Sie sind nicht angemeldet.

Zwangsgedanken: fremdgeh-Angst

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Zwangserkrankungen.de. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Dienstag, 31. Mai 2011, 00:49

fremdgeh-Angst

Guten Abend zusammen,

Bin neu hier und muss einfach mal so schnell wie möglich meinem Kummer Luft machen:

Nachdem ich so einigermaßen gelernt habe mit meinen "normalen" Zwängen umzugehen (Herd aus, Türe richtig zu,......), wird es mit jedem weiteren Monat immer und immer schlimmer.

Weil es hier noch genug Leute gibt die auch hilfe brauchen, fang ich einfach mal mit dem schlimmsten an:

Seit einem Monat habe ich so schreckliche Angst davor meine Freundin ungewollt zu betrügen.
Um das gleich vorne weg zu nehmen: Ich liebe meine Freundin über alles und würde ihr so was normal nie antun. Bin auch selber sehr Eifersüchtig.

Bin halt langsam echt am verzweifeln:

Letztens war meine Freundin mit ihrer besten Freundin bei mir zum DVD schauen. Mein Schatz ist dann irgendwann mal wie immer eingeschlafen :D , plötzlich hatte ich einen Gedanken wo ich es bildlich vor Augen hatte, wie ich ihrer besten Freundin einen Kuss gab (Um es klar zu stellen: ich empfinde nichts für ihre beste Freundin, absolut nicht). Zuerst machte ich mir da keine großen Gedanken, weil ich solche Bilder oft vor mir hab, auch mit Leuten die ich absolut nicht atraktiv finde.
Aber so nach ein paar Minuten machte ich mir wieder Gedanken über den vorherigen "Kuss-Gedanken" und plötzlich war ich mir nicht mehr sicher ob ich das nur gedacht habe, oder tatsächlich gemacht habe.

Da die Gewissensbisse in den nächsten Tagen immer heftiger wurden und meine Freundin irgendwann mal gemerkt hat das etwas mit mir nicht stimmt, habe ich ihr dann von meinen Zwängen erzählt. Sie zeigte mir gegenüber extrem viel Verständnis, obwohl sie es als Ausenstehender natürlich nicht so ganz verstehen kann. Dieses Gespräch nahm eine rießige Last von meinen Schultern und das Problem verblasste nach und nach.


Dann der erneute Rückschlag:
Nach einem Spätschicht Abend ging ich sehr spät ins Bett. In dieser Nacht hatte ich einen (natürlich ungewollten) Sextraum mit einer Arbeitskollegin von mir. Dieser ging auch nicht sonderlich lange (denk mal so gefühlte 10 sekunden). Am nächsten Morgen konnte ich mich an den Traum noch erinnern, wie immer machte ich mir keine großen Gedanken drüber, da ich auch so etwas öfters habe.
Doch im Laufe des Tages drehte mein Hirn es wieder so hin, wie wenn das wirklich irgendwann mal passiert sein könnte und ich somit meine Freundin betrogen hätte.

Es ist wirklich schlimm.

Der Verstand sagt: "Junge das war nur ein Traum, du liebst deine Freundin und würdest ihr nie fremdgehen,........."Doch der Zwang meint: "Und was wenn doch ? Denk lieber nochmal drüber nach !,.........."

Und genau diese Zwangs-Stimme höre ich bei allen meinen Zwängen (z.B. "Bist du dir sicher das du an der Kreuzung auch wirklich aufgepasst hast, vielleicht bist du ja Schuld an einem Verkehrsunfall. Denk lieber noch mal nach")

Und somit kann ich nie zur Ruhe kommen. Mein Gehirn will sich nicht mit dem guten zufrieden geben. Und ich komm mir ständig wie ein schlechter Mensch vor, der anscheinden seine Freundin (die alles für einen tut) betrogen hat. War auch schon ein paar mal kurz davor Schluss zu machen, weil ich immer denk sie hat etwas besseres als mich verdient. Ich will es ihr aber eben auch nicht immer erzählen, weil ich denke das sie das auf lange Zeit hin schon sehr belastet. Aber ich liebe sie einfach so sehr und glaube immer noch an das gute.

