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Jtailer

unregistriert

1

Sonntag, 20. Februar 2011, 15:37

Gebt mir Tipps wie ich mich Verhalten soll und wie ich ihn zu einer Therapie bewegen kann

Hallo zusammen,

mein Freund leidet unter Waschzwang. Vor allem hat er Angst vor dem Schmutz fremder Männer. Die Vorstellung, dass Türklinken womöglich von Menschen berührt wurden, die sich nach dem Toilettengang nicht die Hände gewaschen haben, ist für ihn das Schlimmste überhaupt. Dadurch, dass aber alle anderen Menschen auch jene Türen, Schränke, Ampelknöpfe etc angefasst haben, ist dieser Schmutz in seinen Augen überall verbreitet... in gewissem Ausmaße auch bei mir...
Denn ihm ist bekannt, dass ich nicht nach jeder Handlung in meinem Zimmer, wenn ich Müll hinaus bringe etc IMMER die Hände wasche.

Ich weiß leider nicht wie ich mich richtig verhalten soll. Auf der einen Seite will ich ihn nicht zusätzlich stressen, auf der anderen Seite mich aber auch nicht ständig kontrollieren lassen. Ich finde einfach keinen Mittelweg und such deshalb Rat von anderen Angehörigen und Betroffenen.

ich weiß dass es meinem Freund am liebsten wäre, wenn ich mir am besten nach allem, was ich tue, die Hände waschen würde, aber ich fühle mich unwohl, weil ich weiß dass es falsch ist und ich werde immer wieder sauer, wenn ich merke, wie er sich vor mir und meinen Sachen ekelt, weil ich das dann doch sehr auf mich beziehe.
Wenn ich ihn beispielsweise bitte, mir die Fernbedienung oder mein Handy anzureichen und er sowas dann nicht macht.
Oder wenn ich bemerkt, wie er mich manipulieren will, beispielsweise, wenn ich etwas in seinen Augen dreckiges angefasst habe, er sich wünscht, dass ich mir die Hände wasche, es aber nicht ausspricht, sondern mir merklich aus dem Weg geht und mich mehrmals fragt, ob ich nicht gerade eigentlich Zähneputzen gehen wollte.

Ich sehe, es ist ein Teufelskreis; sein Vertrauen in mich ist dadurch gestört, dass ich seinen Wünschen nicht nachkomme, weshalb er sich nicht traut mir direkt zu sagen, dass er möchte, dass ich meine Hände wasche. Wenn ich das dann merke, werde ich sauer und das Ganze dreht sich im Kreis und verstärkt sich.
Nur ich weiß einfach nicht wie ich mich richtig verhalte...

Ein paar Beispiele:
Unterwegs: Wir stehen an einer Ampel, es ist verboten zu drücken, weil diesen Knopf ja sehr viele Menschen berühren...
a) wir warten einfach so und hoffen, dass es sich um eine Fußgängerampel handelt, die ab und an auch ohne Aufforderung auf grün schaltet.
b) wir laufen bei rot oder an einer anderen Stelle über die Straße.. ebenfalls falls Variante a nicht klappt
c) ich drück trotzdem und mein Freund ist sauer/gestresst, und weicht mir aus. Wenn wir daraufhin einkaufen gehen, kommt hinzu, dass ich alle Einkäufe mit beschmutzten Händen angefasst habe und sie dann unausweichlich auch so in die Wohnung bringen, in den Schrank einräumen etc und mein Freund sich weiter fürchten muss

Daheim:
a)es gibt mmer wieder Dinge, die aus irgendeinem Grund schmutzig sind, beispielsweise aus o.g. Grund.. mein Freund bittet mich, meine Hände zu waschen; ich kann mir vorstellen, dass diese Bitte bereits sehr unangenehm für ihn ist... soll ich dem folgen?

b) er bittet nicht darum, aber ich vermute, dass es ihm nun lieb wäre, wenn ich mir die Hände waschen würde... soll ich das machen?

