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Freitag, 3. Juni 2011, 10:57

Mein Freund

Hallo Community!

Mein Freund (19) leidet seit er ca. 11 Jahre alt ist an Zwangsgedanken. Es hat angefangen, als er nach Deutschland imigriert ist und dadurch so viel Stress erlitten hat. Er war bei einer Psychologin 4 Jahre lang gewesen, die aber nicht erkannt hat das er daran leidet.

Ich habe ihn im September letzten jahres kennengelernt. Ich habe erst später erfahren, dass er dieses Problem hat, wobei ich aber nicht abgeschreckt reagiert habe, da ich selbst ein Psychologiestudium antreten wollte, um als Therapeutin für Kinder & Jugendliche zu arbeiten. Daher darf man sich durch sowas natürlich nicht abschrecken lassen. Außerdem habe ich Erfahrung mit einer Panikattacke gemacht und daher weiß ich auch, dass es ziemlich peinlich ist, sowas einem anderen Menschen anzuvertrauen, vorallem wenn man Angst hat von ihm dann verlassen zu werden.

Die letzten zwei Monate war er in der Psychiatrie, er hat sich selbst eingeliefert, da sich die Symptomatik verschlimmert hat. Dort diagnostizierte man ihm erst eine Psychose und er bekam Medikamente dagegen, die jedoch (logischerweise) nicht halfen. Mittlerweile nimmt er schon das dritte Medikament, denn beim ersten und zweiten hatte er ziemlich schwere Nebenwirkungen gehabt, sodass er nicht mal mehr reden konnte oder sich bewegen.
In einer Woche soll er nun entlassen werden ( er selbst hat keine Lust mehr da zu bleiben, da er das Gefühl hat, man probiert an ihm Medikamente aus) und seine Eltern suchen im Moment nach einem Therapieplatz für eine Verhaltenstherapie.

Seine Zwangsgedanken drücken sich so aus, dass er Angst hat sich mit einer Krankheit anzustecken und er hat Angst, dass wir alle sterben werden. Dazu kommt, dass er noch Gedanken hat was Religion betrifft. Diese treiben ihn schon fast dazu die Beziehung zu mir zu beenden, weil er denkt, ich kommen mit seinem Glauben nicht zurecht, wobei mir das völlig egal ist. Ich konnte mir denken, dass er krankhaft an dieser Religion festhält, daher habe ich mir darüber keine weiteren gedanken gemacht.

Da er noch Medikamente nimmt, lassen ihn seine Eltern nicht zu mir fahren. Wir wohnen 200km voneinander entfernt und haben uns echt lange nicht mehr gesehen. Jedoch erlaubt mir meine Mutter auch nicht zu ihm zu fahren, da sie ihn für ''einen sehr kranken Menschen'' hält und sonst nichts anderes mehr sieht.
Ich muss sagen, dass meine Mutter ihn sehr gemocht hat, als sie ihn kennenlernte und er für sie fast schon wie ein eigener Sohn war.

Ich bin sehr glücklich mit meinem Freund und mir kam schon der Gedanken zu gehen, weil das alles auch für mich schwer zu ertragen war. Allerdings hat mich damals mein Exfreund wegen der Panikattacke verlassen und daher weiß ich wie schlecht man sich fühlt. Ich liebe meinen Freund und bin bereit ihn zu unterstützen. Die Ärzte versprechen ihm gute Chancen, da er noch jung ist und selbst einsieht, dass er Hilfe braucht. Daher kann es gut sein, dass er da ganz wieder rauskommt. Rückfälle sind nie ausgeschlossen, allerdings wird er dann später wissen, was zu tun ist und kann dann auch damit umgehen. Selbst ich kann einen Rückfall kriegen und ich weiß heute auch, wie ich damit umgehen kann.
das Problem ist auch, dass wir uns immer näher und näher kommen und es irgendwann eben zu Sex kommt und für mich ist es das erste Mal. Dadurch das ich nicht weiß wie diese ganze Geschichte ausgeht bin ich natürlich verunsichert. Ich habe auch Angst mich vor meiner Mutter dafür rechtfertigen zu müssen, warum ich das getan habe. Wie schon gesagt, lässt sie mich nicht hinfahren. Natürlich habe ich ein ungutes Gefühl, weil niemand weiß ob er da wirklich ganz rauskommt oder nicht. Aber ich möchte nicht vor meiner Mutter dieser ganze Palette der Gefühle für meinen Freund ausbreiten müssen, damit sie versteht, dass ich da wirklich hin will. Ich weiß nicht was ich machen soll. Ich kann selbst erst Ende Juni fahren, wegen der Schule geht es halt nicht früher. Ich hätte auch das geld für das Ticket und mein Freund würde mir die Hälfte auch zurückerstatten, da es für mich teurer ist als für ihn.

Ich vermisse ihn total und das wird immer schlimmer. Ich möchte ihn schließlich irgendwie unterstützen und ich wünsche ihm nur das Beste.
Ich bin verzweifelt und weiß nicht was ich machen soll.. Ich hoffe ihr könnt mir irgendwie helfen.

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Samstag, 4. Juni 2011, 08:55

RE: Mein Freund

Hallo,
das ist ja bei dir schon fast wie in der Politik, da müssen auch immer sehr viele Interessen abgewogen werden!

Wie die Beziehung zu deinem Freund sich entwickelt, ob sie sich überhaupt weiter entwickelt, das erfährst du in erster Linie, wenn du mit ihm zusammen bist und ihn näher kennen lernst. Du wirkst trotz deines jungen Alters sehr vernünftig und scheinst dich nicht blindlings in die Liebe zu deinem Freund hinein zu stürzen. Eigentlich müsste das deine Mutter auch erkennen können, sie scheint aber sehr besorgt um dich zu sein.