Soooooooo, jetzt ist es doch bissle länger geworden. Bitte um Verzeihung ;)


Abschließend wollte ich noch fragen ob jemand vielleicht die gleichen oder ähnlichen Probleme hat und ob das überhaut noch eine Zwangserkrankung ist, oder ob das schon in eine andere Krankheit überläuft ?

Danke schonmal, ach ja und ich hab noch keine Ärztliche Hilfe gesucht :verlegen:

Kittycat

unregistriert

2

Dienstag, 31. Mai 2011, 13:06

Hallo, also mir geht es ähnlich.

Ich liebe meinen Freund über alles und er ist der Einzige für mich.
Wir führen eine wundervolle Beziehung und er ist mein absoluter Traummann.


Meine Zwangsgedanken arbeiten jedoch immer gegen mich und stürzen sich immer auf alles, was mir wichtig ist und versuchen, mir alles kaputt zu machen.
Mein Freund ist mir am allerwichtigsten.
Und so habe ich ständig Zwangsgedanken,weil ich Angst habe, ich könnte mir das wunderschönste, das ich je hatte, kaputt machen.

3

Dienstag, 31. Mai 2011, 23:02

Hey, danke für deine Antwort.

Wie du sagst, so ist es auch wirklich. Es ist bei mir fast so als ob der Zwang sich immer mehr absurde Gründe sucht um mich innerlich zu zerreißen. Weiß gar nicht wie ich da wieder rauskommen kann ! *wink*

Es ist fast so als wolle der Zwang mir sagen: "Du denkst du kämst klar mit deinen einfachen Zwängen ???? ....... Dir werd ichs zeigen, ich nehm dir alles was dein Leben glücklich macht"

Unglaublich, hört sich an wie ein böser Dämon :D

Aber kann mir jetzt vielleicht noch jemand sagen ob das wirklich noch Zwangsgedanken sind oder ob das in ne andere Krankheit überläuft ?

Gypsy85

unregistriert

4

Mittwoch, 1. Juni 2011, 09:04

Ja, den Eindruck habe ich auch... "Du glaubst, du hast schöne Dinge, die dich stärken und dich die Angst/den Zwang besiegen lassen?" Höhöhöhöhö, wart mal ab, die krieg ich auch noch kaputt." Grrrrrrrrrrrr.

Für mich klingt das ganz klar nach Zwangsgedanken. An welche andere Krankheit hattest du denn gedacht?? Mir persönlich fällt da absolut nichts ein, was es sonst sein sollte....

5

Mittwoch, 1. Juni 2011, 12:00

Hey, ja keine ahnung. Ich weiß ja auch nicht was es sonst sein könnte. Aber wenns "nur" Zwangsgedanken sind, dann wäre ich einigermaßen beruhigt :P

Waschbärin

unregistriert

6

Mittwoch, 1. Juni 2011, 13:36

Hallo daReh, du beschreibst richtig gut, wie bei dir aus normalen Gedanken, die du auch früher in der Art schon einmal hattest, Zwangsgedanken werden. Es ist normal, dass "man" manchmal komisches Zeugs denkt und es ist eben die BEWERTUNG der Gedanken als etwas Wichtiges, als etwas das es zu kontrollieren gilt, die die Gedanken zu Zwangsgedanken macht.
Ich glaub du bist voll der normale Zwängler.
Liebe Grüße
Waschbärin

Cath1987

unregistriert

7

Mittwoch, 1. Juni 2011, 20:40

Fremdgeh-Angst

Hallo,
nachdem ich die Beiträge zum Thema "Fremdgeh-Angst" gelesen habe, hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, nicht die Einzige zu sein, die unter diesen Gedanken leidet.

