Sie sind nicht angemeldet.

Zwangsgedanken: Ich bin neu hier

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Zwangserkrankungen.de. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

painful

unregistriert

1

Sonntag, 2. Januar 2011, 02:27

Ich bin neu hier

Guten Tag,

ich bin neu hier. Ich bin weiblich und Schülerin. Meine Geschichte ist schwierig. Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand sie sich durchlesen würde.

Ich war immer eine recht gute Schülerin- bisschen besser als der Durchschnitt. Als ich auf das Gymnasium kam, änderte sich das schlagartig. Ich wurde sehr schlecht in vielen Fächern und spielte schon mit dem Gedanken, auf die Realschule zu gehen. Dennoch blieb ich.
Plötzlich begann ich mein Leben zu ändern. Ich fing an, sehr sehr viel zu lernen und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Nach etwa 2 Jahren gehörte ich zur Spitze des Jahrgangs. Ich mache gerade mein Abitur und bestehe momentan immer mit absolut Top-Noten.
Doch seit einem Jahr etwa plagen mich Zwangsgedanken. Als Kind hatte ich früher auch welche, z.B., dass ich bestimmte Schritte gehen muss, damit mein Vater nicht stirbt etc. Jetzt hatte ich Gedanken wie: ich werde in der Schule ein blackout haben; ich bin lesbisch; ich will eigentlich keine gute Noten etc.Sie gingen alle weg, ABER wurden immer wieder durch neue ersetzt.
Ich bin in mich gegangen und habe mir überlegt, was die Ursache sein könnte. Ich kenne sie: Ich wurde oft gemobbt. Früher wegen meiner Akne (ist weg), danach wegen meines "Strebertums". Ich möchte da gar nicht näher drauf eingehen, aber ich wurde sowohl von Lehrern als auch von Schülern sehr gehänselt und gequält. Ich habe immer meine Meinung gesagt und für meine Rechte gekämpft- ich darf mehr wissen als meine Mitschüler, ich darf 24/7 lernen, wenn ich will! Ich wurde aber nur als Alien abgetan... weg waren die Freunde und das soziale Leben.
Ich glaube, dass dieser Druck, der sowohl von mir als auch von meinem Umfeld kommt, mich stark belastet und durch die Zwangsgedanken zum Ausdruck kommt. Die ZG reflektieren einerseits den Stress und die Strapazen durch das viele Lernen und andererseits die Strapazen aufgrund meines schwierigen Umfelds.
Soweit meine Analyse.
Momenta plagt mich dieser Gedanke: Ich will gar nicht Medizin studieren, sondern in einer Tierschutzorganisation arbeiten. Das liegt wohl daran, dass ich streng vegetarisch lebe und mir das Leben der Tiere sehr am Herzen liegt. Dennoch war es immer mein Traum, Medizin zu studieren. Ich kann doch beides verbinden-Studium und Tierschutz. Ich meine, was soll ich sonst tun?
Diese Gedanken quälen mich sehr, zumal sie meinen Lebenstraum in seinen Grundfesten erschüttert.
Wie werde ich ihn los?
Ich denke ich muss einfach mein Abitur bestehen und wegziehen: Neues Leben, neues Glück.
Was meint ihr?

Liebe Grüße, painful.

Danke, dass sich jemand, dass echt durchgelesen hat und mir hilft, meinen Kummer zu bewältigen.

P.S.: Therapie könnte ich vielleicht machen. Aber ich spreche mit meiner Familie sehr viel darüber und sie helfen mir auch sehr.

painful

unregistriert

2

Sonntag, 2. Januar 2011, 02:29

RE: Ich bin neu hier

Ich wollte noch hinzufügen, dass ich mit meinem Leben ansonsten sehr zufrieden bin, also nicht unter dem Mobbing zu stark leide. Ich habe einige Freunde und komme sonst mit Menschen prima klar.

Die Zwangsgedanken treffen immer die empfindlichsten Stellen...

