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Donnerstag, 3. Februar 2011, 22:56

Ab wann sind es Zwangshandlungen?

Hallo!

Ich habe hier ja in letzter Zeit schon mehrfach geschrieben, da ich unter verschiedenen Zwangsgedanken leide.

Ich habe gelesen, dass reine Zwangsgedanken nicht so häufig sind und dass meist auch Zwangshandlungen mit dabei sind.

Darüber habe ich dann mal etwas genauer nachgedacht und mir sind einige Dinge bei mir aufgefallen.

Zählt es auch schon zu Zwangshandlungen, wenn man:

-viele Sachen öfter kontrolliert (Auto abgeschlossen? Fester geschlossen? Alles eingepackt? Was vergessen? Wecker gestellt?)
-dies dann auch noch öfter macht, obwohl man gerade gesehen hat, dass man es gemacht hatte (hab das bei meinem handywecker öfters... ich kontrolliere noch ein paar mal, ob ich ihn gestellt habe, obwohl ich es gerade erst kontrolliert hatte)
-wenn man bestimmte Sachen immer zur selben Zeit kontrolliert? (also z.B. immer vorm Schlafengehen in den Kleiderschrank und unters Bett guckt).... das ist ja irgendwie wie so ein kleines Kind, was Angst hat, dass sich einer unterm Bett versteckt... total lächerlich, also ich weiß auch, dass da niemand ist, aber ich kontrolliere das trotzdem
- manchmal Melodien oder Sätze im Kopf hat, die man dauernd wiederholt?
-das irgendwie total stört, wenn man was nicht kontrolliert, was man aber eigentlich wollte... und dann so Strategien hat wie: Wenn ich zwei Sachen nicht kontrollier, dann ist das nicht so schlimm wie eine (weil man irgendwie die Zahl 2 besser findet, dafür aber auch keinen Grund weiß)
-man gerne Sachen symmetrisch ordnet

Mir fällt auf, dass bei mir doch einige Sachen etwas zwanghaft ablaufen.
Es ist nur nicht so, dass ich dann damit bestimmte Gedanken verbinde, wie z.B.: Wenn ich das und das nicht mache, dann passiert dieses oder jenes...

Und ich verbinde auch die Zwangsgedanken, die ich ja dauernd habe nicht mir Handlungen (glaube ich zumindest), also ich versuche z.B. den ZG, dass ich ja aufeimal jemandem etwas antun könnte oder pädophil werden könnte (den ZG hatte ich ne längere Zeit, dann war er aufeinmal wieder weg) mit einer Handlung neutralisiere, wie z.B. bestimmte Dinge zu kontrollieren oder mir soundsooft die Hände zu waschen oder sowas in der Art (weiß grad kein besseres Beispiel, sorry).

Vllt. kann mir da jemand, der sich etwas besser mit Zwangshandlungen auskennt, da was genaueres zu sagen.

Sind das schon Zwangshandlungen oder ist das noch "normales" Sicherheits-Kontrollieren, was ja viele machen?

Meine Therapeutin meint, ich wäre insgesamt schon auf jeden Fall zwanghaft, sie würde aber jetzt nicht direkt Zwangshandlungen feststellen, sondern meine Gedanken wären halt vor allem sehr zwanghaft.

Finde es nur bissl komisch, wenn ich drüber nachdenke...da mir auch viele Handlungen von mir sehr zwanghaft vorkommen.

Liebe Grüße! :-)

Hope

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2

Donnerstag, 3. Februar 2011, 23:09

RE: Ab wann sind es Zwangshandlungen?

Hi Dana,

ja das sind Zwangshandlungen, vielleicht sind sie nicht oder noch nicht so schlimm aber so was fängt meistens langsam an.

Ich kenne es genau so wie du es beschreibst als Kind fing es bei mir auch damit an das ich alles gerade auf meinem Schreibtisch ordnen musst und auch das mit den Zahlen kenne ich.
Gruß

Hope


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3

Freitag, 4. Februar 2011, 10:01

Hallo!
Danke für deine Antwort.
Dann sollte ich das in der Therapie mal genauer ansprechen denk ich...
Kann man denn da irgendwas machen, dass sich das nicht so weit entwickeln kann?
Liebe Grüße!

Hope

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4

Freitag, 4. Februar 2011, 16:18

Normalerweise mit kognitive Verhaltentherapie, wenn du einen guten Therapeuten hast sollte es klappen.

Der ganze Zwang ist ja Angst und die muss bekämpft werden, da spielen Gefühle und Selbstbewusstsein rein, eigentlich alles mögliche.