Aber kurz zu mir: Ich leide seit etwa 4jahren an Kontrollzwängen, aber seit einiger Zeit auch an immer schlimmer werdenden Zwangsgedanken, die mich innerlich auffressen. Manchmal denke ich, "jetzt wirst du endgültig verrückt".

Meine Zwangsgedanken drehen sich im Großen und Ganzen darum, dass ich den Menschen, die mir nahe stehen und die mir unglaublich wichtig sind, weh tun und sie damit verlieren könnte.

Nehmen wir das Beispiel mit dem "Fremdgeh-Gedanken"; vorab, ich bin seit vielen Jahren mit meinem Freund zusammen und ich liebe ihn über alles. Er ist einfach wunderbar und akzeptiert und liebt mich trotz meiner "Probleme" so wie ich bin. Allerdings habe ich mich bisher nicht getraut, mit ihm über diesen Gedanken des "angeblichen Fremdgehens" zu sprechen, da ich mich davor wirklich schäme.

Diese Angst ist bei mir allgegenwärtig und ich meide es mittlerweile sogar schon mit einer männlichen Person auch nur einige Zeit allein in einem Raum zu sein, da sich mir dann sofort die Gedanken aufzwingen, dass ich meinen Freund betrügen könnte und ich ihn damit für immer verlieren würde-IHN, dem ich sowas nie antun könnte, aber die Gedanken sind meist stärker als mein Verstand der mir sagt, dass es nur ein Gedanke war. Mich plagen dann stunden, wenn nicht tagelang Selbstzweifel und Schuldgefühle und ich denke mir immer wieder, dass ich meinen Freund gar nicht verdient habe, weil ich eben hinterfrage, ob die Gedanken nur Gedanken sind oder doch Realität! Es ist ein Teufelskreis, der immer schlimmer wird, da ich manchmal das Gefühl hab, mir selbst nicht trauen zu können.
Meint ihr, es wäre hilfreich meinem Freund diese Gedanken anzuvertrauen? Manchmal erscheinen einem die Dinge dann viel klarer. Ich bin ratlos, denn diese Gedanken rauben mir manchmal echt die letzte Kraft.

Cath

8

Mittwoch, 1. Juni 2011, 22:37

RE: Fremdgeh-Angst

Hallo Cath,
du beschreibst deinen Freund als sehr verständnisvoll. Wenn du mit ihm über deine Zwangsgedanken sprichst, dann wird er sich sicherlich darum bemühen, sie zu verstehen. Dich würde es erleichtern, sie nicht mehr vor ihm verheimlichen zu müssen. Du müsstest deine Angst nicht mehr dauernd unterdrücken.
Er kann dir zwar nicht helfen, diese Gedanken loszuwerden, aber er kann dir in der Form helfen, dass er weiterhin dein Freund ist und dir vertraut und diese Gedanken nicht als beziehungsgefährdend ansieht.

Seine Zwänge dauernd vor dem Partner zu verstecken, ist doch eine mega-anstrengende Arbeit!

Alles Gute dir!

Youtwo.

9

Donnerstag, 2. Juni 2011, 00:27

Hab ich mir auch schon überlegt, ob es nicht hilfreich wäre es meiner Partnerin zu erzählen. Aber ich bin mir nicht sicher, ob es auf Dauer zur Belastung für mich oder für meine Freundin wird.

Angenommen es wäre umgekehrt, ich wüsste nicht ob ich so begeistert wäre wenn meine Zwang-Freundin mir die ganze Zeit erzählen würde das sie Angst hat mir fremd zu gehen oder wie in meinem Falle, sie weiß nicht ob sies im Unterbewusstsein gemacht hat :(

Als Nicht-Zwängler kann man das Gedankenspiel glaub eh nicht so richtig verstehen.

