 01:35

Hallo Hermit,

kenne ich genau so von meiner Mutter. Ich wäre im Kindergarten stehengeblieben. Stehenbleiben heißt aber Traumata.Nur leider vermittelt sie mir dieses mit Hysterie. Das ist bei Frauen sehr unerträglich.
Ich dachte einen Gedanken , aber der Gedanke den ich dachte war nicht der Gedanke den ich dachte gedacht zu haben. Wenn ich nicht diesen Gedanken gedacht hätte den ich dachte das ich ihn gedacht hätte, ich hätte nicht so viel (nach) gedacht.

MissOcean

unregistriert

3

Freitag, 12. November 2010, 07:03

Bei mir weiss es ja keiner, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass die Leute so reagieren.

Finde das ziemlich unverschämt solche Bemerkungen, als ob es nicht schlimm genug ist irgend eine Krankheit zu haben.Da soll einem dann noch ein schlechtes gewissen gemacht werden, mit der unterschwelligne Behauptung man wäre selber dran schuld..nichts anderes bedeutet das ja , wenn jemand zu mir sagt andere haben auch ein Trauma erlebt und sind nicht krank geworden !

lg

Anja

Brummbär

unregistriert

4

Freitag, 12. November 2010, 13:37

Genau wegen solcher Vorwürfe sage ich es kaum Leuten und schon gar nicht in meiner Familie. Mein Mutter ist ursächlich Schuld an den Traumata, was soll ich ihr da sagen, das ich das alles wegen ihr an der Backe habe? Sie ist stolz darauf in der Erziehung alles richtig gemacht zu haben. Sie würde überhaupt nicht verstehen, was ich da habe, das hat sie noch nie. Ich bekam früher Vorwürfe, ich wäre nicht lebensfähig und gehörte auf die Hilfsschule für Blöde. Nee, ich weiß schon warum ich ihr nichts sagen, sonst geht das wieder los.

Pit-2001

unregistriert

5

Freitag, 12. November 2010, 16:42

Stellt euch mal vor, jemand h at Osteoperose oder so was,

würden dann die Leute auf die Idee kommen, der guten Person zu sagen:

Du hast echt Scheiß Knochen, hättst du dich mal besser ernährt,
hättest du mal,
und hättest du mal,
schäm dich, du brauchst gar nicht zu klagen.

Niemand würde auf die Idee kommen, jemand mit Oberschenkelhalsbruch nach Osteoperose sowas zu sagen, Beteiligung an der Krankheit hin oder her.

Und genau das sollten die Anderen lernen, was seelische Krankheiten betrifft,
dann hätte sich ein Enke nicht schämen müssen, vor einem Stadion voll Fans aufzutreten, er hätte es nicht geheim halten müssen um dann daran zu zerbrechen.

O.k. bisschen übertrieben, aber das was manche gedankenlos äußern ja auch, oder?

Pit


grrrrrr bin stinkig, wie wir uns immer verteidigen, schützen, verstecken usw. müssen, und uns so das bisschen Leben, was möglich wäre auch noch versaut wird *sehr traurig guck*

Ich tu jetzt was dagegen, zeige mit einem Projekt der Öffentlichkeit, dass Zwängler ihre Hilfe auf eine bestimmte Weise brauchen, und dann ganz wertvoll sein können. Aber allein das, bringt mich derzeit fast um vor Mühe und Angst, falsch verstanden zu werden.

6

Freitag, 12. November 2010, 20:37

Hallo ihr,

vielen Dank für eure Antworten! Das tröstet mich gerade wirklich, wenn ich solche Auseinandersetzungen habe, geht es mir immer noch schlechter als ohnehin schon...

Pit, was für ein Projekt ist das? Ich hatte schon länger gedacht, es müßte irgendwie so etwas geben, wo sich für psych Kranke eingesetzt wird, ebenso, wie es eben auch zB Vereine gibt, die sich für Rollstuhlfahrer einsetzen....

Viele Grüße, Hermit.

PS Das ich das oder das körperlich noch kriegen könnte oder wenn ich mal körperlich krank sein sollte, dann auch selbst dran schuld bin, sagt sie mir auch noch, zusätzlich zu den anderen Sachen...
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7

Freitag, 12. November 2010, 20:50

Hallo Pit,

Projekt würde mich auch interessieren. Ist immer gut wenn es nicht nach hinten losgeht.
Ich dachte einen Gedanken , aber der Gedanke den ich dachte war nicht der Gedanke den ich dachte gedacht zu haben. Wenn ich nicht diesen Gedanken gedacht hätte den ich dachte das ich ihn gedacht hätte, ich hätte nicht so viel (nach) gedacht.

Brummbär

unregistriert

8

Freitag, 12. November 2010, 21:15

Ich ziehe auch immer gerne Brillenträger als Beispiel heran, wenn argumentiert wird, dass es früher viel weniger psychisch Kranke gab.
Es gab früher von beidem keinsfalls weniger, es gibt nur bessere Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten.

MissOcean

unregistriert

9

Freitag, 12. November 2010, 21:23

Tja und es gab früher nicht solche Arbeitsbedingungen wie heute-bin sicher, dass auch die viele Menschen krank machen-selbst wenn dann "nur" körperliche Symtome auftreten-auch die können auch eine psychische Ursache haben.

Vor 20 Jahren war es noch wesentlich menschlicher und angenehmer auf der Arbeit als heute, bei uns auf jeden Fall, ich arbeite da 21 Jahre und weiss ja wie es mal war.Vor ca.10 Jahren ging die Hölle los.


lg

Anja

10

Freitag, 12. November 2010, 23:31

@ Brummbär

der Vergleich ist gut, den muss ich mir merken

@ MissOcean

stimmt, es gab früher auch nicht solches Mobbing wie heute, auch an Schulen, während meiner Schulzeit hieß es noch das könne gar nicht sein, Mobbing an Schulen, erst seit Erfurt wurde das langsam öffentlich anerkannt, dass es eben doch Mobbing an Schulen gibt, wirklich tragisch, was immer erst passieren muss, bevor etwas mal akzeptiert wird.
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the_saint

unregistriert

11

Sonntag, 14. November 2010, 00:35

Zitat

Original von Hermit
"Andere .. haben auch Traumata erlebt und sind deshalb nicht zwangskrank geworden ...
das andere ja schließlich auch trotz Erfahrung X und Y gesund geblieben ...

Würde mich interessieren, wie ihr über solche Sachen denkt ...

Beispielsweise hatte mein Opa schlimme Erlebnisse im Krieg, später hatte er oft schlechte Träume, aber er blieb gesund.

Aktuell verschwinden Haarausfall-Probleme (Ausnahme-erblich) und Zwangskrankheiten nehmen weiter zu. Das liegt daran, dass Shampoo's/Duschgel's usw. zunehmend mit Acrylat- und Oleat-Verbindungen "vollgestopft" werden und am sauren PH-Hautneutral-Trend per Zitronensäure-Zusatz. Der moderne Mensch leidet an Übersäuerung und Pflegestoff-Überdosierung - das ist der wahre Grund für unsere Psycho-Probleme.

Vi Veri Veniversum Vivus Vici