Eine Entscheidung, wie du dich verhalten sollst, kann dir niemand abnehmen. Ich finde aber, dass du deine Gefühle der Sehnsucht, Hoffnung und Liebe wichtig nehmen und ihnen nachgeben darfst.

Viele Grüße und alles Gute,

Youtwo.

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Samstag, 4. Juni 2011, 16:39

Hallo!

Danke für deine Antwort..

Wie diese ganze Sache endet kann natürlich nur die Zeit zeigen, allerdings stehen die Chancen auf eine Heilung sehr gut.

Ich habe schon immer geneigt mehr auf meine Vernunft zu hören, was mir immer Unglück gebracht hat, da ich die Gefühle völlig ausgeschaltet habe. daher wollte ich das jetzt anders machen.

Es ist ja alles schön und gut, das mit dem sich sorgen machen, so ist es ja immer bei den Eltern, aber ich habe das Gefühl, dass alles andere schlichtweg übergangen wird. Es ist völlig egal ob ich ihn vermisse oder nicht, er ist krank und damit ist die Diskussion beendet. Aber so kann das doch auch nicht gehen? ?(

Ich kann doch schlecht ein halbes Jahr oder noch länger auf meinen Freund verzichten, nur weil meine Mutter an ihren Vorurteilen festhält. Und für mich ist es ein Vorurteil, weil er durch sein Problem nicht direkt zu einer kompletten Gefahrenquelle wird. Meine Mutter hat mich damals auch nicht ein Psycho angesehen, als ich die Panikattacke hatte, also frage ich mich, warum mein Freund das jetzt ist.

4

Samstag, 4. Juni 2011, 19:39

Hallo und willkommen im Forum!

Rein spekulativ würde ich sagen, deine Mutter hat Angst, dass dein Freund dich wieder runterzieht und du einen Rückfall bekommst. Deshalb denkt sie vll, sie würde dich schützen, indem sie dich von ihm fernhält. Das eigene Kind ist im günstigen Fall dann eben wichtiger, als ein fremder, selbst wenn das Kind krank ist; gibt auch Eltern, die sich von ihren Kindern abwenden, wenn die psychisch krank werden.

Angst/Panik wird zudem anders bewertet als Zwang/Psychose - äußert sich auch anders im Verhalten der Betroffenen.

Habt ihr denn nun gar keinen Kontakt mehr zur Zeit?

Grüße, Hermit.
Das Leben als solches ist absolut lebensgefährlich und führt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit zum physischen Tod.

Lesen -> Denken -> Schreiben

~T~R~ O - o - O ~ L

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Samstag, 4. Juni 2011, 19:49

Hallo,
weil jemand eine langwierige psychische Erkrankung hat, wird er/sie nicht automatisch zu einer Gefahrenquelle. Das ist totaler Unsinn. Ich glaube, solche seltsamen Vorurteile gibt es bei ganz vielen Menschen, die sich nur oberflächlich mit dem Thema beschäftigt haben. Da wird das halbgare Wissen aus irgendwelchen Filmen und Medienberichten gespeist, und fertig ist die Sichtweise.
So einen Gedankenschrott habe ich mir auch schon oft anhören müssen, und dann wünsche ich denjenigen, die mir sowas erzählen, eine psychische Erkrankung an den Hals. Sie muss ja gar nicht allzu lange dauern, vier bis acht Wochen, wo die Leute ganz tief im psychischen Dreck sitzen, dann ändert sich deren Denken vielleicht auch.
Solche Pauschalurteile helfen, mit Themen umzugehen, bei denen man sich unwohl fühlt, oder mit denen man nichts zu tun haben will. Wie sagte mir mal ein Kollege: "Wer mir erzählt, dass er eine Depression hat, ist für mich gestorben. Mit solchen Miesepetern will ich generell nichts zu tun haben."
Danach war der Kollege für mich aber auch gestorben.

Ich kenne deine Mutter nicht und will dich auch nicht gegen sie aufhetzen. Anscheinend hat sie ihre Vorstellungen davon, welchen Umgang ihre Tochter haben soll. Dazu gehört NICHT jemand, der psychisch krank ist. Zu behaupten, dein Freund könne möglicherweise aufgrund seiner Erkrankung gefährlich sein, soll dir vielleicht Angst einjagen, dich einschüchtern? Auf jeden Fall versucht sie sich zu beeinflussen.

Ihre Meinung kollidiert mit deiner Meinung, ihr Wille steht gegen deinen.

Wenn du schon öfters erlebt hast, wie deine Gefühle bei Themen, die dir wichtig waren, in den Augen deiner Mutter keine oder nur eine geringe Bedeutung hatten, dann wundert es mich nicht, dass du eher auf deine Vernunft setzt und deine Gefühle hintenan stellst. Auf Dauer wird man sehr kopflastig und unausgeglichen, und es könnte dazu führen, seine eigenen guten Gefühle nicht mehr wertschätzen zu können.

Deshalb finde ich es sehr gesund, dass du dich dazu entschieden hast, deinen Gefühlen nachzugeben und nachzugehen.
Deine aktuelle Unzufriedenheit mit dem Verhalten deiner Mutter finde ich übrigens auch sehr gesund. Weiter so :-).

Viele Grüße,

Youtwo.

6

Samstag, 4. Juni 2011, 20:04

Hallo,
habe gerade Hermits Kommentar gelesen. So kann es natürlich auch sein, und deine Mutter hat wirklich Angst um dich.

Viele Grüße,

Youtwo.

7

Samstag, 4. Juni 2011, 22:26

Hallo!

Meine Mutter beeinflusst mich schon in der Sache, da ich bei jedem Kommentar von ihr anfange zu denken, ob die Beziehung noch einen Sinn hat. Und ich bin glücklich mit meinem Freund und er weiß , dass es 5 vor 12 ist, da nicht jeder so reagieren würde wie ich.

