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Zwangsgedanken: Auto fahren !!

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Donnerstag, 24. November 2011, 17:49

Auto fahren !!

Hallo Zwang Kollegen ;) ,

durch meine Zwangsgedanken hat sich seit letzter Zeit ein neues Problem entwickelt:

Ich kann nicht mehr sorgenfrei Auto fahren !!

Wärend meiner Führerschein-Probezeit hatte ich ständig Angst das ich mit zu viel Geschwindigkeit geblitzt werde. Obwohl ich immer sauber und gewissenhaft gefahren bin. Hatte ständig Zwangsgedanken während der Fahrt oder auch dannach ob ich vielleicht irgendwo versehentlich zu schnell gefahren bin und dann unbemerkt geblitzt worden bin. Hatte so Angst vor Nachschulung und Verlängerung der Probezeit.

Ist aber nie was passiert !!

Nach der Probezeit hat sich dieses Problem eigentlich von selbst gelöst, da ich ja raus bin und selbst wenn ich ein Fahrverbot bekommen würde, wärs halb so wild, weil ich auch zur Arbeit laufen kann.

Aber mein Hirn wäre kein Zwanghirn wenn es sich nicht weiter nach Problemen umsehen würde. Warum auch ? Wer will schon Sorgenfrei sein ? (Sorry aber auch in unserer Situation dürfen wir nicht den Humor verlieren :breit:)

So weiter im Text:

Nach einiger Zeit kam in meinem Kopf dann der Gedanke hoch, was wäre, wenn du jemanden versehentlich überfahren würdest oder sonst einen gefährlichen Unfall verusachen würdest?!

Wie sieht das bei mir im Klartext aus ?

Dinge die früher bei mir automatisch abgelaufen sind, gehen heute nicht mehr.
Das heißt, ich muss alles nochmal hinterfragen ob ich mich in verschiedenen Situationen richtig verhalten habe und ob es möglich wäre jemanden verletzt oder getötet zu haben.
Mittlerweile ist auch das Problem mit dem Blitzen zurück, da ich derzeit auf einer weit entfernten Meisterschule bin und wieder übelst auf den Führerschein angewiesen bin. Und da Zwängler ja bekannterweise ihre Erinnerung nicht richtig ordnen können, entsteht bei mir immer unglaubliche Angst und Unsicherheit.

Sieht folgendermaßen aus:

- Auf Parkplätzen oder meiner Hauseinfahrt hab ich immer Angst beim rückwärst herausfahren jemand zu übersehen und somit zu überfahren.

- Fahre extrem weit rechts, weil ich Angst habe auf die andere Spur zu kommen und jemanden zum ausweichen zu zwingen und dieser dann gegen einen Baum fahren könnnte (klingt komisch is aber so *wink*)

- Muss mich ständig hinterfragen ob ich auch wirklich überall das Tempolimit eingehalten hab, führt aber zu nix, weil sich mein Kopf nicht mit dem positiven zufrieden gibt.

- Zebrastreifen müssen bei mir mit höchster Konzentration überfahren werden (man könnte ja jemanden übersehen und überfahren .... bla bla bla). Und danach kommen auch immer die ZG ob ich auch wirklich genau geschaut hab.

- Bei Kreuzungen und Autobahnen hab ich immer Panik das ich ein Auto übersehen hab und natürlich wieder einen Unfall verursache (was auch sonst).

-Und jetzt eins der schlimmsten Sachen: Ampeln
Ich muss zig mal auf die Ampel schauen ob das Ding auch wirklich auf Grün ist. Und dann ist es genau das gleiche wie beim Herd kontrollieren, sobald ich an der Ampel vorbei bin, frag ich mich ob ich mich vielleicht geirrt habe und einen Fussgänger der über die Straße laufen wollte getötet habe.