Cath1987

unregistriert

10

Donnerstag, 2. Juni 2011, 09:27

Danke für eure beiden Meinungen dazu.
Natürlich wäre es für mich andersrum auch eher belastend wenn ich von meinem Freund hören würde, dass er solche Gedanken hat, aber für mich ist das auf Dauer wirklich nur noch ein Kampf und wie Youtwo es beschrieben hat anstrengende Arbeit es stets für sich zu behalten. Ich weiß wirklich nicht mehr, was ich machen soll. Ich weiß, dass mein Freund sehr verständnisvoll sein kann, aber andererseits habe ich Angst, dass auch da sein Verständnis ein Ende hat und er mich verlässt oder mir dann tatsächlich nicht mehr vertraut, was er tut.

Als ich heute Morgen aufgestanden bin und wieder einmal jede Menge konfuse Dinge geträumt habe, habe ich mich auch wieder gefragt, ob ich nicht vielleicht heute Nacht unterbewusst irgendas gemacht habe, wovon ich nichts mitbekommen habe und was vielleicht das Ende meiner Beziehung bedeuten könnte. Es geht mir nach dem Aufstehen häufig so und meist hält dieser Zustand mehrere Stunden an oder bleibt sogar über Tage. Ständig dieses Gefühl: Was ist, wenn du, ohne es zu merken, deinen Freund betrogen hast? Das ist so mega belastend. Ich habe schon soviele Dinge versucht, vor allem Selbsthilfemethoden, aber ich scheitere immer wieder an dem Punkt, dass mein Kopf mir sagt: Denk nicht positiv, was wäre wenn DU so etwas gemacht hast?? Wie kann man nur so gefangen in seinen eigenen Gedanken sein?

Geht es euch denn auch so, dass ihr eigentlich wisst, dass ihr NICHTS gemacht habe, aber euch eure Gedanken einfach versuchen einzureden, dass da (vielleicht)doch was war?So, als hätte man es nicht verdient, dass wirklich alles in Ordnung ist und man sich keine Sorgen zu machen braucht!

Alles Gute euch,
Cath

11

Donnerstag, 2. Juni 2011, 10:44

Moin!
Ich wundere mich immer, wie groß die Angst vor dem "Unter-Bewussten" ist?!?! Wer sich die Mühe macht und mal genauer hinschaut, aus welchen Gedanken diese Ängste bestehen, wird feststellen, dass das "Unter-Bewusste", soweit wir es denn gedanklich erfassen können, auch nur wieder aus Gedanken besteht.
Im Hintergrund unseres Denkens laufen Gedanken ab, die wir kaum noch erfassen, die aber gewisse Spannungszustände in uns erzeugen und dann Nahrung z. B. für Zwangsgedanken sind.
Ein solcher Gedanke könnte sein "Ich bin ein schlechter Mensch" oder "Ich bin ein wertloser Mensch". Mit diesem Denkmuster im Hinterkopf wirst du immer alles, was in dir ist, negativ interpretieren.

Wenn du morgens aufwachst und dich fragst, ob du in der Nacht möglicherweise deinen Freund betrogen haben könntest (wie auch immer das funktionieren soll), dann spielst du Gedanken durch. Mehr tust du nicht. Aufgrund deiner negativen Erwartungshaltung und deinem angekratzten Selbstwertgefühl beunruhigen dich diese Gedanken sehr, du bist ja möglicherweise in dem Glauben, ein schlechter Mensch zu sein. Je mehr du dich beunruhigst, desto mehr glaubst du den Gedanken und beschäftigst dich mit ihnen und steigerst deine Unruhe (im Fachjargon "Eine erhöhte Sensibilität für den negativen Affekt, die zu einer starken Hemmung des Selbstzugangs führt und damit "selbstsicheres Verhalten" erschwert.")

Falls du deinem Freund von deinen Zwangsgedanken erzählst, ist es wichtig, dass er begreift, dass diese Gedanken Ausdruck einer psychischen Erkrankung sind. Diese Gedanken sind NICHT Ausdruck deiner ureigenen Wünsche, sondern drängen sich dir auf und belasten dich psychisch schwer.
Ein gutes Buch zu Zwangsgedanken könnte ihm helfen, diese Krankheit zu verstehen, und sie nicht persönlich zu nehmen.