Kittycat

unregistriert

3

Sonntag, 2. Januar 2011, 12:39

Willkommen in unserem Forum!
In meiner Klasse gab es früher auch viel Mobbing, es gab mehrere Gruppen, die sich gegenseitig, aber vorallem auch andere fertig gemacht haben. Ich wurde auch fertig gemacht, kann deine Situation also nachvollziehen. Es ist schwierig, wenn einem so Steine in den Weg gelegt werden, aber ich möchte dich dazu ermutigen, dass du dich davon nicht unterkriegen lässt. Menschen, die andere mobben, sind entweder unreif, unzufrieden mit dem eigenen Leben oder neidisch.

Ich bin auch gerade mitten in meinem Abi und freue mich darauf, wenn ich die Schule abgeschlossen haben und viele aus meinem Jahrgang dann nicht mehr sehen muss=)
Wenn du dich jetzt für eine Möglichkeit entscheidest, dann kannst du ja immernoch gucken, ob du damit zufrieden bist und falls nicht, dann noch wechseln. Beide Berufsmöglichkeiten sind sehr wichtige Bereiche.

Ich wünsche dir alles Gute und bin mir sicher, dass du alles schaffen kannst, wenn du es möchtest=)

Viele liebe Grüße

painful

unregistriert

4

Sonntag, 2. Januar 2011, 13:57

Hallo!

Aber das ist ja gerade das Problem!

Es sind ja Zwangsgedanken. Ich wollte immer nur Meidzin studieren... und Tierschützer gibt es als Beruf gar nicht. Ich glaube, ich habe Angst, zu wenig zu tun für die Tiere... Aber ich werde halt gegen Tierversuche ankämpfen ;)

dreckspatz

unregistriert

5

Sonntag, 2. Januar 2011, 15:00

Hi,

es freut mich immer sehr, wenn sich junge Leute mit Naturwissenschaften Beschäftigen. Es gibt Berufe die Erfordern eine Staatliche Zulassung (Approbation) dazu gehört bei einem Artzt zB ein Medizinstudium und eine danach folgende mehrjährige praktische Ausbildung. Ich habe auch mit Medizintechnik zu tun und mir viel es schwer die Vorlesungen mit Anatomischen Inhalt zu ertragen. zT mehrere hundert Bilder pro Vorlesung von aufgeschnittenen Menschen fand ich grauenhaft und ich bin hart im nehmen.

Ärtzte müssen nicht unbedingt praktizierende Mediziner sein, kenne genug Ärtzte die in Forschung und Medizintechnik tätig sind. Gibt bestimmt auch welche die sich als Tierschützer engagieren.

Du schreibst du bist Vegetarierin, bist du hart genug um an "Tiermodellen" zu arbeiten? Im Berufsleben kann dich nicht niemand zu so etwas zwingen, im Studium schon. Und ganz ehrlich, wer kein Tier zerschneiden kann dem Traue ich auch nicht zu dass er am Menschen kompetent rumschneidet ...

Tierschützer als Beruf gibt es schon: erklär mal nem Veterinär, dass du etwas was der für notwendig erachtet nicht Bezahlen willst? Die kommen gerne gleich mit Tierschutzgesetz ....

Mir haben während des Studiums besonders die Fächer Ökologie und Systembiologie gefallen. Aber was man Studiert ist fast egal, die meisten machen danach eh was anderes. Humanbiologie, Medizin, Veterinärmedizin etc. sind alles recht Ähnliche inhalte. Wenn du dein Studium sehr gut abschliesst stehen dir sehr viele Möglichkeiten offen, wie das Fach nun genau heisst spielt imho nicht so die Rolle ....

Ich könnte mir Vorstellen, dass du dich unter Medizinern sehr wohl fühlen wirst, denn in Studiengängen mit scharfem NC kommen nur Leute die sich besonders bemühen. Dürfte bei Biologen erst nach den ersten 2 Semestern der fall sein.

viel erfolg alles gute

painful

unregistriert

6

Sonntag, 2. Januar 2011, 15:58

Vielen Dank für deine Antwort.

Ja, ich bin an sich hart im Nehmen. Ich lebe auch nach der Devise, dass man, um Probleme zu bewältigen, in die Probleme eintauchen muss. Ich würde mich gerne dafür engagieren, dass weniger Tierversuche gemacht werden.

Ich weiß bloß nicht, wie ich diesen Gedanken loswerden soll, dass ich mit einem Medizinstudium den Tieren nicht genug helfe... ich bin ja schon in Tierschutzorganisationen etc. was kann ich denn noch tun?