Meine Mutter meint, dass eine Person die in einem solchen Moment abhaut nur starke Nerven, wobei das für mich einfach ein Zeichen von Verantwortungslosigkeit ist. Man ist mit jemanden zusammen und damit hat man Verantwortung, wenn man dann einfach so abhaut, der hat es nicht ernst gemeint und natürlich gibt es grenzen, wo abhauen sinnvoll ist.

Mein Freund hat keine klassische Psychose mit Wahnvorstellungen und Hallus. Bei ihm liegt das Problem, dass er sich zu sehr in etwas reinsteigert, wie eben in Religion und das wird dann zum Zwangsgedanken.

Im Moment geht es ihm gut und er wird kommende Woche entlassen. Wir haben jetzt regelmäßigen Kontakt zu einander.

Mit seinen Eltern verstehe ich mich super und sie mögen mich auch, wobei meine Mutter meint, sie mögen mich nur, weil ich nicht abgehauen bin.

Allerdings hatte ich nicht das Gefühl, dass sie mich vorher nicht gemocht hätten.

Ich kann nur von mir selbst sagen, dass ich mich im Moment gut im griff habe und meine Attacke kam eben daher, dass ich Gefühle schlichtweg unterdrückt habe. irgendwann musste es ja mal raus.

naja.. es ist ja schön und gut, dass sie sich sorgen macht, aber ich kann meinen freund nicht verlassen, weil sie es so will. Es ist auch mein leben. und ich kann sagen, dass wenn wir später vllt zusammen wohnen würden und es nochmal passiert, da würde ich überlegen, ob ein Schlussstrich nicht besser wäre. Allerdings sieht seine Prognose soweit so gut aus, dass die Chance eines Rückfalls gering ist, wenn er eine gute Therapie macht und sich danach mit Sport etc. ablenkt.

Dadurch das ich auch total viel zu tun habe und angefangen habe zu arbeiten, bin auch ich abgelenkt. Allerdings denke ich oft an den Fall wo ich die Attacke hatte, weil meine Mutter würde über einen Mann auch schlecht denken, wenn er mich dann einfach sitzen lassen würde. Und bei meinem jetzigen freund weiß ich, dass er es nicht tun würde.

8

Samstag, 4. Juni 2011, 23:19

Hallo!
Du scheinst deine Position gefunden zu haben.
Lass' dir bei allem, was du tust, Zeit. Und verliere nie aus den Augen, was DU gerne möchtest, auch im Zusammensein mit deinem Freund.

Alles Gute,

Youtwo.

9

Samstag, 11. Juni 2011, 17:23

Hallo!

Es ist nun so, dass meine Mutter es mir frei gestellt hat dort hinzufahren oder nicht, wobei sie mir den Rat gibt lieber noch etwas zu warten. Das Ticket soll ich mir selbst finanzieren, wobei ich das Geld, was sie mir gibt (komischerweise) nicht verwenden darf.
Nun habe ich zwar einen Nebenjob, der wirft aber gerademal so viel ab, dass ich in 1 1/2 Monaten das geld zusammen habe, zumindest für die Hinfahrt, die Rückfahrt bezahlt mein Freund, aber da beginnen schon meine Ferien, wo mein Freund eigentlich zu mir fahren wollte. Alles eine etwas misslungene Lage.

Nun ist er aus der Klinik raus, seit fast einer Woche und hat den Meidkamenten dort jetzt eine Gastritis zu verdanken. Und dagegen gibt es wieder neue Medikamente.
Er steht auf der Warteliste für Verhaltenstherapie und die Diagnostik, so weit so gut. Wie das alles weiter gehen wird, keine Ahnung und ich habe auch wirklich Angst vor dem Ende des Tunnels.

Du hast Recht damit, dass meine Mutter denkt, dass man mit einem vielleicht psychisch Kranken oder instabilen Menschen nicht ernsthaft zusammen sein kann, zumindest sollte man damit nicht sein Sexualleben anfangen. Diese Sichtweise kann ich nicht nachvollziehen, denn wenn alle Menschen es so sehen würden, dann wäre es bei allen komplett abgeschrieben und hätte gar keine Chance im Leben. Dieses versteht meine Mutter aber nicht, weil sie denkt, ich bringe ein persönliches Opfer und schmeiße mein ''gesundes'' Leben für ihn weg und verzichte auf einen ''gesunden'' Mann.
Bei einer Diagnose wie Schizophrenie habe ich selbst meine Bedenken, weil es sich auf die Kinder später übertragen kann und das macht mir Angst, außerdem ist die Symptomatik auch nicht ganz ohne. Allerdings haben die Ärzte das als Diagnose ausgeschlossen.

Meine Mutter rechtfertigt das alles damit, dass eine Frau von ihrer biologischen Veranlagung schon sich einen gesunden Mann sucht, um Kinder zu kriegen. Um ehrlich zu sein finde ich das etwas albern, weil ich noch nie von sowas gehört habe. Dasselbe gilt für das Sexualleben.. Allerdings ist das für mich alles ziemlich unverständlich.
Ich weiß z.B das mein vater seit seiner Kindheit unter seinen Eltern gelitten hat, und daher Depressionen hatte und heute geht er immernoch zum Psychologen. Als nun ich und meine Mutter nach Deutschland gefahren sind, hat genau das mit den Depressionen angefangen. Ich kann nicht sagen, ob sich meine Mutter deswegen aus dem Staub gemacht hat oder nicht und beurteilen kann ich das auch nicht. Jedenfalls ist es so, dass immer wenn meine Eltern persönlich aufeinander treffen, sie sich um meine Erziehung zanken, obwohl mein Vater sich 17 Jahre nicht darum gekümmert hat und meine Mutter es schon immer übertrieben hat. Mein Vater meint, meine Mutter neigt dazu durch manche Aussagen anderen ein schlechtes Gewissen einzujagen. So fühle ich mich auch, wenn ich mit ihr das letze Mal über meinen Freund geredet habe. Am Ende bin ich immer so schockiert, dass ich schon anfange an Trennung zu denken, obwohl dieser Gedanke vor 1 Stunde undenkbar für mich war.