Irgendwodazwischen:
Wenn ich kurz vor die Türe gehe zum Post reinholen, würde ich mir unter normalen Umständen nicht die Hände waschen, weil ich es für übertrieben halte... mein Freund ist dabei und sieht das... wie verhalten?

Eltern/ Freunde von mir:
Meine Eltern zu besuchen, stresst ihn sehr, weil er dort die Situationen nicht kontrollieren kann; auch das Ausgehen mit gewissen Freunden , stellt ein großes Problem für ihn dar, so dass wir das letztlich lassen. Ich habe mittlerweile auch schon Angst davor, weil ich beispielsweise bei längeren Anfahrten befürchte, dass jemand auf einer "dreckigen Raststätte" auf Toilette gehen muss, das würde den Rest der Fahrt zur Toutur für ihn werden lassen... geschweige denn, wenn wir mit seinem Auto fahren würden. Dann müsste er das komplette Auto auswaschen..

Ich traue mich ihm schon gar nicht mehr zu erzählen, wenn ich meine Eltern oder Freunde in meinem Auto mitgenommen habe, irgendwo mit jemandem hinzufahren gestaltet sich schwierig, weil wir in Erklärungsnot kommen, wenn vier Leute plötzlich mit zwei Autos zum Ausflugsort fahren müssen.


Er hat vor ein paar Jahren mal eine Therapie angefange, in der er sich furchtbar schlecht fühlte und die nichts geholfen hat. Die Zwänge wurden wohl kurz etwas besser und tauchten dann promt wieder in alter "Stärke" auf.

Ich spreche das Thema hin und wieder an, allerdings m.E. nicht besonders geschickt. Die Fronten sind hier verhärtet. Ich ertappe mich dabei, dass ich ihn durch Druckausüben dazu zwingen will, etwas zu ändern oder indem ich ihm wieder aufzeige, dass es ganz und gar nicht einfach ist, hiermit zu leben. Auch für mich nicht... oder besonders nicht für mich? Er glaubt, ich kann das einfach nicht nachvollziehen und es ist sicher auch vermessen zu sagen, dass ein Nichtbetroffener das kann. Doch er redet auch nicht mit mir darüber, vermutlich weil ich eben auch nicht richtig reagiere(n) (kann).
Wie kann ich das besser machen?
Er will weder über die Zwänge noch über eine Therapie mit mir reden, eine Therapie machen auf keinen Fall. Er sagt mir, es sei leichter für ihn mit den Zwängen zu leben und außerdem würde eine Therapie nicht helfen.
Doch letztlich ist es so, dass es einigermaßen klappt, wenn sein Umfeld (eltern etc) und ich "mitspielen". Wenn wir uns nicht wie gewünscht die Hände waschen würden, dann bricht alles zusammen. Von daher sehe ich das etwas anderes mit dem "ist doch alles okay so".

Gebt mir doch bitte einen Rat, was ich besser machen kann, damit es für ihn (und für mich) angenehmer wird... ich würde mir sehr wünschen, dass er eine Therapie anfängt, aber aktuell glaube ich nach unserem letzte Gespräch heute nicht daran.
Ich muss allerdings auch dazu sagen, dass er sehr unter Stress steht; viel zu tun, Geldsorgen und eben daneben auch noch das riesen Thema Zwänge.. da würde ich ihn schon gerne unterstützen.. nur alles schultern kann ich auch nicht.


Aus aktuellem Anlass: er zieht demnächst um, hier werde ich ihm helfen; allerdings kann ich mir schon vorstellen, dass ihm das auch Sorge bereitet und ich möchte auch nicht, dass ich "durch ungeschicktes Verhalten seine neue Wohnung kontaminiere".. also denke ich, dass ich in seiner Wohnung auf all seine Wünsche eingehen sollte; mehr als in meiner, oder?

Denn dort, wo er aktuell wohnt, hat er beispielsweise Bereiche, wo seine Dreckswäsche liegt und deshalb sonst nichts hin darf oder eine Ecke über die eine Decke gelegt wurde, weil es dort so "dreckig" ist, dass er andernfalls nicht mehr an das sich dahinter befindende Regal kam.