Problematisch wird es auch, wenn ich jemand als Beifahrer hab. Zum einen gibt es einem Sicherheit weil man denkt der hätte ja was gesagt wenn ich nen Fehler gemacht hätte. Aber zum anderen ist es ein Problem wenn ich mich mit ihm unerhalte und somit mich nicht voll auf meine Angst-Faktoren konzentrieren kann. Früher hab ich alles Automatisch und ohne groß zu überlegen kontrolliert (Ampel, Zebrastreifen) aber heut geht das nicht mehr.

Hab wegen der ganzen Sache übelste Sorgen und Angstzustände :(. Kann mich kaum mehr auf etwas konzentrieren (eigentlich sollte ich jetzt im Moment auch eher für die Schule lernen, geht aber wegen den Sorgen nicht). *wink*

Hab bald nen Therapie-Platz, aber brauch irgendwas zum überbrücken.
Hat jemand Erfahrung oder Tips für mich ?

Und danke für eure Aufmerksamkeit (sorry für die länge, aber anders gings nicht :)))

2

Donnerstag, 24. November 2011, 18:41

RE: Auto fahren !!

Na du,
das kenn ich. Normalerweise beschränken sich meine Probleme aufs Haus, aber was du da beschreibst, hab ich auch schon gedacht. Ich fahre eher selten Auto, weil ich nämlich kein eigenes hab, aber vor ca. 1 Jahr war ich dann doch öfter mit dem Auto unterwegs.
Zuallererst nehme ich nicht so gern Leute mit. Das verunsichert mich und ich denke die ganze Zeit "Wenn jetzt was passiert, bist du schuld".
Im Stadtverkehr war es ähnlich wie bei meinem Kontrollproblem. Ich sehe zwar alles, bin mir aber Sekunden später nicht mehr sicher bzw. hinterfrage alles - genau wie du geschrieben hast. 2 oder 3 x bin ich doch tatsächlich die Streck zurückgefahren, um zu sehen, ob ich auch niemanden verletzt habe. Das hat mich echt fertig gemacht.
Heute ist das bei mir nicht mehr so ein Problem. Dabei fand ich für mich 2 Gedankengänge hilfreich:

1) Wenn man etwas anfährt, dann hört man es auch und zwar so, dass man sich sofort sicher sein kann!!! Ich hatte immer Angst, wenn ich über Bordsteine oder ähnliches gefahren bin. Ich habe noch nie etwas angefahren, aber mich mit erfahrenen Fahrern unterhalten, die mir das auch bestätigt haben.

2) Ich sagte mir, wenn ich die Strecke noch öfter fahre, werde ich unkonzentriert, weil mein Zwang mich im Griff hat. Also versuche ich ruhig und konzentriert zu fahren. Auch damit man keinen anderen behindert.

Ich hoffe, ich konnte dir ein bißchen weiterhelfen!

3

Donnerstag, 24. November 2011, 18:58

Hey danke für deine Antwort,

ich sag mir auch ständig dass ich das ja hören würde wenn ich jemand angefahren hätte.
Aber mein Zwang sagt dann: "Und was wenn doch ?"

Und dann kommen die schrecklichsten Konsequenzen hoch:

- Bekomm den Führerschein weg.

- Muss meine Meisterschule abbrechen.

- Darf nie wieder Autofahren.

- Komm ins Gefängnis

- Meine Freundin und alle anderen Menschen die ich echt gern hab wenden sich deshalb von mir ab, weil sie nix mit nem Mörder zu tun haben wollen.

Schrecklich :wand:

manuelrd

unregistriert

4

Freitag, 25. November 2011, 11:04

Ich hab beim Auto fahren auch ein Problem. Aber irgendwie ein ganz anderes als ihr. Ich muss mir beim Autofahren immer wieder die Verkehrsregeln in Erinnerung rufen. "Wie ist das genau mit dem Vorrang, wie ist das genau mit dem Überholen, wie ist das genau mit den Fahrstreifen, wie ist das genau mit der Ampelregelung usw....."