So ist es aber auch bei anderen Dingen. Als ich mir habe die Pille verschreiben lassen und das war vor der Klinikzeit meines Freundes, hatte ich einen tollen Streit zu hause. Meine Mutter hielt mich für ein komplettes Dummchen und als würde ich nicht wissen, dass das ein Medikament war und kein Bonbon und daher Nebenwirkungen hat. Dabei habe ich den Beipackzettel gelesen ( aber nein, meine Mutter denkt, da steht eh nur die Hälfte drauf) und Infoseiten im Internet und habe auch Mädchen aus meinem Bekanntenkreis befragt. Schließlich war ich nicht naiv und ich habe es sicherlich nicht aus Spaß oder Gruppenzwang gemacht, wie meine Mutter immer denkt. Und am Ende der Diskussion sagte sie dann, dass sie nicht mehr darüber reden wird. Aber drei Wochen später ging das wieder von vorne los, sodass ich schon total wütend darauf reagiert habe.. Ich wollte schon die Packung aus dem Fenster werfen, damit da endlich Ruhe ist. Damit hatte sie ja schließlich was sie wollte und ich wurde nnicht mehr genervt. Am nächsten Tag kam sie dann zu mir um sich mit mir zu vertragen, obwohl ich darauf schon gar keine Lust hatte, weil ich mich gezwungen ggefühlt habe es zu tun. Und dann kam wieder sowas wie ''Ach, du willst dich nicht mit der eigenen Mutter vertragen?'', so dass ich mich mal wieder aus Zwang dazu entschlossen habe.

Dasselbe passiert jedes Wochenende wenn es ums Spazierengehen geht. Es kommt sowas wie ,,Es ist doch so schön draußen und das ganze Wochenende drinnen sitzen ist schlecht für die Gesundheit'' und schon bin ich draußen, alleine schon weil ich keine Lust auf Diskussionen habe und jeglicher Widerstand gegen sowas endet immer im Streit oder sie ist sauer auf mich, obwohl ich nichts verbrochen habe.

Dementsprechend stehe ich immer zwischen Freund und Mutter. Und selbst wenn meine Mutter sagt, sie wäre mit meiner Entscheidungen für ihn einverstanden und akzeptiert das, bemerke ich da trotzdem, dass es ihr nicht passt. Meine Mutter hat nie gesehen wie mein Freund mit mir umgeht. Aber mein Vater hält ihn trotzdem für eine ''Lusche'', obwohl mein Freund, als er richtig heftig gemobbt wurde, sich sogar geprügelt hat, damit das endlich aufhört und das hat er auch erreicht. Eine Lusche tut sowas meiner Meinung nach nicht. Die verkriecht sich lieber in der hintersten Ecke und leidet weiter.

Jedenfalls sieht es bei mir nicht besser aus als vorher und dazu kommen noch diese quälenden Monate des Wartens bis endlich die Diagnostik kommt. Und diese ganze Geschichte hinterlässt natürlich einen ziemlich bitten Beigeschmack, sodass ich nicht weiß wie ich mit meinem Freund umgehen soll. An meinen Gefühlen hat es zwar nichts geändert, aber durch den Einfluss von allen Seiten, fällt mir das alles umso schwerer.
Ich weiß z.B nicht, ob er von zu hause ausziehen wird oder vor hat ewig bei seinen Eltern zu bleiben, ob er nicht vielleicht zu mir ziehen würde, wenn ich dort keine passende Uni finden würde. Ob das mit der Religion sich bei ihm klärt und er aufhört mir damit wehzutun, so wie er es getan hat, als er in seiner schlimmen Phase war. Aber da er da so tief drin gesteckt hat, hat er das gar nicht erst gemerkt. Das alles ergibt sich natürlich nur mit der Zeit, aber ich habe Angst davor, dass die Beziehung kaputt geht durch sowas und ich dann doch alleine bin und meine Mutter sich ''Freut'' darüber, das sie recht hatte oder sonstwas.

Ach ja.. nicht alles einfach im Moment.

10

Samstag, 11. Juni 2011, 20:54

Zitat

Du hast Recht damit, dass meine Mutter denkt, dass man mit einem vielleicht psychisch Kranken oder instabilen Menschen nicht ernsthaft zusammen sein kann, zumindest sollte man damit nicht sein Sexualleben anfangen.


Ich finde, das muss jeder für sich selbst entscheiden und auch, wie der Betroffene das sieht, ob er es überhaupt kann. Es gibt genug 'gesunde'Menschen, solche, die für normal gehalten werden und die trotzdem auch gestört sind .... nur weil jemand psychisch krank ist, ist derjenige deshalb nicht automatisch 'schlecht'; schlimmer sind die Menschen, die meinen, sie wären normal und sich dann total unfair etc verhalten - und davon gibts genug 'gesunde' ...

Zitat


Bei einer Diagnose wie Schizophrenie habe ich selbst meine Bedenken, weil es sich auf die Kinder später übertragen kann und das macht mir Angst, außerdem ist die Symptomatik auch nicht ganz ohne


Das klingt, als müßte er der erste und einzige Mann in deinem ganzen Leben bleiben ... du bist doch erst 19, planst du jetzt schon, Mutter und Ehefrau zu werden?

Zitat


Eine Lusche tut sowas meiner Meinung nach nicht. Die verkriecht sich lieber in der hintersten Ecke und leidet weiter.