Ich bin gespannt auf eure Tipps, Denkanstöße etc...

Hope

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2

Sonntag, 20. Februar 2011, 20:26

RE: Gebt mir Tipps wie ich mich Verhalten soll und wie ich ihn zu einer Therapie bewegen kann

Oh je das hört sich ja richtig schlimm an, du solltest auf jeden Fall was tun sonst sitzt du am Ende beim Therapeuten.

Das hört sich ja schon so an als wenn du dir nur noch die Hände wäschst.

Er sollte wirklich eine Therapie machen alleine kommt er da nicht raus und du solltest ihm klar machen das es unmöglich ist so in der Situation mit ihm zu leben, natürlich ruhig und sachlich, weil die Einstellung ach es ist der einfachste Weg geht garnicht.

Er sollte begreifen das du genau so unter seinen Zwängen leidest wie er.

Versuche ihm das klar zu machen, vielleicht ist das ja ein Anfang.

Ich verstehe nicht wie man so leben kann, es ist doch nicht schön sich von allen zu isolieren, ich kenne das ja auch, aber ich weis auch wie schön es ist wieder ein Stück Lebensqualität zurückzubekommen.

Ich wünsche dir viel Erfolg, ach und noch eins also bei mir hat es gut geholfen das mein Freund sich nicht so stark mit in meine Zwänge einbinden lassen hat, ich denke du solltest da eine goldene Mitte finden.
Gruß

Hope


Frei nach Dieter Nuhr: „Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten.“
http://www.youtube.com/watch?v=j8uefBUOfgA

3

Montag, 21. Februar 2011, 00:00

Ich stimme Hope zu

Ps. ich habe für meine Bachelorarbeit genau dieses Thema aufgegriffen (welche Rolle haben sie in dem Zwangsystem und was können Angehörige tun)

wenn sie nächste Woche fertig ist könnte ich sie dir gerne per mail schicken. schreib mir einfach privat ne notiz :)

Ich hab jedenfalls auch ne Liste von VerhaltensEMPFEHLUNGEN zusammengestellt, aus verschiedenen Büchern (vorsicht, es sind nur Empfehlungen, die nicht 1 zu 1 übertragen werden können, da jeder Mensch anders ist. bitte darauf achten. Versuch sie zu erproben, aber finde deine eigene Balance inwieweit du die anwendest)


-Informieren Sie sich umfassend über das Krankheitsbild, damit Sie unterstützen können

-Akzeptieren Sie die Zwänge als Krankheit (es ist keine Willenssache oder von Charakterstärke abhängig)

-Verstehen Sie, dass der Betroffene unter großem Druck steht

-Akzeptieren Sie, dass ihr Betroffener Hilfe braucht (nicht mit Zwangsunterstützung verwechseln)

-Unterscheiden Sie zwischen den Patienten und der Krankheit (den Zwang nicht unterstützen, dafür aber den Betroffenen)

-Nehmen Sie keine ständige Pflegehaltung ein, da man als Angehöriger überfordert wird und den Betroffenen entmündigt

-Akzeptieren sie negative Gefühle

-Vermeiden Sie eine Komplizenschaft mit dem Zwang, auch wenn es ihnen schwer fällt, da sie ihren Angehörigen zu Beginn leiden sehen
o Sich dem Zwang entziehen ohne Gewalt und in dem Tempo des Betroffenen!
o Nicht die ganze Verantwortung abnehmen
o Freundlich und gelassen bleiben, während man die Beteiligung am Zwang zurück weist
o Trauen Sie den Betroffenen etwas zu
o Bleiben Sie Hoffnungsvoll und Optimistisch

-Kein ständiges zureden, Rückversichern oder reinreden in den Zwang

-Vermeiden Sie unnötige Kritik und Gefühle wie Wut und Aggressionen, wenn sie sich nur auf den Zwang beziehen (reflektieren Sie sich und ihre Verhaltensweisen)

-Korrigieren Sie eigene unrealistische Erwartungen

-Lassen Sie den Zwang nicht zum Mittelpunkt des Familienlebens werden (nicht ständig nur darüber kommunizieren)