Es ist nicht einfach aber es kann wirklich funktionieren zumindes so das es besser wird.
Gruß

Hope


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5

Freitag, 4. Februar 2011, 18:27

Hallo!
Ich habe bis jetzt ne Tiefenpsychologische Therapie gemacht. Meine Therapeutin meint aber, dass sie mitlerweile auch teilweise verhaltenstherapeutisch mit mir arbeitet.
Sie hat gesagt, dass ne Verhaltenstherapie nicht so viel bringt, wenn ich v.a. Zwangsgedanken habe.
Spiele aber schon länger mit dem Gedanken, ne Verhaltestherapie auszuprobieren.
Ich merke nämlich, dass die tiefenpsychologische zwar etwas hilft, alles besser zu verstehen, aber es allgemein nicht wirklich besser wird :-(
Liebe Grüße!

Hope

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6

Freitag, 4. Februar 2011, 19:02

Also ich kann dir nu dazu raten, ich hatte auch eine Psychoanalyse die hat aber rein garnichts gebracht und meine jetziege KVT bringt mir sehr viel, ich habe die richtige Therapeutin gefunden.

Es ist erwiesen das VT bei einer Zwangserkrankung am besten hilft, da ist es egal welche art Zwänge man hat.

Wenn du die Möglichkeit hast eine VT zu machen versuche es, es muss aber auch der richtige Therapeut sein damit es es klappt.
Gruß

Hope


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Heartsease

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7

Samstag, 5. Februar 2011, 12:40

Hallo Dana,

Es mag ja nur eine Frage der Definition sein, aber ich denke, dass es, abgesehen von den mehr offensichtlichen Zwangshandlungen wie Hände waschen oder den Herd kontrollieren, speziell auch bei Zwangsgedanken viel, viel mehr Strategien (gerade auch mentaler Art) gibt, die darauf ausgerichtet sind die Angst (oder Schuld, Ekel etc.) zu neutralisieren und die man daher durchaus auch als Zwangshandlungen bezeichnen kann, z.B..:

-Meinen Körper oder meine Gefühle zu überprüfen:
Spüre ich irgendwo eine Art von Schmerz und könnte krank sein (bei der Angst andere anzustecken), spüre ich vielleicht eine Art sexueller Reaktion (bei der Angst homosexuell oder pädophil zu sein), bin ich wirklich so glücklich wie man es sein sollte darüber, dass mein Freund überraschend zu Besuch kommt (bei der Angst "Vielleicht liebe ich ihn ja gar nicht"), fühle ich mich vielleicht zu der Kellnerin hingezogen (bei der Angst "Vielleicht ist meine Freundin gar nicht die richtige für mich").

-Szenen aus der Vergangenheit immer wieder im Kopf durchzuspielen, um daraus Rückschlüsse für die Klärung der Frage zu ziehen, ob ich eine Gefahr für andere darstelle, homosexuell oder pädophil bin, meine Freundin wirklich liebe.

-Stundenlang im Internet zu surfen, um "Beweise" oder wenigstens Anhaltspunkte dafür zu finden, dass meine Befürchtungen haltlos sind, dass mein Zweifel unbegründet ist.

usw.

Und auch Vermeidungsstrategien sind oft sehr subtil (z.B. das umschalten wenn im Fernsehen "mein" Thema irgendwie berührt wird) und nicht immer auf dem ersten Blick so gut erkennbar.

Eine Verhaltenstherapie hat da (abgesehen von den meist ja auch vorhandenen kognitiven Elementen) durchaus Ansatzpunkte.
Letzendlich spielt es doch keine wirkliche Rolle ob ich den Herd oder meine Gefühle überprüfe, ob ich immer wieder zur Wohnungstür zurücklaufe oder Szenen mental wieder und wieder durchspiele.

Wenn Du Dich in puncto Therapiemöglichkeiten beraten lassen möchtest, kannst Du Dich auch an die Deutsche Gesellschaft Zwangerkrankungen e.V. wenden::
http://www.zwaenge.de/therapie/frameset_therapie.htm

Vielleicht interessiert Dich auch diese Website, die sich speziell den Zwangsgedanken widmet (englisch):
http://www.theotherocd.com/


Gruß,

Heartsease

8

Sonntag, 6. Februar 2011, 19:50

Hallo!
Das stimmt irgendwie ja auch wiederum...
Ich werd da mal mit meiner Therapeutin drüber sprechen.
Denn ich merke, dass ich irgendwie immer mehr von den Zwängen eingenommen werde und einfach Strategien im Umgang mit ihnen brauche.
Das Ganze zu hinterfragen und in Bezug auf die Vergangenheit zu analysieren bringt zwar auch was, aber ich habe das Gefühl ich drehe mich da im Kreis.
Liebe Grüße!