Menschen, die gemobbt werden und sich nicht (mehr) wehren können, finden es nicht toll zu leiden, sie wissen manchmal nur einfach keinen Ausweg .... grade Mobbing verursacht oft auch psych. Erkrankungen,ich finde es nicht gut, Mobbing-Geschädigten, die sich nicht wehren konnten zu unterstellen, sie würden lieber gern leiden, weil sie so schwach sind. Das ist ähnlich wie bei Vergewaltigten Frauen, in D ist ja immer das Opfer schuld, schließlich hat es sich ja nicht gewehrt/oder die Tat gar noch provoziert ..... solange so eine Sichtweise vorherrscht, die auf Seiten dr Täter ist, wird sich nie etwas ändern, es ist niht derjenige Schuld, der schwach ist, sondern der Starke, der seine Stärke mißbraucht! in welcher Form auch immer.

Es gab mal ein wissenschaftliches Experiment mit Hunden, die eine Gruppe war in einen Käfig gesperrt, wo sie keine Chance hatten, den Stromschlägen auszuweichen, die Vergleichsgruppe war in einem Käfig mit Ausweichmöglichkeit gesperrt worden. Dann hat man die Hunde, die zuerst in dem Käfig ohne Fluchtmöglichkeit gewesen waren, in den Käfig mit Ausweichmöglichkeit gesperrt.... trotzdem sind die Hunde in dem Bereich geblieben, wo sie die Stromschläge bekamen, da sie nicht mehr in der Lage waren, wahrzunehmen, dass sie nun ausweichen könnten. Das nennt man Konditionierung.

Wenn dein Vater selbst krank ist und seit Jahren zur Therapie geht, erklärt das vll auch die heftige Reaktion deiner Mutter ... leider können Drittpersonen eine Beziehung zerstören, indem sie eine Person so lange beeinflussen,bis diese sich trennt, das gibts immer wieder und hat nicht mal was mit gesunden oder kranken Menschen zu tun, das Schwiegermonster eben,nur, dass es in deinem Fall mal die Mutter der Frau und nicht die Mutter des Mannes ist.

Zitat

Ob das mit der Religion sich bei ihm klärt und er aufhört mir damit wehzutun, so wie er es getan hat, als er in seiner schlimmen Phase war.


Wann und wie schnell Symptome verschwinden, läßt sich im Vorfeld nie sagen, die Frage ist, wie stark sich das auf dich und eure Beziehung insgesamt auswirkt.

Viele Grüße, Hermit.
Das Leben als solches ist absolut lebensgefährlich und führt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit zum physischen Tod.

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~T~R~ O - o - O ~ L

11

Samstag, 18. Juni 2011, 10:58

Ich bin erst 17 und wenn ich auf der Suche nach einem Partner bin, dann suche ich etwas mit Zukunft und nicht um während meiner Schulzeit Spaß zu haben.. Versteht vielleicht nicht jeder.

Die Frage die mich im Moment quält ( und eigentlich ist es jeden Tag eine andere) ist, ob die Kinder meines Freundes nicht auch daran erkraken können, vorallem wenn es ein Junge wird. Weiß vielleicht jemand etwas dazu?

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Samstag, 18. Juni 2011, 17:06

Eine genetische Disposition liegt meistens vor, insofern kann dein Freund das durchaus vererben, genau so wie dein Vater seine Depressions-Veranlagung und du selbst deine Angststörung. In den meisten Fällen wird man unter den Verwandten ebenfalls psychische Störungen finden, die Frage ist eben immer, inwieweit die Person ihr Leben dennoch meistert oder eben nicht. Abgesehen von der genetischen Disposition spielen immer auch andere Faktoren eine wesentliche Rolle, wie das Umfeld, die Erziehung, Traumata, pränatale Schäden .... ob es ein Junge oder Mädchen ist, ist egal, da sich die psychischen Erkrankungen nicht in der Art und Weise vererben wie zB die Bluterkrankheit.

Es gibt keine Garantie, dass eure Kinder nicht ebenfalls psychisch erkranken können, genau so gut kann es aber sein, dass sie nie so krank werden wie er. Abgesehen davon stellt das Aufwachsen mit einem psychisch kranken Elternteil in jedem Fall eine Belastung dar, nicht nur für die Kinder, sondern auch für den halbwegs gesunden Partner/in, die dann nicht nur sich um die Kinder kümmern muss, sondern auch permanent versuchen wird für einen Ausgleich zu sorgen.

Wenn du von vornherein für dich entschieden hast, den ersten Mann als Lebenspartner und Vater haben zu wollen, dann finde ich persönlich jemanden mit einer psychischen Erkrankung, wo noch nicht abzusehen ist, wie sich die Krankheit entwickelt, für ungeeignet. Anders sieht es aus,wenn es nur um zwei Personen als Paar geht. Ich weiß nicht, ob du mit ihm schon darüber gesprochen hast und wie er das sieht; ich selbst würde mir da sehr unter Druck gesetzt vorkommen und auch Angst haben, dann letztendlich doch verlassen zu werden, weil ich nicht die 'Qualifikation' erfülle, die als Elternteil gewünscht wird. Wenn man dann letztendlich doch verlassen wird, eben weil man nicht in der Form gesundet, wie du das gern hättest, wird das sehr verletzend für ihn sein.

Viele Grüße, Hermit.
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~T~R~ O - o - O ~ L

13

Samstag, 18. Juni 2011, 17:27

Soweit ich das weiß, hat es sich bei ihm noch zu keiner richtigen Störung ausgeweitet und seine Eltern haben auch nicht an sowas gelitten. Wie das alles weiter läuft kann mir sowieso nur die Zeit zeigen, seine Chancen stehen mehr als gut.