Viele Grüße,
Youtwo.

12

Donnerstag, 2. Juni 2011, 11:09

Zitat

Original von Cath1987
Danke für eure beiden Meinungen dazu.
Natürlich wäre es für mich andersrum auch eher belastend wenn ich von meinem Freund hören würde, dass er solche Gedanken hat, aber für mich ist das auf Dauer wirklich nur noch ein Kampf und wie Youtwo es beschrieben hat anstrengende Arbeit es stets für sich zu behalten. Ich weiß wirklich nicht mehr, was ich machen soll. Ich weiß, dass mein Freund sehr verständnisvoll sein kann, aber andererseits habe ich Angst, dass auch da sein Verständnis ein Ende hat und er mich verlässt oder mir dann tatsächlich nicht mehr vertraut, was er tut.

Als ich heute Morgen aufgestanden bin und wieder einmal jede Menge konfuse Dinge geträumt habe, habe ich mich auch wieder gefragt, ob ich nicht vielleicht heute Nacht unterbewusst irgendas gemacht habe, wovon ich nichts mitbekommen habe und was vielleicht das Ende meiner Beziehung bedeuten könnte. Es geht mir nach dem Aufstehen häufig so und meist hält dieser Zustand mehrere Stunden an oder bleibt sogar über Tage. Ständig dieses Gefühl: Was ist, wenn du, ohne es zu merken, deinen Freund betrogen hast? Das ist so mega belastend. Ich habe schon soviele Dinge versucht, vor allem Selbsthilfemethoden, aber ich scheitere immer wieder an dem Punkt, dass mein Kopf mir sagt: Denk nicht positiv, was wäre wenn DU so etwas gemacht hast?? Wie kann man nur so gefangen in seinen eigenen Gedanken sein?

Geht es euch denn auch so, dass ihr eigentlich wisst, dass ihr NICHTS gemacht habe, aber euch eure Gedanken einfach versuchen einzureden, dass da (vielleicht)doch was war?So, als hätte man es nicht verdient, dass wirklich alles in Ordnung ist und man sich keine Sorgen zu machen braucht!

Alles Gute euch,
Cath


Du sprichst mir aus der Seele. Bei mir ist es ganz genau so.

Am Anfang meiner Zwangskrankheit hab ich gelesen, das Zwänge immer schlimmer werden (scheinbar braucht der Körper das irgendwann immer stärker). Hab das nie wirklich glauben können, aber jetzt weiß ich das es immer noch schlimmer geht.
Das Gehirn sucht sich immer mehr wirre Gründe um einen in Unruhe zu versetzten.

Mir kommt es langsam so vor, als ob mein Zwang will, das ich in jeder Minute meines Lebens nochmal drüber nachdenke, ob ich irgendwas falsches in der vergangenen Minute gemacht hab. Und er gibt sich sehr oft nicht mit dem beruhigenden Resultat zufrieden.

Hab auch schon genug Selbshilfetips gesucht und versucht umzusetzten. Ich denke das es mir zeitweise bei meinen Zwangshandlungen geholfen hat (also Herd, Türe,... kontrollieren), die wirklich besser geworden sind.
Aber bei solchen fremdgeh Zwangsgedanken, bringen die Selbsthilfesachen bei mir auch nix.

Cath1987

unregistriert

13

Freitag, 3. Juni 2011, 11:46

Hallo
@youtwo: Deine Erläuterungen klingen wirklich plausibel und leuchten mir auch ein, allerdings kann ich mir noch so sehr versuchen zu verdeutlichen, dass es reine Gedanken sind, die ich da habe, trotz allem gaukelt mir mein Gehirn vor, es könnte vielleicht doch real sein, was ich denke. Ich weiß, dass ich in naher Zukunft Hilfe bei einer Verhaltenstherapie suchen werde, in der Hoffnung, dass es dadurch besser wird.