-Kein wörtlich nehmen von Aussagen der Betroffenen (z.B. Beleidigungen)

-Drücken Sie sich in Gesprächen einfach und deutlich aus
o Seien Sie verständnisvoll und geduldig
o Motivieren Sie und machen Sie Hoffnung
o zeigen Sie dem Betroffenen ihre Zuneigung
o setzen Sie ihren Humor ein

-Erkennen Sie gesunde Anteile des Betroffenen an und unterstützen Sie diese (auch gesunde Verhaltensweisen fördern)

-Zeigen Sie Bereitschaft zur Mitarbeit und sichern Sie dem Betroffenen Unterstützung zu (ihm, aber nicht dem Zwang)

-Sorgen Sie für Aktivität und Struktur
o Versuchen Sie klare Absprachen mit dem Betroffenen zu treffen
o Seien Sie konsequent, aber auch sensibel für Stimmungsschwankungen
o Suchen Sie gemeinsam nach Hobbys und Freizeitbeschäftigungen, die Sie gemeinsam planen
o Seien Sie flexibel und spontan

-Ermutigen Sie ihn zu dem Kontakt mit Gleichgesinnten (z.B. in Selbsthilfegruppen)

-Ermutigen Sie den Betroffenen zu einer Therapie und Behandlung (aber nicht Zwingen)

-Loben Sie Fortschritte!!!

-Haben Sie Verständnis für Rückfälle!!!

-Achten Sie auch auf eigene Bedürfnisse und Grenzen
oSelber Auszeiten nehmen
oPositive Aspekte ins eigene Leben einbinden
oSelber professionelle Unterstützung aufsuchen, falls man mal am Ende den eigenen Kräfte angelangt ist (Foren und Selbsthilfegruppen helfen auch)


ps. tschuldigt bitte, das die Aufzählung so schief ist. ging nicht wirklich anders im moment.

Ich hoffe das hilft ein wenig.

In meiner Arbeit sind dann aber mehr Sachen aufgeführt, als nur diese Aufzählungen...Sagt einfach bescheid, wer es lesen wollen würde

4

Montag, 21. Februar 2011, 00:39

Ist seine Wohnuung denn ansonsten ordentlich und sauber oder hat er Bereiche, in denen Chaos herrscht, die wirklich nicht sauber sind?

Grüße, Hermit.
Das Leben als solches ist absolut lebensgefährlich und führt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit zum physischen Tod.

Lesen -> Denken -> Schreiben

~T~R~ O - o - O ~ L

Pit-2001

unregistriert

5

Montag, 21. Februar 2011, 00:42

Hallo JTAILER,

schlimme Sache, gell.

Mal weg von aller Theorie.

Weißt du wo der Haken ist?

Er ist da, dass er spüren muss, dass er sich nicht damit einrichten darf,
aber gleichzeitig nicht vor den Kopf geschlagen bekommen soll.

Er hat jetzt schon Panik vor Therapie, weil er weiß, wie grausam der Entzug ist.

Wenn du jetzt noch nach Schema F die vorgenannten Entzüge durchführst,
keine Ahnung, ob er das aushält oder noch mehr in den Rückzug geht.

Weißt du, es ist wie mit einen Werkstück, was man mit dem Hammer gerade klopfen will. Entweder es gelingt und die vorgeannte Liste frohlockt, oder es zerspringt, das wird meistens weniger beachtet. Darum halte ich nicht so viel von dem pauschalen Ratschlag entziehen sich sich als Angehöriger den Zwängen. Der klingt so wie wenn das Kind nicht schwimmen lernt, schmeißen sie es vom Kai in die Nordsee, es wird dann schon ums Überleben rudern.

Aber gleichzeitig muss er natürlich spüren, dass du und andere auch nicht selbstverständlich Erfüllungsgehilfen sein können.

Wie du das fertig bringst, ist deine Sache, so kalt das jetzt klingt, und wenn du es nicht fertig bringst, dass er zu kämpfen anfängt, also auch mit dir über alles sprechen will, eigene Verhaltensübungen durchführt, Kompromisse eingeht, usw. ,
ja dann,
dann ist wohl eine kleine Drohung angebracht, Therapeut oder .... keine Ahnung was oder , weil das ja deine Sache ist.