Pit-2001

unregistriert

7

Sonntag, 2. Januar 2011, 18:21

Tierschutz und du

Hallo, ich werde den Gedanken nicht los dass du irgendwo festsitzt und leidest.

Zum Tierschutz:

Es gibt auch Menschenschutz und der finge bei dir an.

Also mach dein Studium zu Ende, von mir aus Medizin, suche eine Arbeit, die dich langfristig ernähren wird und dann,

dann,

also erst dann,

aber dann, engangiere dich im Tierschutz, statt alles übrige Geld und übrige Freizeit in dein persönliches Vergnügen zu geben.

Das ist dann genug, stell dir mal vor, das würde jeder tun. Mehr kann man nicht verlangen von dir, vorerst mal . . .

Pit

dreckspatz

unregistriert

8

Montag, 3. Januar 2011, 15:59

RE: Tierschutz und du

Danke Pit so kurz und prägnant konnte ich es nicht rüberbringen :-).

@painful Zwangsgedanken beschäftigen sich immer mit unlösbaren Konflikten -> entspricht ihrem Wesen. Bewusst über weiteres Nachdenken können diese Konflikte nicht gelöst werden. Es wäre für dich und deinen werdegang wahrscheinlich sinnvoll wenn du herausfindest an welcher Krankheit du leidest und wie man diese behandeln kann. Zwangsgedanken können ein Symptom einer Zwangserkrankung sein, die Ursache kann aber auch eine andere sein. Ein Gang zum Artzt würde ich dir dringend empfehlen, bevor du dein ganzes leben nach ideologischen Kriterien ausrichtest. Je länger du wartest um so weniger wird man dir helfen können.

Wieso eigtl. Tierschutz? Die allermeisten Tiere kommen gut ohne den Menschen zurecht, wenn man sie denn in einem Habitat lässt. Welche Tiere möchtest Du schützen?

Ich habe schon mehrfach erlebt wie Leute mit hervorragenden Leistungen dem druck an der Uni trotzdem nicht gewachsen sind und irgendwann aufgegeben haben.

Ideologie und Wissenschaft widersprechen sich diametral.

viel erfolg!

karinreicher

Anfänger

  • »karinreicher« ist weiblich

Beiträge: 16

Zwangssymptome: Putzzwang, Waschzwang, Zwangsgedanken, Dermotillomanie

Medikament / Dosis: Mutan 60mg, Mirtazapin Actavis 15mg, Seroquel 25mg

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

Wohnort: Österreich

Beruf: Schüler

Hobbys: Musizieren, Komponieren, Bücher lesen

  • Nachricht senden

9

Samstag, 18. Februar 2017, 15:56

Helfende Hand

Hallo! :)

Es ist zwar nicht meine Absicht, deinen Lebensverlauf mit meinem zu vergleichen.
Aber ich finde es ziemlich gruselig dass wir uns in einigen Punkten sehr ähneln.
Möglicherweise kann ich dir helfen!
Du bist sehr klug und hast keinerlei Grund daran zu zweifeln, natürlich gilt das auch
für dein Umfeld. Schon von klein auf wurdest du sehr von deinem Umfeld gezeichnet.
Deshalb ist es wichtig, dass du deinen eigenen Weg gehst. Das bedeutet aber nicht,
dass du dich von deiner Familie abschotten sollst. Ich würde sagen, lass
dich nicht von dem momentanen Zwangsgedanken, dich für den Tierschutz einzusetzen
abbringen. "[i]Denn ein Studium in der Medizin unterstützt deine Pläne."[/i]

Dich für den Tierschutz einzusetzen, kannst du immer noch zu deinem Hobby machen.
Denn ich denke es ist mehr von Bedeutung, dass du finanziell auf beiden Beinen stehst.
Es ist schön, dass du kein Problem mehr mit der Akne hast. Ich weiß, was das heißt.
Ich würde dir doch eine professionelle Hilfe vorschlagen, nicht dass die Gedanken schlimmer werden
oder sich auf andere Bereiche auswirken. Ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft!

GLG Karin Reicher :love:

Zur Zeit sind neben Ihnen 2 Benutzer in diesem Thema unterwegs:

2 Besucher