Ich glaube dass ich immer Angst habe in eine Situation zu geraten in der ich dann nicht weiß wie ich mich richtig verhalten soll.

5

Sonntag, 27. November 2011, 20:42

Ist bei mir zeitweise auch so, aber weniger. Aber manchmal frag ich mich auch nach den Verkehrsregeln und bin mir dann wieder ziemlich unsicher ob ich mich in der Situation vorher richtig verhalten hab. Und dann gehts wieder von vorne los (siehe oben)

6

Mittwoch, 30. November 2011, 13:50

RE: Auto fahren !!

Hallo Zusammen,

das Problem mit dem Autofahren kenne ich.

Mir macht das Fahren bei Dunkelheit auf Autobahnen und Schnell-/Bundesstrassen zu schaffen. Autobahnen fahre ich sowieso nur noch ungern, da liegt eh zuviel Zeug herum was da nicht hingehört (z.b. verlorene Ladung, Spanngurte oder tote Tiere).

Gruss

7

Donnerstag, 8. Dezember 2011, 17:36

RE: Auto fahren !!

Zitat

Original von Bommel
Hallo Zusammen,

das Problem mit dem Autofahren kenne ich.

Mir macht das Fahren bei Dunkelheit auf Autobahnen und Schnell-/Bundesstrassen zu schaffen. Autobahnen fahre ich sowieso nur noch ungern, da liegt eh zuviel Zeug herum was da nicht hingehört (z.b. verlorene Ladung, Spanngurte oder tote Tiere).

Gruss


Ohje Autobahn ist auch so ein Thema für sich. Vor allem Spurwechsel und Autobahnauffahrt.

Vor allem find ich es total schlimm wenn einem die Leute ständig die Lichthupe geben, weil es ihnen nicht schnell genug gehen kann. Dann mach ich mir ständig Gedanken drüber ob ich im Moment was falsch gemacht hab.

Die Leute wissen gar nicht was sie einem damit antun

Claudi17

unregistriert

8

Sonntag, 22. Januar 2012, 17:48

Hallo,
bei mir ist es ähnlich. Ich habe auch an Fußgängerüberwegen, Ampeln wo Fußgänger grün haben etc. Angst, oder während des Fahrens rechts abbiegen (Radfahrer) jemanden anzufahren oder überzufahren.
Bei mir hat sehr geholfen, dass ich dann immer bei z.b. Fußgängerüberwegen ganz laut zu mir sagen "Links und Rechts ist niemand" und das Radio ausmache, sodass ich auf jeden Fall das hören würden.
Ich fahre sehr viel Auto und bis jetzt hab ich noch nie jemanden geschadet.
Teilweise gehts mit dem Autofahren, nun hab ich den Zwangsgedanken, dass ich jemanden wenn ich draußen laufe erstechen würde.
Was mir aber generell sehr hilft, ist eine Selbsthilfegruppe, denn da merkt man, ups ich bin nicht die einzigste und diese "brutalen" Gedanken haben auch andere.
Vielleicht hilft das etwas weiter ;-)

9

Sonntag, 22. Januar 2012, 21:25

Hey danke für deine Antwort.

Das mit dem laut vor sich hin sagen mach ich auch, manchmal bringts was und manchmal auch nicht.

Mittlerweile ist es bei mir auch so, dass ich irgendwo Ampeln oder Zebrastreifen sehe, wo gar keine sind. Gerade in Situationen wo es bischen hektisch wird oder ich leicht abgelenkt bin. Bekomm dann panische Angst und muss mich zwingen nicht zurück zu fahren.