@daReh: Ich kenne das nur zu gut. Am Anfang waren es bei mir auch die Kontrollzwänge, die mich plagten. Herdplatte aus, Tür zu, Auto zu aber dass sich das auch auf die gedankliche Ebene verschieben könnte, war mir damals gar nicht klar. Mittlerweile wäre ich fast schon dankbar, wieder "nur" an den Kontrollzwängen zu leiden, denn die sind erträglicher, als die ständige Angst, den geliebten Menschen, in dem Fall meinem Freund weh tun zu können, in dem ich ihn "unterbewusst" oder wie auch immer betrügen könnte. Ich kann nur immer wieder betonen, dass ich ihm das nicht antun könnte, aber die Gedanken sind manchmal so real, dass ich wirklich anfange sie zu glauben und das ist das Schlimmste an der ganzen Sache, dass man wirklich das Gefühl bekommt, dass man nicht mehr zwischen Realität und Zwangsgedanken unterscheiden kann. Ich frage mich, ob ich mich immer noch auf der Ebene von Zwangsgedanken befinde, oder ob diese Unfähigkeit zwischen "was ist wahr und was nur ein GEdanke" mittlerweile schon einer anderen Kategorie von Krankheit zuzuordnen ist?
Ohje, dieses Gedankenkarusell raubt mir wirklich soviel Kraft:(

14

Freitag, 3. Juni 2011, 14:04

Hallo Cath,
kennst du das Lied "Alles nur in meinem Kopf" von Andreas Bourani? Es wird zur Zeit häufig in den Hitparaden gespielt. Jemand besingt und erfreut sich an seiner Phantasie und hat ein ganz entspanntes Verhältnis zu seinen Gedanken. Auch ich kann mich gedanklich in Sekunden zum Multimillionär machen, mich an einen Traumstand beamen oder fliegen wie ein Vogel. Das sind schöne Gedanken, die gute Gefühle in mir auslösen.

Leider gibt es da auch die andere Seite. Gedanken, die ich nicht denken möchte, weil ich sie als negativ empfinde. Sie lösen unangenehme Gefühle in mir aus. Wenn möglich, versuche ich sie nicht zu denken und wehre mich, sobald sie in mir aufkommen. Zu diesen Gedanken nehme ich eine spezielle Erwartungshaltung ein, nach dem Motto "Wenn ich diese Gedanken denke, dann bewirken sie etwas (entweder bei mir selbst, bei anderen Menschen oder in speziellen Situationen)".
Diese Gedanken als reine Produkte meiner Phantasie zu akzeptieren, fällt mir zumeist schwer. Schade! Ich habe die nötige Distanz zu ihnen nicht.

Es gibt das Buch von Prof. Dr. St. Moritz "Erfolgreich gegen Zwangsstörungen", welches sich speziell mit dem Denken zum Zwangsdenken auseinander setzt. Während andere Bücher sich direkt mit den Zwangsgedanken und deren Reduzierung beschäftigen, geht dieses Buch sozusagen eine Ebene höher und versucht, Betroffenen die Möglichkeit zu geben, ihre Zwangsgedanken distanziert zu beoachten und anders als bisher zu bewerten.
Aktuell läuft eine Studie zum metakognitiven Training gegen Zwangsgedanken.

Vielleicht solltest du dir, falls du das noch nicht getan hast, das Buch kaufen, oder, wenn du in Therapie gehst, dieses Thema in den Mittelpunkt deines Interesses innerhalb der Therapie stellen. Wie bewerte ich das, was mir in den Sinn/Kopf kommt? Wann haben Gedanken eine Aussagekraft, und wieso? usw.

Ich glaube, von Zwangsgedanken Betroffenen geht insgesamt die entspannte Haltung zum Kopf verloren :-).

Viele Grüße,

Youtwo.

15

Samstag, 4. Juni 2011, 23:48

Kann es sein dass wir hier alle davor Angst haben, das man uns als Unfähig oder als schlechten Menschen abstempelt.
Deshalb denken wir dass man alles nochmal hinterfragen muss ob man in der vorherigen Minute alles richtig gemacht hat ?