Der Therapeut müsste dann die Aufgabe übernehmen, ihn zu der Einsicht zu bringen, dass das Einrichten in der Krankheit nicht der Königsweg ist, sondern nur ein Notfall, wenn es bei jemand wirklich keine andere Lösung gibt. Wenn er dann wirklich langfristig an sich gearbeitet hat, und sich trotzdem nichts ändert, weil es schwerere Auslöser hat als man vermutet, dann muss er und kann er auch lernen, dass ihr Komromisse eingehen müsst, in seiner Unterstützung, die in Ruhe abgesprochen werden und ihm eine Basis sicherheit geben, aber auch Platz, zu lernen, mit sich selbst klarer zu kommen.

Hab mir Mühe gegeben, keinen Krampf zu schreiben. Vielleicht hilfts dir.

Pit

1.) Einsicht beibringen,

2.) Lernen die Zwänge zu verlernen, abzulegen

3.) Wenn das nicht geht, sich damit einrichten, aber mit Kompromissen, die auch wehtun, ihn aber nicht gänzlich fallen lassen, weil dies andere Schäden verursachen KÖNNTE, die wiederum den Zwang antreiben

PS: all das ist aus meiner Sicht geschrieben, es ist sehr viel Wahres dran, aber es ist selbstverständlich ohne Gewähr und eben nur meine Sicht.

Jtailer

unregistriert

6

Montag, 21. Februar 2011, 14:53

Zitat

Original von Hermit
Ist seine Wohnuung denn ansonsten ordentlich und sauber oder hat er Bereiche, in denen Chaos herrscht, die wirklich nicht sauber sind?

Grüße, Hermit.


Nein, es ist nichts wirklich dreckig. Hier und da vielleicht mal ein kleiner Krümel wie in jedem Haushalt, aber nichts was vom Normalen abweichen würde.

@all: ich finde, diese Gradwanderung zwischen nicht den Zwang unterstützen, aber ihn auch nicht fallen lassen, ist so schwer...

Beispielsweise, wenn er darum bittet, dass ich mir die Händewasche, irgendetwas weglege etc.. und ich weiß, dass das jetzt falsch ist.. soll ich es dann lassen?
Dann darf ich ihm aber auch nicht mehr zu Nahe kommen, da allein die Tatsache, dass ich da nicht mitmache ihn schon an den Rande einer üblen Panikattacke bringt.

Hinsichtlich der Therapie.. gerade ist sein Leben wirklich voll mit allem Möglichen, nur ich persönlich denke, einen wirklich "passenden Zeitpunkt" wird es aus seiner Sicht nie geben...
ich befürchte auch, fast wie in euren Beiträgen angeklungen, dass man ihn wird vor ein Ultimatum stellen müssen.. wir oder die Krankheit..
nur ich bin mir nicht sicher, wofür er sich entscheiden wird. Ich merke ja, dass er sich bereits jetzt, wenn ich das Thema nur "so" ansprechen, er sich weit entfernt... er lässt da niemanden an sich ran..
Also vielleicht noch was warten , einen leicht "passenden" Zeitraum finden und dann ansprechen?
Ich will ihn doch nicht verlieren, aber auf lange Sicht kann ich mir nicht vorstellen, dass er alleine besser mit seiner Krankheit klarkommen wird.

Pit-2001

unregistriert

7

Montag, 21. Februar 2011, 21:11

Um das zu entscheiden musst du sehr viel über seine Gefühle wissen, aus dem Bauch heraus geht das daneben.

Wie ein Chirurg musst du wissen, wo du ansetzen musst, darfst und kannst, um voranzukommen, ohne ihn verbluten zu lassen.

Darum machen das normalerweise Therapeuten, doch ich bin der Meinung, das sind keine Götter, das kann auch ein Freund, aber eben nicht aus dem Handgelenk heraus.

Alles Gute

Pit