Das mit der Erblichkeit macht mir schon Sorgen, da ich ja selbst vorbelastet bin und das somit doppel so schlimm ist. Allerdings wäre auch bei einem gesunden Partner das Risiko da. Naja, bis das Thema Kinder an die Reihe kommt werden noch Jahre vergehen und ob wir dann noch zusammen sind weiß niemand. Schließlich schließen wir beide gleichzeitig die Schule ab und ob unsere Wege sich dann kreuzen oder trennen, kann ich im moment nicht sagen.

Ich habe zwar einen partner mit Zukunft gesucht, allerdings ging es mir da in erster Linie um etwas Ernstes und Festes, was hält. Die Kinder habe ich da außer Acht gelassen.

Im internet habe ich gelesen, dass es nicht eindeutig ist ob sich Zwangsgedanken vererben und man kann bei einem vorbelasteten Elternteil auch vorsorgen. Mein Freund sagte zu mir, es wäre nicht erblich, aber ob das so stimmt, da hatte ich meine Zweifel. Obwohl ich jeden Tag andere Zweifel habe, denn ich habe ihn so lange nicht mehr gesehen, dass ich nicht mal mehr weiß wie er aussieht. Und ich würde mich gerne selbst davon überzeugen lassen, dass es ihm gut geht, persönlich, nicht nur über telefon.

Inkognito

unregistriert

14

Montag, 20. Juni 2011, 18:55

Laut einer Studie leiden 2/3 der Kinder von psychisch Kranken Eltern später selbst an psychischen Erkrankungen. Das dürfte Deine Frage beantworten.

Andererseits ist das Leben voller Risiken 100% deiner Kinder werden früher oder später sterben.

Ich war 6 Jahre mit einer Frau mit Zwängen zusammen - das muss man aushalten können. Respekt wer das mitmachen will und vor allem mitmachen kann.

Wenn Dein Vater depressiv war als er noch mit Deiner Mutter zusammen war, dann frag sie doch mal wie es ihr dabei ergangen ist und wie sie sich selbst gefühlt hat.

Im übrigen gehört es dazu dass sich Eltern und Kinder ankotzen das gehört zum Erwachsen werden und das ist gesund.

Überleg Dir mal du bist 17 (richtig?) willst Kinder- und Jugendtheapeutin werden - da bist die nächsten 10 Jahre mit Psychologiestudium und Therapieausbildung locker beschäftigt. Um Dir gleich mal alle illusionen zu nehmen in dem Job ist es Deine Hauptaufgabe Dich um die Luschen und Loser zu kümmern.
Sammle erst mal Erfahrungen (ja ich hör mich an wie Deine Mutter) bevor Du an so Sachen wie Kinder kriegen denkst.

Für die Konsequenzen Deines Handelns bist Du letzendlich selbst verantwortlich man kann dir einen ehrlichen und guten Rat geben. Das ist wie mit der Pille - im Beipackzettel steht wirklich nicht alles drin - in den Fachinformationen steht da schon mehr - die hat dein Arzt und Dein Apotheker und die sollte man da gezielt nachfragen und nicht Websites und Freundinen.
Es ist wie mit der Pille - das gesundheitliche Risiko ist höher wenn man sich auf die Pille verlässt. Das Risiko für die Beziehung ist höher, wenn man mit einem psychisch kranken zusammen ist. Der psychisch kranke Frosch wird nicht durch einen schnellen Kuss plötzlich zum Traumprinzen - das funktioniert leider so nicht.

Ich kenne Deinen Vater nicht weiter aber bezieh mal in Deine Überlegungen ein, dass er sich vielleicht auf Grund seiner Krankheit sich gar nicht um dich kümmern konnte - selbst wenn er gewollt hätte. Denk daran auch mit Deinem Freund kann Dir das passieren - fühlst Du Dich stark genug emotionale Kälte auszuhalten, wenn er lieber grübelt als sich mit Dir zu beschäftigen? Kann er Dir auf Grund seiner Erkrankung das geben, was Du von Deinem Vater erwartet hättest? Kannst Du trotzdem dann zu ihm stehen, auch wenn Dich das Psychostudium ankotzt weil du dort das nicht lernst was Du Dir jetzt davon erwartest? Kannst Du damit leben, dass Du Sachen erleben wirst die nicht rational sind?
Wie schon gesagt die Konsequenzen trägst letztendlich immer Du überleg es Dir gut.

Mich würde mal die genaue Diagnose aus der Klinik interessieren ich zweifle die Prognose nämlich an, dass die Chancen für einen Rückfall schlecht stehen.

15

Dienstag, 21. Juni 2011, 14:24

Mein Vater hat seine Depressionen bekommen, als meine Mutter und ich nach Deutschland gefahren sind, d.h sie hat diese zeit gar nicht miterlebt.

Ich kenne meinen Freund mittlerweile seit mehr als einem halben Jahr und habe ihn mit diesem problem auch kennengelernt und ehrlich gesagt, hat er mir auch genau das gegeben, was ich gesucht habe. Natürlich sind wir manchmal aneinander geraten, aber in welcher Beziehung kommt sowas nicht vor?
Und wie gesagt, trotz allem war ich glücklich mit ihm gewesen und viel glücklicher als mit meinem Ex, der sowas nicht hatte.

Ob ich nun Psychologie studiere oder nicht, steht noch nicht sicher fest. Und es gibt auch andere Gebiete als Therapie und du kannst dir sicher sein, dass ich weiß worauf ich mich da einlasse. Und das das einfach wird, glaube ich nicht.

Mein Freund hat das alles wahrscheinlich durch Stress bekommen, wie ich schon erzählt habe, organische Ursachen wurden nicht gefunden. Mit Medikamenten und Therapie verlief sein leben super, ohne weitere Vorkommnisse. Erst als er urplötzlich diese selbst(!) abgesetzt hat und nicht auf Anraten des Arztes und selbst zu dem nicht mehr hingegangen iszt, hat das alles angefangen.

