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Donnerstag, 3. Februar 2011, 18:28

meinem Kind gegenüber aggresiver Inhalt

An Zwangsgedanken bin ich voriges Jahr erkrankt und seit der Geburt meiner süßen Tochter wurden sie zu Zwangsimpulsen und -gedanken. Vorsicht, ich bin schonungslos und offen. Ich bin keine böse Person, und habe in meinem Leben eigentlich meistens sehr rücksichtsvoll gehandelt. Ich kann zb keiner Spinne was zuleide tun. Nur, um vorweg zunehmen, ich bin weder paranoid, noch habe ich eine Schizophrenie (Hat mir meine Psychologin bestätigt). Ich leide eben an dieser Sch... Zwangsneurose.

Also ich habe ständig Gedanken und Bilder im Kopf (!), in denen ich mein Kind quäle oder töte. Wenn ich an einem Messer vorbei gehe, kommt mir der Gedanke oder das Bild, in dem ich sehe, wie ich ihr die Kehle aufschneide, oder wenn ich einen heißen Tee neben ihr trinke, sehe ich in meinen Gedanken, wie ich sie damit verbrühe. Küsse ich vor lauter Liebe ihre Finger, kommt mir der Gedanke, wenn ich da jetzt zubeiße, oder wie fühlen sich meine Zähne in ihrer Haut an? Oder ich sehe, wie ich ihr die Finger abbeiße.
Ab und zu betreffen diese gedanken auch andere Menschen. Wenn ich einen Kuli in der Hand halte, denk ich und seh ich ein Bild, wie ich meinem Gegenüber die Augen aussteche damit... also, die schrecklichsten Horrorszenarien, die man sich nur vorstellen kann.

Das Schlimme und Heimtückische an dieser Krankheit ist, dass sie Personen treffen, die sehr sensibel sind und das ganze Gegenteil von Gewaltbereit. Als mich diese Bilder nach der Geburt meiner Tochter im Spital überfielen, brach ich nervlich zusammen. Bis dahin nahm ich keine Medikamente, nur homöophatisch Johanniskrautkapseln und Bachblüten. Ich hielt mich damit weiter über Wasser, bis vor 2 Wochen der schlimmste nervliche Zusammenbruch meines Lebens kam. Ich stand an der Wiege meines süßen Mädchens und auf einmal kam mir das Bild wie ich sie würge. Ich erschrak dermaßen darüber, dass ich glaubte, es gleich wirklich zu tun. Die Angst wurde dermaßen groß, dass ich wegrannte, aus Angst die Kontrolle zu verlieren. Ich sah nur mehr , wie ich zudrückte und nicht mehr losließ im Kopf. Ich ging in die Küche, stand neben einem Messer und dachte, ich will mich nur mehr wegräumen. Ich will nicht mehr leben, es hat keinen Sinn.

Dann atmete ich tief durch (zu dieser Zeit glaubte ich noch, ein böser Mensch zu sein, der sich nur mit Gewalt davon abbrachte, nciht die Kontrolle zu verlieren und sein Kind zu würgen), rief meinen Mann an, dass er von der Arbeit heimkäme. Wir fuhren dann in die Psychiatrische Abteilung eines KH und dort bekam ich Medis verschrieben. Tresleen und Praxiten (gegen akute Angstzustände). Seither geht's aufwärts. Es kommen zwar jetzt auch schlimme und aberschlimme Bilder, aber ich bin am Weg dahin, zu wissen, dass ich nicht böse bin, sondern das eben eine besch... Erkrankung ist, an der man glaubt, verrückt und ein Mörder zu werden.
Auch bin ich in psychologischer Betreuung. Letztens kam sie zu mir und wir "trainierten" mit einem messer an meinem Kind vorbeizugehen. Nur damit ich sah, dass ich die Kontrolle NICHT verliere, da ich wachen Verstandes bin.

Wie es weitergeht? Keine Ahnung. ich muss mich der Angst stellen. das ist der einzige Weg. ich weiß. Und sich selber mehr kennen zu lernen. Es ist steinig und hart, aber für meine Familie will ich nicht aufgeben!

Die Frage, die einen ständig begleitet: Wie erklär ich das meinem Kind, wenn es erwachsen ist? Bin ich ein böser Mensch? Warum gerade ich? Erwacht eine böse Seite in mir? ich kenne mich nicht mehr...

Ich würde mich sehr freuen über Menschen, denen es ähnlich geht, zum erfahrungsaustausch und zum gegenseitigen Kraftgeben!!!!

Wir sind nicht allein!!
Und wenn wir fest zusammenhalten, dann geben wir dem "Kobold" in uns zwar die Chance da zu sein, aber ihm nicht mehr die Macht über uns!!!!