Cath1987

unregistriert

16

Sonntag, 5. Juni 2011, 00:37

Ja, das kann sehr gut sein. Ich weiß, dass ich viel Wert darauf lege, dass man mich mag und dass ich alles perfekt mache, sprich mir keine Fehler unterlaufen dürfen! Denn nur, wenn ich perfekt bin, oder versuche, dem Nahe zu kommen, kann ich gemocht werden (das ist das, was ich denke) und mag mich selbst.

Vor allem ist es so, dass sich meine Zwangsgedanken ja größtenteils darum drehen, dass ich den Menschen, die mir am wichtigsten sind, wehtun könnte, sie hintergehen oder ihnen körperlich schaden könnte oder sonst was in der Art, sodass sie mich hinterher nicht merh mögen, den Kontakt abbrechen, mich als schlechten Menschen betrachte. Ich weiß, dass diese Zwänge bei mir einfach mit dem Bedürfnis einhergehen, DAS, was mir wichtig ist zu schützen, obwohl sie mir gerade das gegenteilige Gefühl geben, nämlich, dass ich in der Lage sein könnte, eben genau das, was mir wichtig ist, zu riskieren, kaputt zu machen, obwohl ich es nicht will. Die Gedanken kämpfen sozusagen gegen die innigsten Wünsche.

Ja, aber wie du sagst, die grundliegende Angst ist wohl die, nicht mehr gemocht und als schlechter Mensch gesehen zu werden.

Gruß, Cath

17

Sonntag, 5. Juni 2011, 21:24

Meistens heißt es ja das bei solchen Sachen der Ursprung in der Kindheit zu finden ist.
Denke mal das könnte bei mir der Fall sein (es gab mal ein paar unschöne Worte von meinen Eltern).

Oder hat jemand ne andere Erklärung dafür ?

Cath1987

unregistriert

18

Sonntag, 5. Juni 2011, 23:57

Ich weiß nicht, ob man das verallgemeinern kann, denn ich glaube nicht, dass Zwänge immer mit negativen Erfahrungen in der Kindheit zu erlären sind. Ich persönlich habe bspw. die Erfahrung gemacht, dass meine Eltern mich stets behütet und von jeglichen Gefahren ferngehalten haben. Ich habe sehr viel Zuwendung bekommen und vielleicht ist es ja gerade das, was bei mir die Zwänge mit verstärkt, nämlich, dass ich die Kontrolle darüber behalten will oder muss, dass mein wichtigster Personenkreis mir immer erhalten bleibt und ich keine einzige dieser Personen verlieren will und daher vielleicht meine Kontrollzwänge und vor allem die Zwangsgedanken die Funktion zu erfüllen, immer auf Nummer sicher gehen zu wollen, so ne Art Schutzmechanismus (aber ein unheimlich unangenehmer und anstrengender..).

Ja, also ich denke, dass man sicher die eigene Lebens-und Entwicklungsgeschichte ganz besonders zur Analyse der eigenen Zwänge heranziehen sollte, aber es muss nicht immer mit der Kindheit zu tun haben, glaube ich.

19

Montag, 6. Juni 2011, 22:32

Hat jemand Informationen oder Erfahrung damit, ob solche Gedanken, also Zwanghafte Gedanken ob das Gedachte jetzt nur ein Gedanke war oder doch wirklich passiert ist (schon kompliziert :D) , vollständig heilbar sind.
Und ob dazu auch Medikamente notwendig sind oder man die Sache auch nur mit Therapie wieder hinbiegen kann ?!

Denn die Hoffnung das es von allein wieder verschwindet hab ich so langsam aufgegeben *wink*

20

Freitag, 1. Juli 2011, 12:41

Ich benutzte jetzt einfach mal mein eigenes Thema für ne bischen andere Frage:

Weis jemand ob die Zwangsgedanken auch schuld an meiner manchmal bisschen heftigen Eifersucht sind ???