Claudi17

unregistriert

10

Sonntag, 22. Januar 2012, 21:29

Ja es ist schwierig. Man muß sich richtig zwingen, nicht zurückzufahren.
Was ich gemacht hab ist, dann nicht gefahren sondern gelaufen (sofern es nah war) und danach waren die Gedanken komplett weg. Irgendwann mußte ich auch nicht mehr zurücklaufen.
Dauerte zwar, aber irgendwann ging es.
Na und jetzt ist es abhängig von meiner Tagesform. Wenns mir nicht so gut geht, sind diese Gedanken schlimmer.
Das klingt jetzt vielleicht doof, aber mir hat auch geholfen, ein Stofftier mal neben mich zu setzen und ihm alles zu erzählen. Das kannst ja auch machen, indem Du sagst, da ist kein Zebrastreifen.
Ich hab zwar noch immer diesen Autozwang aber nicht mehr so schlimm.

11

Sonntag, 22. Januar 2012, 21:36

Ja das stimmt schon, es ist bei mir auch stark von der Tagesform abhängig. Wenns mir schlecht geht, dann funktioniert gar nix mehr.

Und das mit dem Stofftier find ich gar nicht mal so schlecht, hab extra eins von meiner Freundin bekommen, falls es mir schlecht geht und sie nicht da ist.

Wie läuft denn so ne Selbsthilfegruppe ab ?

Claudi17

unregistriert

12

Sonntag, 22. Januar 2012, 21:46

Na, dann nimm es einfach mal mit, setz es auf den Beifahrersitz und rede mit ihm. Denn daran erinnerst du dich bestimmt.
In den meisten ist es wohl so, dass man sich einfach unterhält und dann merkt, dass man nicht allein ist. Denn Betroffene verstehen einen ja tausendmal besser als Freunde oder Familie.

13

Dienstag, 24. Januar 2012, 16:53

Angenommen ich werd geblitzt, ich weiß nicht wie das bei der Polizei rüber kommt wenn neben mir ein riesen Teddy im Auto sitzt :D

Claudi17

unregistriert

14

Dienstag, 24. Januar 2012, 18:10

Dann sagst du, dass du den Teddy deiner Nichte oder irgendwem anders schenken wolltest...

15

Mittwoch, 25. Januar 2012, 19:25

Problem ist halt, das mein Zwang mir immer die Frage stellt: Und was wenn doch ?

Ich geb mich nie mit dem Guten zufrieden, ich muss jedesmal warten bis das Gefühl sich langsam abbaut und bis es so weit ist, sind schon wieder andere Sachen dazu gekommen :wand:

Claudi17

unregistriert

16

Samstag, 28. Januar 2012, 14:10

Das kenn ich. Ich weiß dann innerlich das an der einen Stelle alles ok war und dann frag ich mich, aber dort war bestimmt etwas...
Ist schwer. Hab mir nun ein paar Bücher darüber gekauft, mal sehen wie die so sind.

17

Montag, 30. Januar 2012, 19:13

Ein Buch darüber hab ich auch schon gelesen, war auch sehr teuer. Aber das hört sich darin immer so einfach an, was es aber nicht ist ?(

Claudi17

unregistriert

18

Montag, 30. Januar 2012, 21:30

Hallo DaReh,
ja, das stimmt. Es hört sich sooo einfach an. Ist doch nicht schwer, man denkt einfach nicht dran und schwupps werden die Gedanken weniger...
Hmm... wenn das mal so einfach wäre...
Aber hab das Buch Frei werden von Zwangsgedanken angefangen zu lesen. Sehr zu empfehlen. Ist echt gut.

19

Samstag, 25. Februar 2012, 00:10

Also das Buch "Wenn Zwänge das Leben einengen" hab ich jetzt durch. Bischen enttäuscht, da viel zu wenig über Zwangsgedanken und Kontrollzwang geschrieben wird. Der Rest vom Buch war über Zwänge die ich zum Glück nicht hab

Claudi17

unregistriert

20

Sonntag, 4. März 2012, 15:54

Hallo DaReh,

also mir hilft zur Zeit das Buch Wege aus dem Zwang.
Wenn Zwänge das Leben einengen hat mir auch nicht viel gebracht...

LG

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