Mit lieben Grüßen
MyLady

Sarahhh

unregistriert

2

Freitag, 4. Februar 2011, 16:00

hey du,



Zitat

Die Frage, die einen ständig begleitet: Wie erklär ich das meinem Kind, wenn es erwachsen ist? Bin ich ein böser Mensch? Warum gerade ich? Erwacht eine böse Seite in mir? ich kenne mich nicht mehr...


was möchtest du deinem kind erklären?
dass du medikamente nehmen musst?
du leidest unter zwangsgedanken, mit hilfe einer therapie werden die gedanken weniger, so dass du nicht jahrelang darunter leiden musst.
du musst deinem kind also wahrscheinlich gar nichts erklären.... und wenn die kleine etwas älter ist, musst du die tabletten ja nicht in anwesenheit deiner tochter einnehmen!?
da die schlimmen gedanken nichts auslösen was deiner tochter schadet (es sei denn, die gedanken halten dich davon ab, dich um deine tochter zu kümmern..) wird sie vielleicht gar nicht merken, dass es dir nicht gut geht..
und wenn sie es merkt, kannst du ihr einfach sagen ,,mama geht es momentan nicht so gut, es hat aber nichts mit dir zu tun mein schatz, bald ist es wieder besser"

du hast doch weiter oben geschrieben, dass du damals geglaubt hast, ein böser mensch zu sein...
am ende fragst du trotzdem ,,bin ich ein böser mensch?" ...
der bist du nicht, im prinzip weißt du das doch auch, sonst würdest du nicht im selben beitrag schreiben, dass es eine ,,Sch.... Zwangsneurose" ist.. oder?

ich wünsche dir viel kraft!

Sarahhh

unregistriert

3

Freitag, 4. Februar 2011, 16:05

... die aussage, dass sie es wahrscheinlich nicht merken wird, ist etwas gewagt... natürlich bekommen kinder mit, dass irgendwas anders ist ... selbst wenn es nicht so offensichtlich ist wird sie vielleicht merken ,,irgendwas stimmt da nicht..."

dadurch dass die symptomatik mit hilfe einer therapie aber immer weniger wird und du selber einsiehst, stark sein zu müssen um diese therapie durchziehen zu können, ist die wahrscheinlichkeit, dass deine tochter darunter leiden wird nicht allzu groß....

so :)

4

Sonntag, 6. Februar 2011, 22:16

Mir geht es momentan sehr bescheiden...
habe dauernd Angst, eine Gefahr für mein KInd zu sein...
dauernd Angst, sie zu erwürgen...
Es ist so schlimm, dass man alle Lebensfreude verliert...

Ich liebe mein Kind und könnte so etwas nie tun.
Dennoch quälen mich die Gedanken, diese impulse...
warum hat man impulse, wenn man doch nichts böses tun WILL!
Verstehe das einer?
Vor allem wo fängt man an zu arbeiten?

Lasse ich die medikamente weg, bin ich kurz vorm verrückt werden. Da sind die Impulse so stark, dass ich glaube ich tue es glecih wirklcih. Das Bild vom Erwürgen meines Kindes und das ich so fest zudrücke, bis auch der letzte Hauch Leben aus ihr heraus ist.ist so real in meinem Kopf, dass ich glaube es wirklich gleich zu tun...
Geht es jemandem ähnlich??

Würde mich über Antworten sehr freuen.

P.s.
Meinem Kind, wenn es erwachsen ist erklären, dass seine Mutter Tötungsgedanken dem eigenen Kind gegenüber hatte. DAvor hab ich Angst u.a.

harmonie2010

unregistriert

5

Sonntag, 6. Februar 2011, 22:24

hallo! wollte kurz fragen ob du das forum von "schatten und licht" kennst... gedanken und bilder wie du sie hast kommen oft innerhalb einer wochenbettdepression vor... bei schatten und licht gibt es einen austausch betroffener mütter, dort kannst du unterstützung und hilfe finden!

glg und kopf hoch!

6

Sonntag, 6. Februar 2011, 22:31

Ah, danke für die Info! Werd ich gleich mal im Net nachschauen!!

Du, bei mir ist es keine reine Wochenbettdepression. Ich ibn schon vorher Zwangskrank gewesen und es hat sich jetzt umgeschlagen in diese hässlichen Gedanken... die nicht so einfach mit der Hormonumstellung verschwinden, denn die ist ja schon vorbei. mein Kind ist schon 7 wochen alt...

leider, dass es so etwas schlimmes geben ,muss

ich könnt nur heulen...

harmonie2010

unregistriert

7

Sonntag, 6. Februar 2011, 22:42

hey! hatte auch zwänge in der kindheit, aber das schliesst eine wochenbettdepression ja nicht aus... bei mir hat es auch erst angefangen als mein kind 6 wochen alt war, die bildhaften zwangsgedanken sogar erst später... und es dauert deutlich länger bis die hormone wieder im lot sind als man meint... und es ist ja nicht nur die hormonumstellung sondern auch die gesamte umstellung der situation... tausch dich mit uns bei schatten und licht aus, ganz reine wochenbettdepressionen die man auf bestimmte symptome festmachen kann gibt es nicht... diese symptomengruppe ist vielfältig... ich hatte z.b. weniger depressive symptome sondern eher angst, panik, alpträume und schlimme zwangsgedanken mein kind betreffend...

glg