Ihm wurde zwar in der Klnik Psychose diagnostiziert, aber das glaubt von seinen Eltern und seiner Familie keiner und das ist auch noch nicht sicher. Auch eine Zwangsstörung kann nicht eindeutig nachgewiesen werden.
Seine Eltern selbst hatten sowas nicht, er ist nicht vorbelastet. Neurologisch war nichts zu finden, d.h organische Schäden in dem Sinne könnnen nicht vererbt werden.
Als wirkliche Störung sehe ich das alles auch nicht an, da es sein Leben eben nicht erhebnlich einschränkt, er hat Freunde, verhält sich völlig normal, lebt seinen Alltag und ist gut in der Schule. Beeinträchtigen tut ihn das nur im Schlaf.
Daher ist er im Moment für mich nicht eindeutig psychisch krank, es wurde ihm nichts klares nachgewiesen.

Ein Rückfall kann immer passieren, aber die Chance ist gering, wenn er sich der Sache richtig annimmt und auf Anordnung des arztes handelt und nicht so wie er will. Selbst ich habe eine Rückfallchance, aber wenn man sein leben in die Hand nimmt und den Kopf nicht wichtigen Sachen voll hat, dann bezweifle ich, dass man Zeit und Platz im Kopf hat sich mit sowas zu beschäftigen. Dazu kommen noch Medimamente und Therapie, daher ist die Chance auch gering.

16

Dienstag, 21. Juni 2011, 14:41

Dazu kommt noch, dass ich selbst unter Panikattacken gelitten habe und in der zeit hatte ich weder Freunde, noch meine Oma die gestorben ist, noch hat mir mein Ex auch nur irgendwie ein Stück geholfen. Und dann habe ich große Verlustsängste bekommen, ob nicht auch meine Mutter sterben würde nebenan im Zimmer und ich wache alleine auf und weiß nicht was ich machen soll. Und dann habe ich eine Mandelentzündung bekommen und dachte ich selbst sterbe, indem ich ersticke und dann konnte ich auch nicht schlafen.. Und das alles ging zwar nur eine kurze Zeit, aber eins habe ich dadurch gelernt: Man kann aus diesem teufelskreis rauskommen, man darf sich nicht hängen lassen und man muss sich ablenken und probleme verarbeiten können.

Und irgendwann ging das alles von selbst weg, ohne Mdeikamente, ohne Klinik, ohne Therapie. Ich sage nicht bei ihm würde es auch so laufen, das tut es natürlich nicht, aber ich habe es in den Griff bekommen und wenn ich das schafffe, schafft er es mit Hilfe auch, selbst wenn er diese Tabletten lebenslang schlucken muss.

Ich glaube nicht, dass er eine ausgewachsene Störung hat und richtig psychisch krank ist und seine Eltern die ihn schließlich erzogen haben, zweifeln auch daran. Es gibt Faktoren die einfach dagegen sprechen wie oben genannt. Und ich habe sicherlich keinen rosaroten Blick auf diese Sache, schließlich sind 2/3 meines Vertrauens an ihn komplett kaputt und ich habe auch Angst er schafft es nicht.

Aber dadurch das ich mich trenne wird es weder für ihn noch für mich besser und ehrlich gesagt würde ich viel viel mehr leiden als jetzt. Selbst als wir wirklich 24 stunden aufeinander gehockt haben fand ich ihn nie nervig, es trat nie in Erscheinung. Wir hatten Streitgespräche wegen Religion, aber nach zwei tagen war das Thema gegessen und wurde nicht mehr angesprochen. Ich wurde damit nicht ständig bedrängt.

Seine Familie wie auch meine Familie, wir machen uns nun mal Sorgen, aber man braucht Zeit um zu sehen was passiert. Die letzten zwei Monate waren wirklich schlimm genug, für alle und seit das passiert ist, hatte ich wirklich eine Illusion mehr einer traumhaften Beziehung oder Familiengründung. Es hat alles in Frage gestellt. Und ich weiß das sich das nicht einfach in ein paar Monaten regelt, aber mit Unterstützung kann er es schaffen aus diesem Kreis zu kommen.

Übrigens leidet mein Vater schon seit Jahren nicht mehr an Depressionen und hat sich trotzdem nicht besonders um mich gekümmert, wobei er noch zwei weitere Töchter hat, die in dieser Phase viel älter waren als ich und um dessen Sorgerrecht er kämpfen musste und gekämpft hat.

Inkognito

unregistriert

17

Dienstag, 21. Juni 2011, 16:02

Du musst Dich hier für nichts rechtfertigen. Ich habe Dir ja gesagt in Summe musst Du selbst die Konsequenzen tragen.

Zum Fachlichen:
Psychose ist nicht Psychose - es gibt sehr viele unterschiedliche Psychosen.

Nachdem Du ja, falls ich richtig gelesen habe, dass organische Ursachen ausgeschlossen wurden nehme ich an, dass es sich um keine organische Psychose handelt.

Ich nehme an, dass er eine schizophrene Psychose hatte?
die Wahrscheinlichkeit dass sich das nicht wiederholt liegt bei 25%.

Die Ausbildung eine schizophrenen Psychose setzt nicht zwingend voraus, dass von den Eltern schon mal jemand ne Psychose hatte. Auf eine genetische Disposition wird nur geschlossen weil in etwas über 50% der Fälle sowas in der Familie schon mal vorgekommen ist. Google mal nach Diathese-Stress-Modell.


Im übrigen hören Eltern nicht gerne, dass Ihr Kind verrückt ist. Fakt ist aber er wurde in eine Klinik eingewiesen und er wird behandelt und muss vermutlich Psychopharmaka nehmen, die natürlich auch den Stoffwechsel im Hirn beeinflussen.

Du sagst vorher wurde bei ihm ne Zwangsstörung diagnostiziert und behandelt?
was bekam er denn da für Medikamente?

Die eine oder andere Panikattacke bildet meiner Meinung nach jeder mal aus. Solange sich da nix verfestigt und solange sie das Leben nicht dauerhaft beeinflussen bezeichne ich das als normal. Ich hatte mal eine kurz vorm Abi - weil ich schiss hatte das Abi zu vergeigen (den Schiss hatte ich mit Recht).

Das musst Du aber von einer Angststörung differenzieren, da treten nämlich auch Panikattacken auf. Diese Leute kommen nicht ohne fachkundige und manchmal auch medikamentöse Hilfe aus dem Teufelskreis raus - für Dich als "normalen" ist das schwer zu verstehen, weil eben die Ängste nicht rational sind.

Um eine ernsthafte Störung auch nur ansatzweise verstehen zu können musst du den Unterschied zwischen nicht wollen und nicht können verstehen.

Jemand mit einer Zwangsstörung versteht ganz genau, dass Aidsviren nicht einfach so durchs Fenster fliegen können - er wird aber trotzdem immer nach Möglichkeiten suchen warum sie es doch so sein könnte, er kann sich bemühen wie er will nicht zu suchen. Das ist der Unterschied zwischen normal und Verrückt.

Wenn Du jemanden verrückten sagst er muss sich mehr anstrengen und er soll sich nicht hängen lassen dann verstärkst Du den Druck auf Ihn dadurch nur noch mehr und drückst ihn u.U. tiefer in diesen Teufelskreis. Die Leute kapieren ja selbst nicht warum es nicht klappt auch wenn sie sich noch so sehr anstrengen - das frustriert und macht depressiv.

18

Dienstag, 21. Juni 2011, 16:40

Ich glaube du hast mich falsch verstanden.

SEINE DIAGNOSE STEHT NICHT FEST. Er leidet aufgrund von Stress schon mehrer Jahre unter Zwangsgedanken, ob es sich aber zu einer richtigen Störung ausgewachsen hat weiß niemand. Und ich habe mich informiert, nur weil man unter zwangsgedanken leidet, heißt es nicht, dass es sofort eine Zwangsstörung ist, da müssen noch andere Dinge dazukommen.

Er litt nicht unter Wahnvorstellungen oder Halluzinationen, daher wird eine schizophrene Psychose sowieso auch eine Schizophrenie ausgeschlossen.
Er hat Angst vor krankheiten und hat sich in diese ganzen Ängste und Gedanken zu sehr reingesteigert, das waren die Symptome die er aufgezeigt hat. Das das direkt eine Psychose ist, ist mir nicht bekannt.

Nach meinen Informationen liegen bei einer Psychose fast immer Wahnvorstellungen und Halluzinationen vor, an denen er NIE gelitten hat, obwohl es mehrere verschiedene Arten der Psychose gibt,

Außerdem wurden ihmdagegen zwei Medikamente in der Klinik gegeben die nicht angeschlagen haben, demnach könnte man vermuten, dass er darunter garnicht gelitten hat, sondern nur in seine Zwangsgedanken zurückgefallen ist.

Er hat morgen einen Termin beim therapeuten, wobei es dort in erster Linie um die Diagnostik gehen wird, erst in einigen Monaten ( je nach dem wie lange sowas dauert ) erfährt er was er wirklich hat. Seine Eltern bezweifeln eine Psychose, ich wie gesagt auch, da es für mich wenig realistisch scheint.

Ich setzte ihn nicht unter Druck, dass er etwas ändern muss hat er mittlerweile selbst und von alleine verstanden, daher lenkt er sich auch ab, trifft sich mit Freunden etc.

Ich bin im Moment weit davon entfernt ihn als verrückt zu bezeichnen, wenn nicht mal klar steht was er überhaupt hat. Und ich finde du siehst das mit vielen Vorurteilen, erinnert mich an meine Mutter, die jemanden auch sofort für verrückt erklärt.

Wie gesagt, ihm wurde noch nichts eindeutiges diagnostiziert, außer dieser Gedanken. Und wie ich finde, wird es auch dabei bleiben...

Inkognito

unregistriert

19

Dienstag, 21. Juni 2011, 17:23

Du schreibst:

Zitat


Ihm wurde zwar in der Klnik Psychose diagnostiziert, aber das glaubt von seinen Eltern und seiner Familie keiner und das ist auch noch nicht sicher. Auch eine Zwangsstörung kann nicht eindeutig nachgewiesen werden.

`
Erst mal vorweg: Medikamente haben keine Wirkgarantie die haben eine Wirkwahrscheinlichkeit - bei einigen antidepressiva ist die wirkwahrscheinlichkeit nur 5% höher als ein Zuckerküglelchen. Deshalb kann man gerade in der Psychiatrie nur weil 1-2 Medikamente nicht wirken nicht davon ausgehen dass die Diagnose falsch ist.

Was jetzt wurde die Diagnose Psychose (in welcher Form auch immer) ohne Beteiligung eine Zawangsstörung gestellt oder nicht?

Vielleicht sollten wir das mal klären?

Was hatte er denn für Symptome als er in die Psychiatrie musste?

20

Dienstag, 21. Juni 2011, 17:24

Es steht noch nichts eindeutiges fest und solange behalte ich mir meinen Optimismus, zumindest ein Stück davon.

Ich würde ihn nicht als verrückt bezeichnen, denn als ich ihn kennengelernt habe war er zwar nicht so wie die anderen Jungs aus meiner stufe ( das war ein ex aber auch nicht ), aber komisch oder seltsam verhalten hat er sich nicht. Seltsames hat er auch nie gesagt.